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Lyrische Texte verstehen. Die Auflösung referentieller Unterspezifikation und Textsinnerschließung

Titel: Lyrische Texte verstehen. Die Auflösung referentieller Unterspezifikation und Textsinnerschließung

Hausarbeit , 2011 , 27 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Natalia Gubergritz (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die menschliche Sprache kann unter vielen unterschiedlichen Aspekten analysiert werden. In der Phonologie untersuchen Linguisten die Bildung und Rezeption von Lauten, die Morphologie beschäftigt sich mit Wortbildung und die Syntax mit der grammatischen Konstitution von Sätzen. Doch eine der komplexesten Disziplinen der Sprachwissenschaft ist diejenige, die Gegenstand dieser Arbeit sein wird - die Wissenschaft um die Bedeutung, die Semantik.

Jedes einzelne Wort in der menschlichen Sprache hat eine oder auch mehrere Bedeutungen. Jedoch soll sich hier nicht der Bedeutung von Worten gewidmet werden, sondern der Bedeutung von Texten und den kognitiven Prozessen, die für das Verstehen von Texten verantwortlich sind. Texte, deren einfachste Einheit Sätze sind, sind die Grundlage der zwischenmenschlichen Kommunikation. Texte jeglicher Art bilden das Kommunikationsmedium zwischen deren Produzenten und Rezipienten, ob es sich nun um einen mündlichen Diskurs handelt oder um schriftliche Texte. Viel mehr noch als bei einzelnen Wörtern ist das Verstehen der Bedeutung von Texten ein sehr komplexer kognitiver Prozess, der auf mehreren Ebenen stattfindet.

Die Bedeutung von Texten konstituiert sich nämlich nicht nur aus den Lexembedeutungen der enthaltenen Wörter und ihrer syntaktischen Relationen untereinander. Vieles wird nicht expliziert erwähnt, aber trotzdem von dem Textrezipienten verstanden. Wie ein Rezipient einen Text versteht, hängt unter anderem von dem Produzenten und seiner Intention, dem Rezipienten selbst und der Kommunikationssituation ab. Schriftliche Texte bieten dabei ein anderes Verhältnis und eine andere Distanz zwischen Produzent und Rezipient als mündliche Konversation. Dies gilt insbesondere für literarische Texte. Lyrik, als spezielle Gattung der Literatur lebt von der Tatsache, dass das Verständnis nicht nur aus der Textoberfläche hervorgeht.

Im Allgemeinen kann man demnach sagen, dass alle natürlichen Texte referentiell unterspezifiziert sind. Für lyrische Texte gilt das in besonderem Maße. Für deren Verstehen muss diese referentielle Unterspezifikation aufgelöst werden. Doch wie weit geht diese Auflösung von referentieller Unterspezifikation? Welche kognitiven Prozesse kann man dazu zählen? Was kann dagegen bereits als Interpretation bzw. Textsinnerschließung gehandelt werden? Vor allem bei lyrischen Texten sind diese Fragen von essentieller Wichtigkeit. Diese Arbeit wird sich mit genau diesen Fragestellungen beschäftigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Begrifflichkeit

2.1.Kohärenz

2.2.Textverstehen

2.3.Textweltmodell

3. Referentielle Unterspezifikation

3.1. Überspezifikation in literarischen Texten

3.2. Arten und Auflösung

4. Unterspezifizierte Lyrik

4.1. Peter Maiwald – Brief, 1984

4.2. Hannelies Taschau – Das war mal schön, 1986

4.3. Hannelies Taschau – Anzeige, 1986

5. Fazit

6. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Menschen die Bedeutung von Texten erfassen, auch wenn Informationen nicht explizit kodiert sind. Das Hauptziel ist die Analyse der kognitiven Prozesse bei der Auflösung referentieller Unterspezifikation sowie deren Abgrenzung zur weiterführenden Textsinnerschließung bzw. Interpretation, insbesondere im Kontext lyrischer Texte.

  • Kognitive Grundlagen der Kohärenzetablierung und des Textverstehens
  • Analyse referentieller Unterspezifikation nach der Theorie von Monika Schwarz
  • Unterscheidung zwischen einfacher Auflösung und komplexer literarischer Interpretation
  • Anwendung der Konzepte auf ausgewählte lyrische Beispiele

Auszug aus dem Buch

3.2. Arten und Auflösung

Wie bereits oben erwähnt sind alle natürlichen Texte, zu denen kommunikativer Diskurs, sowie literarische Texte, wie Lyrik gehören, referentiell unterspezifiziert. In ihrer Abhandlung „Indirekte Anaphern in Texten“ stellt Monika SCHWARZ (2000) eine Theorie zu Analyse und Systematisierung dieses semantischen Phänomens auf. Dabei unterscheidet sie zwischen drei Arten von Unterspezifikation und den jeweiligen Instatiierungsoperationen zu deren Auflösung.

Als erst Variante der referentiellen Unterspezifikation nennt SCHWARZ (2000) ist die Unterspezifikation von einzelnen Ausdrücken. Dabei wird durch den Kotext ein Konzept aktiviert, welches die intendierte Lesart bzw. den gemeinten, aber nicht explizit erwähnten Referenten nahelegt. (SCHWARZ, 2000:84) Dabei geschieht durch beschreibende Adjektive und Prädikative im Kotext die Kategorisierung der unterspezifizierten Elemente. Mit Hilfe von Weltwissen und Konzeptwissen wird die Unterspezifikation also aufgelöst, indem der Referent eingesetzt wird. Zu bemerken ist noch, dass immer als erstes auf denjenigen Referenten zurückgegriffen wird, der dem Rezipienten am wahrscheinlichsten erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der referentiellen Unterspezifikation und Definition der wissenschaftlichen Zielsetzung der Arbeit.

2. Zur Begrifflichkeit: Erläuterung grundlegender Konzepte wie Kohärenz, Textverstehen und der Konstruktion von Textweltmodellen.

3. Referentielle Unterspezifikation: Theoretische Herleitung des Phänomens der Unterspezifikation sowie Unterscheidung zwischen Unterspezifikation und Überspezifikation in literarischen Texten.

4. Unterspezifizierte Lyrik: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf lyrische Werke und Analyse der Interpretation als weiterführenden Prozess.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Grenzen der vorgestellten Theorie bei komplexer Lyrik.

6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen für die Analyse.

Schlüsselwörter

Referentielle Unterspezifikation, Kohärenz, Textverstehen, Textweltmodell, Lyrik, Interpretation, Inferenz, Kognitive Linguistik, Semantik, Weltwissen, Textbasis, Textsinnerschließung, Überspezifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Texten und den kognitiven Prozessen, die es Lesern ermöglichen, Texte als kohärente Einheiten zu verstehen, selbst wenn Informationen nur unvollständig explizit vorhanden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Mechanismen der referentiellen Unterspezifikation, die Rolle von Weltwissen beim Textverstehen und die Abgrenzung von kohärenzstiftenden Prozessen gegenüber der literarischen Interpretation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass Lyrik durch ihre hohe Unterspezifikation ein besonderes Interpretationspotential bietet, das über die einfache Auflösung sprachlicher Lücken hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf kognitiv-semantische Theorien, insbesondere auf die Definitionen von Monika Schwarz zur referentiellen Unterspezifikation, um diese an konkreten Beispielen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zur Kohärenz und zum Textweltmodell sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte auf Gedichte von Peter Maiwald und Hannelies Taschau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind referentielle Unterspezifikation, Kohärenz, Textverstehen, Textweltmodell, Lyrik, Inferenz und kognitive Semantik.

Warum spielt das Weltwissen eine entscheidende Rolle bei der Auflösung von Unterspezifikationen?

Das Weltwissen ermöglicht es Rezipienten, implizite Lücken in einem Text automatisch zu schließen und den für den Kontext wahrscheinlichsten Referenten zu wählen, da Sprache selten alle Informationen explizit nennt.

Warum ist Lyrik ein schwierigeres Feld für die vorgestellte Theorie als Prosatexte?

Lyrik bricht oft traditionelle Strukturen auf, wodurch sich verschiedene Arten der Unterspezifikation überlagern und eine reine, einfache Auflösung der Kohärenz zur vollständigen Sinnerschließung nicht mehr ausreicht.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lyrische Texte verstehen. Die Auflösung referentieller Unterspezifikation und Textsinnerschließung
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,8
Autor
Natalia Gubergritz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V412998
ISBN (eBook)
9783668641044
ISBN (Buch)
9783668641051
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterspezifikation referentielle kohärenz textverstehen lyrik sprachwissenschaft semantik überspezifikation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalia Gubergritz (Autor:in), 2011, Lyrische Texte verstehen. Die Auflösung referentieller Unterspezifikation und Textsinnerschließung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412998
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Leseprobe aus  27  Seiten
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