Die Qualität der Planung von Softwareprojekten ist essentiell für ihren Erfolg, „schlechte Planung und Schätzung“ einer der häufigsten Gründe ihres Scheiterns. Weitere Risikofaktoren sind unvollständige und wechselnde Anforderungen, sowie mangelnde Einbeziehung der Anwender. Wird Projekterfolg an Enddatum und Budget gemessen, waren 1994 nur etwa 16% aller IT-Projekte erfolgreich. Obwohl dieser Anteil bis 2004 auf 29% gestiegen ist, waren doch immer noch mehr als 2/3 Projekten nicht erfolgreich.
Um Projekte erfolgreicher abzuschließen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Softwareentwicklung zu rücken und für hohe Arbeitsmoral und gutes Betriebsklima zu sorgen, setzen viele Unternehmen auf agiles Projektmanagement. Im September 2006 verwendeten bereits 17% der Unternehmen in Nordamerika und Europa agile Prozesse. Hält der Trend an, wird dieser Anteil 2008 auf fast 25% steigen. In jeweils über 30% aller Unternehmen arbeiten entweder mehr als 75% oder nur bis zu 25% aller Entwickler agil. Agilität polarisiert also: Sie wird entweder unternehmensweit oder nur vereinzelt eingesetzt. Unternehmen mit weniger als 100 Entwicklern stellen dabei bezüglich des weitreichenden Einsatzes den größten Anteil.
44% aller Unternehmen werten über 90% ihrer agilen Projekte als Erfolg. Weitere 33% nennen eine Erfolgsquote von 75-90%. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, deren Entwicklungsprozess agil ist, verwendet 3-4 PM-Tools. Ein solches Tool ist Projektron BCS, die „Business Coordination Software“ der Projektron GmbH.
Motiviert durch die Diskrepanz zwischen der zunehmenden Verbreitung von agilem PM und den Berichten über häufiges Scheitern von IT-Projekten wird untersucht, inwiefern agiles Arbeiten mit Projektron BCS möglich ist. Daher analysiert die Arbeit den agilen Prozess und den Einsatz von Projektron BCS bei einem Kunden der Projektron GmbH.
Ziel ist, aufzuzeigen, wie Projektron BCS agile Vorgehensweisen stärker unterstützen kann. Es wird ein Konzept entwickelt, dass den alleinigen Einsatz von Projektron BCS in agilen Umgebungen rechtfertigen kann.
Aus dem Inhalt:
• Projektmanagement-Grundlagen
• Agiles PM allgemein, Scrum speziell
• Projektron BCS
• Scrum Prozess von Kunden der Projektron GmbH
• Anforderungen an die PM-Software
• Vergleich der Anforderungen mit Projektron BCS
• Umsetzungskonzept
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektmanagement Grundlagen
2.1 Projektmanagement
2.2 Agiles Projektmanagement
2.3 Projektmanagementsysteme
3 Scrum
3.1 Rollen
3.2 Artefakte
3.3 Prozess
4 Projektron BCS
4.1 Funktionen
4.2 Architektur
4.3 Flexibilität
5 Scrum bei der Hypoport AG
5.1 Prozess und Software-Anforderungen
5.2 Vergleich der Anforderungen mit Projektron BCS
5.3 Vorgaben
6 Anpassungen
6.1 Vorbetrachtungen
6.2 Umsetzung und Konfigurierbarkeit
6.3 Integration
7 Fazit und kritische Bewertung
A Technische Details
A.1 Datenstruktur von Projektron BCS
A.2 Konfiguration eines Ticket-Lebenszyklus
B Interviews mit Mitarbeitern der Hypoport AG
B.1 Zusammenfassung des Gesprächs mit Herrn Heide
B.2 Zusammenfassung des Gesprächs mit Herrn Gimbel
C Diagramme
D Konzeptgraphiken
E Beilage CD-ROM und Online-Testsystem
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die PM-Software Projektron BCS agile Prozesse – insbesondere Scrum – bei der Hypoport AG unterstützen kann. Ziel ist es, Verbesserungsbedarf zu identifizieren und ein Konzept zu entwickeln, das den Einsatz von Projektron BCS in agilen Umgebungen aktiv fördert.
- Grundlagen des Projektmanagements und agiler Methoden (Scrum)
- Analyse der Software Projektron BCS hinsichtlich Funktionen und Flexibilität
- Ist-Analyse des Scrum-Prozesses bei der Hypoport AG
- Vergleich von funktionalen Anforderungen mit den Möglichkeiten der PM-Software
- Konzeption und Integration von Anpassungen für eine bessere Scrum-Unterstützung
Auszug aus dem Buch
3.1 Rollen
Traditionelles Projektmanagement steht zwischen Auftraggeber und Projektteam, um die aus den Anforderungen resultierende Arbeit zu planen. Um Assoziationen zur direkten Autorität eines klassischen Projektmanagers zu vermeiden, verwendet Schwaber einen neuen Titel: den ScrumMaster. Aufgabe des ScrumMasters ist es, für die Einhaltung und den möglichst reibungslosen Ablauf des Scrum Prozesses zu sorgen. Er steht daher neben dem Product Owner und dem Team und unterstützt sie bei der Erfüllung Ihrer Verantwortlichkeiten, hilft ihnen also sich selbst zu managen. Diese Hilfe ist notwendig, da der ScrumMaster Verantwortung für den Scrum Prozess trägt, ohne formelle Macht zu haben. Dieser Verantwortung wird der ScrumMaster durch die Moderation der vier im Prozess vorgesehenen Meetings gerecht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Begründung des Projekts und Problemstellung im Kontext unvollständiger Planung bei IT-Projekten.
2 Projektmanagement Grundlagen: Definition und Erläuterung klassischer sowie agiler Vorgehensweisen und Projektmanagementsysteme.
3 Scrum: Detaillierte Darstellung der Rollen, Artefakte und Prozesse der agilen Methode Scrum.
4 Projektron BCS: Vorstellung der Software, ihrer Funktionalitäten, Architektur und Anpassungsmöglichkeiten.
5 Scrum bei der Hypoport AG: Analyse des Ist-Zustands, der Software-Anforderungen und ein Vergleich mit den Möglichkeiten von Projektron BCS.
6 Anpassungen: Beschreibung des Soll-Konzepts und der technischen Umsetzung von Modifikationen im Ticketsystem.
7 Fazit und kritische Bewertung: Zusammenfassung und Reflexion der Ergebnisse bezüglich der Unterstützung agiler Prozesse durch die Software.
Schlüsselwörter
Agilität, Prozesse, Softwareentwicklung, Projektmanagement, Projektron BCS, Scrum, Anforderungen, User Stories, Sprint, Backlog, Ticketsystem, Konfiguration, Projektplanung, Systemanalyse, Hypoport AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung agiler Vorgehensweisen, speziell Scrum, innerhalb der Projektmanagement-Software Projektron BCS bei der Hypoport AG.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des agilen Projektmanagements, die Analyse der Funktionalitäten von Projektron BCS sowie die prozessuale Ist-Aufnahme bei der Hypoport AG.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wo Verbesserungsbedarf besteht, um agile Prozesse durch Projektron BCS aktiver zu unterstützen und ein entsprechendes Anpassungskonzept zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Systemanalyse im Unternehmen, wobei für die Ist-Aufnahme insbesondere die Interviewmethode bei Mitarbeitern der Hypoport AG genutzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die Beschreibung des Werkzeugs, die Analyse der spezifischen Prozesse beim Kunden Hypoport AG und die Entwicklung konkreter technischer Anpassungsvorschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Agilität, Scrum, Projektron BCS, Projektmanagement, Anforderungen, User Stories, Backlog und Konfiguration.
Warum reicht der Standard von Projektron BCS für Scrum nicht aus?
Die Analyse zeigt, dass bestimmte Aspekte wie die Umwandlung von Tickets oder spezifische hierarchische Anforderungen in der Standardkonfiguration nicht oder nur unzureichend abgebildet werden konnten.
Wie wurden die Anpassungen technisch umgesetzt?
Die Anpassungen wurden primär innerhalb des Ticketsystems durch Konfigurationen (XML-Dateien, WebConfig-Editor) vorgenommen, um die nötige Flexibilität für agile Workflows zu erreichen.
- Arbeit zitieren
- Robert Kalweit (Autor:in), 2008, Agiles Projektmanagement mit Projektron BCS. Anwendung von Scrum in Projekten der Hypoport AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413005