Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: European Union

Schweden und die europäische Integration

Title: Schweden und die europäische Integration

Seminar Paper , 2005 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stephan Wolter (Author)

Politics - Topic: European Union
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es scheint, als ob Schweden eine doppelte Reputation beim außenstehenden Betrachter erlangt hat: Zum einem wird es als relativ kleiner und unbedeutender Staat am nördlichen Rand von Europa wahrgenommen, zum anderen aber auch -als größtes von den nordischen Ländern- als einflussreiches Epizentrum von Skandinavien anerkannt. Herauszustellen ist dabei die flächenmäßige Größe im Vergleich zur Einwohnerzahl, wonach die Einwohnerdichte lediglich 20 Menschen pro km2 beträgt. Der Großteil der Bevölkerung gehört dem protestantisch-lutherischen Glauben an. Schweden besitzt große Vorkommen an Holz und Eisenerz. Das stark exportgetriebene Land gilt (zumindest bis in die späten 80er Jahre des 20. Jahrhunderts) als eines der politisch stabilsten, am meisten industrialisiertesten und wohlhabendsten Länder in Europa.
Schweden ist ein europäisches Land, geographisch und auch in Hinsicht auf seine kulturelle Identität. Mit der Inthronisation des Franzosen Bernadotte im Jahre 1818 beginnt die selbstgewählte relative Isolation Schwedens vom europäischen Kontinent. Die Europapolitik Schwedens im 20. Jahrhundert und die damit verbundene Zurückwendung in Richtung Europa, d.h. der europäische Integrationsprozess Schwedens, steht im Mittelpunkt dieser Hausarbeit. Der Beitritt Schwedens in das europäische Gemeinschaftsgefüge liegt gerade zehn Jahre zurück. Mit Recht betitelt die Literatur Schwedens Weg in die Union als zögernd oder sogar widerspenstig ('reluctant'). Dabei sind die in der politischen Diskussion immer wieder kommenden Vorbehalte gegen die drei 'k' des europäischen Kontinents - katholisch, konservativ, kapitalistisch - nur erste Ansatzpunkte der Mentalitätsausprägung des schwedischen Volkes zur Erklärung der Zaghaftig- bzw. sogar Unwilligkeit des Landes in Bezug auf die Annäherung an Europa.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einführung

2 Integrationsgeschichte 1950 - 1984

2.1 Entwicklungshintergründe - der 'Schwedische Diamant'

2.1.1 Punkt 1: Demokratieverständnis - Konsensdemokratie und 'Folkhem'

2.1.2 Punkt 2: Wohlfahrt - das 'Schwedische Modell' und Korporatismus

2.1.3 Punkt 3: Wirtschaft - Wirtschaftliche Interdependenzen

2.1.4 Punkt 4: Souveränität - Nationalstaat und Neutralität

2.1.5 2-Level-System und Interdependenz zwischen den Punkten

2.2 Entwicklungsprozess

3 Annäherung an die EU 1984 - 1994 und Unionsbeitritt 1995

3.1 Entwicklungsprozess

3.2 Europäisierung Schwedens - der 'Schwedische Mitgliedsdiamant'

3.2.1 Punkt 1: Demokratie

3.2.2 Punkt 2: Wohlfahrtsstaat und 'schwedisches Modell'

3.2.3 Punkt 3: Wirtschaft

3.2.4 Punkt 4: Souveränität und Neutralität

4 Schweden als vollwertiges EU-Mitglied

4.1 Schwedische EU-Politik: Politische Einflussnahme und Prioritäten

4.2 Ministerratsvorsitz 2001

4.3 Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Integrationsprozess Schwedens in die Europäische Union und untersucht die soziokulturellen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren, die die zögerliche Haltung des Landes gegenüber der europäischen Integration beeinflusst haben, um ein besseres Verständnis für die heutige Rolle Schwedens als EU-Mitglied zu gewinnen.

  • Analyse des schwedischen Integrationsprozesses von 1950 bis heute.
  • Untersuchung des "Schwedischen Diamanten" und seiner vier zentralen Variablen (Demokratie, Wohlfahrt, Wirtschaft, Souveränität).
  • Bewertung des "reluctant European"-Status und dessen Wandel durch die EU-Mitgliedschaft.
  • Analyse der Bedeutung des EU-Ministerratsvorsitzes 2001 für die schwedische EU-Politik.
  • Diskussion über das Verhältnis zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU).

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Punkt 1: Demokratieverständnis - Konsensdemokratie und 'Folkhem'

Die integrative und konsensuale Konfliktlösung als Herzstück des schwedischen Demokratieverständnisses beruht auf der Tradition eines Entscheidungsprozesses, der sich durch Konsens bzw. Kompromiss und einen geringen Grad an oppositioneller Gegenwehr auszeichnet. Das Demokratieverständnis ist sogar in der Verfassung als Demokratisierung in allen Bereichen festgeschrieben. Das nationale Selbstbewusstsein in die starke, fortschrittliche schwedische Demokratie steht im Gegensatz zu einer europäischen Integration (vgl. Miles 1997, S. 16). Die Integration wird nur zugelassen insoweit eine Konsensmöglichkeit besteht (vgl. Weber 2001, S. 124). In diesem Sinne beinhaltet das Demokratieverständnis auch eine Politik der kleinen Schritte (und nicht der großen Umbrüche), da nur die "small things" (Milijan 1977, S. 82) eine Chance auf Konsens haben.

Das spezifisch schwedische Demokratieverständnis, die Konsensdemokratie (siehe Elder et al. 1988), ist tief in der politischen Kultur des Landes verwurzelt und geht auf die außergewöhnliche große Homogenität in Ethnie und Glauben, die relative geographische Abgeschlossenheit und die besondere Rolle der Bauernschaft in der geschichtlichen Entwicklung zurück (vgl. Rojas 1996, S. 23f.). Schweden ist der einzige Staat Europas, dessen gesellschaftliche Entwicklung ohne revolutionäre Brüche verlaufen ist. Stattdessen konnte der heranwachsende Staat die Gesellschaft 'umarmen' und formen. Ein mit der Demokratie eng verbundener Begriff ist der das 'Folkhems' ('Volksheim'), der die Vision beschreibt, ein "gutes Heim für alle Schweden" zu errichten, in dem Solidarität, Gleichheit und Gerechtigkeit herrschen (vgl. Weber 2001, S. 79).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung skizziert die Wahrnehmung Schwedens als "reluctant European" und führt in die wissenschaftliche Fragestellung des Integrationsprozesses ein.

2 Integrationsgeschichte 1950 - 1984: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des "Schwedischen Diamanten" und analysiert die vier zentralen Faktoren, die den Integrationsprozess in dieser Phase geprägt haben.

3 Annäherung an die EU 1984 - 1994 und Unionsbeitritt 1995: Hier wird der Anpassungsdruck durch den EG-Binnenmarkt und der Weg hin zum EU-Beitritt 1995 beschrieben, inklusive der Neubeurteilung des schwedischen Modells.

4 Schweden als vollwertiges EU-Mitglied: Dieses Kapitel behandelt die praktische EU-Politik, den Ministerratsvorsitz 2001 und die zwiespältige Haltung Schwedens zur Wirtschafts- und Währungsunion.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und drei Szenarien für die zukünftige europäische Integration Schwedens entworfen.

Schlüsselwörter

Schweden, Europäische Union, Integrationsgeschichte, Konsensdemokratie, Wohlfahrtsstaat, Europäisierung, Neutralitätspolitik, Ministerratsvorsitz, Wirtschafts- und Währungsunion, Folkhem, Europadebatte, EFTA, EU-Beitritt, politisches System, Korporatismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen und politischen Integrationsprozess Schwedens in die Europäische Union.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das schwedische Demokratieverständnis, der Wohlfahrtsstaat, die Neutralitätspolitik und die wirtschaftliche Interdependenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung der schwedischen Integration zur EU-Mitgliedschaft und der Analyse der Gründe für die anfängliche Zurückhaltung gegenüber Europa.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das Konzept des "Schwedischen Diamanten" von Miles (1997) verwendet, um die nationalen und internationalen Einflussfaktoren auf die schwedische Politik zu strukturieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Integrationsgeschichte 1950-1984, die Annäherungsphase 1984-1995 und die Analyse der Rolle Schwedens als vollwertiges EU-Mitglied.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Europäische Union, Konsensdemokratie, Wohlfahrtsstaat, Neutralitätspolitik und Europäisierung.

Wie bewertet der Autor Schwedens Präsidentschaft 2001?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Schweden trotz einiger Schwierigkeiten bei großen EU-Themen positive Ergebnisse in Bereichen wie Erweiterung und Transparenz erzielen konnte und seine Rolle als Strategie-Entwickler unterstrich.

Warum lehnte Schweden bisher die Einführung des Euro ab?

Die Ablehnung beruht auf der Sorge um den Verlust der währungspolitischen Souveränität, der Notwendigkeit einer unabhängigen Geldpolitik und dem Ergebnis des Volksreferendums 2003.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Schweden und die europäische Integration
College
http://www.uni-jena.de/  (Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftkommunikation)
Course
Europäische Integrationsgeschichte
Grade
1,0
Author
Stephan Wolter (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V41300
ISBN (eBook)
9783638395878
Language
German
Tags
Schweden Integration Europäische Integrationsgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Wolter (Author), 2005, Schweden und die europäische Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41300
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint