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Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung

Die Notwendigkeit einer Nachsorge unter Berücksichtigung des Suchtverhaltens und neuer Suchtstoffe

Title: Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung

Bachelor Thesis , 2016 , 96 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Andrea Räthel (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Alleinerziehende Mütter mit Kindern im Grundschulalter stellen eine zunehmend größere Gruppe der Abhängigkeitserkrankten Menschen in Entwöhnungseinrichtungen und in der ambulanten Drogenberatung. In dieser Arbeit geht es um die Frage nach den Möglichkeiten der Hilfen, die durch Anwendung der Sozialgesetzgebung dieser speziellen Gruppe von Müttern zur Seite gestellt werden können, um die Erhaltung einer möglichst langfristigen Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern. Der Focus liegt dabei auf den Ansprüchen der Mütter. Eine Erläuterung der Funktionalität von Sucht für Frauen und Mütter insbesondere und eine Auflistung und Erörterung der anwendbaren Rechtsnormen sind Inhalt der Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung

1.1 Abhängigkeit und süchtiges Verhalten

1.2 Erklärungsmodelle von Abhängigkeit

1.3 Sozialwissenschaftlicher Ansatz

1.4 Neurowissenschaftlicher Ansatz

1.5 Verhaltenspsychologischer Ansatz

2 ICD-10 – Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen

2.1 Opiate

2.2 Ecstasy

2.3 Cannabinoide

2.4 Crystal Meth

3 Abstinenzerhalt – die Zeit nach der Therapie

3.1 Die Lage der Kinder süchtiger Mütter

3.2 Abhängigkeit versus Abstinenz

4 Sucht aus Genderperspektive

4.1 Unterschiede der Entwicklung einer Suchterkrankung

4.2 Frauen sind anders süchtig – ein Erklärungsversuch

4.3 Geschlechterverhältnisse und Arbeit

4.4 Frauen - Arbeit - Sucht

5 Lebenswelt Alleinerziehender Frauen

5.1 Defizite im Alltag

5.2 Rückfallrisiken

5.3 Abstinenz und Kinderbetreuung

5.4 Was brauchen die Mütter, was brauchen die Kinder

5.5 Gesellschaftlicher Umgang mit suchterkrankten Alleinerziehenden

5.6 Familie und Arbeitswelt

5.7 Darstellung der Fallstudie

6 Mögliche Hilfeformate nach SGB VIII

6.1 § 10 SGB VIII -Leistungsansprüche vs. Zuständigkeiten

6.2 Vorrangigkeit von Leistungen

6.3 § 16 SGB VIII - Bildung, Beratung und Erholung

6.4 § 17 SGB VIII und § 18 SGB VIII - Beratung und Unterstützung

6.5 § 19 SGB VIII – Gemeinsame Wohnformen

6.6 § 20 SGB VIII – Versorgung in Notsituationen

6.7 §27 SGB VIII - Hilfen zur Erziehung

6.8 § 28 SGB VIII - Erziehungsberatung

6.9 § 31 SGB VIII -Sozialpädagogische Familienhilfe

6.10 § 35 a SGB VIII – Eingliederungshilfe

6.11 § 36 SGB VIII - Hilfeplanung

6.12 § 41 SGB VIII – Hilfen für junge Volljährige

7 Leistungen der Krankenhilfe und Rehabilitation

7.1 Leistungen der Eingliederungshilfen und Arbeitsförderung

7.2 § 16a SGB II – Kommunale Eingliederungsleistungen

7.3 § 23 ff SGB VIII- Verflechtung der Ansprüche

7.4 § 30 SGB IX Früherkennung und Frühförderung

7.5 SGB IX und XII- Eingliederungshilfe

7.6 SGB VI § 15 Abs. 2 SGB VI- Adaption und Arbeit

7.7 § 54 SGB XII Leistungen der Eingliederungshilfe

8 Nachsorge

8.1 Nachsorge aus Sicht der Sozialen Arbeit

8.2 Beispiele der Sozialen Nachsorge anhand der Fallstudie

9 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer passgenauen Nachsorge für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Suchttherapie, um eine langfristige Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern. Dabei wird analysiert, wie bestehende Rechtsnormen der Sozialgesetzgebung für diese spezielle Zielgruppe nutzbar gemacht werden können.

  • Suchtproblematik bei alleinerziehenden Frauen
  • Herausforderungen der Lebenswelt von Müttern in Suchttherapie
  • Anwendbare Leistungen nach SGB VIII, SGB II, SGB IX und SGB XII
  • Bedeutung von Arbeit und Kinderbetreuung für den Abstinenzerhalt

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung

„Psychoaktive Substanzen, also alkoholische Getränke, Haschisch und Marihuana, Opium, Cocablätter und Tabak sowie eine Unzahl weiterer Kräuter, Blätter, Blüten, Wurzeln, Mineralien, Flüssigkeiten und neuerdings künstlich hergestellter Produkte, in verschiedener Form, begleiten die Geschichte der Menschheit.[…] Der sakrale Gebrauch der Stoffe mischte sich ebenfalls von Anfang an mit weltlicheren Bedürfnissen, jenem nach Rausch, Raserei und Ekstase, aber auch denen nach Schmerzvermeidung, Ruhe, Rückzug. Und schon immer war der Schritt vom Gebrauch einer Droge zu ihrem Missbrauch recht klein. Geschichten über Menschen, die „im Rausch“ alle Regeln brechen oder auch über sich selbst hinauswachsen, gehören zum festen Bestandteil des kulturellen Erbes“ (Vogt, 2004, S.9).

Die Berufstätigkeit der Verfasserin in verschiedenen Feldern der Suchthilfe führte zu der Wahrnehmung, dass es für süchtige Frauen mit Kindern ein scheinbares Defizit an Beratungs-, Therapie- und Nachsorgeangeboten gibt, die tatsächlich auf die Bedürfnisse und speziellen Unterschiede im Suchtverhalten von Frauen und Männern zugeschnitten sind. Diese Erfahrung deckt sich mit der Berufserfahrung von KollegInnen und KommilitonInnen, die in der Suchthilfe arbeiten. Ganz besonders deutlich wird dies bei der Gruppe der Alleinerziehenden, die in gängiger Forschungsliteratur und im Theoriediskurs nach eigenen Recherchen unterdurchschnittlich vertreten ist.

Gerade diese Gruppe stellt aber einen zunehmend höher werdenden Anteil der Abhängigkeitskranken sowohl in der Langzeittherapie als auch im ambulanten Kontext der Beratung und Nachsorge, wie anhand der folgenden Kapitel nachgewiesen wird. Daher erscheint es notwendig, sich mit der speziellen Problematik der Abhängigkeitserkrankungen und damit verbunden der Erreichung und Erhaltung der Abstinenz von alleinerziehenden Müttern zu befassen, um nicht nur den Müttern, sondern auch den mit ihnen lebenden Kindern eine Hilfe zum gemeinsamen Leben zu schaffen. In dieser Arbeit geht es ausschließlich um stoffgebundene Abhängigkeiten mit Herausnahme der Abhängigkeit von Tabak, die Erweiterung auf nichtstoffliche Verhaltenssüchte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung: Die Autorin legt die Relevanz der Thematik für alleinerziehende Mütter dar und skizziert die Notwendigkeit geschlechtersensibler Suchthilfe.

2 ICD-10 – Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Grundlagen der Suchterkrankungen und differenziert zwischen verschiedenen gängigen Suchtstoffen.

3 Abstinenzerhalt – die Zeit nach der Therapie: Der Fokus liegt auf der schwierigen Phase nach der stationären Behandlung, insbesondere im Hinblick auf die Situation der betroffenen Kinder.

4 Sucht aus Genderperspektive: Hier werden die spezifischen Unterschiede in Suchtentwicklung und Konsummustern zwischen Frauen und Männern diskutiert.

5 Lebenswelt Alleinerziehender Frauen: Das Kapitel beleuchtet die realen Alltagsbelastungen von Müttern und stellt die Ergebnisse einer eigenen Fallstudie vor.

6 Mögliche Hilfeformate nach SGB VIII: Eine detaillierte Übersicht der jugendhilferechtlichen Unterstützungsmöglichkeiten für die Zielgruppe.

7 Leistungen der Krankenhilfe und Rehabilitation: Darstellung der Ansprüche auf medizinische Rehabilitation und der Verflechtung mit Eingliederungsleistungen.

8 Nachsorge: Abschließende Zusammenfassung der Anforderungen an die soziale Nachsorge sowie Skizzierung beispielhafter Unterstützungsmodelle.

9 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse mit Fokus auf Vernetzung der Hilfesysteme und Eingliederung in Arbeit.

Schlüsselwörter

Abhängigkeit, Alleinerziehende Mütter, Sucht, Drogenhilfe, Jugendhilfe, SGB VIII, Abstinenz, Rehabilitation, Nachsorge, Kindeswohl, Genderperspektive, Erziehung, Soziale Arbeit, Suchtverhalten, Eingliederungshilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für alleinerziehende Mütter bei der Erhaltung ihrer Abstinenz nach einer stationären Suchttherapie und beleuchtet passende Hilfsangebote.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Suchtverhalten von Frauen, die speziellen Belastungen alleinerziehender Mütter, rechtliche Ansprüche nach dem Sozialgesetzbuch sowie die Bedeutung der Kinderbetreuung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie gelingt es abhängigkeitskranken alleinerziehenden Frauen, nach der Therapie ihre Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern und welche Hilfen sind hierfür erforderlich?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine qualitative Fallstudie mit drei betroffenen Müttern sowie ein Experteninterview durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe (SGB VIII) und Rehabilitation (SGB V, IX, XII) und setzt diese in Bezug zur spezifischen Lebenswelt der Mütter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Sucht, alleinerziehende Mütter, Nachsorge, Jugendhilfe, SGB, Abstinenz und Wiedereingliederung.

Warum ist das Thema der Alleinerziehenden so spezifisch?

Alleinerziehende Mütter tragen eine enorme Doppelbelastung, wobei ihre Suchterkrankung oft im Verborgenen verläuft und sie zusätzlich unter Schuldgefühlen und Ängsten bezüglich des Kindeswohls leiden.

Welche Rolle spielt die Angst vor Behörden?

Viele der untersuchten Mütter beantragen aus Angst vor dem Jugendamt notwendige Hilfen nicht, was das Rückfallrisiko deutlich erhöht, da Unterstützungssysteme oft als Kontrollinstanzen wahrgenommen werden.

Was wird unter „Schaukelerziehung“ verstanden?

Dies bezeichnet den Wechsel von Müttern zwischen sehr nachgiebigem Verhalten unter Drogeneinfluss und aggressivem bzw. abweisendem Verhalten in Entzugsphasen, was die Kinder massiv belastet.

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Details

Title
Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung
Subtitle
Die Notwendigkeit einer Nachsorge unter Berücksichtigung des Suchtverhaltens und neuer Suchtstoffe
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin  (Recht)
Grade
1,8
Author
Andrea Räthel (Author)
Publication Year
2016
Pages
96
Catalog Number
V413247
ISBN (eBook)
9783668650862
ISBN (Book)
9783668650879
Language
German
Tags
hilfe nachsorgemöglichkeiten grundlage sozialgesetzbuchs mütter entwöhnung notwendigkeit nachsorge berücksichtigung suchtverhaltens suchtstoffe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Räthel (Author), 2016, Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413247
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