Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung

Die Notwendigkeit einer Nachsorge unter Berücksichtigung des Suchtverhaltens und neuer Suchtstoffe


Bachelorarbeit, 2016

96 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung
1.1 Abhängigkeit und süchtiges Verhalten
1.2 Erklärungsmodelle von Abhängigkeit
1.3 Sozialwissenschaftlicher Ansatz
1.4 Neurowissenschaftlicher Ansatz
1.5 Verhaltenspsychologischer Ansatz

2 ICD-10 - Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen
2.1 Opiate
2.2 Ecstasy
2.3 Cannabinoide
2.4 Crystal Meth

3 Abstinenzerhalt - die Zeit nach der Therapie
3.1 Die Lage der Kinder süchtiger Mütter
3.2 Abhängigkeit versus Abstinenz

4 Sucht aus Genderperspektive
4.1 Unterschiede der Entwicklung einer Suchterkrankung
4.2 Frauen sind anders süchtig - ein Erklärungsversuch
4.3 Geschlechterverhältnisse und Arbeit
4.4 Frauen - Arbeit - Sucht

5 Lebenswelt Alleinerziehender Frauen
5.1 Defizite im Alltag
5.2 Rückfallrisiken
5.3 Abstinenz und Kinderbetreuung
5.4 Was brauchen die Mütter, was brauchen die Kinder
5.5 Gesellschaftlicher Umgang mit suchterkrankten Alleinerziehenden
5.6 Familie und Arbeitswelt
5.7 Darstellung der Fallstudie

6 Mögliche Hilfeformate nach SGB VIII
6.1 § 10 SGB VIII -Leistungsansprüche VS. Zuständigkeiten
6.2 Vorrangigkeit von Leistungen
6.3 § 16 SGB VIII - Bildung, Beratung und Erholung
6.4 § 17 SGB VIII und § 18 SGB VIII - Beratung und Unterstützung
6.5 § 19 SGB VIII - Gemeinsame Wohnformen
6.6 § 20 SGB VIII - Versorgung in Notsituationen
6.7 §27 SGB VIII - Hilfen zur Erziehung
6.8 § 28 SGB VIII - Erziehungsberatung
6.9 § 31 SGB VIII -Sozialpädagogische Familienhilfe
6.10 § 35 a SGB VIII - Eingliederungshilfe
6.11 § 36 SGB VIII - Hilfeplanung
6.12 §41 SGB VIII - Hilfen für junge Volljährige

7 Leistungen der Krankenhilfe und Rehabilitation
7.1 Leistungen der Eingliederungshilfen und Arbeitsförderung
7.2 § 16a SGB II - Kommunale Eingliederungsleistungen
7.3 § 23 ff SGB VIII- Verflechtung der Ansprüche
7.4 § 30 SGB IX Früherkennung und Frühförderung
7.5 SGB IX und XII- Eingliederungshilfe
7.6 SGB VI § 15 Abs. 2 SGB VI- Adaption und Arbeit
7.7 § 54 SGB XII Leistungen der Eingliederungshilfe

8 Nachsorge
8.1 Nachsorge aus Sicht der Sozialen Arbeit
8.2 Beispiele der Sozialen Nachsorge anhand der Fallstudie

9 Fazit und Ausblick

10 Literatur

11 Anhang
11.1 Auswertung der Fallstudie
11.2 Experteninterview
11.3 Forschungsfrage zur Fallstudie
11.4 Methoden der Datenerhebung
11.5 Auswertung Soziales Umfeld / Familie
11.6 Auswertung Selbsthilfegruppen/Therapie/Institutionen
11.7 Auswertung Belastung im Alltag
11.8 Auswertung Alltagsstruktur/Konsum

Abstrakt

Alleinerziehende Mütter mit Kindern im Grundschulalter stellen eine zunehmend größere Gruppe der Abhängigkeitserkrankten Menschen in Entwöhnungseinrichtungen und in der ambulanten Drogenberatung. In dieser Arbeit geht es um die Frage nach den Möglichkeiten der Hilfen, die durch Anwendung der Sozialgesetzgebung dieser speziellen Gruppe von Müttern zur Seite gestellt werden können, um die Erhaltung einer möglichst langfristigen Abstinenz im Alltag mit ihren Kindern zu sichern. Der Focus liegt dabei auf den Ansprüchen der Mütter.

Eine Erläuterung der Funktionalität von Sucht für Frauen und Mütter insbesondere und eine Auflistung und Erörterung der anwendbaren Rechtsnormen sind Inhalt der Arbeit.

Sch lag Worte:

Abhängigkeit - Alleinerziehende Mütter - Sucht - Jugendhilfe - SGB

1 Einleitung - Mütter und Abhängigkeit als gesellschaftliche Herausforderung

״Psychoaktive Substanzen, also alkoholische Getränke, Haschisch und Marihuana, Opium, Cocablätter und Tabak sowie eine Unzahl weiterer Kräuter, Blätter, Blüten, Wurzeln, Mineralien, Flüssigkeiten und neuerdings künstlich hergestellter Produkte, in verschiedener Form, begleiten die Geschichte der Menschheit.[...] Der sakrale Gebrauch der Stoffe mischte sich ebenfalls von Anfang an mit weltlicheren Bedürfnissen, jenem nach Rausch, Raserei und Ekstase, aber auch denen nach Schmerzvermeidung, Ruhe, Rückzug. Und schon immer war der Schritt vom Gebrauch einer Droge zu ihrem Missbrauch recht klein. Geschichten über Menschen, die ״im Rausch“ alle Regeln brechen oder auch über sich selbst hinauswachsen, gehören zum festen Bestandteil des kulturellen Erbes“ (Vogt, 2004, S.9).

Die Berufstätigkeit der Verfasserin in verschiedenen Feldern der Suchthilfe führte zu der Wahrnehmung, dass es für süchtige Frauen mit Kindern ein scheinbares Defizit an Beratungs-, Therapie- und Nachsorgeangeboten gibt, die tatsächlich auf die Bedürfnisse und speziellen Unterschiede im Suchtverhalten von Frauen und Männern zugeschnitten sind. Diese Erfahrung deckt sich mit der Berufserfahrung von Kolleginnen und Kommilitonlnnen, die in der Suchthilfe arbeiten. Ganz besonders deutlich wird dies bei der Gruppe der Alleinerziehenden, die in gängiger Forschungsliteratur und im Theoriediskurs nach eigenen Recherchen unterdurchschnittlich vertreten ist.

Gerade diese Gruppe stellt aber einen zunehmend höher werdenden Anteil der Abhängigkeitskranken sowohl in der Langzeittherapie als auch im ambulantén Kontext der Beratung und Nachsorge, wie anhand der folgenden Kapitel nachgewiesen wird. Daher erscheint es notwendig, sich mit der speziellen Problematik der Abhängigkeitserkrankungen und damit verbunden der Erreichung und Erhaltung der Abstinenz von alleinerziehenden Müttern zu befassen, um nicht nur den Müttern, sondern auch den mit ihnen lebenden Kindern eine Hilfe zum gemeinsamen Leben zu schaffen. In dieser Arbeit geht es ausschließlich um stoffge- bundene Abhängigkeiten mit Herausnahme der Abhängigkeit von Tabak, die Erweiterung auf nichtstoffliche Verhaltenssüchte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

Seit den 90er Jahren hat sich auch in der Suchthilfe ein Angebot an Frauen, vor allem die sogenannten indikativen Gruppen, etabliert. Hier sollen spezielle Frauenthemen besprochen werden: vor allem Kinder und Erziehung betreffende Fragen und Sorgen, Gewalterlebnisse, besonders auch sexualisierte Gewalt, können in einem homogenen Rahmen geäußert werden. Das reicht sicher nicht aus, denn nur 'Frauensachen' sind nicht das hier Notwendige, sondern eine differenzierte geschlechtsspezifische Diskussion, die sich in fundierten Konzepten, Theorien und Methoden niederschlägt, (vgl. Irmgard Vogt, 1996, s. 32 ff.) Dabei sind die Eckpunkte die Wahrnehmung einer nach Geschlecht unterschiedlichen Lebenssituation, eine Einschätzung der Funktionalität des Verhaltens und ein daraus resultierendes Handlungskonzept.

Im Grundsatzpapier vom 05.10.2004 des DHS-Vorstandsbeschlusses (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) heißt es:

״[...] jede Einrichtung und Organisation in der Suchthilfe sowie Wissenschaft und Lehre in diesem Bereich für die Notwendigkeit einer geschlechtersensiblen Sichtweise zu sensibilisieren, welche die männerspezifischen und frauenspezifischen Lebensweisen und Arbeitsbedingungen thematisiert [...]. Sowohl strukturelle als auch konzeptionelle Bedingungen erschweren den Zugang von Frauen zur professionellen Suchthilfe [...]“ (DHS, Suchtfragen, 2004, ohne Seitenzahl).

Nach Einschätzung der Verfasserin ist die Konzentration auf frauenspezifische Probleme und in der Folge auch frauenspezifische Therapien und Nachsorgekonzepte kein Rückfall in überholte Formen der Geschlechtertrennung, sondern eine Möglichkeit, auf die besonderen Schwierigkeiten süchtiger Frauen in unserer Ge- Seilschaft zu reagieren und neue, dringend notwendige Lösungswege zu beschreiten. Dazu bedarf es des Zusammenspiels verschiedener Fachrichtungen, wie Medizin, Psychologie, Sozialarbeit, Jugendhilfe und Rechtswissenschaft. In dieser Arbeit geht es vorrangig um die Möglichkeiten einer angepassten Nachsorge unter Berücksichtigung weiblicher Lebenswelten. Die ersten Kapitel erläutern den Begriff

Sucht und Suchtverhalten und nehmen eine Einteilung der substanzbezogenen Stö­rungen nach der ICD-10 und eine Einteilung der Suchtstoffe vor. Die gängigsten Substanzen, besonders Amphetamin und Methamphetamin (Crystal Meth), welches von einer hohen Anzahl junger Mütter konsumiert wird, (vgl. Jahrbuch Sucht 2014, s. 151) werden in ihrer Wirkweise beschrieben. Die Zahlen der Deutschen Suchthilfestatistik sprechen von jährlich steigenden Fällen des Methamphetaminkonsums mit einem Nord-Süd-Gefälle (vgl. Jahrbuch Sucht 2015, 212 ff.). Es folgt eine Diskussion von Abhängigkeit aus Genderperspektive, die Betrachtung der Lebenswelten von abhängigen Frauen im Vergleich zu Männern, speziell der Frauen mit Kindem. Die Unterschiede in der Entwicklung und Funktionalität einer Suchterkrankung von Frauen und Männern werden dargelegt. Ein kurzer Abriss der gesellschaftlichen Stellung Alleinerziehender aus Sicht der Behörden, des Umfelds in der Arbeitswelt, der Nachbarschaft und in der Familie rundet den ersten Teil ab.

Der zweite Teil der Arbeit beleuchtet die Leistungen, die nach dem Sozialgesetzbuch möglich sind. Die Ansprüche auf medizinische Leistungen, Eingliederungshilfen und Hilfen zur Erziehung sowie die Leistungen der Sozialhilfe zur Existenzsicherung und deren Verschränkung in den einzelnen Sozialgesetzbüchern sind hier die Hauptfragestellung. Der Fokus liegt dabei weniger auf den Angeboten für die Kinder, sondern auf den Möglichkeiten, die unter Auslegung der SGB's, vorrangig SGB II, SGB V, SGB VIII und SGB XII den Müttern einen Alltag sowohl mit ihren Kindern erleichtern bzw. ermöglichen könnten als auch auf ihre Bedürfnisse Zugeschnitten werden können. Dafür wurden die Lebenswelten alleinerziehender Frauen erkundet und in einer Fallstudie mit drei abhängigen Müttern beschrieben. Letztlich ist eine Skizze der Nachsorge in der Sozialen Arbeit erläutert, wie sie für alleinerziehende Mütter aussehen könnte - unter Berücksichtigung der Anforderungen als Erwerbsperson, Mutter und Frau in der Gesellschaft mit dem Ziel einer möglichst dauerhaften Stabilisierung der Abstinenz und damit einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Die mögliche Nachsorge aus Sicht der Sozialen Arbeit wurde anhand der drei Fälle beispielhaft dargestellt. Da der Begriff Sucht 1964 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt und seitdem adäquat verwandt wird, werden auch in dieser Arbeit beide Begriffe sinngleich benutzt.

1.1 Abhängigkeit und süchtiges Verhalten

Sucht war und ist traditionell verknüpft mit männlichen Verhaltensmustern. Männer treten im Konsum von Suchtmitteln, ob nun Alkohol oder Drogen, unangepasster und öffentlicher auf als Frauen.

״Substanzkonsum bei jungen Männern hat viel zu tun mit der Herstellung von Überlegenheit über andere Männer in einem hierarchischen System von unterschiedlichen Männlichkeiten (Stöver, 2008, S.34).

Aber auch Frauen waren seit jeher von Sucht in verschiedener Form betroffen. Doch wurde dies lange als Charakterfehler betrachtet, da Frauen in ihren Rollen im Haus und in der Familie als 'geschützt' galten. Frauen, die Alkohol tranken oder Sucht­Stoffe konsumierten, wurden schnell als asozial abgestempelt (vgl. Stahr et al, 1995, S.14). Die Veränderungen der Sozialisation von Frauen im letzten Jahrhundert, spe- zieli seit den 70er Jahren, im ehemaligen Bundesgebiet z. B. durch den Wegfall von Gesetzen, die Frauen nicht mehr abhängig von den Genehmigungen ihrer Ehemänner in Fragen der Berufswahl und -ausübung und der Verwaltung eigener Finanzen hielt, führte zu einer Veränderung traditioneller Rollen und damit auch zu Rollenun­Sicherheiten (vgl. Bertram, 2009, s. 50). Frauenleben durchlaufen nicht mehr nur die Stadien der Heirat, Geburt der Kinder, Tod des Ehemannes und eigener Tod, sondern sind durch die längere Lebensdauer und die Möglichkeit der Wahl der Anzahl der Kinder und damit deren Betreuungszeiten einer neuen Situation ausgesetzt (vgl. Bertram, 2009, s. 53).

״Damit werden Selbstbestimmung und eine eigenständige Lebensplanung und ein eigenständiger Lebensentwurf auf einmal zu einer zentralen Voraussetzung dafür, das eigene Leben auch für sich selbst subjektiv glücklich zu gestalten, weil die in historischen Zeiten biologisch vorgegebene Rhythmen des Lebenslaufs heute nicht mehr existieren“ (Bertram, 2009, s. 53).

Aber Selbstbestimmung und Eigenverantwortung müssen erst erlernt werden.

Im Zuge neuer Möglichkeiten, Erfahrungen zu machen, werden verstärkt Frauen und Mädchen substanzabhängig, wobei sie überdurchschnittlich oft angeben, durch

Freunde und andere Männer zum Konsum gekommen zu sein, sei es durch Verführung oder durch Anpassung an konsumierende Partner, wohingegen junge Männer sich den konsumierenden Freundeskreis eher bewusst suchen und Drogen nicht zur Verdrängung, sondern zur Stärkung und Aufwertung funktionalisieren (vgl. Dollinger, 2007, S.61).

Auch zu beachten ist, dass die heutigen illegalen Drogen eng verbunden sind mit Psychopharmaka - was heute im Suchtmittelindex des Betäubungsmittelgesetz (BtMG) erfasst ist, fand und findet zum Teil heute noch Gebrauch als Medikament. Gerade beim schädlichen Konsum von Medikamenten und daraus resultierender Abhängigkeit finden sich mehr weibliche Betroffene. Eisenbach-Stangl schreibt dazu:

״Doch wenn auch viele psychoaktive Wirkstoffe, die sich in medizinischen Kreisläufen finden, dieselben sind wie jene im illegalen System erhältlichen, so variiert doch das Geschlecht der jeweiligen Drogennutzerinnen: Je medizinischer der Kontext, in dem die Substanzen konsumiert werden, umso mehr Frauen finden sich, je illegaler er ist, desto mehr überwiegen die Männer. Der Kontext also bestimmt das Geschlecht und nicht die Substanzen“ (Eisenbach- Stangi et al, 2005, S22).

Neben dem Kontext sind noch weitere Faktoren zu berücksichtigen, zum einen der Einstieg über Partner und damit verschränkte Co-Abhängigkeit und zum anderen die Funktion von Drogen für Frauen, für Mütter insbesondere.

Die Literatur zu diesem Thema ist zwar bereits umfangreich, so gibt es verschiedene Ansätze in der Fachliteratur zu Schwangeren, suchtbelasteten Kindern und Jugendliehen - Maßnahmen zur Sicherung des Kindeswohls in Suchtfamilien, jedoch wenig speziell zu alleinerziehenden Suchterkrankten, vorrangig Müttern und Formen der Hilfe zur Abstinenzsicherung. Nach den recherchierten Forschungen und der Fachliteratur zu diesem Gebiet ließ sich zu dieser speziellen Problematik wenig finden. Das Spektrum der alleinerziehenden suchtkranken Frauen scheint von der Forschung bisher wenig beachtet worden oder schien nicht von forschungsrelevanter Bedeutung. Zwei Anfragen an die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen und an die Webseite des Forums für Qualitative Sozialforschung bestätigten diese Vermutung.

Dort wurden als einzige mögliche Verweise Konzepte von Einrichtungen der Suchthilfe benannt, die drogenabhängige Eltern gemeinsam mit ihren Kindern aufnehmen. In jeder Konzeption und Vorstellung dieser Einrichtungen wurde unter anderem auf die schwierige Lage der Zuständigkeiten der Leistungsträger verwiesen, was die Behandlung der Mütter zum einen und die Versorgung der Kinder zum anderen betraf.

״Das bestehende Rechtssystem weist Lücken auf. Die Rechtsbereiche des Sozialgesetzbuches (SGB)V, des SGB VIIl/KJHG sowie des Elternrechts im BGB regeln nur die Behandlung jeweils einer Klientengruppe, also der Erwachsenen oder der Kinder. Ein gemeinsamer stationärer Therapieprozess von Familiensystemen ist im Gesetz nicht vorgesehen: So ist es nicht möglich, im Rahmen von Prävention mit Familiensystemen z. B. stationäre Therapien durchzuführen, um die Manifestierung schwerer Krankheitsbilder zu verhindern, weil das bestehende Rechtssystem diese nicht zulässt: Es ist ausschließlich individualzentriert. Darüber hinaus sind diese verschiedenen Rechtsbereiche untereinander nur beschränkt kompatibel. Die wirklichen Ko­Operationsprobleme zwischen Drogenhilfe und Jugendhilfe werden vor allem durch eine Inkompatibilität der bestehenden Gesetze erklärt‘ (Stachowske in Familiengeheimnisse 2003, keine Seitenzahl).

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen verwies in der Antwort auf mögliche Pub- !¡kationén auf die Einrichtung Tannenhof Berlin, welche Arbeitgeber der Verfasserin ist. Der Tannenhof Berlin betreut die Gruppe der abhängigen Eltern mit Kindern bereits lange, besitzt aber neben hohem Erfahrungswissen auch keine relevanten Studienergebnisse. Mit Genehmigung des Tannenhofs Berlin wird dieser in der Arbeit an entsprechenden Stellen genannt und unterstützte diese Arbeit auch durch die Genehmigung zu den Interviews mit betroffenen Frauen für die Fallstudie und Hilfe in fachlichen Fragen.

Umso notwendiger erscheint es, dieses Thema aufzugreifen, da der Anteil an Frauen, die eine Suchterkrankung entwickeln und dies in sehr frühem Alter, stetig wächst, wie die Zahlen der Suchtstatistiken belegen. In den meisten uns bekannten Fällen war die Sucht bereits ausgeprägt, bevor die Frauen Kinder bekamen, wie auch die Zahlen aus der Statistik der Einstiegsalter belegen (Jahrbuch Sucht 2014, s. 32ff). Gundula Barsch, Sozialwissenschaftlerin, verweist auf die Datenlage in Deutschland, nach der für den Konsum vom Methamphetamin mit einem Durchschnittswert von 1,7 % bei der 12-Monatsprävalenz der jungen Erwachsenen von 15-34 Jahren aus dem Jahr 2005 Deutschland noch zu den Ländern mit einer mittleren Verbreitung gehörte (vgl. Barsch, 2014, s. 3). Im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung von Juni 2016 hat sich dies dahingehend geändert, dass die Zahlen der 12-Monatsprävalenz inzwischen bei etwa 2,4% liegen, regional sehr unterschiedlich mit der höchsten Verbreitung in Sachsen, Thüringen und Bayern. Auch wird hier explizit erwähnt, dass in allen Projekten und Forschungen zum Konsum von Crystal Meth die Beteiligten eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Konsumentlnnen mit Kindern wahrnehmen (vgl. Drogenbericht, 2016, s. 66f).

1.2 Erklärungsmodelle von Abhängigkeit

Stofflich gebundene Abhängigkeit und süchtiges Verhalten entstehen infolge des Konsums psychoaktiver Substanzen. Angefangen mit Probierkonsum über Gewöhnung und Missbrauch kann sich das bis zur Sucht fortsetzen. Gerade bei Jugendli­Chen sind spezielle oder diffuse Unzufriedenheit mit Situationen, Langeweile, Stress und die Unfähigkeit, mit Konflikten umzugehen, Auslöser von Konsumhandlungen. Überforderung und Frust lassen zu Suchtmitteln greifen, zur Entspannung oder zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Alle Betroffenen wollen erreichen, dass sie sich wohlfühlen, es ihnen gut geht (vgl. Wagner, 2002, s. 12).

Es kann als gesichert gelten, dass heute bei der Erklärung von Sucht ein multifaktorieller Ansatz verfolgt wird. Dabei sind die psychoaktiven Substanzen selbst, die Identität als Mann oder Frau und die Gesellschaft die drei Dimensionen, an denen eine Abhängigkeitsentwicklung hergeleitet wird. Ein einheitliches Erklärungsmodell für diese Faktoren existiert jedoch nicht, dafür jedoch verschiedene Modelle zu einzelnen Dimensionen. Ansätze zur Erklärung finden sich als neurobiologischer An­Satz, Ansatz zur genetischen Disposition und Belastung durch Herkunftsfamilie, sozialwissenschaftlicher Ansatz, individualpsychologischer Ansatz und verhaltenstheoretischer Ansatz (vgl. Steinbach-Stangl et al, 2005, s. 53). Im Folgenden sollen einige Theorien kurz Umrissen werden.

1.3 Sozialwissenschaftlicher Ansatz

Nach den aktuellen Forschungen der Soziologie gibt es nach wie vor große Unterschiede in den Sozialisations- und Lebensbedingungen von Frauen und Männern. Die stationären Einrichtungen der Suchthilfe zeichnen ein Spiegelbild der Lebens­Situationen, die für Frauen zu extremen Belastungen führen können, denn dort finden sich:

״[...] Frauen mit Essstörungen, Frauen, die Gewalt erleben mussten, Frauen, die sich prostituiert haben, Alleinerziehende Mütter, Frauen in Pflege alter und /oder kranker Angehöriger, Frauen ohne Berufsausbildung und arbeitslose Frauen, Frauen mit Minijobs“ (Stolzenburg, 2010, s. 14).

Dies sind typisch weibliche Lebenssituationen, die, verbunden mit einem Mangel an Bewältigungsstrategien, zu selbstschädigendem Verhalten, insbesondere auch zu Suchtmittelkonsum zum Erhalt der Leistungsfähigkeit oder zur Entspannung führen können. Gründe wie 'Ruhe finden, schlafen können und unangenehme Gefühle be- tauben' finden sich dabei ebenso wie die Überschreitung der Grenzen persönlicher Belastbarkeit in physischer und in psychischer Hinsicht (vgl. ebenda s. 14).

In unserer Gesellschaft wird Weiblichkeit wesentlich mehr als Männlichkeit durch das Aussehen definiert. Körper ist bei Frauen ein zentraler Identitätsfaktor. Chancen, sowohl gesellschaftlich als auch sozial, hängen oft mit Attraktivität zusammen. Medien propagieren körperliche Idealbilder, denen nicht mal 10 % der weiblichen Bevölkerung entsprechen und die sich trotzdem hartnäckig halten (vgl. Zenker, 2009, s.21ff). Hier können sich die ersten Bezüge zu Bulimie oder Anorexie zeigen. Wie Haller betont, treten diese Süchte häufig in Verbindung oder wechselweise mit Alkohol-, Medikamenten-, oder Drogensucht auf. ״Zirka ein Drittel aller stationär behandelten Frauen leidet zusätzlich zur Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit an einer Essstöruncf‘ (Haller in Stahr et al, 1995, s. 66).

Gerade Medikamente und Kokain, in den letzten Jahren vermehrt Speed, ein Amphetamin, und das Methamphetamin Chrystal Meth werden gezielt als Appetithem- mer eingesetzt (vgl. Zenker, 2009, S.23). Im Rahmen dieser Arbeit spielen Ess­Süchte keine Rolle, sollen aber wegen des möglichen Bezugs zum Konsum illegaler Drogen erwähnt werden.

Eine weitere, eher frauenspezifische Besonderheit ist die Prostitution, häufig im Kontext der Suchtmittelbeschaffung. Hier gilt dies vor allem für illegale Drogen, Z.B. bei den Alkoholikerinnen ist Beschaffungsprostitution kaum bekannt, was damit zusammenhängt, dass Alkohol legal erhältlich ist. Statt des mit dem Drogenkonsum manchmal einhergehenden Protests gegen alte Rollenmuster fallen Frauen in der illegalen Drogenszene in genau die Falle, der sie einst zu entkommen versuchten. Nicht selten ist der Freund der spätere Zuhälter und die Frau besorgt durch die Prostitution die Drogen für beide (vgl. Stolzenburg, 2010, s. 16).

Dazu kommt die während der Prostitutionszeit erlebte, oft massive Gewalterfahrung. An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu möglichen alten Erfahrungen, die mit zum Entstehen der Sucht beigetragen haben, wie z. B. Missbrauch oder Misshandlung. Durch den Konsum von Suchtmitteln kann der Sex mit Männern affektisoliert zugelassen werden. Die Frauen erleben die zum Teil bereits in der Kindheit erlittene sexuelle Gewalt oder Misshandlung erneut. Während Frauen bei Drogenabhängigkeit häufig Opfer von Gewalt werden, sind drogenabhängige Männer oft diejenigen, die sie ausüben (vgl. Ebenda. 2010, S.17).

Wie auch bei nicht süchtigen Frauen sind die Mehrfachbelastungen und überbelastungen bei Frauen mit Kindern besonders ausgeprägt. Etwa die Hälfte der abhängigen Frauen sind nach Schätzungen der DHS Mütter, etwa die Hälfte der Mütter lebt mit ihren Kindern gemeinsam. Das liegt Z.T. auch daran, dass bei Trennungen die Kinder in der Regel bei der Mutter verbleiben. Aktuelle epidemiologische Untersuchungen belegen, dass in der 30-Tage Prävalenz 1,5 % der 25-29jährigen Me- thamphetamin konsumiert haben (vgl. Barsch in Archiv, 2016, s. 60).

In dieser Altersgruppe der 25-29jährigen haben 69 % der Frauen ein Kind und 29 % ein zweites (vgl. Barsch, 2016, S.60). Der massive Druck und die Angst der Frauen, ihre Kinder zu verlieren, korreliert mit Vernachlässigung und Abwertung durch die Gesellschaft, die deutlich stärker ist als bei Männern (vgl. Stahr, 1995, s. 15). Berufsausbildung und Arbeit kann häufig wegen der notwendigen Kinderbe- treuung nicht ausgeführt werden und die Kinder entwickeln Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen, die wiederum die Mütter an ihre Grenzen bringen (vgl. Zenker, 2009, S.27).

1.4 Neurowissenschaftlicher Ansatz

Psychotrope Substanzen greifen in die Abläufe im Gehirn ein, über neurochemische Prozesse verändern sie psychische Zustände und dabei werden die normalen Kontrollfunktionen umgangen oder außer Kraft gesetzt.

״Drogen greifen an der Ausschüttung der Überträgerstoffe, an ihrem Abbau und durch Bindung an den Rezeptoren an und beeinflussen so die Informationsübertragung an diesen Schaltstellen des Gehirns - sie beschleunigen oder verlangsamen diese Prozesse, was als Stimulation oder Beruhigung erlebt wird“{Tretter, 1998, s. 163).

Die Erkenntnisse der Neurobiologie und der experimentellen Psychologie beziehen sich auf die Änderung von Denken, Fühlen und Motivation, die zu Sucht führen. Das Modell von Volkow

״[...] benennt vier zentrale neuronale Netzwerke, die alle durch Substanzen beeinflusst werden, als zentral für Missbrauch und Abhängigkeit. Dies sind die jeweils bestimmten Hirnregionen zuzuordnenden Kreisläufe der Belohnung (״Was bekomme ich?“), von Motivation und Antrieb (״Was will, was brauche ich?“), von Gedächtnis und Lernen (die gelernten Assoziationen - ״Was weiß ich?“) und der Kontrolle (Entscheidungen über Handlung)“ (Dollinger et al, 2007, S.67).

Der Unterschied zwischen süchtigem und nicht süchtigem Gehirn liegt nach diesem Modell im Kontrollverlust, es kann keine Entscheidung mehr getroffen werden, nicht zu konsumieren - das Belohnungssystem wird vorrangig über die Aktivierung des Botenstoffs Dopamin geregelt, verbunden mit Motivations- und Gedächtniskreislauf, der Kontrollkreislauf wird umgangen und der Konsum fortgesetzt (vgl. ebenda., 2007, S.66).

Wie auch in anderen Modellen wird hier von der zu erwartenden ״Belohnung“ ausgegangen - den mit dem Konsum verbundenen positiven Gefühlen. Wenn die mit

Drogeneinnahme verbundenen Kreisläufe eine längere und stärkere ״Belohnung“ herbeiführen als Vorgänge ohne Drogeneinnahme, kommt es zur Abhängigkeit, dann werden die Kontrollvorgänge, die als Vorgänge im präfrontalen Cortex ablaufen, ausgeschaltet (vgl. ebenda, 2007, s. 67).

Im Rahmen der Entwöhnungstherapie wird unter anderem genau darauf eingegangen, indem die Klientinnen wieder erfahren, ohne stoffliche Stimuli Freude und Lust zu empfinden. Nach langer Drogeneinnahme funktioniert das nicht wie bei nicht abhängigen Menschen, sondern muss erst wieder erlernt werden.

Diese Erkenntnisse Stehen jedoch nicht unabhängig voneinander; die Modelle zur Erklärung von Sucht verknüpfen die verschiedenen Ansätze miteinander. Auch gibt es nicht ״die Sucht“ und ״die Süchtige“ - jede einzelne Suchterkrankung hat ihre eigenen speziellen Faktoren, die unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Theorien individuell gewertet werden müssen. Beim Konsum von Drogen kommt es beim Absetzen der Substanz unter Umständen zu Entzugserscheinungen, bekannt z. B. bei Alkoholikern und Opiatabhängigen. Starke Entzugssymptome sind auch bei Crystal Meth bekannt, hier dauert auch die Erholungsphase nach dem Konsum sehr lange an und verläuft in verschiedenen Phasen. Darauf wird bei der Erläuterung der Substanzen gesondert eingegangen. Auch körperliche Folgeschäden können auftreten.

1.5 Verhaltenspsychologischer Ansatz

Beim Verhaltenspsychologischen Modell geht es um die Lern- und Konditionierungsprozesse im Gehirn. Diese sorgen auch für eine lange Aufrechterhaltung des Suchtgedächtnisses.

״Letzteres [das Suchtgedächtnis, Anm. d. Verf.] zeigt dafür verantwortlich, dass selbst nach abgeschlossenem körperlichen Entzug und längerfristiger Entwöhnung mit sicher geglaubter Abstinenz die 'längst vergessen ' geglaubte Verhaltensweise in bestimmten Schlüsselsituationen erneut reaktiviert wird und damit einen Rückfall auslösen kann“ (Boning in FV Sucht, 2002, S.275). Auch das Thema der Bindungsqualitäten spielt hier eine große Rolle, nicht zuletzt, weil gerade die Frauen in ihrer Rolle als Mütter hier Erfahrungen weitergeben, die sie selbst erfahren haben, bzw. Bindung nicht herstellen können, da sie selbst diese nicht erlebt haben. Sichere Bindung spielt aber für die Herausbildung einer Resilienz eine entscheidende Rolle, wie z. B. Bowlby in seiner Bindungstheorie erklärt. Resi- lienz bedeutet für Bowlby keineswegs Unverwundbarkeit, sondern

״[...] die Fähigkeit oder Unfähigkeit, anderen gegenüber Gedanken und Gefühle auszudrücken und deren Trost und Unterstützung zu suchen, welche sich als entscheidende Variable erweist. Diejenigen, die in ihrer Kindheit unter schwierigen Umständen mit einer verständnisvollen Antwort rechnen konnten, werden auch in gegenwärtigen Krisen auf etwas ähnliches hoffen, während diejenigen, die in ihrer Kindheit Zurückweisung und Verachtung erfuhren, auch im Erwachsenenalter etwas ähnliches erwarten werden, wenn sie in Belastungssituationen geraten “ (Bowlby, zit. nach Göppel, 1997, S.157).

Daraus lässt sich auf den Stellenwert schließen, den für die Kinder aus suchtbelasteten Familien liebevolle und verlässliche Bezugspersonen haben, welche sich auch außerhalb der Familie finden können, wie vertraute Lehrer, Nachbarn, andere Verwandte.

2 ICD-10 - Einteilung der Störungen durch psychotrope Substanzen

״ Unter psychotropen Substanzen versteht man alle Stoffe und Mittel, die aufgrund ihrer chemischen Natur Strukturen oder Funktionen im lebenden Organismus verändern, wobei sich diese Veränderungen insbesondere in den Sinnesempfindungen, in der Stimmungslage, im Bewusstsein oder in anderen psychischen Bereichen oder im Verhalten bemerkbar machen“ (Fasselt, Schellhorn, 2012, s. 496).

In Anlehnung an Ruthard Stachowske sind in allen Ausführungen zur Suchtbiologie und der Suchtentwicklung polytoxe - also mehr als eine Substanz konsumierende - Konsummuster angenommen, da dies die verbreitetste Konsumform ist, monovalente Formen sind eher selten, was z. B. durch den hohen Beikonsum von der Substitution nachgewiesen ist (vgl. Stachowske in Familiengeheimnisse, 2003, ohne Seitenzahl).

Nach der ICD-10, dem Standardwerk der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, zählt die substanzgebundene Abhängigkeitserkrankung zu den psychischen Störungen und wird folgendermaßen unterteilt:

״F1 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen F10 psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol F11 psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide F12 psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide F13 psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypno- tika

F14 psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain

F15 psychische und Verhaltensstörungen durch andere Stimulanzien, einschließlich Koffein

F16 psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene F17 psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak F18 psychische und Verhaltensstörungen durch flüchtige Lösungsmittel F19 psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum anderer psychotroper Substanzen (1CD-10, 2011, s. 46).

Bekannte Suchtstoffe sind Opiate (z. B. Heroin, als Substitute Z. B. Methadon, Po- lamidon), Cannabis (Haschisch und Marihuana), Kokain, Amphetamine (MDMA, Ecstasy) und Methamphetamin, ein sogenanntes Weckamin (Crystal, Ice). Dazu kommen noch Halluzinogene wie LSD oder Pilze und Gamma-Hydroxybuttersäure, (GHB), das z. B. in Reinigungsmitteln wie Graffitientferner zu finden ist, es ist bekannt unter Straßennamen wie z. B. KO-Tropfen. Medikamente und Hypnotika gehören ebenfalls dazu. Diese Aufzählung ist nicht abschließend, es gibt immer wieder neue Substanzen, gerade chemische Drogen werden ständig in ihrer Zusammen­Setzung abgewandelt und vermarktet. Einige der am häufigsten verwendeten Sucht­Stoffe werden im Folgenden näher erläutert, um die Wirkweise und die Verwendung nachzuvollziehen. Die Droge Methamphetamin wird ausführlich beschrieben und eine aktuelle Studie von Gundula Barsch dazu herangezogen. Auf Alkohol als Wirk­Stoff wird nicht näher eingegangen, da die Kenntnis der Wirkweise von Alkohol auf den Körper als bekannt angesehen wird. Es ist aber hervorzuheben, dass Alkohol bei fast allen Abhängigkeitserkrankungen im Beikonsum eine Rolle spielt. Das liegt unter anderem daran, dass Alkohol als legales Rauschmittel stets verfügbar ist und nicht unter illegalen Bedingungen beschafft werden muss.

2.1 Opiate

Opiate, wie z. B. Heroin, haben alle den gleichen Wirkmechanismus: sie docken an den sogenannten Opiatrezeptoren an, ähnlich des Schlüssel-Schloss-Prinzips. Je nachdem, welcher Rezeptor getroffen wurde, verändert sich die Wirkung von euphorisch bis zu gereizt und/oder analgesisch - keine Schmerzen empfindend. Der menschliche Körper produziert auch selbst Opiate, die Endorphine und Enkepha- line. Bei längerem Gebrauch von Opiaten tritt eine Gewöhnung ein und beim Absetzen kommt es nach ca. 6-8 Stunden nach dem letzten Konsum von Heroin bzw. ca. 36 Stunden nach Absetzen eines Ersatzstoffes wie Methadon zu Entzugserscheinungen: Verlangen nach Opiat, Schnupfen oder Niesen, Tränenfluss, Muskelschmerzen bis Krämpfe, krampfartige Bauchschmerzen und Übelkeit und Erbre­Chen. Dazu kommen schneller Herzschlag, erhöhter Blutdruck und unruhiger Schlaf. Aber selbst die Liste der Entzugserscheinungen lässt einen Süchtigen nicht davon absehen, diese Droge zu konsumieren (vgl. sag-nein-zu-drogen, 2009, s.5ff).

2.2 Ecstasy

Seinem Ursprung nach war Ecstasy die Bezeichnung für MDMA- Methylendioxy- Methamphetamin- inzwischen werden unter diesem Namen eine Reihe von Substanzen mit ähnlicher Wirkung zusammengefasst.

MDMA wirkt sowohl stimulierend als auch leicht halluzinogen, also sinnestäuschend und bewusstseinsverändernd. Das führt zu einer subjektiv erlebten Entspannung, erleichtert die Kontaktaufnahme und erzeugt ein Nähe-Gefühl, gleichzeitige Ent­Spannung wie Gefühlsintensivierung. Ecstasy wird unter Jugendlichen als ״hab Dich lieb“-Droge bezeichnet und der Konsum eher nicht mit Unrecht in Verbindung gebracht. Die meisten Konsumenten entstammen der Techno-Szene, stundenlanges Durchtanzen und gesteigerte Empathie und Kontaktfähigkeit sind hier genau das Gewünschte. Das Einstiegsalter liegt bei Mädchen bei ca. 12-13 Jahren, bei Jungen etwa zwei Jahre später. Hier ist das Verhältnis genau umgekehrt, sonst sind die männliche Konsumenten immer mit einem früheren Einstiegsalter verzeichnet (vgl. Legnaro, 2004, s. 29f). Ecstasy verzeichnet eine ganze Reihe von Wirkungen, herauszuheben ist aber die beschriebene ״[...] Rückkehr in die frühkindliche 'Einheit der Sinne', die ein 'Mega' Glücksgefühl erzeugt; [...]“ (Legnaro, 2004, s. 30). Hier heißt es auch:

״Der Anteil von Frauen unter den Ecstasykonsumenten ist mit ca. 50% vergleichsweise hoch; in der Altersgruppe bis zu 18 Jahren überwiegen sogar deutlich die Mädchen bzw. Frauen. Die besondere Attraktivität von Ecstasy für das weibliche Geschlecht ist am ehesten auf den unauffälligen und angepassten Charakter (״Medikamententouch“) sowie auf die appetitzügelnden und gewichtsmindernden Wirkungen dieser Substanz zurückzuführen. Ein weiterer Aspekt besteht darin, dass es Mädchen und Frauen im Rahmen von Techno­Veranstaltungen eher möglich zu sein scheint, sich ungezwungen und frei von Anmache zu bewegen“ (Legnaro, 2004, s. 29).

2.3 Cannabinoide

Cannabisprodukte sind seit Jahrzehnten im Umlauf, allerdings hat sich sowohl die Wirkung durch veränderte Züchtungen gewandelt als auch die Gründe des Konsums. Während ״Kiffen“ in den Sechzigern eher als spiritueller Zugang zum Selbst propagiert wurde, als Ausdruck von Abkehr zur aktuellen gesellschaftlichen Akzeptanz, sozialer und politischer Protest, ist es heute ein unter Jugendlichen und Erwachsenen beliebtes Rauschmittel.

Cannabis ist hinsichtlich der Wirkung auf die gesellschaftlich gewünschte Leistungserbringung absolut dysfunktional, wirkt es doch eher lähmend und ist nach längerem Konsum für Antriebslosigkeit und Depressionen mitverantwortlich. Cannabis führt zu Gewöhnung und Abhängigkeit und kann die psychosoziale Entwicklung beeinträchtigen. Und trotzdem: ״Ein Joint hat heute mehr oder weniger den Status einer Zigarette, [...]“ (Legnaro, 2004, s. 33). Hier schreibt er auch zur Wirkung hinsichtlich der gewünschten Leistungserbringung: ״DerZustand des Bekifftseins erzeuge Distanz zum geltenden Wertesystem und fördere die bewusste Abkehr vom gesellschaftlichen mainstream“ (Legnaro, 2004, s. 34).

Cannabisprodukte sind gesellschaftlich weit verbreitet, akzeptiert und auch von älteren erwachsenen Konsumenten konsumiert, es gehört zum Teil zur Feierabendkultur wie das Glas Wein am Abend. Die langjährige politische Diskussion um die Legalisierung von Cannabis kann als Indiz dafür gewertet werden.

2.4 Crystal Meth

Die oben erwähnten Zahlen zum Konsum von Crystal Meth unter der Gruppe der 25-29-jährigen beinhaltet eine hohe Zahl betroffener Kinder, deren Eltern konsumieren.

Gundula Barsch hat die Wirkung von Crystal Meth unter dem Gesichtspunkt der Wahrung des Kindeswohls untersucht und eine Studie zur Vereinbarkeit von Konsum und Elternschaft herausgegeben. Darin beschreibt sie unter anderem die besonderen Wirkungen und den sehr langen Prozess der Erholung vom Konsum nach Einnahme von Crystal Meth unter der Prämisse, wie die elterliche Verantwortung in dieser Zeit noch wahrgenommen werden kann. Barsch meint hier, dass besonders die ersten 24 Stunden, die häufig einhergehen mit Zuständen von Angst, Depreş- Sion und einem überwältigenden Schlafbedürfnis die Mütter stark überfordern. Dass gerade dann Kinder von ihren Eltern als störend empfunden werden und damit Gefahren unterliegen, ist nachvollziehbar. Diese Phase kann bis zu sieben Tage andauern und wird dann durch eine längere Phase der Erholung, den sogenannten Crystal-Kater, abgelöst. Dabei halten die Symptome in abgeflachter Form weiter an, das Schlafbedürfnis bleibt hoch, der Schlaf ist mit unangenehmen Traumphasen unterlegt und der Suchtdruck hoch. Eine wesentliche Besonderheit des Me- thamphetaminkonsums besteht darin, dass auf die Akutphase von bis zu zehn Stunden eine sehr lange Abklingphase von bis zu drei Wochen folgt, die von den Konsumenten als leidvoll erlebt wird und den Anforderungen einer Elternschaft nicht adäquat nachgekommen werden kann (vgl. Barsch et al, 2016, s. 62)

In der Drogenszene lässt sich seit etwa ein bis zwei Jahrzehnten eine Veränderung ausmachen - eine sogenannte Drogenwende - weg von den betäubenden Drogen hin zu den antriebssteigernden und stimmungshebenden psychoaktiven Substanzen. Dies scheint kein kurzfristiger Trend zu sein, sondern Abbild gesellschaftlicher Veränderungen mit Folgen für Identitäts- und Strukturbildung jedes Einzelnen (vgl. Gerhard in Legnaro, 2004, s. 21). So wird das Konsumieren von stimmungshebenden Drogen wie Amphetaminen auch als Selbstdoping betrieben, um mit derartiger Manipulation der Stimmung flexibel auf die Aufgaben der Lebensbewältigung reagieren zu können. Dazu passt der verbreitete Gebrauch mehrerer Substanzen, sogenannte polyvalente Konsummuster. Angebot, Anlass und aktuelle Präferenzen bestimmen die Wahl. Da auch illegale Drogen ubiquitär verfügbar sind, wird deren Gebrauch gerade von jugendlichen Konsumenten oft nicht mit Unrechtsbewusstsein verbunden (vgl. ebenda 2004, s. 23).

Auch sind die Szenen nicht mehr so strikt getrennt wie vor einigen Jahren noch. Drogenkonsum ist Lifestyle, Gefahrenwahrnehmung wird ausgeblendet:

״Den neuen Szenen von Drogengebrauchern eignet nicht mehr das subkultu- relie Selbstverständnis von Außenseitern. Es handelt sich vielmehr um jugendkulturelle Teilgruppen, die allenfalls einen partiellen und temporären Ausstieg - mit ״gesichertem Rückfahrtschein“ (Negt) und kalkulierbarem Risiko - aus den Zusammenhängen der Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft praktizieren“ (Legnaro, 2004, s. 23).

Drogengebrauch wird also auch genutzt oder betrieben um zu funktionieren, nicht mehr nur als Rebellion, sondern um Leistung zu steigern.

״Der Umgang mit gesellschaftlich geächteten Drogen kann etwas gesellschaftlieh Funktionales bewirken, indem er zumindest vorübergehend zu einem gesellschaftlich gewünschten Verhalten führt. Der Gebrauch unerlaubter Substanzen kann also gegensätzliche gesellschaftliche Funktionen übernehmen: Ein und der gleiche Stoff kann sozialen Protest symbolisieren, aber auch als Schmiermittel für die soziale Anpassung und Funktionstüchtigkeit des Einzelnen dienen“ (ebenda., 2004, s. 23).

Barsch beschreibt hier, dass ein Konsum von Amphetamin und Methamphetamin in Deutschland nicht neu sei, es gibt Hinweise auf episodenhaften Konsum bereits während der 90er Jahre. Durch eine Beschränkung auf kurze Konsumepisoden traten bis dahin keine ernsten sozialen Probleme auf, da die Hilfesysteme nicht nennenswert damit umgehen mussten. Erst in den letzten Jahren hat sich die Situation geändert, weg vom bis dahin dominierenden Konsum von Amphetamin - Speed -, hin zu Konsum von Methamphetamin - Crystal Meth-, durch die Verbreitung hat sich auch das Konsummuster verändert vom ״Feierkonsum“ zum Konsum im Alltag (vgl. Barsch, 2016, s. 2)

Auch verweist sie hier darauf, dass die Hilfesysteme bisher kaum Einblicke in den Lebensalltag von Crystalkonsumentlnnen haben und

״[...] Anders als bisher tritt mit Crystal erstmals ein Weckamin auf die historisehe Bühne und trifft auf ein Hilfesystem, das bis dato auf z. T. sehr stark betäubend wirkende Substanzen (Alkohol, Heroin) und deren Konsumenten ausgerichtet ist“ (Barsch, 2016, s. 39).

Auch hebt sie hervor, dass es neue Fragestellungen gibt, im Zusammenhang und ״[...] in Bezug auf das Wohl von Kinder crystalkonsumierender Eltern, die sich ganz offensichtlich immer wieder in Situationen manövrieren, in denen sie ihre Verantwortung für ihre Kinder nicht wahrnehmen, [...]“ (Barsch, 2106, S.3). Durch die Verwendung günstiger Rohstoffe zur Herstellung von Crystal Meth, das eine Dosis für bereits ca. 10 Euro erhältlich macht, deren Wirkung bis zu 48 Stunden andauern kann, entwickelte sich die Verfügbarkeit und Verbreitung seit 2007 rasant. ״Daraus leiten sich vielfach verheerende Folgen für die physische, psychische und soziale Gesundheit sowohl der Konsumenten selbst, als auch der Mensehen des näheren sozialen Umfeldes ab. Diese können das oft verstorende Sozialverhalten der Crystal-Konsumenten nicht deuten, leiden unter Stress, Unzuverlässigkeit und emotionalen Zurückweisungen und sehen sich hilflos diesen zerstörerischen Entwicklungen ausgeliefert“ (Barsch, 2016, S.4).

3 Abstinenzerhalt - die Zeit nach der Therapie

Untersucht werden die an den Ausgestaltungsmöglichkeiten des Sozialgesetzbuchs orientierten Bedingungen, unter denen die Abstinenz nach einer erfolgreichen Therapie bei süchtigen Frauen mit Kindern gesichert werden kann. Es soll herausgefunden werden, welches Setting Alleinerziehende benötigen, welche sozialen Hilfen möglich und nötig sind, die zu langanhaltender gelingender Drogenfreiheit führen können. Anna Fett weist darauf hin, dass der Konsum von Alkohol oder Drogen bei Frauen eher abwertend eingeschätzt wird, bei Männern eher hingenommen bis akzeptiert wird.

״Eine Frau, die trinkt, wird nach wie vor weniger als krank, denn als unfähig erlebt, ihre Probleme in den Griff zu kriegen, sich nicht gehenzulassen und ihrer Familie und Umwelt das Leben nicht schwerzumachen“ (Fett, 1996, s. 40). Und weiter ״Offensichtlich bildet Trinken und Männlichkeit eine solche Einheit, dass es dort wenig zu überlegen gibt und dieser Aspekt zum Mann sein einfach dazugehörf (Fett, 1996, s. 83).

Was 1996 so wahrgenommen wurde, dürfte auch heute noch in der gesellschaftli­Chen Ansicht über das passende Verhalten von Männern und Frauen gelten. Die (Wieder)Eingliederung in die Gesellschaft ist daher mit anderen Hürden verbunden. “Damit einhergehende Etikettierungen haben oft erheblichen Einfluss auf den Entwicklungsprozess der Sucht, der, als statistischer Mittelwert berechnet, bei Frauen schneller abläuft als bei Männern. [...] Immer von Neuem spiegeln die anderen den Frauen wider, dass sie mit ihrem Trinken und Drogenkonsum alle Regeln missachten und gegen die Erwartungen verstoßen, die die Gesellschaft an sie als Frauen hat“ (Irmgard Vogt, 1996, s. 20).

Dazu kommt das Gefühl von Schuld, das viele Frauen während einer Therapie ergreift, wenn sie (oft) erstmals ihre Kinder clean betreuen und wahrnehmen. Waren doch diese Kinder zwar selten Wunschkinder, aber die bemerkte Schwangerschaft führte bei vielen Frauen zu einer starken Motivation zum Ausstieg aus dem Drogenmilieu, sie betrachteten das ungeborene Kind als 'Lebensretter“, mit dem 'nun alles besser wird', um sich dann in der Realität konfrontiert zu sehen mit dem Problem der Kinderversorgung und der Drogenbeschaffung, da der Ausstieg nicht gelungen ist (vgl. ebenda, 1996, s. 26f).

Um dem Rechnung zu tragen, stellt sich die Frage, welche Hilfen alleinerziehende Frauen benötigen.

3.1 Die Lage der Kinder süchtiger Mütter

Diese Arbeit bezieht sich auf die Problemlagen der Mütter, jedoch ist es unumgäng- lieh, an dieser Stelle ein Wort zu den Kindern zu sagen: die Mehrzahl der Kinder, um deren Mütter es hier geht, weisen verschiedene Störungsbilder auf, dabei geht es vor allem um Störungen des Verhaltens, der Beziehungsgestaltung, der Bindung. Oft ist nicht klar, wie geschädigt diese Kinder wirklich sind, denn ״[...] die Konsummuster abhängigkeitskranker schwangerer Frauen - eine pharmakologische Blackbox“ (Ruthard Starowske, 2009, s. 14).

Dazu kommt, dass viele Störungen oder Schädigungen oft äußerlich nicht sichtbar sind und als definierte Störungsbilder wissenschaftlich und in den internationalen Krankheitsklassifikationen für die Pädiatrie weder ausreichend erforscht noch definiert sind (vgl. ebenda s. 18). Die Ausmaße der organischen Schädigung des Gehirns bei Konsum in der Schwangerschaft werden mitunter erst in der Schule durch Leistungsdefizite deutlich. Daraus ergibt sich, dass die Gruppe der Alleinerziehenden neben dem eigenen Drogenproblem häufig noch die Anforderung des Zusammenlebens mit Kindern, deren Störungen nicht erkannt sind, für die sie sich aber verantwortlich fühlen, bewältigen muss. Darüber hinaus gibt es durch den unzureichenden Kenntnisstand zu den Bedürfnissen dieser Kinder wenige ausreichende und geeignete Maßnahmen für Diagnostik und Therapie, einschließlich des nicht abgesicherten sozialrechtlichen Status denn was diagnostisch nichtdefiniert ist, dafür können nur unter Schwierigkeiten passende Hilfen angeboten werden. Es ist unschwer vorstellbar, dass diese Problematik das Leben der Alleinerziehenden noch zusätzlich erschwert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten

Details

Titel
Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung
Untertitel
Die Notwendigkeit einer Nachsorge unter Berücksichtigung des Suchtverhaltens und neuer Suchtstoffe
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin  (Recht)
Note
1,8
Autor
Jahr
2016
Seiten
96
Katalognummer
V413247
ISBN (eBook)
9783668650862
ISBN (Buch)
9783668650879
Dateigröße
898 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hilfe, nachsorgemöglichkeiten, grundlage, sozialgesetzbuchs, mütter, entwöhnung, notwendigkeit, nachsorge, berücksichtigung, suchtverhaltens, suchtstoffe
Arbeit zitieren
Andrea Räthel (Autor), 2016, Hilfe und Nachsorgemöglichkeiten auf Grundlage des Sozialgesetzbuchs für alleinerziehende Mütter nach einer stationären Entwöhnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413247

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