Leibliche Dimensionen von Bildung vor dem Horizont von gesellschaftlichem Naturverhältnis


Hausarbeit, 2014

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Annäherung
2.1 Leiblichkeit im wissenschaftlichen Diskurs
2.1.1 Die vier Erscheinungsformen des Leibes nach Thomas Fuchs
2.1.2 Einbettung statt Abgrenzung. Die Embodiment-Perspektive im Bezug auf die Frage nach einer Körper-Geist, Leib - Seele Dichotomie nach Wolfgang Tschacher .
2.1.3 Der Körper als unteilbares ganzes bei Anke Abraham
2.1.4 Der Leibbegriff versus den Körperbegriff
2.2 Der Bildungsbegriff
2.2.1 Das klassische Bildungsverständnis
2.2.2 Moderne Bildungsverständnisse

3 Leib - Bildung
3.1 Physiologische Betrachtung
3.2 Leiblichkeit im Bezug auf das klassische Bildungsziel des freien Denkens und des vernünftigen Entscheidens
3.3 Leiblichkeit im Bezug auf das Bildungsziel Autonomie
3.3.1 Bildung von sozialer Autonomie
3.3.2 Moralische Entscheidungsfähigkeit und Solidaritätsfähigkeit
3.3.3 Praktische, alltagsweltliche Autonomie
3.4 Vorläufiges Fazit auf die Fragestellung, welche Bedeutung Leib für Bildung hat ...

4 Leib - Bildung - gesellschaftliches Naturverhältnis
4.1 Worauf ist unsere Gesellschaft aus einer kritischen Perspektive im Bezug auf den Leib hin ausgelegt?
4.2 Welche leiblichen Auswirkungen kann durch diese Ausrichtung angenommen werden?
4.3 Welches Naturverhältnis lässt sich ableiten?

5 Fazit

Quellen

Literatur

Veröffentlichter Vortrag

Internet

1. Einleitung

Zeitgenössische hochentwickelte Industrienationen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass ein großer Teil der Individuen viel Zeit in der Auseinandersetzung mit elektronischen (Computer, Fernseher, Handys u.v.m.) oder motorisierten (Autos, Züge, Maschinen u.v.m.) Geräten verbringen, wodurch Leistungen ermöglicht werden, die ohne diese Geräte nur sehr schwer, oder unmöglich erreichbar wären. Während der Nutzung der Geräte müssen die Individuen meist nur wenige Organe (Gehirn), Sinne und Muskeln aktiv ansprechen und haben einen indirekten bzw. abstrakten Austausch zur Umwelt (durch eine Glasscheibe, über ein Telefon, durch einen Fernseher). Für alle diese Entwicklungen, Errungenschaften und teilweise auch für die Möglichkeit der Benutzung war und ist Bildung notwendig.

Aus einer ökologischen Perspektive ist das 21. Jahrhundert, global gesehen, geprägt durch große Umweltkrisen und Naturkatastrophen. Nicht nur, dass in den letzten zehn Jahren in Europa, den USA und China, ein gewaltiges aber von der Weltbevölkerung verhältnismäßig geringfügig thematisiertes, Bestäuber(Bienen-)sterben stattgefunden hat, welches als Sinnbild für den internationalen Rückgang an Biodiversität gesehen werden kann, sondern auch der exponentielle Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre, der verhältnismäßig starke globale Anstieg der Durchschnittstemperatur, die Wassernot und Wüstenbildung in vielen Teilen der Erde; das Abschmelzen der Pole und der Gletscher und der Meeresspiegelanstieg, sowie die drohende Übersäuerung der Meere1 sind Themen, die die Gegenwart und das Leben auf der Erde in Zukunft in erheblichem Maße verändern werden. Angesichts der Massivität der ökologischen Problemstellungen auf der Erde erscheint es bemerkenswert, dass in erheblichem Maße eine einzelne die Erde bevölkernde tierische Art, zu großen Teilen Verantwortung für viele dieser Krisen oder Katastrophen trägt2.

Der Mensch unterscheidet sich aus der Sicht eines an Bildungs- und Erziehungswissenschaften interessierten Menschen, von anderen Arten, dadurch dass er Äeine viel größere Willens- und Wahlfreiheit als jedes andere Tier“3 hat und diese nicht zuletzt über Bildung erreichen kann und muss4.

Diese Arbeit setzt sich vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Krisen mit der Frage auseinander, welche Bedeutung der Leib für Bildung hat und fragt im zweiten Schritt worauf die gegenwärtige gesellschaftliche Leibbildung ausgelegt ist und inwiefern diese mit gegenwärtigen Naturkrisen in Verbindung steht. Ziel der Arbeit ist es Erkenntnisse im Rahmen der größeren Fragestellung, wie konnte es zu den gegenwärtigen Natur- und Umweltkrisen kommen und wie kann, im Rahmen von bildungswissenschaftlichem Erkenntnisinteresse, eine weitere Verschärfung der Problemstellungen verhindert werden. Eingegrenzt wird die Arbeit durch einen Theorie-orientierten Rahmen. Nicht behandelt werden Themen wie praktische Möglichkeiten für körperbewusste Bildungsformen oder Erfahrungslernen.

Im ersten Teil der Arbeit werden anhand wissenschaftlicher Theorien die grundsätzlichen Begrifflichkeiten für den Rahmen dieser Arbeit geklärt. Zunächst wird dabei der Begriff Leiblichkeit näher bestimmt und in diesem Zuge wird auf die lange Zeit angenommene Körper/ Geist- Dichotomie eingegangen und der Körperbegriff vom Leibbegriff differenziert. Anschließend wird auf Bedeutung und Zielsetzung des klassisch und modern interpretierten Bildungsbegriffs eingegangen. Darauf aufbauend werden im dritten Kapitel Kernelemente, die zur Beantwortung der Frage, welche Bedeutung der Leib für Bildung hat dargelegt. Im vierten Kapitel wird aus einer kritischen leiborientierten Perspektive gefragt, welche Bedeutung dem Leib in der Äkapitalistisch-neoliberalen“ (Abraham/ Müller 2010, 20) Gesellschaft zukommt. Darauf aufbauend werden die Erkenntnisse auf den gesellschaftlichen und ökologischen Kontext ausgeweitet. Im Fazit werden die zentralen Ergebnisse zusammengetragen.

2. Begriffliche Annäherung

Nachdem in der Einleitung abgesteckt wurde, in welchem Rahmen sich diese Arbeit bewegt, wird in diesem Teil geklärt, wie die zentralen Begriffe der Arbeit verstanden werden, um im folgenden Kapitel, die Begriffe stichhaltig zusammenführen und dabei die Frage, welche Bedeutung der Leib für Ägelungene“ Bildung hat, beantworten zu können.

2.1 Leiblichkeit im wissenschaftlichen Diskurs

ÄWer in unserem Kulturkreis aufgewachsen ist, hat die Vorstellung von einer Trennung zwischen dem, was im Gehirn und dem, was im Körper passiert normalerweise so stark gebahnt und verinnerlicht, dass er alles ‚erstaunlich’ findet, was dieser Vorstellung nicht entspricht.“ Hüther (2011, 76)

Um den Leib- bzw. den Körperbegriffe zu bestimmen, werden die Betrachtungsweisen des Phänomenologen und Psychiaters Prof. Dr. med. Dr. phil. Fuchs (2008), der Soziologin und Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Abraham (2010), und des Psychologen Prof. Dr. phil. Tschacher (2010) herangezogen.

2.1.1 Die vier Erscheinungsformen des Leibes nach Thomas Fuchs

Thomas Fuchs (2008, 7 f.) versteht den Leib als das primäre Medium menschlicher Welterfahrung, wobei der Leib im Laufe des Lebens eine lebensgeschichtliche Struktur aufbaut. Für ihn sind Gedächtnisstrukturen, in denen Erlebnisse und Erfahrungen verankert sind, Teil des Leibes. Diese Strukturen ermöglichen wiederum einen alltäglichen Umgang mit Dingen, Situationen und anderen Lebewesen. Dieses Gedächtnis des Leibes stellt für ihn die Grundlage der Vertrautheit mit der Welt dar und damit den Knotenpunkt der individuellen Bindung zur Welt.

Fuchs (2008, 17-33) untergliedert darüber hinaus verschiedene Erscheinungsformen der Leiblichkeit und ermöglicht damit ein differenziertes Leibverständnis. Der Leib kann erstens als fungierender Leib, zweitens als pathischer oder affizierbarer Leib; drittens als mimetischer oder resonanter Leib und viertens als inkorporativer oder kultivierter Leib verstanden werden. Der fungierende Leib zeichnet sich vor allem durch seine Selbstverständlichkeit im gewohnten Umgang mit Dingen, Situationen und Räumen aus. Er entzieht sich, während seiner scheinbar selbstständigen Funktion, weitestgehend jeder Reflexion, ist jedoch gleichzeitig nach wie vor das Medium unserer Existenz. In diesem ersten Verständnis ist der Leib nicht ein Körper, welcher der Gegenstand der eigenen Beobachtung ist, sondern vielmehr, das Vermögen im Allgemeinen sinnlich wahrnehmen zu können. Der fungierende Leib ist die Grundlage für das Denken, Wahrnehmen, Fühlen und Tun und der Leib gleichzeitig das Subjekt jeder dieser Tätigkeiten, da der Leib auch jeder bewussten und reflektierenden Handlung voraus und zugrunde liegt.5 (Vgl. Fuchs 2008, 17-19)

Der pathische oder affizierbare Leib zeichnet sich dadurch aus, dass Leiblichkeit in dieser Form etwas ist, wovon ein Mensch direkt und spontan betroffen ist, beispielsweise durch einen starken Schmerz, durch einen Drang oder durch ein wesentliches Bedürfnis. Die frühesten Wurzeln der späteren Ich-Strukturen, liegen im frühen Umgang mit pathischen, leiblichen Ausdrücken, also im Umgang mit Unlust und Lust, sowie mit Angst und Schmerz. (Vgl. Fuchs 2008, 19-22)

Der mimetische oder resonante Leib ist eine zentrale Voraussetzung für die menschliche Sozialisation. Während beim pathischen und affizierbaren Leib, vor allem die eigenen Bedürfnisse und Empfindungen im Vordergrund stehen, ist im Bezug auf den mimetischen und resonanten Leib die Aufmerksamkeit vor allem auf die Zwischenmenschlichkeit und Intersubjektivität gerichtet. Resonante Intersubjektivität ist ein Themenfeld, das in den vergangen zehn Jahre, unter anderem dank der ÄEntdeckung der Spiegelneurone“ einen erheblichen Zuwachs an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Es wurde nicht nur erkannt, dass menschliche Babys bereits kurz nach der Geburt fähig sind, Ausdrücke, wie Mund öffnen und Zunge zeigen zu imitieren, sondern auch dass die Imitation von mimischen und anderen körperlichen Ausdrucksformen Empathie ermöglicht, da durch das Annehmen einer ähnlichen körperlichen Haltung die Möglichkeit entsteht, ein Gefühl für das Gefühl des Gegenübers zu bekommen. Im mimetischen und resonanten Leib, liegt der Schlüssel unserer Sozialität. Durch den mimetischen und resonanten Leib kommt es zu vielen Lernprozessen. Einerseits zu körperlichen Lernprozessen, aber auch das für den Menschen wichtige Erlernen von Bedeutungen findet über mimetische und resonante leibliche Lernprozesse statt. (Vgl. Fuchs 2008, 22-26)

Durch den inkorporativen oder kultivierten Leib wird das Leibverständnis durch die menschliche Reflexivität vervollständigt. Über die Fähigkeit sich selbst im Spiegel zu erkennen, erfährt der Mensch, dass er auch ein Körper für andere ist und über das Einnehmen bestimmter Körperhaltungen und über das sich Einkleiden bestimmte soziale Rollen und Funktionen einnehmen kann. In dieser Fähigkeit liegt die individuelle Differenzierungsmöglichkeit geborgen, zwischen ÄLeib sein“ und ÄKörper haben“6, unterscheiden zu können und damit zwischen selbst sein und sich darstellen zu wechseln. Mit inkorporiert ist hier gemeint, dass im Leib auch die Art und Weise verinnerlicht und im zweite Schritt ausgelebt wird, mit der er/ sie von außen her betrachtet wird und wurde. Ein eindringliches Beispiel für die Inkorporation von Haltungen können Geschlechtsrollen sein, bei diesen können von außen erwartete repräsentative Aspekt zur zweiten Natur werden und zu einer Überformung des Leibes beitragen. Diese und weitere Formen der kulturellen Überformung des Leibes werden als Habitus im Gedächtnis des Leibes gespeichert und mehr oder weniger bewusst ausgelebt. (Vgl. Fuchs 2008, 26-28)

2.1.2 Einbettung statt Abgrenzung. Die Embodiment-Perspektive im Bezug auf die Frage nach einer Körper-Geist, Leib - Seele Dichotomie nach Wolfgang Tschacher

Bei Tschacher (2011, 13-34) wird statt des Leibbegriffs stärker den Körperbegriff geprägt. Auf die Differenzierung der beiden Begriffe soll an anderer Stelle (Kapitel 2.1.4) genauer eingegangen werden. Tschacher (2011, 13-34) geht auf das in Philosophie, Psychologie, Geistes- und Sozialwissenschaften viel behandelte Thema, der Leib - Seele, bzw. Körper - Geist Dichotomie ein. An dieser Stelle werden diese Begriffe und Dichotomien gleichbedeutend verwendet, da Tschacher (2011, 16) unter den Begriff Leib, den Körper, fasst und unter den Begriff Seele, den Geist. Somit wird bei der Auseinandersetzung mit der Körper - Geist Dichotomie auf das gleiche Thema eingegangen, wie bei der Auseinandersetzung mit der Leib - Seele Dichotomie.

Tschacher (2011, 15) eröffnet ein Verständnis von Leiblichkeit oder Körperlichkeit, dass den Geist in den Körper einbettet und den Körper wiederum in den Kontext der Umwelt. Dieses Verständnis der zweifachen Einbettung ermöglicht, den Gedankengang, dass der Geist sowohl auf den Körper einwirkt, als auch der Körper auf den Geist. Der Körper wiederum sowohl Einfluss auf die Umwelt hat, als auch die Umwelt Einfluss auf den Körper. Dieses Verständnis der zweifachen, wechselseitig wirkenden Einbettung, ist Grundlage des Embodiment-Konzepts, welches der These nachgeht, dass diese zweifache Einbettung notwendig für ein intelligentes Funktionieren des Gehirns und des Geistes ist, und dass zugleich der Geist und das Gehirn nur unter Berücksichtigung dieser körperlichen und umweltorientierten Einbetung verstanden werden kann. Diese Perspektive grenzt sich zum einen von einem Verständnis ab, das in einfacher Richtung davon ausgeht, dass Reize aus der Umwelt auf den Geist/ das Gehirn einwirken und dieser/ dieses den Körper zu motorischen Reaktionen und Verhalten veranlasst und zum anderen von einem Verständnis, dass auf einer Trennung von Körper und Geist beruht.

Aus Embodiment-Perspektive wird Geist, Psyche, Intelligenz und Emotion nicht getrennt von Körper, Leib, Situation und Umwelt betrachtet, sondern die Schnittmengen von Körper, Geist in den Mittelpunkt gerückt und gesehen, dass sowohl bestimmte Gedanken bestimmte Körperhaltungen, als auch bestimmte Körperhaltungen oder Umwelten bestimmte Gedanken oder Emotionen provozieren und somit die Grenzen zwischen Körper, Geist und Umwelt vielfach schwer zu ziehen sind (Vgl Tschacher 2011, 15, 28, 30, 33).

2.1.3 Der Körper als unteilbares ganzes bei Anke Abraham

Die Beschreibungen des menschlichen Körpers der habilitierten Sportwissenschaftlerin und Soziologin Anke Abraham bei ihrem Vortrag beim Studium Generale an der Philipps Universität Marburg am 23.05.2012, der später vom Prolog-Verlag in der Zeitschrift ÄSchulpädagogik Heute“ veröffentlicht wurde, ergänzen die bisherigen Betrachtungsweisen des menschlichen Leibes, um physiologische Aspekte. Abraham (2012, 2) umschreibt im ersten Teil ihres Vortrags den menschlichen Körper als lebenden Organismus, der Äweder einfach noch schadlos“ teilbar ist, womit sie implizit auch auf die im vorangegangen Unterkapitel angeklungene philosophische Frage nach einer Trennung von Körper und Geist eingeht. Der Körper ist, so Abraham (2012, 2) ein Organismus, dessen Gesamtorganisation, durch Ämorphologische Strukturen sowie vegetative, sensorische, motorische, neurophysiologische und hormonelle Prozesse in höchst komplexen Wechselwirkungen“ steht. Diese Wechselwirkungen regen sich wiederum Ägegenseitig in ihrem Wachstum von Struktur und Funktion“ an, was wiederum nur, wie auch im obigen Unterkapitel bereits angedeutet, über den Austausch mit und in einer externen Umwelt entstehen kann. Diese physiologischen Wechselwirkungen seien anhand von pränatalen Forschungen gut belegbar. Bei diesen wurde auf Einblicke darauf möglich, wie der embryonale Reifungs- und Austauschprozess mit der uterinen und der außerhalb des mütterlichen Körpers gelegen Umwelt zusammenspielt. (Vgl. Abraham 2012)

2.1.4 Der Leibbegriff versus den Körperbegriff

In den vorangegangenen Kapiteln wird zwischen dem Leib und dem Körperbegriff häufiger gewechselt, dabei wurde lediglich darauf hingewiesen, dass erstens nach Plessner, begrifflich der Leib als das verstanden wird, was der Mensch (subjektiv) ist und der Körper das ist was der Mensch physisch hat und dass zweitens der Körperbegriff bei Tschacher (2011) dem Leib zugeordnet wird.

Abraham (2010, 19) unterscheidet, Bezug nehmend auf Edmund Husserl und Helmuth Plessner (in Waldenfels, Bernhard (2000): Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes. Frankfurt a.M.: Suhrkamp), dass Äder Leib (im Gegensatz zum Körper als Ding) an der Unterscheidung zwischen sich und dem Außenselbst Teil hat (er fungiert in der Unterscheidung selbst), während der Körper als ein Ding von außen betrachtet wird, selbst aber an diesem Vorgang nicht teilhat“. Hier wird folglich der Begriff Körper, um in den Begrifflichkeiten der Körper - Geist Dichotomie zu bleiben, als geistloses Ding verstanden, während im Leibbegriff, der reflexive Geist mit eingeschlossen ist.

Eine weitere subtilere und Äsprachlich nur unter großer Anstrengung und mit hohen Reibungsverlusten“ (Abraham 2010, 18) erfassbare Betrachtungsweise des Leibes in der Differenzierung zum Körper, ist eine, die den Leib versteht, als etwas, was der Mensch Äin der Gegend seines Körpers von sich spüren kann, ohne sich [dabei] auf das Zeugnis der fünf Sinne (Sehen, […]) und des perzeptiven Körperschemas (d.h. das aus Erfahrungen des Sehens und Tastens abgeleiteten habituellen Vorstellungsbildes vom eigenen Körper)“ stützen zu müssen. (zit. n. Schmitz, Hermann (2007, 15 f.): Der Leib, der Raum und die Gefühle. Bielefeld und Locarno: Edition Sirius). Dieses Spüren bewege sich im Bereich des

[...]


1 Vgl: http://klimawandel-bekaempfen.dgvn.de/klimawandel-im-ueberblick/ (letzer Zugriff: 30.07.2013)

2 Vgl. http://www.sciencemag.org/content/306/5702/1686.full.pdf (letzer Zugriff: 30.07.2013); Vgl. Böhme (2005), 22- 24

3 Ciompi, Luc: Mensch, Natur und Gefühl. Aus der Perspektive der fraktalen Affektlogik. In: Gebauer/ Gebhard [Hrsg.] (2005): Naturerfahrung. Wege zu einer Hermeneutik der Natur. Zug/ Schweiz: Die Graue Edition. S. 50

4 Nach Kant wird ÄDer Mensch […] erst zum Menschen durch Erziehung“4.

5 Außergewöhnlich beim menschlichen fungierenden Leib ist, dass er eine besonders hohe Offenheit für unterschiedlichste kultivierte Bewegungen hat.

6 Fuchs (2008, 27) macht darauf aufmerksam, dass die Unterscheidung von Leib sein und Körper haben auf Helmuth Plessner zurück geht.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Leibliche Dimensionen von Bildung vor dem Horizont von gesellschaftlichem Naturverhältnis
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
25
Katalognummer
V413328
ISBN (eBook)
9783668642935
ISBN (Buch)
9783668642942
Dateigröße
858 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leib, Körper, Gesellschaft, Autonomie, Bildung, Gesellschaftskritik, Naturverhältnis, Natur, Ganzheitlichkeit, Ökologie
Arbeit zitieren
Lukas Clobes (Autor), 2014, Leibliche Dimensionen von Bildung vor dem Horizont von gesellschaftlichem Naturverhältnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413328

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