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Der Ohrring; unter besonderer Berücksichtigung des Männerohrrings

Title: Der Ohrring; unter besonderer Berücksichtigung des Männerohrrings

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Barbara Ostermaier (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Der Ohrring gehört zu den meist gut sichtbaren Schmuckstücken, die in vielen Kulturen schon seit langer Zeit eine wichtige Rolle spielen. Es soll ein historischer und formaler Überblick über die Entwicklung sowohl des Frauen- als auch des Männerohrrings gegeben werden. Ebenso soll die Bedeutung des Ohrrings, sein Zeichencharakter, näher untersucht werden. Als Grundlage dienen verschiedene Untersuchungen der letzten Jahre. Die erste umfassendere Beschäftigung mit dem Thema Männerohrring stammt von Leopold Schmidt aus dem Jahr 1946. Die ausführlichste volkskundliche Bearbeitung dieses Themas wurde 1989 im Rahmen der Ausstellung „Auf´s Ohr geschaut“ (Museum für Deutsche Volkskunde –SMPK- Berlin) durchgeführt. Eine eher formal und historisch ausgerichtete ausführliche Untersuchung stammt aus dem Jahr 1990 und wurde von Experten des Auktionshauses Sotheby´s veröffentlicht. Die aktuellste Veröffentlichung aus dem Jahr 1995 stammt von Konrad Vanja, der auch am Ausstellungskatalog 1989 maßgeblich beteiligt war. Seither hat sich aber in Bezug auf die Toleranz der Gesellschaft viel geändert. Dieses hat unter anderem mit der seit den Neunziger Jahren des 20.Jhds. sich in Europa ausbreitenden Piercing-Mode zu tun, die den einfachen Ohrring heute eher harmlos erscheinen lässt. Es wäre also interessant, eine aktuelle Untersuchung durchzuführen. Ferner fehlt auch eine systematische Befragung; die z.B. von Vanja 1995 und Nikitsch 1985 durchgeführten Befragungen wurden eher im Bekanntenkreis bzw. auf der Straße unter ungünstigen Bedingungen und mit geringer Teilnehmerzahl durchgeführt.
In volkskundlichen Wörterbüchern findet man keinen eigenen Eintrag zum Thema „Ohrring“.
Er wird dem Stichwort „Schmuck“ subsummiert. Peter W. Schienerl definiert „Schmuck“ 2000 im Wörterbuch der Ethnologie:
„Der Begriff umfasst somit alle Ergebnisse jener Bestrebungen, die das Erscheinungsbild eines Individuums in –seiner Meinung nach- vorteilhafter Weise verändern.“
Dass diese Definition in Bezug auf den Ohrring mangelhaft ist, wird gezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Frauenohrring

2.1. Der Ohrring bei Adel und im städtischen Milieu

2.2. Der Ohrring auf dem Land und in der Tracht

3. Der Männerohrring

3.1. Der bürgerliche Ohrring

3.2. Der ländliche Ohrring

3.3. Der Männerohrring in Sondergruppen

3.4. Die neuere Entwicklung des Männerohrrings bis in die Gegenwart

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Ohrring als historisches und kulturelles Phänomen, mit besonderem Fokus auf die Entwicklung und die sich wandelnde Bedeutung des Männerohrrings im Vergleich zum Frauenohrring.

  • Historische Entwicklung des Ohrschmucks seit der Antike
  • Symbolische Bedeutung und Zeichencharakter
  • Untersuchung soziokultureller Kontexte (Adel, Bürgertum, Tracht, Sondergruppen)
  • Rolle volksmedizinischer Aspekte und Amulettcharakter
  • Entwicklung des Männerohrrings vom Protestsymbol bis zur Gegenwart

Auszug aus dem Buch

3. Der Männerohrring

Bei der Untersuchung des Männerohrrings ergibt sich das Problem, dass es kaum historisch gesicherte Objekte gibt: die Ohrringe lassen sich im Nachhinein in der Regel nicht von Frauenohrringen unterscheiden; ihre Schlichtheit, oft auch im Material, führte seltener als bei kostbaren Frauenschmuckstücken dazu, dass sie bewahrt wurden. Literarische, biographische oder ikonographische Belege des Männerohrrings sind also die Hauptquellen.

Der Männerohrring war schon in der Antike bekannt, hier vor allem als Herrscherohrring. Eindeutige Belege für das Tragen von Ohrringen bei Männern in Europa gibt es erst ab dem 15.Jhd.. Es ist anzunehmen, dass sich durch maurischen Einfluss der Ohrring zunächst auf der iberischen Habinsel verbreitete. Der erste dokumentierte Ohrringträger war Oswald von Wolkenstein, der 1411 zwei Ohrringe von der Königin von Arragon geschenkt bekam und darüber ein Gedicht bzw. Lied verfasste in dem er auch den Vorgang des Ohrlochstechens beschreibt:

„Ein Königin von Arragon war schön und zart. Dafür kniet´ ich vor ihr und reichte ihr den Bart. Mit Händlein weiß band sie darein ein Ringlein zart lieblich und sprach: ´Non may plus disligaides!´ Von Ihren Händen ward ich in die Ohren mein gestochen durch mit einem Messingnädelein. Nach ihr Gewohnheit schloß sie mir zwei Ring darein, die trug ich lang, und nennt man sie Raicades.“ 6

Vorerst blieb der Ohrring jedoch exotisch. Er wurde häufig in Krippendarstellungen als Symbol für den dunkelhäutigen König verwendet oder überhaupt in der Malerei, wenn fremdländische Männer dargestellt werden sollten. Im 16./17.Jahrhundert verbreitete sich die Ohrringmode zusehends, vor allem in Ländern die unter dem Einfluss der Seefahrt standen, wie die Niederlande oder England.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung bietet einen historischen und formalen Überblick über den Ohrring und erörtert dessen Zeichencharakter sowie die Quellenlage der bisherigen Forschung.

2. Der Frauenohrring: Das Kapitel beleuchtet die eng mit Mode und Frisuren verknüpfte Geschichte des Frauenohrrings, von den Anfängen in der Renaissance bis hin zur Demokratisierung des Luxus nach der französischen Revolution.

3. Der Männerohrring: Hier wird die Entwicklung des Männerohrrings von der Antike bis zur Gegenwart untersucht, wobei besonders auf den bürgerlichen, ländlichen Kontext sowie die Verwendung in Sondergruppen und als Protestsymbol eingegangen wird.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wandelbare Bedeutung des Ohrrings und betont, dass zur Interpretation von Funktion und Symbolik stets der spezifische Kontext des Trägers betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Ohrring, Männerohrring, Frauenohrring, Schmuckgeschichte, Volkskunde, Zeichencharakter, Amulett, Volksmedizin, Tracht, Zunftohrring, Rebellion, Mode, Identität, Piercing, Soziokultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine volkskundliche Untersuchung der Geschichte und Bedeutung von Ohrringen, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem historischen Wandel und den Funktionen des Männerohrrings liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Ohrringmode, die Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerohrringen, deren jeweilige soziale Bedeutung sowie der Wandel von Schmuck zu symbolischen Erkennungszeichen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den historischen und formalen Überblick über die Entwicklung des Ohrrings zu schärfen und zu zeigen, dass dessen Bedeutung maßgeblich vom soziokulturellen Kontext und dem Zeitgeist abhängt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Es wird eine historisch-formale Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Literatur, ikonographischen Belegen (Gemälde, Porträts) und biographischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Frauenohrrings sowie detaillierte Kapitel zum Männerohrring, unterteilt in bürgerliche, ländliche, in Sondergruppen verbreitete und moderne Trageweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ohrring, Männerohrring, Volkskunde, Schmuckgeschichte, Identität, Symbolik und kultureller Wandel charakterisiert.

Welche Rolle spielten Ohrringe für den Berufsstand der „Senner“?

Im Appenzeller Raum dienten Ohrringe bei Sennenern weniger medizinischen Zwecken, sondern primär als Ausdruck von Standesbewusstsein und zugehöriger Trachtenidentität.

Warum wird der Begriff „Schlitzohr“ in der Arbeit thematisiert?

Der Begriff wird im Zusammenhang mit Wandergesellen diskutiert, denen bei Verstößen gegen Standesregeln der Ohrring als Strafe herausgerissen wurde, was zur sozialen Ausgrenzung führte.

Welchen Einfluss hatte die französische Revolution auf die Ohrringmode?

Die Revolution markierte einen Einschnitt, der zu einer „Demokratisierung des Luxus“ führte, wodurch Ohrringe zunehmend auch in bürgerlichen und späteren niederen Gesellschaftsschichten verbreitet wurden.

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Details

Title
Der Ohrring; unter besonderer Berücksichtigung des Männerohrrings
College
University of Passau  (Institut für europäische Ethnologie)
Course
HS Kleiderforschung
Grade
1,3
Author
Barbara Ostermaier (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V41334
ISBN (eBook)
9783638396189
Language
German
Tags
Ohrring Berücksichtigung Männerohrrings Kleiderforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Ostermaier (Author), 2005, Der Ohrring; unter besonderer Berücksichtigung des Männerohrrings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41334
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