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Populistisches Prekariat? Zum Zusammenhang von zunehmend unsicheren Arbeitsverhältnissen und Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland

Titre: Populistisches Prekariat? Zum Zusammenhang von zunehmend unsicheren Arbeitsverhältnissen und Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland

Dossier / Travail , 2016 , 15 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit untersucht, vor dem Hintergrund zunehmender Fremdenfeindlichkeit im öffentlichen Raum während der sogenannten ,,Flüchtlingskrise’’, die These, dass besonders ökonomisch abgehängte Schichten anfällig für rechtsextreme Ansichten seien.

So zählt die Polizei seit Beginn des Jahres bis Mitte September 2016 507 Vorfälle fremdenfeindlicher Gewalt (was beinahe dem doppelten Wert des Vorjahres entspricht); über 1800 politisch motivierte Straftaten gegenüber Geflüchteten und Asylbewerbern sowie 78 Fälle von Brandstiftung und sieben Tötungsdelikte. Weiterhin war die sich selbst als ,,asylkritisch’’ bezeichnende Gruppierung Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) unmittelbar nach ihrer Gründung Ende 2014 bereits am 12.01.2015 in der Lage, auf einer Dresdner Demonstration ca. 25.000 Teilnehmer zu mobilisieren. Auf selbiger Demonstration kam es unter anderem zu polizeilichen Ermittlungen auf Grund der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die ,,europaskeptische’’ und nach Eigenaussage ,,asylkritische’’ Partei Alternative für Deutschland (AfD) während der Landtagswahlen 2016 15,1 Prozent der Stimmen in Baden-Württemberg; 12,6 Prozent der Stimmen in Rheinland-Pfalz; 24,3 der Stimmen in Sachsen-Anhalt sowie 20,8 Prozent der Stimmen in Mecklenburg-Vorpommern für sich beanspruchen konnte. Außerdem erhielt diese 14,2 Prozent der Stimmen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016.

Im Kontext dieser Arbeit wird untersucht, ob eine generelle Korrelation zwischen zunehmend prekären Arbeitsverhältnissen und einer steigenden Tendenz fremdenfeindlicher Ansichten besteht. Die Arbeitshypothese lautet, dass durch die Entsicherung des Arbeitsmarktes ein Prozess der Prekarisierung losgetreten worden ist, der ein Unsicherheitsvakuum bis in die Mitte der Gesellschaft hinein erzeugt hat. Dieses Vakuum wiederum eröffnet rechtspopulistisch ausgerichteten Strömungen einen weiten Handlungsspielraum. Außerdem wird angenommen, dass nicht nur die objektiv benachteiligten Gesellschaftsschichten von einer zunehmend affirmativen Haltung gegenüber Rechtspopulismus betroffen sind, sondern sich auf Grund des Phänomens der relativen Deprivation auch weite Teile der objektiv besser situierten Bevölkerungsschichten zum subjektiven Prekariat hinzuzählen – und so, aufgrund einer empfundenen Ungerechtigkeit, das rechtspopulistische Wählerpotential vergrößern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der Prekarisierung zum Populismus

2. Die Genese des modernen Prekariats

3. Prekarität und Fremdenfeindlichkeit

Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen zunehmend unsicheren Arbeitsverhältnissen und einer steigenden Tendenz fremdenfeindlicher Ansichten in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei steht insbesondere die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie eine empfundene Zugehörigkeit zum Prekariat die Anfälligkeit für rechtspopulistische und ausländerfeindliche Einstellungen innerhalb verschiedener Gesellschaftsschichten beeinflusst.

  • Analyse des Zusammenhangs von ökonomischer Prekarisierung und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF).
  • Untersuchung der Rolle der "relativen Deprivation" bei der Entstehung von Ressentiments.
  • Darstellung der Entwicklung atypischer Beschäftigungsverhältnisse und deren gesellschaftlicher Auswirkungen.
  • Betrachtung von rechtspopulistischen Strömungen wie der AfD und PEGIDA im Kontext sozio-ökonomischer Unsicherheit.
  • Einfluss von sozialer Unterstützung als Puffer gegen subjektiv empfundene Prekarität.

Auszug aus dem Buch

3. Prekarität und Fremdenfeindlichkeit

Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) konnte nach Sommer aufzeigen, dass vor allem der Umstand der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt als Ursache von GMF nahe liegt: „Mit Ausnahme des Jahres 1994 liegt bei den meisten Items das Zustimmungsniveau in den neuen Bundesländern deutlich höher als in den alten Bundesländern. Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei der Forderung nach Remigration bei knapper Arbeit. Hier liegt die Zustimmungsdifferenz zwischen Ost und West im Durchschnitt bei mehr als 10 Prozentpunkten. Dieser Unterschied wird in einigen Untersuchungen, die auf den ALLBUS-Daten basieren, damit erklärt, dass durch die höhere Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland Ausländer verstärkt als Konkurrenten um Arbeitsplätze wahrgenommen werden.“

Sommer zitiert Jürgen Winkler, der „nach wechselseitiger Kontrolle verschiedener Determinanten [...] zu dem Ergebnis [kommt], dass insbesondere die Einschätzung der eigenen zukünftigen wirtschaftlichen Lage sowie die Meinung, verglichen mit dem Lebensstandard anderer nicht den gerechten Anteil zu erhalten, einen verstärkenden Effekt auf Fremdenfeindlichkeit ausüben.“

Entscheidend bezüglich der Fragestellung nach dem Zusammenhang von Prekarisierung und Fremdenfeindlichkeit ist laut Sommer nicht die objektiv-ökonomische Lage, sondern vielmehr die Wahrnehmung und Bewertung der persönlich-subjektiven Situation. So waren nach diesem vor allem die Umfrageteilnehmer, die der Überzeugung waren, in Relation zu dem Lebensniveau anderer nicht den ihnen gemäßen ökonomischen Standard zu haben sowie Befragte, die ihre eigene zukünftige wirtschaftliche Situation als schlecht einschätzten, übermäßig ausländerfeindlich und antisemitisch eingestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein und stellt die Hypothese auf, dass ein durch die Entsicherung des Arbeitsmarktes erzeugtes Unsicherheitsvakuum rechtspopulistischen Strömungen Spielraum bietet.

1. Von der Prekarisierung zum Populismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Rechtspopulismus sowie des Nationalpopulismus und erläutert dessen Rhetorik im Kontext aktueller gesellschaftlicher Ereignisse.

2. Die Genese des modernen Prekariats: Hier wird der Prozess der Prekarisierung durch die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse sowie den Wandel der sozialen Sicherungssysteme seit den 1970er-Jahren analysiert.

3. Prekarität und Fremdenfeindlichkeit: Das Kapitel untersucht anhand empirischer Daten die Korrelation zwischen subjektiv empfundener Prekarität, relativer Deprivation und der Anfälligkeit für fremdenfeindliche Einstellungen.

Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Komplexität der Zusammenhänge zwischen ökonomischen Unsicherheiten und dem Erfolg rechtspopulistischer Positionen.

Schlüsselwörter

Prekarisierung, Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, GMF, relative Deprivation, Arbeitsmarkt, atypische Beschäftigung, soziale Unsicherheit, Nationalpopulismus, AfD, PEGIDA, Desintegration, Konkurrenz, gesellschaftliche Mitte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, ob zunehmend unsichere Arbeitsverhältnisse in der deutschen Gesellschaft die Anfälligkeit für fremdenfeindliche Ansichten und rechtspopulistische Einstellungen verstärken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Phänomene der Prekarisierung des Arbeitsmarktes, die psychologische Komponente der relativen Deprivation sowie die Entwicklung rechtspopulistischer Gruppierungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, eine mögliche Korrelation zwischen der subjektiv empfundenen Zugehörigkeit zum Prekariat und einer Zunahme fremdenfeindlicher Ressentiments empirisch und theoretisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender Studien, insbesondere der Längsschnittdaten von Wilhelm Heitmeyer zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) und Daten der ALLBUS-Umfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung von Populismus, die Darstellung der Entstehung des modernen Prekariats sowie die detaillierte Analyse des Zusammenhangs zwischen Prekarität und Fremdenfeindlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prekarisierung, Rechtspopulismus, relative Deprivation, atypische Beschäftigung und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF).

Wie definiert der Autor das „moderne Prekariat“?

Das Prekariat wird nicht nur über die ökonomische Lage definiert, sondern maßgeblich über die subjektive Dimension der Verunsicherung, die durch atypische Beschäftigungsverhältnisse und den sozialen Wandel ausgelöst wird.

Welche Rolle spielt die „relative Deprivation“ für das Ergebnis?

Die relative Deprivation ist zentral, da sie erklärt, warum auch Bevölkerungsschichten, die objektiv besser gestellt sind, sich als Teil des subjektiven Prekariats wahrnehmen und aus empfundener Ungerechtigkeit fremdenfeindliche Tendenzen entwickeln.

Was besagt das „Drei-Wellen-Modell“ in der Studie?

Dieses Modell zeigt, dass die subjektive Wahrnehmung der Prekarität am Arbeitsmarkt ein signifikanter Prädiktor für den Grad der Fremdenfeindlichkeit im darauffolgenden Jahr ist.

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Résumé des informations

Titre
Populistisches Prekariat? Zum Zusammenhang von zunehmend unsicheren Arbeitsverhältnissen und Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland
Université
University of Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Cours
Strukturen sozialer Ungleichheit
Note
2,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
15
N° de catalogue
V413365
ISBN (ebook)
9783668646575
ISBN (Livre)
9783668646582
Langue
allemand
mots-clé
Soziale Ungleichheit Prekarisierung Rechtspopulismus Deutschland Bundesrepublik Afd Alternative für Deutschland Flüchtlinge Flüchtlingskrise Krise Gesellschaft Ökonomie Arbeitsmarkt Mittelschicht Unterschicht Proletariat Menschenfeindlichkeit Nazi Gewerkschaft Populismus 2016 2017 2018
Sécurité des produits
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2016, Populistisches Prekariat? Zum Zusammenhang von zunehmend unsicheren Arbeitsverhältnissen und Fremdenfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413365
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Extrait de  15  pages
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