Schon seit den 80er Jahren werden die Anforderungen diskutiert, im Folgenden werden dazu die Standpunkte von Gudjons (Gudjons 2000: 33 ff.) zusammengefasst.
Eine grundlegende Eigenschaft von Belastungen ist es, dass sie nicht objektiv erlebt und betrachtet werden können, das heißt jede Person erfährt äußere Beanspruchung subjektiv. Dies bedeutet, dass das Individuum tatsächlich belastet ist, sobald es das Gefühl der Belastung empfindet. Die Umstände und das Ausmaß der Belastung, die vom Einzelnen erlebt werden, hängen von dessen Persönlichkeit und somit auch von Alter, Geschlecht, Wertorientierung, Qualifizierung und weiteren charakterlichen Eigenschaften ab. (Gudjons 2000: 35 f.)
Der Lehrerberuf ist ein pädagogischer Beruf, worin eine grundlegende Problematik im Bezug auf Belastungen besteht. Pädagogisches Handeln ist schwer messbar, es gibt keinen sichtbaren oder eindeutig feststellbaren Erfolg. Das pädagogische Handeln des Lehrers beginnt immer wieder von vorne, muss sich spontan Situationen anpassen und findet kein Ende. Die pädagogische Arbeit ist nicht ritualisierbar; zwar können sich gewisse Handlungsschemata in Situationen bewähren, jedoch können keine generellen Regeln verallgemeinert werden. Zudem treten nur ähnliche Situationen und nicht identische Situationen, so dass das gewonnene Erfahrungswissen nur bedingt anwendbar ist.
Zusätzlich wird Lehrerarbeit – gerade heute – zunehmend durch die Heterogenität der Schüler, ihre unterschiedlichen Lebenswelten, Persönlichkeiten und sozialen Hintergründe und die damit verbundene Notwendigkeit von Differenzierung erschwert. Daher bildet das Schüler-Lehrer-Verhältnis einen wichtigen Faktor für den Unterrichtserfolg sowie die Berufszufriedenheit oder -frustration und ist folglich für die subjektiv erfahrenen Belastungen des Lehrers ausschlaggebend. (Gudjons 2000: 36 f.)
Zahlreiche Studien zu den Belastungsfaktoren im Lehrerberuf variieren zwar in ihren Untersuchungsergebnissen, jedoch lassen sich durchaus Schwerpunkte bei den Belastungsfaktoren erkennen.
Nach den Studien von Häbler/Kunz (1985), Terhart (1993) oder Rudow (1994) (vgl. Gudjons 2000: 34 f.) lassen sich folgende Aspekte nennen: Schüler (Motivation/Lernbereitschaft, Verhältnis zum Lehrer, Disziplinprobleme, Probleme mit Schülern), Unterrichtsanforderungen (Benotung, methodisch-pädagogische Probleme, didaktische Kompetenz, Vor- und Nachbereitung), Rahmenbedingungen (Klassengröße, Organisation), Bürokratie, Kollegen und Eltern.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Aufriss
2. Stand der Forschung
3. Fragestellung der Studie
4. Methodisches Design
4.1 Planung
4.1.1 Stichprobe
4.1.2 Leitfadeninterview
4.1.3 Leitfaden
4.2 Auswertung
5. Durchführung der Studie
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Einzelfalldarstellungen
6.1.1 Interview 1
6.1.1.1 Kurzbiographie der interviewten Person
6.1.1.2 Analyse des Interviews 1
6.1.1.3 Fazit
6.1.2 Interview 2
6.1.2.1 Kurzbiographie der interviewten Person
6.1.2.2 Analyse des Interviews 2
6.1.2.3 Fazit
6.1.3 Interview 3
6.1.3.1 Kurzbiographie der interviewten Person
6.1.3.2 Analyse des Interviews 3
6.1.3.3 Fazit
6.1.4 Interview 4
6.1.4.1 Kurzbiographie der interviewten Person
6.1.4.2 Analyse des Interviews 4
6.1.4.3 Fazit
6.2 Vergleichende Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Anforderungen des Lehrerberufs aus der Sicht von Lehrkräften unterschiedlicher Schulformzugehörigkeit, um Gemeinsamkeiten und schulformspezifische Belastungsfaktoren zu identifizieren. Im Fokus steht dabei, wie Lehrer die Belastungen durch Schüler, Eltern und organisatorische Rahmenbedingungen wahrnehmen.
- Anforderungen an den Lehrerberuf
- Belastungswahrnehmung durch Schüler und Eltern
- Einfluss organisatorischer Rahmenbedingungen
- Vergleichende Analyse von Grundschule und Gymnasium
- Rolle der Lehrerpersönlichkeit und pädagogischer Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
1. Theoretischer Aufriss
Schon seit den 80er Jahren werden die Anforderungen diskutiert, im Folgenden werden dazu die Standpunkte von Gudjons (Gudjons 2000: 33 ff.) zusammengefasst.
Eine grundlegende Eigenschaft von Belastungen ist es, dass sie nicht objektiv erlebt und betrachtet werden können, das heißt jede Person erfährt äußere Beanspruchung subjektiv. Dies bedeutet, dass das Individuum tatsächlich belastet ist, sobald es das Gefühl der Belastung empfindet. Die Umstände und das Ausmaß der Belastung, die vom Einzelnen erlebt werden, hängen von dessen Persönlichkeit und somit auch von Alter, Geschlecht, Wertorientierung, Qualifizierung und weiteren charakterlichen Eigenschaften ab. (Gudjons 2000: 35 f.)
Der Lehrerberuf ist ein pädagogischer Beruf, worin eine grundlegende Problematik im Bezug auf Belastungen besteht. Pädagogisches Handeln ist schwer messbar, es gibt keinen sichtbaren oder eindeutig feststellbaren Erfolg. Das pädagogische Handeln des Lehrers beginnt immer wieder von vorne, muss sich spontan Situationen anpassen und findet kein Ende. Die pädagogische Arbeit ist nicht ritualisierbar; zwar können sich gewisse Handlungsschemata in Situationen bewähren, jedoch können keine generellen Regeln verallgemeinert werden. Zudem treten nur ähnliche Situationen und nicht identische Situationen, so dass das gewonnene Erfahrungswissen nur bedingt anwendbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Aufriss: Bietet einen Überblick über die wissenschaftliche Diskussion zu Belastungen im Lehrerberuf und die Komplexität pädagogischen Handelns.
2. Stand der Forschung: Analysiert bisherige Studien zu Belastungsfaktoren, wobei insbesondere zwischen verschiedenen Schularten wie Grundschule und Gymnasium unterschieden wird.
3. Fragestellung der Studie: Definiert das Ziel der Untersuchung, Belastungen aus Sicht der Lehrkräfte verschiedener Schulformen zu erfassen und zu vergleichen.
4. Methodisches Design: Beschreibt das qualitative Vorgehen mittels Leitfadeninterviews und die Methode der Inhaltsanalyse nach Mayring und Schmidt.
5. Durchführung der Studie: Erläutert den Ablauf der Befragung an der Grundschule und dem Gymnasium im Frühjahr 2005.
6. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die einzelnen Lehrerinterviews sowie eine abschließende vergleichende Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Lehrerberuf, Belastung, Schulform, Grundschule, Gymnasium, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Elternarbeit, pädagogisches Handeln, qualitative Inhaltsanalyse, Leitfadeninterview, Schulorganisation, Lehrerbelastung, Berufsidentität, Arbeitsbelastung, Schülerschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Anforderungen und Belastungen, denen Lehrkräfte in ihrem Berufsalltag ausgesetzt sind, und wie diese subjektiv wahrgenommen werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Belastungen durch Schülerverhalten, Elternerwartungen, organisatorische Anforderungen sowie dem pädagogischen Anspruch an den Lehrer.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Belastungswahrnehmung zwischen Lehrkräften an der Grundschule und am Gymnasium zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie, konkret das Leitfadeninterview, und wertet die Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Herleitung und die detaillierte Darstellung der durchgeführten Experteninterviews mit Lehrkräften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind u.a. Lehrerberuf, Belastung, Grundschule, Gymnasium, Lehrer-Schüler-Verhältnis und pädagogisches Handeln.
Wie unterscheidet sich die Belastung an der Grundschule vom Gymnasium?
Grundschullehrkräfte fühlen sich oft durch die notwendige individuelle Förderung und die Aufsichtspflicht belastet, während am Gymnasium der Druck durch Anforderungen der Oberstufe und die Arbeit mit einem größeren Kollegium im Vordergrund steht.
Welchen Einfluss haben die Eltern laut der Interviewten?
Eltern werden sowohl als Unterstützer als auch als Quelle für Druck wahrgenommen, insbesondere wenn hohe schulische Erwartungen auf eine mangelnde Mitwirkung im Schulalltag treffen.
Warum wird die Bürokratie als belastend empfunden?
Lehrkräfte berichten von einer zunehmenden „Papierflut“, die als ineffektiv wahrgenommen wird und wertvolle Zeit für die eigentliche pädagogische Arbeit raubt.
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- Luise Helfrich (Author), 2005, Anforderungen an den Lehrerberuf aus der Sicht von Lehrern verschiedener Schulformzugehörigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41337