Das Ziel dieser Arbeit ist es die Frage zu klären, ob und inwiefern, das Konzept der „Bewegten Schule“ auch in der Sekundarstufe I durchführbar ist.
In erster Linie sollen Möglichkeiten und Grenzen, die eine Umsetzung mit sich bringen würde, herausgearbeitet werden.
Auf die subjektiven Einschätzungen von Lehrern wird dabei ein besonderes Augenmerk gelegt.
Im folgenden 2. Kapitel, dem theoretischen Teil, wird zuerst der geschichtliche Hintergrund der „Bewegten Schule“ betrachtet. Im Anschluss daran folgen die Begründungsmuster. Hier werden die Argumente für mehr Bewegung im Schulalltag erläutert. Daran anschließend werden die Merkmale der „Bewegten Schule“ skizziert sowie mögliche Unterrichtsbeispiele zum „Bewegten Lernen“ aufgezeigt. Den Abschnitt abschließen werden kritische Thesen, die die Konzeption betreffen.
Das 3. Kapitel beinhaltet den methodischen Teil dieser Arbeit. Die durchgeführte Forschungsarbeit wird ausführlich beschrieben. Dazu gehört das Design plus der Ablauf der Studie, der erstellte Leitfaden des Interviews sowie das Auswertungsverfahren.
Wie das Konzept in der Sekundarstufe I Anwendung finden kann, soll ein Porträt einer „Bewegten Schule“, an der die Untersuchung zum Teil stattfand, zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Historie
2.2 Begründungsmuster einer „Bewegten Schule“
2.2.1 Entwicklungs- und Lerntheoretische Gründe
2.2.2 Medizinisch-Gesundheitliche Gründe
2.2.3 Schulprogrammatische Gründe
2.3 Merkmale der „Bewegten Schule“
2.3.1 Rahmenmerkmale der „Bewegten Schule“
2.3.1.1 der pädagogisch-personalstrukturelle Rahmen
2.3.1.2 infrastruktureller Rahmen
2.3.2 Inhaltliche Merkmale der „Bewegten Schule“
2.3.2.1 Unterrichtsinterne Merkmale
2.3.2.2 Unterrichtsexterne Merkmale
2.4 „Bewegter Unterricht“ - Mögliche Unterrichtsinhalte
2.5 Kritik am Konzept „Bewegte Schule“
3 Methodischer Teil
3.1 Qualitative Sozialforschung
3.1.1 Design und Ablauf der Studie
3.1.2 Leitfaden der Interviewfragen
3.1.3 Auswertungsverfahren
3.2 Porträt einer „Bewegten Schule“
3.3 Auswertung der Interview
3.3.1 Einstiegsphase
3.3.2 Erfahrungen aus dem Schulalltag
3.3.3 Einschätzungen der Befragten zum Konzept
3.3.4 Möglichkeiten und Grenzen
3.4 Müller – Petzold Studie
4 Konklusion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Konzept der „Bewegten Schule“ erfolgreich in der Sekundarstufe I umsetzbar ist, wobei ein besonderer Fokus auf den subjektiven Einschätzungen von Lehrkräften bezüglich der praktischen Möglichkeiten und Grenzen liegt.
- Historische und theoretische Begründung der „Bewegten Schule“
- Strukturelle und inhaltliche Merkmale des Konzepts
- Qualitative Analyse durch Experteninterviews mit Lehrkräften
- Vergleichende Betrachtung der Müller-Petzold-Studie
- Reflexion über Anwendungsmöglichkeiten in der Sekundarstufe I
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Entwicklungs- und Lerntheoretische Gründe
In diesem Abschnitt wird vor allem die Relevanz von Bewegung auf die Entwicklung und das Lernen des Kindes hervorgehoben.
Aus psychologischer Sicht gibt es eine Vielzahl an Begründungen für mehr Bewegung im Unterricht. Allen voran steht die positive Wirkung von Bewegung auf den Lernprozess der Kinder (vgl. Thiel et al., 2006). Vor allem Kindern in der Grundschule, aber auch bei Schülern der Mittelstufe läuft der Wissenserwerb über eine handelnde, eine bildhafte und einer symbolischen Ebene ab.
Geht man davon aus, dass diese drei Ebenen des Lernens gegeben sind, so soll im bestmöglichen Fall auch auf jene drei Ebenen während des Lernprozesses eingegangen werden (vgl. Klupsch-Sahlmann, 1999). In aller Regel sollte der handelnde Umgang, also das Lernen unter Einbeziehung von Bewegung, bei Schülern der Primarstufe an erster Stelle stehen (vgl. Klupsch-Sahlmann, 1995). Die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen verfügen bereits über gewisse sprachliche und kognitive Fähigkeiten, von daher sollte die Reihenfolge der Vermittlungsebenen an die Ansprüche der Schülerschaft angepasst werden. So kann die handelnde Ebene zur Überprüfung oder Festigung des auf der bildhaften oder symbolischen Ebene erworbene Wissen fungieren. Jedoch darf man die Bedeutung der handelnden Ebene in der Sekundarstufe I nicht unterschätzen, da „jede Übertragung von erworbenem Wissen von einer Darstellungsebene auf eine andere eine Bereicherung für den Lern- und Erfahrungsprozess bedeutet.“ (Bruner, 1974, 205)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bewegungslosigkeit im Alltag von Kindern und Jugendlichen sowie deren gesundheitliche Konsequenzen und leitet daraus die Relevanz der „Bewegten Schule“ ab.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe, Begründungsmuster und strukturellen sowie inhaltlichen Merkmale des Konzepts der „Bewegten Schule“.
3 Methodischer Teil: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Studie, inklusive der Erhebungsmethode der Experteninterviews und der anschließenden Auswertung, detailliert beschrieben und ein Porträt der untersuchten Schule erstellt.
4 Konklusion und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Umsetzbarkeit sowie die Limitationen des Konzepts für die Sekundarstufe I.
Schlüsselwörter
Bewegte Schule, Sekundarstufe I, Lehrkräfteperspektive, Bewegtes Lernen, Bewegtes Sitzen, Bewegte Pause, qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Unterrichtsgestaltung, Lernprozesse, Schulentwicklung, Bewegungsförderung, Gesundheit, Schulalltag, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept der „Bewegten Schule“ im Kontext der Sekundarstufe I und untersucht, ob und wie dieses Modell, das primär in der Primarstufe bekannt ist, in weiterführende Schulen integriert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung von Bewegung im Schulalltag, die Definition der „Bewegten Schule“ sowie die praktische Umsetzungsmöglichkeiten und wahrgenommene Grenzen aus der Sicht von Lehrkräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen einer Umsetzung des Konzepts in der Sekundarstufe I herauszuarbeiten, wobei die subjektiven Einschätzungen der Lehrkräfte im Zentrum stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews mit drei Lehrkräften basiert, um tiefe und differenzierte Einblicke in die Schulpraxis zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Merkmale der „Bewegten Schule“ und eine empirische Analyse, die das Studiendesign, die Porträtierung einer Schule und die Auswertung der durchgeführten Interviews umfasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind „Bewegte Schule“, „Sekundarstufe I“, „Bewegtes Lernen“, „Lehrkräfteperspektive“ sowie „qualitative Sozialforschung“.
Warum wird das Konzept vor allem in der Grundschule angewendet?
Laut den befragten Lehrkräften liegt dies oft an Gewohnheiten der Lehrkräfte, einer „klassenlehrerzentrierten“ Struktur in weiterführenden Schulen und einer gewissen Unsicherheit bezüglich der didaktischen Einbettung von Bewegung in straffere Lehrpläne.
Wie bewerten die befragten Lehrkräfte die Akzeptanz bei älteren Schülern?
Die Interviews zeigen, dass bei Schülern der 8. bis 10. Klasse eine gewisse Skepsis oder eine abnehmende Motivation gegenüber Bewegungsangeboten bestehen kann, weshalb altersgerechte und attraktive Angebote essentiell sind.
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- Sean Brown (Author), 2017, Bewegte Schule in der Sekundarstufe I. Analyse der Möglichkeiten und Grenzen aus Lehrerperspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413471