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Interindividuelle Lernunterschiede. Nationale Kultur und subkulturelle Kontextfaktoren

Title: Interindividuelle Lernunterschiede. Nationale Kultur und subkulturelle Kontextfaktoren

Term Paper , 2017 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabrina John (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Jedes Land ist durch die fortlaufende Globalisierung von einem nachhaltigen sozialen und kulturellen Wandel betroffen, der sich auch auf die Entwicklung und Bildung junger Erwachsener auswirkt. Sowohl der Unternehmens-, als auch der Lernkontext werden zunehmend internationalisiert. Der imposante Technologiefortschritt der letzten Jahre ermöglicht Unternehmen und Individuen nicht nur weltweite Mobilität, sondern auch virtuelle, nicht zeitgebundene Kommunikation über Ländergrenzen hinweg. Das begünstigt, neben grenzüberschreitenden Firmenzusammenschlüssen, auch die Möglichkeit für Studenten, ein Semester oder gar das komplette Studium im Ausland zu absolvieren.

Früher wurde ein Auslandssemester als Option gesehen. Heute gehören interkulturelle Erfahrungen zu den Kernkompetenzen eines Absolventen, um den veränderten Qualifikationsanforderungen im Beruf auf einem globalen Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Das spiegelt sich auch in den Statistiken zu ausländischen Studierenden an deutschen Bildungseinrichtungen wieder. Seit 2005 ist die Zahl ausländischer Studenten, die an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind, um 31% gestiegen. Dabei bilden europäische Herkunftsländer (z.B. Russland, Österreich) mit 44% den größten Anteil und Studenten aus asiatischen Ländern (z.B. China, Indien) mit 38%, die zweitgrößte Gruppe innerhalb der Auslandsstudenten. Diese Entwicklungen führen dazu, dass die Aus- und Weiterbildung zunehmend mit den unterschiedlichsten Kulturen konfrontiert werden. Das erschwert die Erstellung und Durchführung eines universellen und dennoch fördernden Lehrkonzepts. Denn jedes lernende Individuum wird durch die verschiedensten Kontexte (z.B. Kultur) geprägt, was wiederum sein Lernverhalten beeinflusst.

Daher ist die ethnische, sprachlich-kulturelle und nationale Heterogenität mittlerweile Objekt erziehungswissenschaftlicher Debatten und Forschung geworden. Doch nicht nur die Vielfalt an kulturellen Interpretationsmustern haben zu einer Komplexitätssteigerung des Gesellschaftssystem beigetragen, sondern z.B. auch die gestiegene Pluralität milieu- oder professionsabhängiger Lebensformen. Im Analysefokus dieser Arbeit steht die differenzierte Betrachtung verschiedener Umfeldeinflüsse auf das Lernverhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Relevanz und Intention einer differenzierten Betrachtung

1.2 Wissenschaftliche Einordnung und Problemstellung

1.3 Zielsetzung und Aufbau der Hausarbeit

2. Theoretische Grundlage

2.1 Lernen

2.2 Kulturverständnis

3. Theoretische Modelle

3.1 Lernstilkonzept – Ansatz nach Kolb

3.1.1 Lernprozess

3.1.2 Lernstile

3.2 Kulturkonzepte

3.2.1 Kulturdimensionen nach Hofstede

3.2.2 GLOBE-Projekt

4. Ergebnisse aktueller Forschung

4.1 Are there cultural differences in learning style? (Joy & Kolb, 2008)

4.2 Kulturbedingte Lernstile: Berücksichtigung kultureller Unterschiede in Lernprozessen (Zavarzina, 2006)

5. Resümee und Ausblick

5.1 Kritische Reflexion der bisherigen Forschung

5.2 Weitere Forschungsperspektiven

5.3 Möglichkeiten zur praktischen Anwendung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung kultureller und kontextueller Einflussfaktoren auf individuelle Lernunterschiede, um ein ganzheitliches Verständnis für diverse Lernverhalten im internationalen Bildungs- und Berufskontext zu entwickeln.

  • Analyse des Lernstilkonzepts nach Kolb im interkulturellen Vergleich
  • Einfluss nationaler Kultur und subkultureller Faktoren (z.B. Profession)
  • Gegenüberstellung theoretischer Kulturkonzepte (Hofstede, GLOBE-Studie)
  • Auswertung empirischer Studien zu kulturbedingten Lernpräferenzen
  • Ableitung praktischer Implikationen für die Gestaltung von Trainingsprogrammen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Lernstile

Die oben beschriebenen Lernmodi werden von Individuen unterschiedlich bevorzugt und kombiniert. Daraus resultieren vier verschiedene Lernstiltypen, die in Abbildung 2 zu erkennen sind.

Der Divergierer bevorzugt die Lernmodi Konkrete Erfahrung und reflektierte Beobachtung (Luo, 2015). Seine Stärken liegen darin, Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beobachten, diese zu einem Gesamtbild zusammenzufügen und neue Ideen zu entwickeln. Er wird je nach Literatur auch als Universalist bezeichnet. Er beschäftigt sich lieber mit Menschen als Dingen und zieht es vor, zu beobachten statt zu handeln. Zu seinen Eigenschaften zählen u.a. Kreativität, Einfallsreichtum und Gefühlsorientiertheit (Schrader, 2008; Staemmler, 2005; Surrey, 2007; Zavarzina, 2006).

Der Konvergierer oder auch Spezialist hat seine Stärken im abstrakten Konzipieren und aktiven Experimentieren. Zu seinen Kompetenzen gehören Probleme lösen, Entscheidungen treffen und deduktives Vorgehen. Nachdem er Ideen und theoretische Konzepte begriffen hat, kann er diese gut in der Praxis umsetzen. Er arbeitet lieber mit Objekten statt Menschen, bevorzugt technische gegenüber sozialen Fragestellungen und ist emotional eher zurückhaltend. (Schrader, 2008; Staemmler, 2005; Zavarzina, 2006).

Der Assimilierer oder Theoretiker verbindet die Lernmodi reflektierte Beobachtung mit abstraktem Konzipieren. Er kann große Informationsmengen gut verarbeiten und durch induktive Schlussfolgerung theoretische Modelle entwickeln, ist aber nicht an deren Umsetzung interessiert. Theorien und abstrakte Konzepte sind ihm wichtiger als soziale Beziehungen. (Schrader, 2008; Staemmler, 2005, Zavarzina, 2006).

Der Akkomodierer oder Pragmatiker bildet eine Verbindung der Fähigkeiten aktives Experimentieren und konkrete Erfahrung. Im Gegensatz zum Assimilierer löst er Probleme nicht durch logische Analysen, sondern durch Ausprobieren im Sinne der Versuch-Irrtums-Methode. Stimmen Fakten nicht mit der Theorie überein, tendiert er eher dazu die Theorie zu verwerfen anstatt die Fakten in Frage zu stellen. Menschen, die diesen Stil bevorzugen, sind häufig intuitiv, flexibel, kontaktfreudig und risikobereit (Schrader, 2008; Staemmler, 2005; Surrey, 2007; Zavarzina, 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz interkultureller Kompetenzen im Zuge der Globalisierung und definiert das Ziel der Arbeit, verschiedene Umfeldeinflüsse auf das Lernverhalten zu untersuchen.

2. Theoretische Grundlage: Es werden grundlegende Definitionen von Lernen als erfahrungsbasierter Prozess und Kultur als dynamisches, kollektives System für die weitere Argumentation etabliert.

3. Theoretische Modelle: Dieses Kapitel stellt das Lernstilmodell nach Kolb sowie Kulturkonzepte wie die Dimensionen von Hofstede und das GLOBE-Projekt als analytische Werkzeuge vor.

4. Ergebnisse aktueller Forschung: Basierend auf zwei ausgewählten Studien werden interkulturelle Unterschiede im Lernverhalten sowie der Einfluss von Profession und Landeskultur analysiert.

5. Resümee und Ausblick: Das Fazit führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, reflektiert kritisch die Forschungslage und diskutiert praktische Anwendungsfelder sowie künftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Lernstile, interkulturelles Lernen, Kolb, Kulturdimensionen, GLOBE-Studie, nationale Kultur, Subkultur, Pädagogische Psychologie, Lernprozess, Weiterbildung, interkulturelle Kompetenz, Bildungskontext, Spezialisierung, Diversität, Lerntypen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie kulturelle Kontexte – sowohl auf nationaler als auch auf subkultureller Ebene – das individuelle Lernverhalten beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf Lernstiltheorien, kulturvergleichenden Modellen und der Anwendung dieser Erkenntnisse im Bildungs- und Trainingsbereich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, inwiefern nationale Kulturen und spezifische Kontextfaktoren wie die Profession einen Einfluss auf die Ausprägung von Lernstilen ausüben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und relevanter empirischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich theoretischen Modellen (Kolb, Hofstede, GLOBE) und der Analyse von Forschungsergebnissen zur Übertragbarkeit von Lernstilen auf unterschiedliche kulturelle Hintergründe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Lernstile, interkulturelles Lernen, Kulturdimensionen und die pädagogische Psychologie definieren.

Inwiefern beeinflusst die Profession den Lernstil im Vergleich zur Nationalität?

Die Autorin stellt fest, dass die berufliche Spezialisierung in einigen Fällen einen stärkeren Einfluss auf die Wahl der Lerntechniken haben kann als die bloße Herkunft eines Lernenden.

Warum ist das Lernstilmodell nach Kolb für diese Analyse so zentral?

Es dient als populäres, in der Hochschulforschung weit verbreitetes Instrument, um kognitive Fähigkeiten und Lernpräferenzen operativ erfassbar zu machen.

Welche Herausforderungen sieht die Autorin bei der praktischen Anwendung?

Die größte Herausforderung besteht darin, dass lernende Gruppen selten homogen sind und Lehrende vor der Schwierigkeit stehen, unterschiedlichste kognitive Typen gleichzeitig optimal zu fördern.

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Details

Title
Interindividuelle Lernunterschiede. Nationale Kultur und subkulturelle Kontextfaktoren
College
Fresenius University of Applied Sciences Munich
Course
Training & Beratung
Grade
1,0
Author
Sabrina John (Author)
Publication Year
2017
Pages
23
Catalog Number
V413606
ISBN (eBook)
9783668645547
ISBN (Book)
9783668645554
Language
German
Tags
Kultur Subkultur Kontextfaktoren Lernen Lernunterschiede Lernstile kulturbedingte Lernstile kontextbedingte Lernstile
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina John (Author), 2017, Interindividuelle Lernunterschiede. Nationale Kultur und subkulturelle Kontextfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413606
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