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Sarah Bernardt - Projektion der Femme Fatale?

Title: Sarah Bernardt - Projektion der Femme Fatale?

Seminar Paper , 2002 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister Kommunikationswissenschaft Linda Neuhaus (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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„Im Mythos und in der Literatur hat es den Typus der femme fatale immer gegeben, denn Mythos und Literatur sind nur die dichterische Widerspie-gelung des wirklichen Lebens, im wirklichen Leben aber hat es an mehr oder minder vollkommenen Exemplaren herrschsüchtiger und grausamer Frauen nie gefehlt.“

Mit diesem Zitat beschreibt Mario Praz, der in seinem Werk „Schwarze Roman-tik“ als erster das Phänomen „femme fatale“ erkannte, einordnete und psycholo-gisch deutete, das dekadente Frauenbild, das in seiner Darstellung im 19. Jahr-hundert einen Höhepunkt in Kunst, Literatur und in der Gesellschaft fand.
Dass die femme fatale im wirklichen Leben real existierte und nicht nur ein Pro-dukt der Männerfantasie war, war nicht nur Praz’ Auffassung.
Vielen Frauengestalten der Geschichte wurde diese Rolle zugeordnet.
Sarah Bernhardt, eine der erfolgreichsten und bekanntesten Schauspielerinnen des 19. Jahrhunderts, galt zu ihrer Zeit als eine femme fatale par excellence.
Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob Sarah Bernhardt wirklich eindeutig dem Typus der femme fatale zuzuordnen ist und warum. Als erstes soll die Berücksichtigung des zeithistorischen Aspektes erläutern, wie die Frau in ihrer Rolle im 19. Jahrhundert, orientiert am viktorianischen England und Frankreich, wahrgenommen wurde. Ausgehend von diesen Ausführungen kann nachvollzogen werden, in welcher gesellschaftlichen Lebenssituation sich die Bernhardt befand. Außerdem sollen im Ansatz die Gründe aufgezeigt werden, warum sich gerade zu dem Zeitpunkt des fin de siècle das dekadente Frauenbild durchsetzen konnte. Dazu erscheint es sinnvoll zu erläutern, in welcher Art und Weise sich das Bild der femme fatale in Kunst und Literatur etablierte. Eine Kurzbiographie der Bernhardt stellt die Einleitung des Schwerpunkts dieser Arbeit dar. Zuerst wird der Frage nachgegangen, warum gerade Sarah Bernhardt es schaffte, zum Weltstar aufzusteigen. Im Hinblick auf die typischen Merkmale der femme fatale soll gezeigt werden, welchen Lebensstil Sarah Bernhardt verfolgte und wie sie ihre Kunst und sich selbst als Person wahrnahm. Zum Schluß wird ein Resümee gezogen, das die Ergebnisse dieser Arbeit aufgreift und in einen sinnvollen Zusammenhang bringt um aufzuzeigen, ob Sarah Bernhardt wirklich dem Mythos der femme fatale entsprach.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zeithistorischer Hintergrund

1.1 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft des 19. Jhr.

1.2 Die Frau als Schauspielerin

2. Die femme fatale - Bewegung im 19. Jahrhundert

2.1 Das dekadente Frauenbild in Kunst und Literatur

2.2 Drei Erklärungsansätze

3. Sarah Bernhardt

3.1 Kurzbiographie

3.2 Der Star Sarah Bernhardt

3.3 Sarah Bernhardt - die femme fatale

3.3.1 Das Bühnenspiel

3.3.2 Der Lebensstil der Bernhardt

3.3.3 Körperlichkeit

3.3.4 Inszenierung des Privatlebens

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, inwiefern die Schauspielerin Sarah Bernhardt tatsächlich dem zeittypischen, vom 19. Jahrhundert geprägten Typus der „femme fatale“ zuzuordnen ist und welche Faktoren zu dieser Zuschreibung führten.

  • Zeithistorische Einordnung der Frauenrolle im 19. Jahrhundert.
  • Entstehung und Definition des „femme fatale“-Phänomens in Kunst und Literatur.
  • Biographische Analyse von Sarah Bernhardt als Weltstar und Medienphänomen.
  • Untersuchung von Inszenierung, Lebensstil und Bühnenwirkung der Bernhardt.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Das Bühnenspiel

Die Inkarnation eines guten Schauspielers sah Sarah Bernhardt in der Frau. Die Schauspielkunst „enthält alle Listen, die einer Frau zur Verfügung stehen: der Wunsch zu gefallen, die Leichtigkeit, mit der Emotionen ausgedrückt und Fehler kaschiert werden und die Fähigkeit, sich anzupassen: das wahre Wesen der Frau.“

Besonders das von ihr erwähnte emotional geladene Bühnenspiel war ihr Markenzeichen, wobei sie es besonders verstand, extrem von einer Stimmung in die andere, meist in eine sogar gänzlich entgegengesetzte, zu fallen. In „Hernani“, einem romantischen Drama von Viktor Hugo, das sie 1877 in der Comédie Francaise auf die Bühne brachte, konnte Sarah Bernhardt in der Rolle der Dona Sol die Perfektion dieser Theatralik demonstrieren. In den ersten vier Akten zeigte sie sich in glanzvollen verführerischen Posen, im fünften Akt jedoch, in der ihr der Geliebte entrissen wird, mutiert sie zur wilden Tigerin, im folgenden Augenblick zur Verzweifelten und im nächsten zur Unterwürfigen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der „femme fatale“ ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Sarah Bernhardt diesem Rollenbild entsprach.

1. Zeithistorischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Kontext des 19. Jahrhunderts, insbesondere die unterdrückte Rolle der Frau und die aufkommende Bedeutung der Schauspielerin.

2. Die femme fatale - Bewegung im 19. Jahrhundert: Hier wird das Phänomen der „femme fatale“ als männliches Wunsch- und Angstbild sowie als Kritik an gesellschaftlichen Umbrüchen definiert und in Kunst und Literatur verortet.

3. Sarah Bernhardt: Das Hauptkapitel analysiert die Kurzbiographie, den Star-Status sowie die konkreten Facetten (Bühnenspiel, Lebensstil, Körperlichkeit, Inszenierung) von Sarah Bernhardt in Bezug auf das „femme fatale“-Bild.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Resümee, dass Sarah Bernhardt die Rolle der „femme fatale“ sowohl durch ihre Persönlichkeit als auch durch mediale Inszenierung und gesellschaftliche Zuschreibung in der Epoche des fin de siècle perfekt verkörperte.

Schlüsselwörter

femme fatale, Sarah Bernhardt, 19. Jahrhundert, Schauspielerin, Frauenrolle, Dekadenz, Theater, fin de siècle, Emanzipation, Medien, Inszenierung, Körperlichkeit, Identität, Geschlechterkampf, Salomé.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das kulturelle und soziale Phänomen der „femme fatale“ im 19. Jahrhundert und analysiert, warum die berühmte Schauspielerin Sarah Bernhardt zu einer Ikone dieses Typs avancierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Frau in der viktorianisch geprägten Gesellschaft, die Darstellung von Frauen in der Kunst des 19. Jahrhunderts sowie die Entwicklung des modernen Starkultes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu belegen, dass die Zuschreibung der „femme fatale“ auf Sarah Bernhardt kein bloßer Zufall war, sondern das Ergebnis ihres bewussten Handelns in Kombination mit den gesellschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen ihrer Zeit.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der zeithistorische Kontexte mit biographischen Daten und zeitgenössischen Kritiken zu den Aufführungen der Bernhardt verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Bühnenspiel, der extravagante Lebensstil, die Körperbetontheit und die gezielte Selbstinszenierung der Schauspielerin detailliert untersucht, um ihre Übereinstimmung mit dem Typus der „femme fatale“ zu beweisen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „femme fatale“, „Dekadenz“, „Inszenierung“, „fin de siècle“ und der soziale Status der Schauspielerin als „neue Frau“.

Warum wird Sarah Bernhardt im Text als „Exportprodukt“ bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf ihre beispiellose internationale Karriere, bei der sie durch mediale Fortschritte wie Fotografie und Presse weltweit vermarktet wurde und so eine internationale Konsumwelle auslöste.

Welche Rolle spielten die Medien bei der Wahrnehmung der Bernhardt?

Die Medien fungierten als Multiplikatoren, die Sarah Bernhardts exzentrisches Privatleben und ihre Bühnenrollen gezielt zur Konstruktion ihres Images als „femme fatale“ nutzten, wovon die Schauspielerin durch ihren Geschäftssinn wiederum profitierte.

Wie interpretierte die Künstlerin ihre eigene Rolle als Frau?

Bernhardt brach gezielt mit traditionellen Rollenbildern der „passiven Hausfrau“, lebte ein unabhängiges Leben und nutzte die Möglichkeiten der Schauspielkunst, um ihre eigene, starke Persönlichkeit in den Fokus zu stellen.

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Details

Title
Sarah Bernardt - Projektion der Femme Fatale?
College
University of Duisburg-Essen  (Department of English Literature)
Course
Oscar Wilde, Salomé
Grade
1,7
Author
Magister Kommunikationswissenschaft Linda Neuhaus (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V41381
ISBN (eBook)
9783638396530
ISBN (Book)
9783638656023
Language
German
Tags
Sarah Bernardt Projektion Femme Fatale Oscar Wilde Salomé
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Kommunikationswissenschaft Linda Neuhaus (Author), 2002, Sarah Bernardt - Projektion der Femme Fatale?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41381
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