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Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration. Euroskeptizismus in Griechenland vor und nach der Eurokrise

Titel: Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration. Euroskeptizismus in Griechenland vor und nach der Eurokrise

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: B.A. Christoph Germann (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als die griechische Bevölkerung am 5. Juli 2015 dem Ruf der neuen Athener Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras folgte und mit mehr als 60 Prozent der Stimmen die Spar- und Reformvorgaben der Gläubiger ablehnte, durchlebte die Europäische Union eine ihrer schwersten Krisen. Dabei nahm die Mehrheit der Griechen mit ihrem „Nein“ im Referendum auch einen drohenden Grexit in Kauf. Das Ergebnis des Referendums verdeutlichte einmal mehr den bereits bei vorangegangenen Wahlen zu beobachtenden Trend des zunehmenden Euroskeptizismus in Griechenland, der im Januar 2015 im Wahlsieg der euroskeptischen Syriza-Partei mündete.

Vor der Eurokrise gehörten die Griechen laut Eurobarometer-Daten zu den größten Befürwortern der europäischen Integration in der EU. Seitdem scheinen sich die Einstellungen der Griechen diesbezüglich grundlegend verändert zu haben. Daher wird in dieser Arbeit folgende Frage untersucht: Wie wirkt sich die Eurokrise auf die Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration aus?

Bevor dieser Frage nachgegangen wird, ist es ratsam, zunächst das Phänomen Euroskeptizismus genauer zu betrachten. Dazu ist eine präzise Begriffsbestimmung erforderlich. Anschließend werden die von Paul Taggart und Aleks Szczerbiak eingeführten Untertypen von Euroskeptizismus skizziert und die verschiedenen Ansätze zur Erklärung des Phänomens vorgestellt. Danach folgt ein Überblick über die Entwicklung des Euroskeptizismus in Griechenland vom Ende der Militärdiktatur im Jahr 1974 bis zum Beginn der Eurokrise. Schließlich wird anhand des empirischen Forschungsstandes untersucht, wie sich die Eurokrise auf die Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration auswirkt. Dabei ist es notwendig, zuerst zu erklären, warum die gestiegene Unterstützung für den Euro in Griechenland nicht als Anzeichen für positive Einstellungen zur europäischen Integration interpretiert werden sollte. Auf der Grundlage der Ergebnisse wird abschließend ein Fazit gezogen und ein Anreiz für zukünftige Arbeiten gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Euroskeptizismus: Theoretische Grundlagen

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Untertypen von Paul Taggart und Aleks Szczerbiak

2.3 Erklärungsansätze

3. Überblick: Euroskeptizismus in Griechenland 1974-2010

4. Auswirkungen der Eurokrise

4.1 Einstellungen der Griechen zum Euro

4.2 Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Eurokrise auf die Einstellungen der griechischen Bevölkerung zur europäischen Integration. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich der massive Vertrauensverlust gegenüber EU-Institutionen und nationale ökonomische Sorgen in einer veränderten Haltung gegenüber dem europäischen Integrationsprojekt widerspiegeln und warum eine pragmatische Unterstützung des Euro nicht mit einer uneingeschränkten Befürwortung der EU gleichzusetzen ist.

  • Theoretische Grundlagen des Euroskeptizismus (Begriffsbestimmung und Untertypen)
  • Historische Entwicklung des Euroskeptizismus in Griechenland von 1974 bis 2010
  • Analyse der Diskrepanz zwischen Euro-Befürwortung und EU-Skepsis während der Krise
  • Einflussfaktoren ökonomischer und identitätsbasierter Natur auf die öffentliche Meinung
  • Die Rolle der "Troika" und der Wandel der Bedeutung von "Europa" für die Griechen

Auszug aus dem Buch

2.2 Untertypen von Paul Taggart und Aleks Szczerbiak

Taggart baute anschließend auf seine ursprüngliche Definition auf und erweiterte sie in den folgenden Jahren in Zusammenarbeit mit Aleks Szczerbiak. Durch eine Reihe von herausragenden Veröffentlichungen trugen Taggart und Szczerbiak maßgeblich zur Bestimmung des Phänomens Euroskeptizismus bei (Oberkirch u. Schild 2010, S. 10). So führten sie eine Differenzierung zwischen hartem und weichem Skeptizismus ein, um unterschiedliche Ausprägungen skeptischer Haltungen gegenüber der Europäischen Union (EU) zu berücksichtigen. Nach Taggart und Szczerbiak (2002, S. 7) zeichnet sich harter Euroskeptizismus durch eine prinzipielle Ablehnung der EU und der europäischen Integration aus, während weicher Euroskeptizismus dort auftritt „where there is NOT a principled opposition to European integration or EU membership but where concerns on one (or a number of) policy areas lead to the expression of qualified opposition to the EU, or where there is a sense that ‘national interest’ is currently at odds with the EU trajectory“. Weicher Euroskeptizismus besitzt somit einen qualifizierteren Gehalt (Oberkirch u. Schild 2010, S. 10) und könnte auch als „konstruktiv“ bezeichnet werden, da die EU als politische Gemeinschaft prinzipiell unterstützt wird und sich die geäußerte Kritik ausschließlich auf ihre Funktionsweise bezieht. Harter Euroskeptizismus hingegen ist durch eine „fundamentale“ Systemkritik und grundsätzliche Ablehnung der EU als politische Gemeinschaft gekennzeichnet (Weßels 2009, S. 66).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die griechische Krisensituation ein und formuliert die Forschungsfrage zur Auswirkung der Eurokrise auf die Haltung der Griechen gegenüber der europäischen Integration.

2. Euroskeptizismus: Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Konzepte des Euroskeptizismus, die Differenzierung zwischen hartem und weichem Skeptizismus sowie verschiedene Erklärungsmodelle auf Mikro- und Makroebene vorgestellt.

3. Überblick: Euroskeptizismus in Griechenland 1974-2010: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Einstellungen gegenüber Europa von der Zeit nach der Militärdiktatur bis zum Vorabend der Eurokrise nach.

4. Auswirkungen der Eurokrise: Der Hauptteil analysiert die aktuelle öffentliche Meinung, wobei der Fokus auf dem scheinbaren Widerspruch zwischen hoher Euro-Unterstützung und zunehmender EU-Skepsis liegt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und dem Ausblick, dass Griechenland trotz einer tiefen Krise und wachsender Kritik bisher eher "Euro-kritisch" als strikt ablehnend ist.

Schlüsselwörter

Euroskeptizismus, Eurokrise, Griechenland, Europäische Integration, PASOK, Troika, öffentliche Meinung, Eurobarometer, utilitaristische Ansätze, Identität, Souveränität, Austerität, politische Partizipation, harte Euroskeptiker, weiche Euroskeptiker

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Veränderung der öffentlichen Meinung in Griechenland gegenüber der Europäischen Union und dem Euro infolge der schweren wirtschaftlichen und politischen Krise seit 2010.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die theoretische Abgrenzung des Euroskeptizismus, die historische Entwicklung der griechischen Haltung zu Europa sowie die empirische Analyse der Auswirkungen von Sparmaßnahmen und politischer Bevormundung auf die gesellschaftliche Stimmung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu erklären, wie und warum sich die Einstellung der Griechen zur europäischen Integration im Kontext der Eurokrise gewandelt hat und warum trotz massiver Kritik am politischen System weiterhin am Euro festgehalten wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der Politikwissenschaft mit empirischen Daten aus Eurobarometer-Umfragen und einschlägigen wissenschaftlichen Studien verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Euroskeptizismus, eine historische Kontextualisierung der griechischen Situation und eine detaillierte Analyse der Diskrepanz zwischen der Akzeptanz der Währungsunion und dem Vertrauensverlust in die EU-Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Euroskeptizismus, Eurokrise, Identität, Kosten-Nutzen-Analyse und Souveränität, die in ihrem Zusammenspiel die griechische Haltung zur EU definieren.

Wie unterscheidet sich "harter" von "weichem" Euroskeptizismus im Kontext der Arbeit?

Harter Euroskeptizismus lehnt die EU als System fundamental ab, während weicher Euroskeptizismus konstruktive Kritik übt oder die Mitgliedschaft nur aufgrund spezifischer politischer Entscheidungen in Frage stellt.

Warum unterstützen Griechen den Euro, obwohl sie der EU gegenüber skeptisch sind?

Die Mehrheit der Bevölkerung betrachtet den Verbleib im Euro als pragmatische Notwendigkeit, da die wirtschaftlichen Kosten eines Austritts als höher eingeschätzt werden als die Nachteile der aktuellen Austeritätspolitik.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration. Euroskeptizismus in Griechenland vor und nach der Eurokrise
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Staat und Politik im Mehrebenensystem
Note
1,3
Autor
B.A. Christoph Germann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V414135
ISBN (eBook)
9783668648104
ISBN (Buch)
9783668648111
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Euroskeptizismus Griechenland Eurokrise EU Europäische Integration Euro Troika Syriza Grexit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Christoph Germann (Autor:in), 2016, Einstellungen der Griechen zur europäischen Integration. Euroskeptizismus in Griechenland vor und nach der Eurokrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414135
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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