Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über das Leben, die Person und die Werke von Meister Eckhart zu geben und anhand der Grundstrukturen seines theologischen Denkens sowohl die Position Eckharts als auch die Faszination, die ihm immer noch anhaftet, zu klären.
Als Ausgangspunkt dieser Ausarbeitung dient die Biographie Meister Eckharts. Im Anschluss daran werden die lateinischen und deutschen Werke Eckharts kurz vorgestellt, da sein Gesamtwerk höchst umfangreich ist. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf den Grundstrukturen des theologischen Denkens Meister Eckharts. Besonders zwei dieser Grundstrukturen, die gelâzenheit und abegescheidenheit, sollen näher betrachtet werden. An diesen beiden für Eckhart wichtigen Begriffen soll seine theologisch-mystische Denkweise beleuchtet werden. Abschließend wird die Wirkungsgeschichte Meister Eckharts betrachtet sowie eine Schlussbetrachtung formuliert.
Meister Eckhart hat ,als Mystiker, Theologe und Prediger ,für viele Menschen immer noch eine große Bedeutung. In der Tat ist die Faszination, die Eckhart auf die Menschen ausübt, bis heute ungebrochen. Und dies, obwohl seine im dreizehnten Jahrhundert verfassten Texte auf den ersten Blick etwas holprig erscheinen mögen. Er beeinflusste unter anderem Johannes Tauler, Heinrich Seuse, Luther, Hegel und Schopenhauer – die Liste ließe sich noch fortsetzen. Liest man Luthers Schrift Theologia deutsch, die er 1516/1518 verfasste, so findet man deutliche Spuren von Eckharts Denken. Meister Eckhart wird oft als der bedeutendste deutschsprachige Mystiker angesehen. Seine Schriften besitzen eine ungeheure Sprachgewalt und beeinflussten Sprache und Literatur nachhaltig. Eckhart verknüpfte darin Theologie und Philosophie auf das Kunstvollste miteinander. Aufgrund einer päpstlichen Bulle, die ein Jahr nach seinem Tod erlassen wurde, gerieten seine Schriften vorübergehend in Vergessenheit. Im neunzehnten Jahrhundert erlebten sie jedoch eine Renaissance.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie Meister Eckharts
3. Werke des Meister Eckhart
4. Theologische Grundstrukturen Meister Eckharts
4.1 Abegescheidenheit
4.2 Gelâzenheit
5. Wirkung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das Leben, die Person und die Werke von Meister Eckhart. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den Grundstrukturen seines theologischen Denkens, insbesondere den Begriffen der Abgeschiedenheit und Gelassenheit, um sowohl Eckharts Position als auch die bis heute anhaltende Faszination für sein Werk zu klären.
- Biographische Einordnung Meister Eckharts und sein Wirken im Dominikanerorden.
- Struktur und Bedeutung seines lateinischen sowie deutschen Gesamtwerkes.
- Analyse der zentralen theologischen Begriffe „Abgeschiedenheit“ und „Gelassenheit“.
- Untersuchung der Einheit von Philosophie und Theologie in Eckharts Denken.
- Reflexion der Wirkungsgeschichte und der Bedeutung Eckharts für heutige Gottsucher.
Auszug aus dem Buch
4. Theologische Grundstrukturen Meister Eckharts
„Wie alle große christliche Mystik kreist auch die Mystik Eckharts um die in Christus grundgelegte und gnadenhaft ermöglichte Vereinigung des Menschen mit Gott.“
Meister Eckhart ist stark durch die Schriften von Peter Lombardus beeinflusst. Im Mittelalter musste jeder angehende Theologe diese Lehrsätze studieren und kommentieren und so beschäftigt er sich im Zuge seines Studiums besonders intensiv mit ihnen. Auch die Werke von Thomas von Aquins sowie die Schriften von Moses Maimonides üben eine große Faszination auf ihn aus. So ist er durch viele Neuplatoniker beeinflusst. Im Zentrum seines Denkens stehen vor allem Gott und Mensch oder genauer gesagt, Gott und Seele sowie ihre Vereinigung. Meister Eckhart möchte den Menschen Gott begreifbar machen und ihnen so den Weg zum christlichen Glauben ebnen. Für ihn ist das Heilige eine Quelle der Vernunft, mehr noch, das Heilige selbst ist die Vernunft. Ein Schlüsselwort bei ihm ist daher die „vernünftichkeit“; er meint damit, dass die Basis seiner Argumentation ganz natürliches Denken ist, also etwas, was mit reiner Vernunft erkennbar und verständlich ist. Von dieser Basis aus entfaltet er einen übernatürlichen Sachverhalt, damit er einsehbar und verständlich wird und um seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf diese Weise von der Wahrheit zu überzeugen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Meister Eckharts als Mystiker, Theologe und Prediger ein und legt das Ziel der Arbeit fest, sein Denken anhand zentraler Grundstrukturen zu beleuchten.
2. Biographie Meister Eckharts: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg Eckharts nach, von seiner Herkunft und seinem Eintritt in den Dominikanerorden bis hin zu seinen Lehrtätigkeiten und den kirchenrechtlichen Konflikten am Ende seines Lebens.
3. Werke des Meister Eckhart: Hier wird der Aufbau des Gesamtwerkes in einen lateinischen und einen deutschen Teil beschrieben sowie die Intention seines geplanten „Opus tripartitum“ erläutert.
4. Theologische Grundstrukturen Meister Eckharts: Dieses Kapitel analysiert die philosophisch-theologischen Grundlagen Eckharts, insbesondere die Einheit von Gott und Mensch, und geht detailliert auf die zentralen Konzepte der Abgeschiedenheit und Gelassenheit ein.
5. Wirkung und Schlussbetrachtung: Zum Abschluss werden die Bedeutung Eckharts für nachfolgende Denker sowie seine anhaltende Faszination und Aktualität für heutige Menschen auf der Suche nach Spiritualität diskutiert.
Schlüsselwörter
Meister Eckhart, Mystik, Theologie, Dominikaner, Abgeschiedenheit, Gelassenheit, Gottesgeburt, Seelengrund, Philosophie, Scholastik, Mittelalter, Spiritualität, Gott-Mensch-Vereinigung, Vernünftigkeit, Wirkungsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Person und dem theologischen Denken von Meister Eckhart, wobei sein Leben, seine Werke und seine mystischen Kernkonzepte im Fokus stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Einordnung Eckharts als Dominikaner, sein schriftstellerisches Wirken in lateinischer und deutscher Sprache sowie die systematische Untersuchung seiner mystischen Grundbegriffe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über Meister Eckhart zu geben und die Faszination zu erklären, die sein Werk über Jahrhunderte hinweg auf Menschen ausübt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse der Forschung von Experten wie Kurt Ruh, Alois M. Haas und Dietmar Mieth, kombiniert mit einer systematischen Exegese der zentralen Begriffe Eckharts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Biographie Eckharts, einer Vorstellung seiner Werke, der Erläuterung der theologischen Grundstrukturen und einer detaillierten Analyse der Begriffe Abgeschiedenheit und Gelassenheit.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie christliche Mystik, Abgeschiedenheit, Gelassenheit, Gottesgeburt, Theozentrik und die Einheit von Philosophie und Theologie geprägt.
Warum war es für Eckhart so wichtig, in seiner Muttersprache zu schreiben?
Eckhart nutzte das Mittelhochdeutsche als schöpferische Sprache, um seine theologischen Gedanken auch einer großen Gemeinde außerhalb der akademischen lateinischen Welt verständlich zu machen.
Welche Rolle spielt der Begriff der Abgeschiedenheit in Eckharts Denken?
Die Abgeschiedenheit ist für Eckhart der notwendige Weg, um sich von den eigenen Wünschen und der Welt zu lösen, damit das Innerste der Seele bereit für die Geburt Gottes werden kann.
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- Christiane Melzer (Author), 2017, Meister Eckharts Grundstrukturen des theologischen Denkens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414139