Welche Auswirkungen hatte die globale Finanzkrise von 2007/2008 auf die Refinanzierung europäischer Banken?

What effects did the global financial crisis of 2007/2008 have on the refinancing of European banks?


Bachelorarbeit, 2017

78 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Volkswirtschaftliche Funktionen und Tätigkeiten von Banken

3 Finanzkrise von 2007/2008

4 Einführung in die Bankenrefinanzierung

5 Refinanzierungsquellen europäischer Banken
5.1 Kurzfristige Refinanzierung über den Geldmarkt
5.1.1 Eurosystem
5.1.2 Handelsgeldmarkt
5.2 Eigenfinanzierung
5.3 Einlagenfinanzierung
5.4 Kapitalmarktbasierte Refinanzierung
5.4.1 Asset Backed Securities
5.4.2 Covered Bonds/ Pfandbriefe
5.4.3 Unbesicherte Bankschuldverschreibungen

6 Auswirkungen der Finanzkrise auf die Refinanzierung

7 Fazit

Quellenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vergabe von "Subprime"- Hypothekenkredite in den USA

Abbildung 2: Verbriefung von Hypotheken

Abbildung 3: Passivseite der Bilanz europäischer Banken

Abbildung 4: Geldpolitische Instrumente der EZB

Abbildung 5: Struktur von Asset Backed Securities

Abbildung 6: Passivseite der Bilanz der Banken im Euroraum von 2000-2011

Abbildung 7: Finanzierungsanteile im Euroraum

Abbildung 8: Europäischer Verbriefungsmarkt von 2004 bis 2015

Abbildung 9: Attraktivität der Anleihearten für die Refinanzierung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die globale Finanzkrise hat mit ihrem Beginn 2007 überall auf der Welt Spuren hinterlassen. Insolvente Banken, drohende Unternehmenspleiten und ein möglicher Systemzusammenbruch bestimmten die Schlagzeilen ab 2007. Angefangen in den USA (United States of America), trafen die Folgen ab 2008 auch die Wirtschaft in Europa. In die öffentliche Diskussion rückten dabei besonders das Handeln der Banken und ihre direkte Schuld an der Krise. Eingegangene Risiken wären zu hoch gewesen, um mögliche Gewinne damit rechtfertigen zu können. Bei Verlusten seien neben den Banken selbst auch Staaten, Unternehmen und Privathaushalte von den negativen Effekten beeinflusst worden.[1] Die Auswirkungen der Krise sind noch in den Jahren danach spürbar und haben Wirtschaftssubjekte in ihrem Handeln unmittelbar betroffen und verändert.

Seit Beginn der Finanzkrise haben sich damit auch die Marktbedingungen und das Umfeld der Geldhäuser stark verändert. Besonders der Ausgleich von Liquiditätsabflüssen, also die Refinanzierung der Banken, hat sich mit der Finanzkrise gewandelt. Sie war lange Zeit nur Inhalt von Lehrbüchern der Bankbetriebslehre und stellt seit 2007 das Liquiditätsmanagement der Banken vor große strategische Herausforderungen.[2]

Aktuelle Publikationen beschäftigen sich mit der Bedeutsamkeit und den Einsatzfähigkeiten einzelner Refinanzierungsmittel für Banken in Europa, speziell derer im Euroraum. Diese Arbeit stellt deshalb die Frage: „Welche Auswirkungen hatte die globale Finanzkrise von 2007/2008 auf die Refinanzierung europäischer Banken?“. Es gilt die Hypothese: Die Finanzkrise von 2007/2008 hat die Refinanzierung europäischer Banken nachhaltig verändert.

Die Bestätigung der Hypothese wird Gegenstand der folgenden Analyse sein. Es soll erörtert werden, ob die Finanzkrise von 2007/2008 Auswirkungen auf die Refinanzierung von europäischen Banken hatte, in welcher Weise sich diese äußern und wie sie sich nachwirkend auch aktuell noch auswirken. Dazu müssen die Funktionen der Banken in einer Volkswirtschaft dargestellt und die Gründe für die Finanzkrise, ihr Verlauf und die Folgen skizziert werden. Darüber hinaus soll in die Refinanzierung europäischer Banken eingeführt und ihre wichtigsten Refinanzierungsquellen vorgestellt und voneinander abgegrenzt werden. Erst auf dieser Grundlage kann eine Analyse über Refinanzierungstrends vor 2007 und die Entwicklungen nach der Finanzkrise in Europa erfolgen.

Die Basis der Arbeit bilden dabei die Theorien in der Literatur und den Fachbeiträgen des Bankenmanagements, der Investition und der Finanzierung. Der Analyseteil findet primär auf der Auswertung von Branchenanalysen, Fachpublikationen und Berichten der Zentralbanken statt, da dort Banken, Analysten und Experten praxisnah ihre Forschungen zum Thema veröffentlichen.

Der Einfachheit halber sollen primär Banken der Europäischen Währungsunion betrachtet werden, die im Verbund des Eurosystems sind. Ist die Sprache von europäischen Banken, sind damit also die der Eurozone gemeint. Dabei werden sie als aggregierte Einheit behandelt und nur beispielhaft nach Ländern, Art und Größe der Banken unterschieden. Allerdings soll das deutsche Bankensystem dabei vereinzelt als Grundlage für Erklärungen und Vergleiche dienen.

2 Volkswirtschaftliche Funktionen und Tätigkeiten von Banken

Zur Grundlage soll im folgenden Kapital die Bedeutung von Banken in Volkswirtschaften erklärt werden. Dazu wird dargestellt, welche volkswirtschaftlichen Funktionen sie erfüllen, welche Geschäftstätigkeiten sie jeweils verfolgen und welche Bankgruppen in Europa zu finden sind.

Der Begriff Bank ist abgeleitet von dem italienischen Wort Banco, welches den Tisch eines Geldwechslers bezeichnet.[3] Somit sind Banken der Bedeutung nach zuständig für den Wechsel von Geld. Ihnen kommt damit schon vom Begriff her die Rolle als Finanzintermediär zu, der auf der einen Seite Gelder annimmt, sie verwaltet und auf der anderen Seite wieder verleiht.[4] Geldhäuser erfüllen zusätzlich eine geldpolitische Funktion, indem sie dem Wirtschaftskreislauf Zentralbankgeld zuführen und dem Geld durch Spar- und Kreditzinsen einen Preis geben. Darüber hinaus eröffnen sie ihren Kunden den Zugang zum Kapitalmarkt, auf dem beispielsweise mit Wertpapieren gehandelt wird. Ohne Banken wäre der Geldfluss einer Volkswirtschaft erheblich gestört und die Wirtschaft würde zum Erliegen kommen. Zu den Kunden der Banken gehören neben Privatpersonen auch Unternehmen, Staaten und andere Geldhäuser.[5]

In Deutschland regelt das Kreditwesengesetz (KWG) genau, welche Unternehmen die Bezeichnung Kreditinstitut und Bank verwenden dürfen, welche Geschäfte sie tätigen müssen und wie sie sich von bankähnlichen Kreditinstituten unterscheiden.[6] Die nötige Lizenz wird von der Bankenaufsicht erteilt. Je nach Art der Bank differenzieren sich ihre Geschäfte, Instrumente und Kunden. Zur Vereinfachung soll in dieser Arbeit die Bezeichnung Bank für alle Universal- und Spezialbanken gelten, da keine Unterscheidung der jeweiligen Bankgruppen und Rechtsformen stattfindet.[7]

Die Bedeutung von Banken in den Volkswirtschaften erkennt man bereits an ihrer Größe. Im Jahr 2015 entsprach die Bilanzsumme der Banken in der Eurozone 30,7 Billionen Euro, das etwa dem 3,5- Fachen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Eurozone entspricht.[8]

Volkswirtschaftlich kommen Banken drei sehr wichtige Funktionen zu. Sie betreiben Losgrößentransformation, indem sie die Einlagen von institutionellen und privaten Einlegern bündeln, umwandeln und Nachfragern in Form von Krediten zur Verfügung stellen.[9] Damit sind sie das volkswirtschaftliche Bindeglied zwischen Investitionen und Sparen und grundsätzlich mitverantwortlich für das Wirtschaftswachstum. Wie viele Kredite eine Bank vergeben kann, also wie ihr Kreditschöpfungspotenzial ist, hängt von ihren Liquiditätsreserven und den Möglichkeiten ab, liquide Mittel zu verleihen.[10]

Eine weiterführende Funktion der Banken besteht in der Umwandlung von kurzfristigen Geldanlagen in langfristige Kredite. Hier kommt es, beispielsweise durch das Zinsänderungsrisiko für Sparer oder die langfristige Fremdkapitalaufnahme von Kreditnehmern, zu einer unterschiedlichen Nachfrage der Laufzeiten. Geldhäuser müssen dadurch Fristentransformation betreiben, um kurzfristige Mittel auch langfristig verleihen zu können.[11] In diesem Kontext formulierte Otto Hübner die „ Goldene Bankregel “, deren Prinzip auch als Fristenkongruenz bezeichnet wird.[12] Sie besagt, dass Banken der Kapitalüberlassung eine Kapitalbindung in gleicher Höhe und Dauer gegenüber stellen müssen.[13] Diese Regel wird in der heutigen Bankenpraxis jedoch nicht mehr vollständig eingehalten. So werden kurzfristige Einlagen auch langfristig verliehen. Am Beispiel der Northern Rock Bank kann gesehen werden, dass im Laufe der Finanzkrise 2007/2008 der kurzfristige Mittelentzug durch Sparer und eine überzogene Fristentransformation zur Zahlungsunfähigkeit einer Bank führten.[14] Durch positive Fristentransformation erwirtschaften Banken Gewinne, wenn die eingenommenen Zinserträge durch Kredite höher sind als die Zinsaufwände für kurzfristige Einlagen. Je höher dabei die Spanne ist, desto höher ist die Rendite für die Bank.

Die dritte volkswirtschaftliche Funktion bezieht sich auf die Risikotransformation.[15] Dabei geht es um die Überwachung, Einschätzung und Bündelung von Risiken in den Kreditgeschäften der Banken. Ausgefallene Kredite sollen nicht zu einem Ausfall der Spareinlagen führen. Aus diesem Grund verpflichtet die Bankenregulierung (Basel III) Banken dazu, für jeden vergebenen Kredit eine bestimmte Menge Eigenkapital zu hinterlegen.[16] Dadurch sollen bei Kreditausfall die Einlagen gesichert werden und die Bank weiter liquide bleiben. Es gilt: „Je mehr Kredite eine Bank vergibt, desto besser kann sie die Kreditrisiken einstufen und desto besser kann sie die Ausfallrisiken diversifizieren .[17]

Die Ausübung der drei volkswirtschaftlichen Funktionen wird durch einzelwirtschaftliche Aufgaben ergänzt, die je nach Art der Bank durch unterschiedliche Geschäfte angeboten werden. Neben der Versorgung mit Krediten und der Verwahrung von Einlagen, zählen dazu in erster Linie die Abwicklung des baren und bargeldlosen Zahlungsverkehrs und die Abwicklung der Wertpapier- und Emissionsgeschäfte ihrer Kunden. Diese betreibt sie auch im Eigenhandel, um Gewinne zu erwirtschaften.[18]

Das Bankensystem in Europa unterscheidet sich dabei auf übernationaler und nationaler Ebene. Als übernationales System wurde im Rahmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion zum 01.01.1999 das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) installiert. Neben der Europäischen Zentralbank (EZB) als supranationalem Organ in Frankfurt, gehören auch die nationalen Zentralbanken (NZBen) der EU- Mitgliedsstaaten zum ESZB. Das Eurosystem bilden die NZBen der Währungsunion zusammen mit der EZB. Auf nationaler Ebene grenzen sich Universal- und Spezialbanken durch ihre Aufgaben, Ziele und Tätigkeiten untereinander und von den Zentralbanken ab.

Die EZB ist ein offizielles Organ der Europäischen Union und regelt vorrangig die Preisstabilität im Euroraum. Als ausführendes Organ unterliegt sie den Aufgaben des ESZB. Diese sind im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEU-Vertrag) in Artikel 127 Absatz 2 geregelt:

„Die grundlegenden Aufgaben des ESZB bestehen darin, die Geldpolitik der Union festzulegen und auszuführen, Devisengeschäfte im Einklang mit Artikel 219 durchzuführen, die offiziellen Währungsreserven der Mitgliedsstaaten zu halten und zu verwalten, das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern.“[19]

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben stehen der EZB verschiedene Instrumente und Leitzinsen zur Verfügung.[20] Darüber hinaus ist sie, zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden, Teil des europäischen Bankenaufsichtsmechanismus Single Supervisory Mechanism (SSM), der Aktivitäten von Banken teilnehmender Länder überwacht, prüft und sanktionieren kann.[21]

Auf nationaler Ebene unterscheiden sich die Kreditinstitute in ihrer Art und in ihren Geschäftstätigkeiten.[22] In den meisten europäischen Ländern agieren Universalbanken, die neben dem Einlagen- und Kreditgeschäft auch den Wertpapierhandel anbieten. In Deutschland untergliedern sie sich in private Kreditbanken, Sparkassen, Landesbanken und in Genossenschaftsbanken. In der Gruppe der Kreditbanken finden sich Großbanken, Regionalbanken, Auslandsbankenniederlassungen und Privatbankiers wieder. Die Ausführung des Privat- und Firmenkundengeschäftes sowie des Investmentbankings lässt Universalbanken global am Finanzmarkt agieren, die Vermögen der Kunden verwalten und ihre eigenen Produkte verkaufen. Zu den Universalbanken zählen in Deutschland unter anderem die Deutsche Bank und die Commerzbank. Das Gegenstück zu den universellen Kreditinstituten bilden Spezialbanken, die spezielle Bankgeschäfte für bestimmte Kundengruppen anbieten. Dazu zählen in Deutschland beispielsweise Hypothekenbanken, Bausparkassen, Teilzahlungsbanken, Autobanken, Konzernbanken und Kreditinstitute mit Sonderaufgaben.[23] In den USA konnten sich durch den Glass Steagall Act ab 1933 reine Investmentbanken entwickeln, da das Trennbankensystem eine Auskopplung des Investmentbanking vom Einlagen- und Kreditgeschäft forderte. Während der Finanzkrise verwandelten sich 2008 die übrig gebliebenen reinen Investmentbanken -Morgan Stanley und Goldman Sachs- in Universalbanken.[24]

Der Leistungserstellungsprozess von Banken erfolgt am Finanzmarkt, auf dem das Angebot und die Nachfrage nach Geld und Kapital aufeinandertreffen. Gliedern lässt er sich in einen Geldmarkt, Devisenmarkt und Kapitalmarkt, dem auch der Kreditmarkt angebunden ist. Die Märkte lassen sich durch spezielle Kriterien abgrenzen, deren Linien allerdings verschwimmen können. Auf dem hoch organisierten Geldmarkt findet der Handel mit Liquidität durch Geldmarktkredite und Wertpapiere statt, die sich in Zentralbankgeld wandeln lassen. Primär handeln hier die Zentralbanken mit den Geschäftsbanken oder die Kreditinstitute untereinander auf dem Interbankenmarkt. Allerdings können auch große Industrieunternehmen zu den Teilnehmern gehören. Die Geschäfte auf dem Geldmarkt gelten als kurzfristig, da sie in der Regel eine Laufzeit von unter einem Jahr haben. Auf dem organisierten Kapitalmarkt agieren viele Banken und Nichtbanken an staatlich regulierten Plätzen, wie zum Beispiel den Wertpapierbörsen. Handelsobjekte können Wertpapiere und Beteiligungen sein, wozu unter anderem Aktien, Anleihen und Pfandbriefe zählen. Auf dem nicht organisierten Kapitalmarkt werden, ohne Einschaltung von Banken und Börsen, Darlehen und Beteiligungen gehandelt. Den Kapitalmarktgeschäften werden mittelfristige Laufzeiten (1-4 Jahre) und langfristige Laufzeiten (über vier Jahre) zugeordnet.[25] Abgrenzend zu den beiden Teilmärkten gilt der Devisenmarkt, der sich darin unterscheidet, dass zumeist Banken untereinander ausschließlich mit Währungen handeln. Darüber hinaus haben sich internationale Finanzmärkte (Euromärkte) entwickelt, deren Geld- und Kapitalmarktgeschäfte mit ausländischen Währungen durchgeführt werden und dadurch keinen nationalen Regulierungen unterliegen.[26]

Zum Grundverständnis von Banken sollte in den zurückliegenden Erläuterungen die volkswirtschaftlichen Funktionen herausgestellt und ihre jeweiligen Tätigkeiten auf übernationaler und nationaler Ebene festgehalten werden. Es sollte erkennbar werden, auf welchen Märkten Banken agieren und wie wichtig sie für eine Volkswirtschaft sind. Besonders in der globalen Finanzkrise von 2007/2008 zeigte sich die Bedeutung von Banken, da sie beträchtlichen Schaden anrichteten und trotzdem, auf Grund ihrer Systemrelevanz, staatlich gerettet wurden.

3 Finanzkrise von 2007/2008

Das folgende Kapitel behandelt die Grundzüge der globalen Finanzkrise von 2007/2008. Es soll skizziert werden, weshalb es zu der Finanzkrise kam, welche Ereignisse von besonderer Bedeutung waren und wie sich ihre Folgen auswirkten.

Abbildung 1 : Vergabe von "Subprime"- Hypothekenkredite in den USA [27]

Die Ursachen der globalen Finanzkrise von 2007/2008 sind sehr vielfältig und bereits auf die Jahre vor 2007 zu datieren. Eine Ursache sehen viele Experten in den Zinssenkungen des Federal Reserve System (FED) ab dem Jahr 2001.[28] Um nach dem Zusammenbruch der „New Economy“ und den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Investitionen zu unterstützen und das Wirtschaftswachstum zu fördern, senkte die US-amerikanische Notenbank ihren Leitzins zwischen dem 03.01.2001 und dem 11.12.2001 von 6 % auf 1,75 % und weiter bis zum 25.06.2003 auf 1 %.[29] Durch den niedrigen Leitzins konnten sich in den USA zunehmend Privatpersonen günstige Darlehen zur Eigenheimfinanzierung leisten. Die ansteigende Häusernachfrage führte zeitgleich zu einem Immobilienboom, indem die Immobilienpreise stiegen und eine Spekulationsblase formten.[30]

Da der amerikanische „Prime“- Kreditmarkt zum größten Teil gesättigt war, erschloss sich im „Subprime“- Segment eine neue Kundengruppe für Kreditgeber. Dieser Teil des US-Kreditmarkts beinhaltet, im Gegensatz zum „Prime“- Segment, die Schuldner mit schlechter Bonität, bei denen das Kreditausfallrisiko am höchsten ist. Bezeichnet wurden diese Darlehensnehmer später als Ninjas für „ No Income, no Job, no Assets[31], also Personen mit geringem oder keinem Einkommen. Die anfangs günstigen Hypothekenkredite wurden ihnen mit niedrigen, variablen Zinsen angeboten, um mögliche Immobilienkäufe zu finanzieren. Die Immobilienbesitzer profitierten von den niedrigen Darlehenszinsen und die Kreditgeber von den gestiegenen Wiederverkaufswerten der Immobilien bei Kreditausfall.[32] Wie Abbildung 1 zeigt, verdoppelte sich die Anzahl der jährlichen Hypothekenkredite im „Subprime“-Segment zwischen 2003 und 2006 von circa 300 Mrd. US-Dollar auf knapp 600 Mrd. US-Dollar jährlich. Mit einem Höchstwert von 23,5 % fielen im Jahr 2006 fast ein Viertel aller Hypothekendarlehen auf den „Subprime“-Markt.[33]

Für Banken entstand ein zusätzliches Geschäftsmodell darin, die Hypothekenkredite gebündelt an speziell eingerichtete, außerbilanzielle Structured Investment Vehicles (SIVs) zu verkaufen. Diese Zweckgesellschaften refinanzierten sich, wie in Abbildung 2 dargestellt, indem sie die gebündelten Kredite zu Asset Backed Securities (ABS)[34] verbrieften und als forderungsbesicherte Wertpapiere weltweit an institutionelle Investoren und Anleger verkauften.[35] Als „Schattenbank“ konnten sie dadurch die Bankenaufsicht umgehen und ohne Eigenkapitalrücklagen „Subprime“-Kredite ankaufen. Etwa 400 Mrd. US-Dollar betrug das Volumen der SIVs im Sommer 2007.[36] Einige Banken kauften beispielsweise ABS auf und verbrieften sie weiter. Die dadurch entstandenen Collateralized Debt Obligations (CDOs) hatten dann unterschiedliche ABS als Inhalt und wurden damit hoch undurchsichtig, riskant und spekulativ an andere Banken, Investmentbanken, Versicherungen, Hedgefonds und Pensionskassen vertrieben.[37]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 : Verbriefung von Hypotheken [38]

Die Grundpfandrechte an den beliehenen Grundstücken blieben im Besitz der Banken, die Kredittilgungen wurden an den Wertpapierkäufer gezahlt. Die Geldhäuser verkauften mit den Wertpapieren allerdings auch die Kreditausfallrisiken an die Investoren. Zusätzliche Absicherungen der Emittenten und Spekulationen durch Kreditderivate erfolgten in Form von Credit Default Swaps (CDS), die als Kreditausfallversicherungen gehandelt wurden. Die verbrieften Hypothekenkredite wurden anfangs von den Ratingagenturen mit geringen Risiken bewertet.[39] Auf Grund finanzieller Unterstützung und falscher Bewertungsmodelle, die ausschließlich auf steigende Immobilienpreise konzipiert waren, bewerteten Ratingagenturen die formal risikoarmen „Senior Tranchen“ mit der Bestbewertung „AAA“. Dadurch konnten Banken den Großteil ihrer Hypothekenportfolios in Form bestbenoteter Anleihen am Markt platzieren. Da die Kreditnachfrage im Laufe der Zeit auch im „Subprime“-Markt gesättigt war, entwickelten Investmentbanken synthetische CDOs. Diese wurden nicht mehr mit realen Hypotheken, sondern mit CDS abgesichert und damit die Risiken weiter potenziert.[40]

Als die FED im Jahr 2006 den Leitzins wieder erhöhte, platzte die Immobilienblase und die Häuserpreise sanken in einigen Regionen der USA stark ab. Die angehobenen Tilgungen der variablen Hypothekenkredite konnten nicht mehr bezahlt werden und erste US-Hypothekenbanken gingen 2007 insolvent. Die aufbauend auf die Hypothekenkredite entwickelten Verbriefungen wurden durch die „Subprime“-Krise wertlos.[41]

Handelnde Institutionen hatten massive Verluste, welche im Jahr 2008 zu Insolvenzen verschiedener Banken führten, die durch staatlich unterstütze Maßnahmen gerettet werden mussten. Neben der staatlich unterstützten Übernahme der Investmentbank Bear Sterns durch JP Morgan, gehörten auch die Verstaatlichungen der großen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac dazu. Als Symbol für die Finanzkrise gilt die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15.11.2008, die eine weltweite Bankenkrise auslöste. Auf Grund der finanziellen Unterstützung für die drei anderen Banken, verzichtete die US-Regierung auf finanzielle Hilfe für Lehman Brothers.[42] Damit sollte Banken verdeutlicht werden, dass sie nicht mehr auf das Prinzip „Too-big-to-fail“ setzen konnten.[43] Die Insolvenz von Lehman Brothers ließ den weltweiten Interbankenhandel einfrieren, bei dem sich Banken untereinander Geld leihen konnten. Die Möglichkeit der Illiquidität anderer Geldhäuser, führte zu Misstrauen untereinander. Dadurch bekamen auch europäische Banken Probleme bei der Refinanzierung, also der Kapitalbeschaffung.[44]

Durch den massiven Handel von Kreditausfallversicherungen im Wert von 500 Mrd. US-Dollar, kam im Heberst 2008 mit der American International Group (AIG), der einst größte und mächtigste Versicherungskonzern in die Gefahr einer Insolvenz.[45] Durch die starke Vernetzung der Versicherung, wurde davon ausgegangen, dass eine Pleite Konsequenzen auf die gesamte Finanzwelt hätte und sie im schlimmsten Fall komplett hätte zerstören können. Der Finanzmarktzusammenbruch konnte nur mit einer Unterstützung von 182 Mrd. US-Dollar durch die amerikanische Regierung und die FED abgewehrt werden.[46]

Im weiteren Verlauf der Krise kam es international zu starken Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten, die zusätzlich mit der Einstellung des Interbankenhandels und den weltweit verbreiteten wertlosen CDOs die globale Finanzkrise verstärkten.[47] Besonders europäische Banken waren in den Handel mit CDOs eingestiegen. Durch die Basel II Regelungen war es ihnen gestattet, „AAA“-Anleihen zu kaufen, ohne dafür viel Eigenkapital hinterlegen zu müssen.[48] Einzelne Banken, wie die West LB oder die HSH Nordbank, kamen zusätzlich in Refinanzierungsschwierigkeiten, da sie die milliardenschweren Positionen der von ihnen gegründeten Zweckgesellschaften auf Druck der Zentralbanken und der Politik abbauten.[49] Um die Risiken wieder aus ihren Bilanzen zu entfernen, schoben Banken später staatlich genehmigt ihre „Schrottpapiere“ auf Abwicklungsgesellschaften, die so genannten „Bad Banks“.[50]

Der International Monetary Fund (IMF) schätzte die Verluste durch Wertpapiere und Kredite von 2007 bis 2010 bei Banken in den USA auf 885 Mrd. US-Dollar, in Großbritannien auf 455 Mrd. US-Dollar, in der Eurozone auf 665 Mrd. US-Dollar, im sonstigen Europa auf 156 Mrd. US-Dollar und in Asien auf 115 Mrd. US-Dollar. Das ergibt nach IMF-Schätzungen Verluste bei den weltweiten Finanzunternehmen in Höhe von 2,276 Billionen US-Dollar.[51]

Die enormen Verluste der Kreditinstitute führten zu weitreichenden staatlichen Hilfs- und Konjunkturprogrammen. Allein die deutsche Regierung beschloss im Oktober 2008 mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) ein Rettungspaket über 480 Mrd. Euro. „Der SoFFin soll das deutsche Finanzsystem stabilisieren, das Vertrauen unter den Banken wieder herstellen, die Liquiditätsengpässe überwinden helfen und die Eigenkapitalbasis der Finanzunternehmen verbessern.“[52] Die Europäische Kommission berechnete einen Wert von 1,616 Bill. Euro an Hilfeleistungen der Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union (EU) für ihre Kreditinstitute.[53]

Wirksam wurden die Folgen der Finanzkrise in den Veränderungen des realen BIP, der die Wertschöpfung der Volkswirtschaften zum jeweiligen Vorjahr darstellt. In den USA sank das BIP 2008 um -0,29 % und 2009 um -2,78 %.[54] Laut Statistischem Amt der Europäischen Union (Eurostat) hatten die 28 Länder der EU 2006 und 2007 noch BIP-Wachstumsraten von 3,3 % und 3,1 %. Im Jahr 2008 wuchs das BIP nur um 0,4 % und im Jahr 2009 ging es um 4,4 % zurück. Der Euroraum mit 19 Ländern hatte 2009 ein Minus von 4,5 %. Besonders stark betroffen waren Estland mit -14,7 %, Lettland mit -14,3 % und Litauen mit -14,8 %. Deutschland, Kroatien, Italien, Luxemburg, Ungarn, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Finnland und Island hatten in Europa einen BIP-Rückgang von mehr als 5 %. Als einziger EU-Mitgliedsstaat hatte Polen ein positives BIP-Wachstum von 2,8 %.[55]

Die milliardenschwere Unterstützung der nationalen Banken und die Rezession ließen die Staatsverschuldung europäischer Länder steigen und führten zu einer „Euro-Krise“.[56] Zwischen 2007 und 2015 überschritt die Staatsschuldenquote[57] in Griechenland, Spanien, Irland, Italien und Portugal mindestens in einem Jahr 100 %. Die größte Staatsverschuldung hatte Griechenland 2014 mit einer Schuldenquote von 179,7 %.[58]

Um die bankrotten Mitglieder der EU zu retten, wurde ab Juni 2010 ein temporärer Euro-Rettungsschirm eingerichtet. Dieser wurde zusammengesetzt aus dem Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) und der Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), die ein Ausleihvolumen von 500 Mrd. Euro und maximale Garantien von 840 Mrd. Euro zur Verfügung hatten. Ab 2012 wurden EFSM und EFSF vom Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) abgelöst, der ein Volumen von 700 Mrd. Euro für verschuldete EU-Staaten hält.[59] Um die Konjunktur zu stärken, senkte die EZB ihre Leitzinsen und gab bekannt, Staatsanleihen aufzukaufen.[60]

Durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wurden im Dezember 2010 mit Basel III neue Vorschriften für Eigenkapital- und Liquiditätsregeln veröffentlicht. Nach den Ereignissen der Finanzkrise, sollen die Vorschriften dazu dienen, das Eigenkapital und die Liquidität von Banken zu stärken, damit eingegangene Risiken auch gedeckt werden.[61]

Dieses Kapitel sollte skizzieren, wie die globale Finanzkrise durch die „Subprime-Krise“ in den USA ausgelöst wurde und anschließend durch eine Banken-, Wirtschafts-, und Staatschuldenkrise zu der Euro-Krise in Europa führte. In der Folge mussten bankrotte Staaten durch milliardenschwere Rettungspakete der EU und ihrer Mitgliedsstaaten gestützt werden. Um zukünftigen Systemkrisen vorzubeugen, entwickelte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit Basel III weitere Richtlinien zur Bankenregulierung, die auch die Refinanzierungsmöglichkeiten der europäischen Banken einschränken.

4 Einführung in die Bankenrefinanzierung

Im Laufe der Finanzkrise von 2007/2008 mussten viele Banken staatlich unterstützt werden, da sie sich selber nicht mehr refinanzieren konnten. Der folgende Abschnitt soll einführend darstellen, worum es sich bei der Refinanzierung von Banken handelt und welche Besonderheiten sie gegenüber der klassischen Unternehmensfinanzierung hat.

Als Refinanzierung bezeichnet man bei Kreditinstituten die Mittelbeschaffung, die zur Ausübung des Aktivgeschäfts notwendig ist. Damit sind die Geschäfte gemeint, die in Anhang 1 auf der Aktivseite der Bankbilanz stattfinden und unter anderem durch die Geschäfte auf der Passivseite finanziert werden.[62] Im Speziellen muss der Liquiditätsabfluss der in Forderungen an Kunden bilanzierten Kredite ausgeglichen werden, um die übrigen Verbindlichkeiten bedienen zu können.[63] Besonders in Europa übersteigt aber die Anzahl vergebener Kredite die Einlagen der Banken.[64] Dieses Ungleichgewicht kann nur funktionieren, wenn sich Banken neben den Einlagen auch noch anderer Refinanzierungsquellen bedienen. Weil Banken Unternehmen sind, gilt auch für sie die Erhaltung der Liquidität als unabdingbare Nebenbedingung ihres unternehmerischen Handels.[65] Darunter zu verstehen ist die pünktliche und betragsgenaue Zahlungsbereitschaft ihrer Verbindlichkeiten.[66] Unternehmen, die diese Bedingungen nicht mehr erfüllen können, sind insolvent und müssen Konkurs anmelden. Bei jedem Unternehmen muss es also das Ziel sein, Auszahlungen und Einzahlungen im Gleichgewicht zu halten, um dadurch liquide zu bleiben. Helfen kann dabei beispielsweise die Bildung von Liquiditätsreserven. Allerdings ist es kein unternehmerisches Ziel, die Liquidität zu maximieren. Es ist vielmehr eine Grundvoraussetzung, um überhaupt Gewinne erwirtschaften zu können.[67]

Aus diesem Grund müssen Unternehmen Liquiditätspolitik betreiben, da durch ihren Produktions- und Umsatzprozess fortlaufend Kapital gebunden und wieder freigesetzt wird.[68] Bei Kreditinstituten finden vergleichbare Prozesse durch die Losgrößentransformation statt.[69] Risiken entstehen dann, wenn der tatsächliche Zahlungsbedarf zu sehr von dem geplanten abweicht. Daher gilt es für Unternehmen, ihre Kapitalbeschaffung sowohl in der Höhe, als auch in der Art und Fristigkeit dem Kapitalbedarf anzupassen. Erst dieses Gleichgewicht erzeugt eine „strukturelle Liquidität“.[70]

Unternehmen können sich über verschiedene Wege liquiditätswirksames Kapital zuführen. Es wird dabei zwischen Innen- und Außenfinanzierung unterschieden, wobei über die Innenfinanzierung eine Beschaffung von Finanzmitteln aus dem Umsatzprozess erfolgt. Die häufigere Form wird jedoch mit der Außenfinanzierung in Anspruch genommen. Sie gruppiert sich in die Eigen- und Fremdfinanzierung. Die Eigenfinanzierung kann beispielsweise über die Ausgabe von Aktien oder über die Zuführung von Eigenkapital durch den Eigentümer geschehen. Die Fremdfinanzierung läuft bei Nichtbanken primär über Kredite, die sie von den Kreditinstituten für eine bestimmte Laufzeit zur Verfügung gestellt bekommen. Diese werden neben der Liquiditätserhaltung für Investitionen genutzt, um zukünftige Unternehmensziele refinanzieren zu können.[71] Banken können diese Mittel auch verwenden, allerdings geht es bei ihnen vielmehr um die Erhaltung der Liquidität und nicht um Investitionen in neue Sachanlagen. Dabei haben Kreditinstitute über die Instrumente der klassischen Unternehmensfinanzierung heraus weitere Quellen, um sich liquide Mittel zuzuführen. Dazu zählen die kurzfristige Refinanzierung über die europäische Zentralbank und der direkte Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt.[72]

Wie bereits in Kapitel 2 beschrieben wurde, kommt Banken durch ihre Funktionen und spezifischen Leistungen eine zentrale, volkswirtschaftliche Rolle zu. Damit gekoppelt ergeben sich auch spezielle Liquiditätsprobleme für den Bankbetrieb, die sich von denen der Nichtbanken unterscheiden.[73] Speziell der Handel mit liquiden Mitteln und der hohe Anteil an Fremdkapital wirken sich auf die Liquidität aus. Die aus den Verbindlichkeiten resultierenden Rückzahlungen müssen vorsorglich gesichert werden.[74] Einen Vorteil gegenüber Nichtbanken bietet dabei der direkte Zugang zum Geldmarkt, über den Liquiditätsüberschüsse gehandelt werden können.[75] Dort bieten unter anderem die Zentralbanken den Geldhäusern Geschäfte an, um ihre Zahlungsfähigkeit zu verbessern. Dazu müssen sie allerdings eine Mindestreserve hinterlegen, die den Banken liquide Mittel als Sicherheit entzieht.[76]

Liquiditätsprobleme entstehen für Geldhäuser insbesondere durch die Fristentransformation, wodurch Kredite refinanziert werden müssen, deren Laufzeiten länger sind als die der Kundeneinlagen. Genaue Kenntnisse, zu welchem Zeitpunkt die Kunden ihre Einlagen abziehen, besitzen Geldhäuser allerdings nicht. Sie können sich nur auf ihre Erfahrungswerte stützen. Um aber die Auszahlungen der Kundengelder zu jedem Zeitpunkt sicherstellen zu können, müssen Banken Rücklagen mit liquiden Mitteln bilden.[77]

Durch ihre volkswirtschaftliche Bedeutung liegt ein weiteres Liquiditätsproblem für Banken in der gesetzlichen Regelung ihrer Liquiditätsreserven.[78] Demnach müssen sie eine Reserve für kurzzeitige Liquiditätsschwierigkeiten aufbauen. Dafür nutzen Geldhäuser ihren Kassenbestand und ihre Guthaben, die sie bei den Zentralbanken halten. Darüber hinaus können Aktiva angerechnet werden, die an die Notenbanken verkauft werden können, wofür die Kreditinstitute liquide Mittel erhalten.[79] Die Liquiditätsreserven dienen Banken insbesondere dazu, ihre Mindestreservepflicht zu wahren, die in Kapitel 5.1.1 näher beschrieben wird.

Zu Liquiditätsproblemen kommt es für Banken im Speziellen dann, wenn ihre Insolvenz droht oder öffentlich angekündigt wird. Die Einleger entziehen der Bank fluchtartig in einem „Banken-Run“ ihre Gelder, da sie von einer nahenden Zahlungsunfähigkeit ausgehen. Die in langfristigen Krediten gebundenen Einlagen können dabei ab einer gewissen Menge nicht mehr ausgegeben werden und führen so zu Liquiditätsengpässen bei den Banken.[80]

Neben den bankbetrieblichen Liquiditätsproblemen sind Banken auch speziellen Risiken ausgesetzt, die sich auf ihre Zahlungsfähigkeit direkt auswirken können. Zum einen besteht für Kreditinstitute ein „aktivisches Terminrisiko“, da sich die Rückzahlungen der Kredite verlängern können oder Kunden ihre Einlagen vor der vertraglichen Fälligkeit (Prolongationsrisiko) abziehen.[81] Ein aktivisches und passivisches Liquiditätsrisiko besteht für Geldhäuser durch das Abrufrisiko, wenn unerwartet Einlagen abgezogen oder Kreditzusagen in Anspruch genommen werden.[82] Neben dem Termin- und dem Abrufrisiko bildet das passivische Refinanzierungsrisiko ein weiteres Hauptrisiko für die Liquidität der Kreditinstitute. Um eine positive Fristentransformation betreiben und ihre aktivischen Geschäfte bedienen zu können, müssen aufgelöste Passiva ersetzt werden. Die Gefahr besteht darin, dass keine fristgerechte Ersatzbeschaffung gelingt.[83] Weitere Liquiditätsrisiken liegen bei einigen Banken im internationalen Kreditgeschäft. Dabei können mögliche Anschlussfinanzierungen der Darlehen problematisch sein, da Einlagen abgezogen und bestimmte Währungen beschafft werden müssen. Darüber hinaus müssen bei Konsortialkrediten bestimmte Kriterien stimmen, beispielsweise die Bonität und das Ansehen der Bank, um die Kredite platzieren zu können. Zusätzliche liquiditätswirksame Erfolgsrisiken können für Banken entstehen, wenn Kredite ausfallen oder sich die Wechselkurse verändern. Darüber hinaus gibt es auch immer ein Zinsänderungsrisiko bei Banken, beispielsweise wenn eine Fristeninkongruenz vorherrscht und die Anschlussrefinanzierung höher verzinst werden muss als die Ursprungsrefinanzierung. Dadurch verkleinert sich die Zinsspanne, die den Gewinn für die Bank generiert.[84]

Da sich Liquiditätsschwierigkeiten direkt auf den Erfolg von Banken auswirken, ist ein gut funktionierender Liquiditätsausgleich, Refinanzierung genannt, essentiell wichtig für Kreditinstitute. Allerdings gibt es kein typisches Refinanzierungsprofil für Banken, welches festlegt, wie die effizienteste Refinanzierung aussieht. Die Mittel, die gewählt werden, hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Um die optimale Refinanzierungsstruktur und die passenden Refinanzierungsinstrumente zu finden, befinden sich Banken in einem ständigen Optimierungsproblem. Dabei gilt es darauf zu achten, wie die jeweiligen Instrumente in die eigene Finanzierungsstruktur passen, welche Fristenstruktur in der Bilanz vorliegt, welche Mittel zur Verfügung stehen und, ob diese für die jeweilige Bank überhaupt rechtlich zulässig sind.[85]

Unterschiede im Refinanzierungsportfolio zeigen sich beispielsweise durch das jeweilige Hauptgeschäftsfeld der Banken. Kreditinstitute, deren Spezialisierung auf dem Privatkundenbereich liegt, refinanzieren sich eher über Kundeneinlagen. Investmentbanken besitzen teilweise keine Kundeneinlagen und müssen deshalb andere Refinanzierungsquellen wählen. Gegenüber anderen Bankarten refinanzieren sie sich zusammen mit den Universalbanken stärker über den Kapitalmarkt. Dagegen sind Teile der Spezialbanken, beispielsweise Hypothekenbanken, auf feste Geschäftsfelder limitiert und müssen ihre Refinanzierung dementsprechend anpassen.[86]

Darüber hinaus gestaltet sich die Refinanzierung, je nach Rating der Kreditinstitute, unterschiedlich. Die Bescheinigung einer hohen Bonität durch die Ratingagenturen fördert die Möglichkeiten der Geldhäuser, sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Dadurch sind bestimmte Refinanzierungsquellen für Banken schlechter Bonität kaum zugänglich, da ihre Angebote zu riskant für Investoren sind. Zusätzlich wirkt sich auch das Herkunftsland der Banken auf ihre Refinanzierungsmöglichkeiten aus. So sind die Refinanzierungskosten für Banken in Ländern mit hoher Staatsverschuldung verhältnismäßig teuer, da die Institute von Investoren als finanzschwach wahrgenommen werden und höhere Prämien verlangen.[87]

Abbildung 3 : Passivseite der Bilanz europäischer Banken [88]

Neben der fiskalischen Situation der Heimatländer, wirken auch die jeweiligen regionalen Unterschiede auf die Refinanzierung. Daraus abgeleitet findet die Beschaffung über den Kapitalmarkt eher in marktbasierten Systemen statt. Dagegen refinanzieren sich die Banken in Ländern des klassischen Geschäftsbankenprinzips eher über Einlagen. Wie in Abbildung 3 ersichtlich wird, bezieht sich das in Europa besonders auf süd- und mittelosteuropäische Länder, wie beispielsweise Spanien, Griechenland, die Slowakei und Slowenien, deren Passivseiten zu mehr als der Hälfte aus Einlagen bestehen. Darüber hinaus unterscheidet sich auch die Wahl der Refinanzierungsquellen je nach Region unterschiedlich. In Europa refinanzieren sich deutsche Banken beispielsweise vermehrt über Pfandbriefe, in Großbritannien wählen die Banken eher die besicherte Refinanzierung am Kapitalmarkt.[89]

Die Kosten der Refinanzierung ergeben sich zum größten Teil aus den Zinsaufwendungen der unterschiedlichen Refinanzierungsquellen. Dazu zählen beispielsweise die Habenzinsen auf Einlagen oder die Zinsen, die für Anleihen gezahlt werden müssen. Darüber hinaus können sich zusätzliche Kosten unter anderem durch Ausschüttungen, Gebühren, Provisionen und Emissionskosten ergeben. Für Kreditinstitute sind insbesondere die Refinanzierungsmittel günstig, deren Aufwendungen die höchsten Zinsspannen (Zinsmargen) zu den Zinserträgen der Kredite ergeben, da sie dadurch eine höhere Rendite erzielen.[90]

Es sollte deutlich geworden sein, wie wichtig die Refinanzierung für die Liquidität der Banken und der damit verbundenen Ausführung ihrer volkswirtschaftlichen Funktionen ist. Zusätzlich sollte gezeigt werden, welchen speziellen bankbetrieblichen Liquiditätsrisiken sie dabei ausgesetzt sind. Das unterscheidet die Kapitalbeschaffung bei Banken von der Unternehmensfinanzierung der Nichtbanken. Allerdings gibt es keine einheitliche Refinanzierung, sondern muss von Bank zu Bank unterschiedlich betrieben werden. Welche Refinanzierungsquellen europäischen Kreditinstituten dabei zur Verfügung stehen, wird im folgenden Kapitel dargestellt.

5 Refinanzierungsquellen europäischer Banken

Wie bereits in Kapitel 4 deutlich wurde, gibt es keine einheitliche Refinanzierungsstruktur für Banken. Jede Bank muss sie nach den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zusammenstellen und optimieren. Aus diesem Grund werden im weiteren Verlauf verschiedene Refinanzierungsquellen vorgestellt, denen sich Geldhäuser der Eurozone bedienen können.

Unterschieden wird zwischen kurz- und langfristigen Refinanzierungsmöglichkeiten, die der Bank durch Eigen- oder Außenfinanzierung zugeführt werden können. Sie unterscheiden sich in der jeweiligen Verfügbarkeitsdauer und der Mittelherkunft. Kurzfristige Refinanzierungsquellen befinden sich für die Banken auf dem Geldmarkt. Die langfristige Kapitalmittelbeschaffung kann über Eigenfinanzierung, Einlagenfinanzierung und die kapitalmarktbasierte Refinanzierung erfolgen. Da die Refinanzierung über eine einzige Finanzierungsquelle, eine einzige Finanzierungsart oder einen einzigen Gläubiger das Liquiditätsrisiko erhöht, bilden Banken einen Refinanzierungsmix und bedienen sich dadurch mehrerer Quellen gleichzeitig.[91]

Im folgenden Verlauf sollen die für den Euroraum gängigen Quellen vorgestellt werden, die den Liquiditätsabfluss des Aktivgeschäfts refinanzieren.

5.1 Kurzfristige Refinanzierung über den Geldmarkt

Die kurzfristige Refinanzierung europäischer Banken erfolgt über den Geldmarkt, auf dem der Handel von Zentralbankgeld[92] und Wertpapieren stattfindet, die in Zentralbankgeld verwandelt werden können.[93] Die Kreditinstitute haben bei den Notenbanken Zentralbankkonten, auf denen die Guthaben an Zentralbankgeld und nötige Mindestreserven an liquiden Mitteln gehalten werden. Die Refinanzierung über die Notenbanken wird benötigt, um die Mindestreserve bei ihnen zu erfüllen und um kurzfristige Liquiditätslücken der Banken zu schließen, die durch die Abführung von Zentralbankgeld entstanden sind. Das ist dann der Fall, wenn Kunden Bargeld abheben oder Überweisungen an andere Banken tätigen.[94] Kredite selber können also über die Zentralbanken nur refinanziert werden, wenn deren Geldabflüsse auf das Konto einer anderen Bank fließen oder sie in bar ausgegeben werden, da dann Zentralbankgeld benötigt wird. Dadurch kann der Geldmarkt in diesem Rahmen auch zu den Refinanzierungsquellen für Banken gezählt werden. Zusammengesetzt wird der Geldmarkt aus einem Regulierungsgeldmarkt und einem Handelsgeldmarkt. Auf dem Regulierungsgeldmarkt treten die EZB und die NZBen mit ihren geldpolitischen Zielen in Verbindung mit den Banken der Eurozone. Der Handelsgeldmarkt ermöglicht es den Geldhäusern, Versicherungen, großen Unternehmen und anderen Marktteilnehmern Liquidität zu tauschen. Der primäre Teil von ihm ist der Interbankengeldmarkt, auf dem Banken untereinander liquide Mittel transferieren.[95] Die Geschäfte auf dem Geldmarkt haben in der Regel eine Laufzeit von weniger als einem Jahr und sind somit kurzfristiger Natur.[96]

5.1.1 Eurosystem

Die Europäische Zentralbank dient zusammen mit den nationalen Zentralbanken als kurzfristige Refinanzierungsquelle für Geldhäuser der Eurozone, die als „Geschäftspartner“ zugelassen sind. Das sind etwa 2200 von 6300 Kreditinstituten im Euroraum, bei denen aber die wenigsten an den Refinanzierungsgeschäften der Zentralbanken teilnehmen.[97] Benötigen die Banken kurzfristige Liquidität, wird diese vom Zentralbankguthaben abgezogen und muss durch neues Zentralbankgeld ersetzt werden. Das kann beispielsweise über die Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems erfolgen.[98] Zusammen mit den NZBen der Währungsunion bildet die Europäische Zentralbank das Eurosystem. In der Regel plant die EZB ihre geldpolitischen Maßnahmen, die dann von den NZBen abgewickelt werden. Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt, ist die Sicherung der Preisstabilität das erklärte Ziel der EZB in der Währungsunion. Um das zu gewährleisten, setzt sie verschiedene geldpolitische Instrumente ein, die in einer Wechselwirkung mit dem Liquiditätsbedarf der Banken und damit auch der Refinanzierung stehen. Das Monopol auf die Vergabe von Banknoten und Mindestreserveguthaben führt dazu, dass die EZB die Preise für die Liquiditätsvergabe bestimmt. Durch die Modifikation ihrer Leitzinsen kann die EZB sämtliche weitere Zinssätze beeinflussen und auf den Geldmarkt einwirken, auf dem sich Banken untereinander mit liquiden Mitteln versorgen.[99] Ein Transmissionsmechanismus führt dazu, dass sich die Zinsänderungen auf die Geldmenge auswirken und die Kreditkosten verändern, die an die Bankkunden weitergegeben werden. Das wiederum hat einen Einfluss auf das Preisniveau, wodurch die Leitzinsen der EZB ein wichtiges geldpolitisches Instrument darstellen, über das die Preisstabilität gesteuert werden kann. Eine weitere Aufgabe besteht allerdings auch darin, die Tagesendsalden auf den Notenbankkonten und Liquiditätsschwankungen der Banken durch Refinanzierungsmittel und Fazilitäten auszugleichen. Die Bedingungen sind dabei für alle angeschlossenen Banken gleich, egal welche Größe sie haben oder
aus welchem Land sie kommen.[100]

[...]


[1] Vgl. Faller, Heike: Musste das sein?. In: ZEITmagazin, Nr. 16/2011. 14.04.2011. Abrufbar im Internet. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[2] Vgl. Nagel, Joachim: Wandel der Bankenrefinanzierung in der Finanzkrise. In: Immobilien und Finanzierung, 67 Jg. 2016, Heft 1. Abrufbar im Internet: URL: siehe Quellenverzeichnis.

[3] Vgl. Duden: Bank. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[4] Vgl. Deutsche Bundesbank: Finanzintermediär. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[5] Vgl. Konrad Adenauer Stiftung: Warum sind Banken so wichtig für die Wirtschaft? URL: siehe Quellenverzeichnis.

[6] Vgl. § 1 KWG und § 39 KWG.

[7] In diesem Fall können die Bezeichnung Bank und Kreditinstitut synonym verwendet werden. § 2 KWG regelt, wer in Deutschland kein Kreditinstitut darstellt. Darunter fallen beispielsweise die Deutsche Bundesbank, Versicherungen und weitere. Auch die Europäische Zentralbank zählt in der weiteren Betrachtung nicht als Kreditinstitut.

[8] Vgl. Hüther, Michael; Voigtländer, Michael; Haas, Heide; Deschermeier, Philipp: Die Bedeutung der Langfristfinanzierung durch Banken. In: Institut der deutschen Wirtschaft Köln Medien GmbH (Hrsg.): Analysen. Forschungsberichte aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Nr.101. Köln 2015, S. 35.

[9] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement. 5. Auflage. Wiesbaden 1998, S. 39.

[10] Vgl. a.a.O., S. 897.

[11] Vgl. a.a.O., S. 39.

[12] Vgl. Wagner, Fred (Hrsg.): Gabler Versicherungslexikon. Wiesbaden 2011, S. 282 f.

[13] Vgl. Hübner, Otto: Die Banken. Leipzig 1854, S.28.

[14] Vgl. Nölke, Andreas: Banken. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Finanzmärkte. 05.01.2012. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[15] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 39 f.

[16] Vgl. Nölke, Andreas: Banken. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Finanzmärkte. 05.01.2012. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[17] Hüther, Michael u.a. : Die Bedeutung der Langfristfinanzierung durch Banken. In: Institut der deutschen Wirtschaft Köln Medien GmbH (Hrsg.): Analysen. Forschungsberichte aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Nr.101. Köln 2015, S. 36.

[18] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 372–476.

[19] Artikel 127 Abs. 2 AEUV.

[20] Eine nähere Betrachtung erfolgt in Kapitel 5.3.1..

[21] Vgl. Europäische Zentralbank: Einheitlicher Aufsichtsmechanismus. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[22] Ausgegangen wird von Kreditinstituten nach Rechtslegung des KWG, nicht nach EU-Bankrecht.

[23] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 68-133.

[24] Vgl. Sorge, Nils-Viktor: Investmentbanken. Zurück auf null. In: manager magazin. 22.09.2008. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[25] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 187-231.

[26] Vgl. Tolkmitt, Volker: Neue Bankbetriebslehre. Basiswissen zu Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen. Wiesbaden 2004, S. 14–19.

[27] Quelle: The Financial Crisis Inquiry Commission (Hrsg.): The Financial crisis inquiry report: Final report of the national commission on the causes of the financial and economic crisis in the United States. Washington, D.C. 2011, S.70. Abrufbar im Internet. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[28] Vgl. Dombret, Andreas R.: Die aktuelle Finanzkrise – Ursachen, Folgen und Herausforderungen. In: Pfingsten, Andreas (Hrsg.): Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise. Münsteraner Bankentage 2009, ifk edition, Sonderband 4. Wiesbaden 2012, S. 64.

[29] Vgl. statista: Leitzinsentwicklung der US-Zentralbank Fed von 2001 bis 2016. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[30] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Globale Finanz- und Wirtschaftskrise. 25.09.2010. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[31] Vgl. Sommer, Rainer: Die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Finanzmärkte. 20.01.2012. URL: siehe Quellenverzeichnis.

[32] Vgl. a.a.O.

[33] Vgl. Abbildung 1.

[34] Im Speziellen handelte es sich dabei um ABS in Form von Mortgage Backed Securities (MBS).

[35] Vgl. Abbildung 2.

[36] Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/09. Wiesbaden 2008, S. 120. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[37] Vgl. Abbildung 2.

[38] Quelle: Bundesministerium der Finanzen: Die Entstehung der Finanzkrise. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[39] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Globale Finanz- und Wirtschaftskrise. 25.09.2010. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[40] Vgl. A.a.O..

[41] Vgl. Sommer, Rainer: Die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Finanzmärkte. 20.01.2012. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[42] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Globale Finanz- und Wirtschaftskrise. 25.09.2010. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[43] Vgl. Rudolph, Bernd: Die Finanzierung des klassischen Bankgeschäfts – Lehren aus der Finanzkrise für das Funding der Banken. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 69 Jg. 2016, Heft 6, S. 18.

[44] Vgl. Vetterli, Martin: Bankenkrise trifft Europa mit voller Wucht. In: Tages-Anzeiger. 30.09.2008. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[45] Vgl. Toller, Andreas: Finanzkrisen-Auslöser AIG mit neuem Lebensgeist. In: Wirtschaftswoche (Hrsg.): Versicherungskonzern. 05.03.2012. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[46] Vgl. Rüdel, Nils: Versicherer AIG. Die „gefährlichste Firma der Welt“ ist entschärft. In: Handelsblatt. 11.12.2012. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[47] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Globale Finanz- und Wirtschaftskrise. 25.09.2010. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[48] Vgl. Sommer, Rainer: Die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Dossier Finanzmärkte. 20.01.2012. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[49] Vgl. Schulz, Bettina: Zweckgesellschaften. Teure Aufräumarbeiten der Banken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15.12.2007. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[50] Vgl. Döring, Tobias: Deutsche Bad Banks. Das sind die Milliardenfriedhöfe der Geldinstitute. In: Handelsblatt. 03.07.2012. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[51] Vgl. International Monetary Fund: Global Financial Stability Report. Meeting New Challenges to Stability and Building a Safer System. April 2010. Washington, DC 2010, S.12. Abrufbar im Internet. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[52] Vgl. Tagesschau.de: So arbeitet der SoFFin. Die Retter der Banken. 13.02.2009. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[53] Vgl. Europäische Kommission: Pressemitteilung. Staatliche Beihilfen: Beihilfenanzeiger bestätigt Trend – trotz krisenbedingter Mehrausgaben weniger, dafür aber gezieltere Beihilfen. Brüssel 21.12.2012. Abrufbar im Internet. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[54] Vgl. statista: USA: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2006 bis 2016 (gegenüber dem Vorjahr). URL: siehe Quelleverzeichnis.

[55] Vgl. eurostat: Wachstumsrate des realen BIP – Volumen. Letzte Aktualisierung: 11.08.2016. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[56] Vgl. Gänger, Jan: Wie es zur Eurokrise kam – Teil2. Lehman Brothers bricht zusammen. In: n-tv. 30.07.2013. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[57] Staatsschuldenquote: Verhältnis der Staatsschulden zum BIP in Prozent.

[58] Vgl. eurostat: Öffentlicher Bruttoschuldenstand. Letzte Aktualisierung: 11.08.2016. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[59] Vgl. Die Bundesregierung: Euro-Schutzschirm. Was sind ESM, EFSF und EFSM?. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[60] Vgl. Handelsblatt: Staatsanleihen werden wieder aufgekauft. Zentralbank im Krisengang. 04.08.2011, S.1 f.. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[61] Vgl. Bundesministerium der Finanzen: Fragen und Antworten zu Basel III. 30.03.2016. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[62] Parallel betreffen Passivgeschäfte die Passivseite der Bankbilanz.

[63] Vgl. Budzinski, Oliver: Refinanzierung. In: Springer Gabler (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[64] Vgl. statista: Verhältnis von Krediten zu Einlagen in der Bankenbranche weltweit (Stand: Oktober 2011). URL: siehe Quelleverzeichnis.

[65] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 896.

[66] Vgl. Garhammer, Christian: Grundlagen der Finanzierungspraxis. Mit Aufgaben und Lösungen. 2. Auflage. Wiesbaden 1998, S.93.

[67] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 895 f.

[68] Vgl. Wöhe, Günter: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 20. Auflage. München 2000, S. 617.

[69] Vgl. Kapitel 2.

[70] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 896 f.

[71] Vgl. Wöhe, Günter: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 684–749.

[72] Eine nähere Betrachtung erfolgt in Kapitel 5.

[73] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S.897.

[74] Vgl. a.a.O., S. 898.

[75] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 898f.

[76] Vgl. a.a.O., S. 897.

[77] Vgl. a.a.O., S. 898.

[78] Vgl. a.a.O., S. 899.

[79] Vgl. a.a.O., S. 904.

[80] Vgl. a.a.O., S. 898.

[81] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 900.

[82] Vgl. a.a.O., S. 900 f.

[83] Vgl. a.a.O., S. 900.

[84] Vgl. a.a.O., S. 901.

[85] Vgl. Zähres, Meta: Kapitalmarktbasierte Refinanzierung. (Nicht so) schöne neue Welt. . .. In: Deutsche Bank DB Research (Hrsg.): Aktuelle Themen. Globale Finanzmärkte. Frankfurt am Main 2012, S.4.

[86] Vgl. Zähres, Meta: Kapitalmarktbasierte Refinanzierung. (Nicht so) schöne neue Welt. . .. In: Deutsche Bank DB Research (Hrsg.): Aktuelle Themen. Globale Finanzmärkte. Frankfurt am Main 2012, S.4.

[87] Vgl. a.a.O.

[88] Quelle: Zähres, Meta: Kapitalmarktbasierte Refinanzierung. (Nicht so) schöne neue Welt. . .. In: Deutsche Bank DB Research (Hrsg.): Aktuelle Themen. Globale Finanzmärkte, S.5.

[89] Vgl. Zähres, Meta: Kapitalmarktbasierte Refinanzierung. (Nicht so) schöne neue Welt. . .. In: Deutsche Bank DB Research (Hrsg.): Aktuelle Themen. Globale Finanzmärkte, S. 5.

[90] FinanceScout24: Refinanzierung: Kapitalbeschaffung unter Banken. Letzte Aktualisierung: 05.12.2016. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[91] Vgl. Deutsche Bundesbank: Monatsbericht April 2015, 67. Jg., Nr.4. Frankfurt am Main 2015, S. 37.

[92] Als Zentralbankgeld wird das von einer Zentralbank geschaffene Geld bezeichnet, das als Bargeld im Umlauf ist oder von den Banken als Sichtguthaben bei den Zentralbanken gehalten wird. Zentralbankgeld benötigen Geschäftsbanken bei unbarem Zahlungsverkehr, Barabhebungen und zu ihrer Einhaltung der Mindestreserve bei den Notenbanken.

[93] Vgl. Büschgen, Hans E: Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, S. 189.

[94] Vgl. Fehr, Benedikt: Wofür die Banken Liquidität brauchen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27.11.2007. URL: siehe Quelleverzeichnis.

[95] Vgl. Tolkmitt, Volker: Neue Bankbetriebslehre. Basiswissen zu Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen, S. 32.

[96] Vgl. Europäische Zentralbank: Die Geldpolitik der EZB. 2011. Frankfurt am Main 2011, S. 104.

[97] Vgl. Deutsche Bundesbank: Monatsbericht Dezember 2013, 65 Jg., Nr.12. Frankfurt am Main 2013, S. 68.

[98] Vgl. Nagel, Joachim: Wandel der Bankenrefinanzierung in der Finanzkrise. In: Immobilien und Finanzierung, 67 Jg. 2016, Heft 1. Abrufbar im Internet: URL: siehe Quelleverzeichnis.

[99] Eine nähere Betrachtung des Geldmarkts findet in Kapitel 5.3.2 statt.

[100] Vgl. Europäische Zentralbank: Die Geldpolitik der EZB. 2011, S.101 ff.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten

Details

Titel
Welche Auswirkungen hatte die globale Finanzkrise von 2007/2008 auf die Refinanzierung europäischer Banken?
Untertitel
What effects did the global financial crisis of 2007/2008 have on the refinancing of European banks?
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
78
Katalognummer
V414302
ISBN (eBook)
9783668655355
ISBN (Buch)
9783668655362
Dateigröße
1852 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, auswirkungen, finanzkrise, refinanzierung, banken, what, european
Arbeit zitieren
Tizian Junker (Autor), 2017, Welche Auswirkungen hatte die globale Finanzkrise von 2007/2008 auf die Refinanzierung europäischer Banken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414302

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