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Personenbefragung und Identifizierung von Falschaussagen. Strategien zur Lügenerkennung

Title: Personenbefragung und Identifizierung von Falschaussagen. Strategien zur Lügenerkennung

Seminar Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dr. med. André Lauber (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
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Diese Arbeit befasst sich mit der Identifizierung von Falschaussagen. Dabei wird die SUE-Technik und die Inhaltsanalyse mit CBA (Citeria Based Content Analysis) angewendet. Die zahlreichen Studien zum Thema liefern wertvolle Hinweise, worauf man achten kann und welche Techniken sinnvoll sind.

Es wäre interessant, wenn sich zukünftige Untersuchungen der Frage zuwenden würden, ob geübte Lügenentdecker auch bessere Lügner sind. Das könnte weitere Hinweise auf die Validität von Lügenmerkmalen liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Warum Menschen lügen

Menschen sind gute Lügner – aber schlechte Lügenentdecker

Verhalten sich Lügner anders als Wahrheitssagende?

Non-verbale und paraverbale Hinweise

Verbale Hinweise

Inhaltsanalyse mit CBCA

Allgemeine Merkmale

Spezielle Inhalte

Inhaltliche Besonderheiten

Motivationsbezogene Inhalte

Deliktspezifische Inhalte

Warum Befrager Lügen schlecht erkennen

Befrager verwenden die falschen Merkmale

Befrager stellen die falschen Fragen

Der erste Eindruck zählt

Jeder Mensch ist anders

Wie man Lügen erkennen kann

Die kognitive Belastung erhöhen

Die SUE-Technik anwenden

«In a Nutshell»

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht wissenschaftlich fundierte Strategien zur Identifizierung von Falschaussagen im Kontext von Personenbefragungen und analysiert, warum Lügen trotz verschiedener Indikatoren im Alltag und professionellen Umfeld häufig unerkannt bleiben.

  • Psychologische Grundlagen des Lügens und menschliche Defizite bei der Lügenentdeckung
  • Methoden der Inhaltsanalyse wie CBCA (Criteria Based Content Analysis)
  • Kritische Analyse häufiger Fehler bei Befragungstechniken durch Experten
  • Einsatz kognitiver Belastungstechniken zur Entlarvung von Falschaussagen
  • Strategischer Nutzen von Beweisen (SUE-Technik) im Verhör

Auszug aus dem Buch

Die SUE-Technik anwenden

SUE bedeutet «Strategic Use of Evidence» – auf Deutsch: strategischer Nutzen von Gewissheit (Beweisen). Es geht darum, die vorhandenen Beweise mit der Geschichte des Befragten (Beschuldigter, Opfer, Zeuge) abzugleichen.

Die SUE-Technik besteht im Wesentlichen aus dem «Dreisprung»: Evidenz beurteilen – Fragen stellen – Evidenz offenlegen. Zunächst behält der Befrager seine Kenntnisse für sich (Zeugenaussagen, Spuren, Beweise). Er versucht durch geeignete Fragen (vor allem offene Fragen) die Evidenz «abzufragen». Schuldige Menschen halten im Gegensatz zu Unschuldigen selbstbelastende Informationen eher zurück («Er war schon tot, als ich hinkam.»). Wahrheitssagende stimmen mit der Evidenz überein; bei Lügnern kommt es öfter zu Widersprüchen (17). Mithilfe von gezielten Fragen (zum Beispiel «Wo waren Sie letzten Montag um xy Uhr?») kann der Befrager alternative Erklärungen zur Sprache bringen, ohne die Fakten offenzulegen.

Die Offenlegung der Evidenz sollte möglichst spät im Gespräch erfolgen. Der Unterschied in der Konsistenz zwischen Evidenz und Aussage ist unter den Lügnern bei später Offenlegung deutlicher als bei früher Offenlegung. Das heisst, es entstehen mehr Ungereimtheiten. Auch der Unterschied zwischen Lügnern und Wahrheitssagenden nimmt mit später Offenlegung der Evidenz markant zu. Es gibt allerdings eine Einschränkung: Die Befragung Verdächtiger mit der SUE-Technik führt nicht zu mehr Geständnissen (18). Ferner muss sich der Befrager überlegen, ob bei Abweichungen von Evidenz und Aussage der Befragte trotzdem die Wahrheit sagt: Vielleicht hat er Angst, dass ihm nicht geglaubt wird, weshalb er sich in Widersprüche verstrickt.

Zusammenfassung der Kapitel

Warum Menschen lügen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Beweggründe für tägliche Täuschungen und differenziert zwischen banalen Lügen und solchen mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Menschen sind gute Lügner – aber schlechte Lügenentdecker: Es wird analysiert, warum non-verbale Merkmale oft unzuverlässig sind und dass eine effektive Entlarvung primär auf validen, verbalen Kriterien basieren sollte.

Inhaltsanalyse mit CBCA: Hier wird das merkmalsorientierte Verfahren zur Glaubhaftigkeitsanalyse von Aussagen vorgestellt und die dafür relevanten Faktoren sowie Kriterien erläutert.

Warum Befrager Lügen schlecht erkennen: Das Kapitel kritisiert die Verwendung falscher Lügenstereotype und ineffektiver Fragetechniken durch Experten, die den Erfolg der Lügenentdeckung einschränken.

Wie man Lügen erkennen kann: Vorgestellt werden konkrete Ansätze wie die Erhöhung der kognitiven Belastung bei Befragten sowie die strategische Anwendung der SUE-Technik.

«In a Nutshell»: Dieses Kapitel fungiert als Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Praxishinweise für eine erfolgreiche Gesprächsführung zur Lügenerkennung.

Schlüsselwörter

Lügenerkennung, Falschaussage, Personenbefragung, Kognitive Belastung, CBCA, Glaubhaftigkeitsanalyse, SUE-Technik, Lügenstereotype, Verhörstrategie, Verbale Hinweise, Non-verbale Kommunikation, Aussagepsychologie, Beweisführung, Täuschung, Befragungstechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Aspekten der Lügenerkennung und den Herausforderungen, vor denen Befrager stehen, wenn sie Falschaussagen von der Wahrheit unterscheiden müssen.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Die Schwerpunkte liegen auf den psychologischen Grundlagen des Lügens, der validen Analyse von Aussageinhalten sowie der Optimierung von Befragungsmethoden in professionellen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Befragern effektivere Instrumente an die Hand zu geben, um Lügen zuverlässiger zu identifizieren, anstatt sich auf oft irreführende, stereotype Anzeichen zu verlassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden beschrieben?

Besonders hervorgehoben werden die inhaltsanalytische Methode CBCA sowie die auf kognitiver Belastung basierende SUE-Technik (Strategic Use of Evidence).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, warum klassische Lügenmerkmale wie Blickvermeidung oft versagen, und leitet daraus notwendige Techniken für moderne, evidenzbasierte Befragungsstile ab.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Lügenerkennung, kognitive Belastung, SUE-Technik, Glaubhaftigkeitsanalyse und Befragungstechnik.

Warum ist die Erhöhung der kognitiven Belastung bei Befragten effektiv?

Lügen erfordert mehr geistige Kapazität als das Erzählen der Wahrheit. Wenn der Befrager die kognitive Belastung zusätzlich erhöht, stossen Lügner schneller an ihre Grenzen, was zu Widersprüchen führt.

Was ist der Kern der SUE-Technik?

Der Kern der SUE-Technik besteht darin, Beweise strategisch einzusetzen und diese erst spät im Gespräch offenzulegen, um den Lügner durch entstehende Inkonsistenzen zu entlarven.

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Details

Title
Personenbefragung und Identifizierung von Falschaussagen. Strategien zur Lügenerkennung
College
University of Bern  (Institut für Strafrecht und Kriminologie)
Grade
1.0
Author
Dr. med. André Lauber (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V414354
ISBN (eBook)
9783668651838
ISBN (Book)
9783668651845
Language
German
Tags
Lügen Personenbefragung Falschaussage
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. med. André Lauber (Author), 2016, Personenbefragung und Identifizierung von Falschaussagen. Strategien zur Lügenerkennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414354
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