Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Die ambivalente Konstruktion der Weiblichkeit in Friedrich de la Motte-Fouqués "Undine"

Title: Die ambivalente Konstruktion der Weiblichkeit in Friedrich de la Motte-Fouqués "Undine"

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Scheliga (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Wiederbelebung des Mythos und des mythischen Denkens in der Romantik führte auch zu einer Wiederbelebung des Bildes von der Wasserfrau. In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie der preußische Autor Friedrich de la Motte-Fouqué Weiblichkeit in seinem Text „Undine“ konstruiert. Von besonderem Interesse ist hierbei die bewusste Kontrastierung der Undine- mit der Bertalda-Figur. Hierbei erfährt die Undine eine differenziertere Betrachtung, da sie die Hauptfigur in Fouqués gleichnamigem Werk ist. Neben einer Beschreibung der von Fouqué gewählten Merkmale zur Charakterisierung von Undine und Bertalda soll darüber hinaus der Versuch unternommen werden, eine Verbindung zwischen der Weiblichkeits- und der Landschaftskonstruktion aufzuzeigen. Dazu soll exemplarisch die Szene, in welcher sich Undine und Huldbrand erstmals küssen, als eine der Schlüsselszenen des Textes mit dem landschaftlichen Eingangsbild parallelisiert werden.

Innerhalb der Charakterentwicklung und Veränderung der Undine gilt ein besonderes Augenmerk der Hochzeitsnacht, welche einer Zäsur ihres Charakters gleichkommt. Diese Wandlung soll unter Berücksichtigung der (männlichen) Vorstellung von Weiblichkeit während der Epoche erklärt werden. Hierbei ist eine kurze Darstellung des Erziehungsgedankens der Zeit unerlässlich, da hierdurch ein durch die Figuren Undine und Bertalda transportierter Diskurs über Erziehung und Weiblichkeit transparent wird. Kurz hervorzuheben wird dabei ebenso sein, wie insbesondere die Vorstellung der Mädchenerziehung um 1800 war.

Excerpt


Gliederung

Einleitung

1. Undine

1.1 Charakter- und Erscheinungskonstrukt

1.2 Natur als Mittel zur Konstruktion des Weiblichen

1.3 Die Beseelung Undines

2. Bertalda

3. Diskursfiguren

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Friedrich de la Motte-Fouqué in seiner Erzählung "Undine" das Konzept der Weiblichkeit konstruiert und welche Rolle dabei die Kontrastierung der Figuren Undine und Bertalda spielt. Dabei wird analysiert, inwieweit die Naturdarstellung und das Motiv der Beseelung als Mittel zur Festschreibung zeitgenössischer Erziehungsideale und bürgerlicher Weiblichkeitsvorstellungen dienen.

  • Konstruktion von Weiblichkeit in der Romantik
  • Die Rolle der Natur und Landschaftssymbolik
  • Das Motiv der Beseelung als Zäsur der Charakterentwicklung
  • Gegenüberstellung von Natur und Zivilisation durch die Figuren Undine und Bertalda
  • Einfluss des zeitgenössischen Erziehungsdiskurses um 1800

Auszug aus dem Buch

1.2 Natur als Mittel zur Konstruktion des Weiblichen

Betrachtet man Fouqués „Undine“ unter topografischen Gesichtspunkten, wird schnell deutlich, dass der Autor ein exaktes Landschaftsbild zeichnet. Das Eingangsbild wird hier zunächst für die Konstruktion des Weiblichen aufgegriffen. Es wird eine dreigeteilte Topografie sichtbar: Der Wald trennt mittig gelegen die Stadt sowohl von dem See als auch von dem dort auf einer Erdzunge befindlichen Haus des Fischerpaares. Diese Landzunge, welche die Heimat der Familie ist, wird von Wasser umgeben. „[...], und es schien ebensowohl, die Erdzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich-klaren, wunderhellen Flut in diese hineingedrängt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, [...].“ Die Beschreibung dieser Erdzunge und des Sees lassen in Verbindung mit dem Verb „hineindrängen“ durchaus eine erotische Interpretation des Themas zu. Das fließende Element als weibliche Konstruktion greift „mit verliebten Armen“, wobei sich das Land als Mannes symbol mit der Zunge in diese Weiblichkeit „hineindrängt“. Das Eros dieser Metapher scheint unverkennbar, die Wiederaufnahme des Themas kann in dem Kuss zwischen Undine und Huldbrand auf der zur Insel gewordenen Anhöhe betrachtet werden. Undine „schlang ihre Arme“ und Huldbrand „küsste inbrünstig“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den Mythos der Wasserfrau und Darlegung der Forschungsabsicht zur Konstruktion von Weiblichkeit bei Fouqué.

1. Undine: Analyse der Entwicklung Undines von einem ungezähmten Naturwesen zu einer beseelten, bürgerlichen Ehefrau.

1.1 Charakter- und Erscheinungskonstrukt: Untersuchung von Undines kindlich-trotzigem Verhalten und dessen Anziehungskraft auf Huldbrand.

1.2 Natur als Mittel zur Konstruktion des Weiblichen: Deutung der Landschaft als Spiegel und Metapher für erotische und weibliche Aspekte.

1.3 Die Beseelung Undines: Untersuchung der Hochzeitsnacht als Zäsur, die Undine eine Seele verleiht und sie dem bürgerlichen Frauenbild unterwirft.

2. Bertalda: Darstellung der Bertalda-Figur als Gegenbild zur Undine, geprägt durch höfischen Stolz und Eitelkeit.

3. Diskursfiguren: Synthese der Analyseergebnisse im Hinblick auf den Diskurs zwischen Romantik und Aufklärung sowie der zeitgenössischen Rollenbilder.

Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Unvereinbarkeit des Männer-Wunschbildes von der "lieben Hausfrau" und der "wilden Natur".

Schlüsselwörter

Undine, Friedrich de la Motte-Fouqué, Weiblichkeit, Romantik, Aufklärung, Naturdarstellung, Beseelung, Erziehungsideal, Bertalda, Huldbrand, Wasserfrau, Geschlechterverhältnis, Diskurs, Motiv, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die ambivalente Konstruktion von Weiblichkeit im Werk „Undine“ von Friedrich de la Motte-Fouqué vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Vorstellungen um 1810.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Charakterisierung der weiblichen Hauptfiguren, den Einfluss der Natur auf die Identitätsbildung und den literaturgeschichtlichen Kontext von Erziehung und Geschlechterrollen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Fouqué durch die Figuren Undine und Bertalda den zeitgenössischen Frauendiskurs personifiziert und dabei die Spannungen zwischen Naturzustand und bürgerlicher Zivilisation reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text in einen topografischen, erziehungsgeschichtlichen und diskursanalytischen Kontext stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Undines Charakterwandlung, die symbolische Bedeutung der Natur sowie die Kontrastierung der Undine mit der Bertalda-Figur detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Weiblichkeitskonstruktion, Beseelung, Natur-Zivilisations-Dichotomie, Aufklärung und romantisches Erziehungsideal.

Warum ist die Hochzeitsnacht für die Charakterisierung Undines so zentral?

Die Hochzeitsnacht wird als entscheidende Zäsur gedeutet, da erst durch den Vollzug der geschlechtlichen Vereinigung die Beseelung der Undine eintritt, was ihren Übergang zur angepassten, demütigen Ehefrau markiert.

Inwiefern stellt Bertalda ein Gegenbild zu Undine dar?

Bertalda personifiziert die verdorbene, höfische Zivilisation und Eitelkeit, während Undine ursprünglich als reines Naturwesen dargestellt wird, dessen Wildheit erst durch gesellschaftliche Erziehung "kultiviert" wird.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Die ambivalente Konstruktion der Weiblichkeit in Friedrich de la Motte-Fouqués "Undine"
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II - Neuere deutsche Literatur und Medienkultur)
Course
Seminar Ib: Kunstmärchen der Romantik
Grade
1,0
Author
Markus Scheliga (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V41436
ISBN (eBook)
9783638396998
ISBN (Book)
9783638749893
Language
German
Tags
Konstruktion Weiblichkeit Friedrich Motte-Fouqués Undine Seminar Kunstmärchen Romantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Scheliga (Author), 2005, Die ambivalente Konstruktion der Weiblichkeit in Friedrich de la Motte-Fouqués "Undine", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41436
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint