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Gedanken der integrativen Psychotherapie im religiös-philosophischen Werk Martin Bubers

Título: Gedanken der integrativen Psychotherapie im religiös-philosophischen Werk Martin Bubers

Tesis Doctoral / Disertación , 2017 , 117 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Vsevolod Silov (Autor)

Psicología - Psicología de la religión
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In dieser Arbeit wird beabsichtigt, eine neuartige Rezeption des Denkens Martin Bubers in Bezug auf die psychotherapeutische Theorie und Praxis vorzustellen. Ziel ist es, einige moderne Ansichten der integrativen Psychotherapie in ihren wesentlichen Zügen zu beschreiben und diese in Bezug zur Philosophie Bubers, insbesondere zu seiner Interpretation der osteuropäischen jüdischen Bewegung des Chassidismus zu setzen.

Dabei wird gezeigt, dass in der buber‘schen Darstellung des Chassidismus sowohl die in der Arbeit ausgearbeiteten Merkmale des heutzutage aktuellen integrativen Ansatzes in der Psychotherapie, als auch eine markante Überschneidung mit einigen bekannten Annäherungen an das mögliche Konzept der integrativen Psychotherapie zu finden sind. Insgesamt wird somit zu einer Diskussion über moderne wissenschaftliche Bestätigung kulturgeschichtlicher Erfahrungen und deren Integration in der Psychotherapie beigetragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

I. Martin Buber, sein Werk, seine Beziehung zur Psychiatrie und Psychotherapie und die Rezeptionsgeschichte

I.1 Leben und Werk von Martin Buber

I.2 Martin Buber und die Psychiatrie und Psychotherapie

II. Die Rezeption von Bubers Denken in der deutschsprachigen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an ausgewählten Beispielen

II.1 Viktor von Weizsäcker

II.2 Ludwig Binswanger

II.3 Beziehungsökologische Psychotherapie von Jürg Willi

III. Osteuropäischer Chassidismus als geistiger Hintergrund Bubers und seine Bedeutung für die Psychotherapie

III.1 Geschichte des Chassidismus und seine historisch bedingte „psychotherapeutisch-seelsorgerische Funktion“

III.2 Chassidismus heute und sein Bezug zur Psychotherapie

IV. „Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre“ als Quintessenz der Buber’schen Ideenwelt und als Quelle therapeutischer Denkanstöße

IV.1 Selbstbesinnung

IV.2 Der besondere Weg

IV.3 Entschlossenheit

IV.4 Bei sich beginnen

IV.5 Sich mit sich nicht befassen

IV.6 Hier wo man steht

V. Moderne Vorstellungen von einer integrativen Psychotherapie und ihr Verhältnis zum chassidischen Gedankengut in der Darstellung Bubers

V.1 Allgemeine Merkmale integrativer Ansätze in der Psychotherapie

V.1.1 „Patientenzentrierung“

V.1.2 Anwendung von Methoden und Techniken aus unterschiedlichen Therapieverfahren

V.1.3 Einbeziehung von Mehrdimensionalität und Interdisziplinarität in die Therapie

V.1.4 Dialogfähigkeit zwischen verschiedenen therapeutischen Denkweisen, praktischen Ansätzen sowie verschiedenen Disziplinen

V.1.5 Offenheit für Neues

V.1.6 Berücksichtigung der aktuellen situativen Realität sowie der therapeutischen Rahmenbedingungen

V.1.7 Gleichzeitige Berücksichtigung unterschiedlicher Einflüsse auf das therapeutische Handeln

V.2 Annäherungen an ein mögliches Modell für eine integrative Psychotherapie

V.2.1 „Allgemeine Psychotherapie“ von Klaus Grawe

V.2.2 „Integrative Psychotherapie“ von Hilarion Petzold

VI. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Philosophie Martin Bubers und der chassidische Chassidismus als Impulsgeber für die zeitgenössische integrative Psychotherapie dienen können. Ziel ist es, eine systematische Verbindung zwischen Bubers Dialogphilosophie und moderner psychotherapeutischer Praxis herzustellen, um theoretische Fundamente und praxisnahe Ansätze für eine ganzheitliche Behandlung zu gewinnen.

  • Dialogphilosophie nach Martin Buber
  • Chassidismus als psychotherapeutische Quelle
  • Historische Rezeption durch Pioniere wie von Weizsäcker und Binswanger
  • Integrative Psychotherapiekonzepte (Grawe, Petzold)
  • Praktische Anwendungen der Dialogik im klinischen Alltag

Auszug aus dem Buch

I.2 Martin Buber und die Psychiatrie und Psychotherapie

Neben diesen Tätigkeitsbereichen und Wissenschaftsgebieten besaß Buber während seines ganzen Lebens sowohl ein ausgeprägtes Interesse am psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachgebiet als auch persönliche Verbindungen mit dessen bekannten Vertretern. Diese Verbindungen waren einerseits wohl motiviert durch die Absicht, sich in eigenen Anschauungen von ihnen kritisch abzusetzen, andererseits dadurch, gemeinsam mit ihnen verwandte Vorstellungen neuer Wege der Psychotherapie zu entwickeln. Die kritische Distanzierung von vorherrschenden psychiatrischen und psychotherapeutischen Konzepten hing in erster Linie damit zusammen, dass Buber als Philosoph in einer perspektivisch anderen Weise über den Menschen nachdenken musste, als es Psychotherapeuten üblicherweise in ihrer Praxis tun.

Zu den Ursprüngen seines Interesses an Psychiatrie und Psychotherapie lassen wir am besten Buber selbst zum Wort kommen. In einem öffentlichen Dialog zwischen ihm und Carl Rogers an der University of Michigan in Ann Arbor am 18. April 1958 gibt Buber eine relativ ausführliche Antwort auf die Frage von Rogers, wie er sich „ein tiefes Verstehen über das menschliche Individuum“ angeeignet habe, ohne jemals selbst Psychotherapeut zu sein und „[…] welche die Kanäle des Wissens waren, durch die Sie die Fähigkeit gewonnen haben, wirklich so tiefgründig Menschen und Beziehungen zu studieren?“ (Mendes-Flohr und Schäfer 2008: 238) In seiner Antwort sagt Buber, dass er in der Psychiatrie nicht „ein völlig Fremder“ sei, „[…] denn als ich Student war […] studierte ich drei Semester Psychiatrie und was man in Deutschland 'Psychiatrische Klinik' nennt. Das interessierte mich am meisten. Sehen Sie, ich studierte nicht Psychiatrie, um ein Psychotherapeut zu werden. Ich studierte […] zuerst […] in Leipzig, wo ich ein Student Wundts war. Daraufhin in Berlin mit Mendel, und das dritte Semester mit Bleuler in Zürich, welches das interessanteste der drei war. […] ich hatte das Gefühl, über den Menschen wissen zu wollen, und über den Mensch im sogenannten pathologischen Zustand. […] Ich wollte solche Leute sehen, wenn möglich treffen, und […] die Beziehung aufbauen, die wirkliche Beziehung zwischen dem, was wir einen gesunden Menschen nennen und was wir einen pathologischen Menschen nennen“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Martin Buber, sein Werk, seine Beziehung zur Psychiatrie und Psychotherapie und die Rezeptionsgeschichte: Ein Überblick über Bubers Leben, seine philosophische Ausrichtung und seine kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Psychiatrie und Psychoanalyse.

II. Die Rezeption von Bubers Denken in der deutschsprachigen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an ausgewählten Beispielen: Darstellung des Einflusses von Bubers Ideen auf namhafte Ärzte wie Viktor von Weizsäcker, Ludwig Binswanger und Jürg Willi.

III. Osteuropäischer Chassidismus als geistiger Hintergrund Bubers und seine Bedeutung für die Psychotherapie: Untersuchung der chassidischen Bewegung als historisch gewachsene Quelle für therapeutische Ansätze und deren Relevanz für das moderne Verständnis von Resilienz und Gemeinschaft.

IV. „Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre“ als Quintessenz der Buber’schen Ideenwelt und als Quelle therapeutischer Denkanstöße: Analyse ausgewählter chassidischer Texte Bubers auf ihre psychotherapeutischen Gehalte und ihre Bedeutung für die praktische Lebenshilfe.

V. Moderne Vorstellungen von einer integrativen Psychotherapie und ihr Verhältnis zum chassidischen Gedankengut in der Darstellung Bubers: Integration der Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln in aktuelle Modelle der integrativen Psychotherapie, wie sie von Klaus Grawe und Hilarion Petzold vertreten werden.

VI. Diskussion und Ausblick: Zusammenfassende kritische Betrachtung des Buber’schen Erbes für die moderne Wissenschaft sowie Reflexion über zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Schnittfeld von Philosophie und Psychotherapie.

Schlüsselwörter

Martin Buber, Chassidismus, Integrative Psychotherapie, Dialogphilosophie, Ich-Du-Beziehung, Anthropologische Psychiatrie, Viktor von Weizsäcker, Ludwig Binswanger, Jürg Willi, Psychodynamik, Resilienz, Lebenspraxis, Ganzheitlichkeit, Psychotherapeutische Beziehung, Existenzanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit erforscht die Verbindung zwischen der Philosophie Martin Bubers und der chassidischen Lebenspraxis mit den theoretischen und praktischen Grundlagen einer integrativen Psychotherapie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit Dialogphilosophie, historischer Buber-Rezeption in der Medizin, den psychotherapeutischen Impulsen des Chassidismus sowie modernen integrativen Therapieansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Bubers „Begegnungsphilosophie“ und das chassidische Erbe als theoretische Quelle für eine ganzheitliche, integrative Psychotherapie dienen und wie sie moderne Ansätze befruchten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Methode, um die religiös-philosophischen Texte Bubers auf psychotherapeutische Gehalte zu überprüfen und in den Kontext klinischer Theorien zu stellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Rezeption durch Pioniere wie Binswanger und von Weizsäcker, die Analyse der chassidischen „therapeutischen Bewegung“ sowie die Synthese dieser Erkenntnisse in moderne integrative Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Dialogik, integrative Psychotherapie, Ich-Du-Beziehung, ganzheitliche Behandlung und das chassidische Erbe.

Welche Rolle spielt die chassidische Lehre für die moderne Psychotherapie?

Die chassidische Lehre dient als historisches Beispiel für eine ressourcenorientierte und ganzheitliche Lebenspraxis, die therapeutische Elemente wie Erzählen, Singen und Gemeinschaftsbildung nutzt, welche in modernen Verfahren neu entdeckt werden.

Inwiefern unterscheidet sich Bubers Verständnis von dem anderer Psychotherapeuten?

Buber betrachtet den Menschen als leibseelisches Beziehungswesen und kritisiert eine rein naturwissenschaftlich-reduktive Sichtweise; er plädiert für eine „personhafte Begegnung“, die über das bloße Analysieren hinausgeht.

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Detalles

Título
Gedanken der integrativen Psychotherapie im religiös-philosophischen Werk Martin Bubers
Universidad
University of Göttingen
Calificación
sehr gut
Autor
Vsevolod Silov (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
117
No. de catálogo
V414414
ISBN (Ebook)
9783668651029
ISBN (Libro)
9783668651036
Idioma
Alemán
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Vsevolod Silov (Autor), 2017, Gedanken der integrativen Psychotherapie im religiös-philosophischen Werk Martin Bubers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414414
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