Al-Qaida ist eine Organisation des transnationalen Terrorismus. Diese Arbeit wird sich mit den Besonderheiten dieser Organisation auseinandersetzen. Gewalt ist eine Form der Machtausübung, bei der die Durchsetzung der eigenen Ziele im Vordergrund steht. Macht bedeutet laut Max Weber jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht. Macht ist kein individuelles Attribut. Der Begriff bezieht sich auf eine soziale Beziehung. Jemand hat Macht immer nur gegenüber jemand anderem. Macht kommt in so gut wie jeder sozialen Beziehung vor. Machtquellen sind beispielsweise eine körperliche Überlegenheit – dies wird zur Machtquelle durch die Wahrnehmung drohenden Zwangs seitens des Schwächeren. Persönlichkeit wird zur Machtquelle durch Überzeugung, Einflüsterung und Einfluss. Besitz und Eigentum werden durch Kontrolle gesellschaftlich relevanter Ressourcen zur Machtquelle und Organisation durch überlegene Formen der Kooperation. Gewalt ist, wie oben schon genannt, eine spezifische Form von Macht, eine Verletzungsmacht. Macht ist konstruktiv und richtet sich auf soziale Beziehungen. Gewalt nicht. Gewalt richtet sich entweder auf die Verletzung oder die Tötung des Akteurs oder auf Personen außerhalb, auf Zuschauer, um Macht zu demonstrieren. Die extremste Form der Verletzungsmacht, ist die Tötungsmacht. Tötungsmacht bedeutet absolute Macht. Absolute Macht ist aber nicht monopolisierbar. 9/11 sollte jedem ein Begriff sein. Am 11. September 2001 hat der Terrorismus seinen Höhepunkt erreicht. 3000 Menschen kamen bei den Anschlägen auf das World Trade Center und Pentagon ums Leben. Einen vereitelten Anschlag auf das Weiße Haus hat es an diesem Tag auch gegeben. Al-Qaida war die erste terroristische Organisation, die es schaffte, einen Anschlag in den USA durchzuführen. Dieser Anschlag hinterließ nicht nur physischen, sondern auch nachhaltigen Schaden, was zum Einmarsch von westlichen Militärmächten in Afghanistan führte. George W. Bush rief einen „Global War on Terror“ (GWOT) aus, um den Terrorismus weltweit zu bekämpfen. Al-Qaida ist eine Organisation des transnationalen Terrorismus.
Inhaltsverzeichnis
1. Macht und Gewalt
2. Definition und Formen des Terrorismus
3. Abgrenzung: Guerilla und Terrorismus
4. Entstehung und Entwicklung von Al-Qaida
5. Globaler Strategiewechsel und Radikalisierung
6. Struktur, Führung und Niedergang
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert die soziologischen Grundlagen von Macht und Gewalt, um die Charakteristika der transnationalen Terrororganisation Al-Qaida zu verstehen und ihre historische Entwicklung sowie ihren strategischen Wandel einzuordnen.
- Theoretische Grundlagen von Machtausübung und Gewalt
- Differenzierung zwischen Terrorismus und Guerillakrieg
- Historische Formierungsphase von Al-Qaida
- Strategiewechsel zur globalen terroristischen Organisation
- Einflussfaktoren für den Bedeutungsverlust und interne Konflikte
Auszug aus dem Buch
Entstehung und Entwicklung von Al-Qaida
Osama bin Laden – es wird kaum jemanden geben, der diesen Namen nicht kennt – nannte sein erstes Terrortrainingslager die Löwengrube – „Masadah“. Aus diesem Lager heraus wollte er den Heiligen Krieg in andere Länder tragen. Schon bald wurde daraus die Idee eines weltweiten Jihad gegen die sogenannten Ungläubigen. Die erste und entscheidende Formierungsphase fand zwischen 1979 und 1988 statt. Wie oben schon erwähnt, entstand die Al-Qaida aus einem Guerillakrieg heraus. Der Krieg richtete sich gegen sowjetische Besatzer in Afghanistan. Osama bin Laden schloss sich mit anderen Organisationen, die der gleichen Ideologie folgten, zusammen. Bei einem Treffen am 11. August 1988 diskutierten führende Mujaheddin – Jihad-Kämpfer – über den Kampf aller Muslime gegen die „Gottlosen“ – den Westen. Dies gilt als Geburtsstunde der Al-Qaida. Sie erlangten schnell Anerkennung durch den Abzug der Sowjettruppen 1989. Darin sahen viele den Beleg für bin Ladens These: durch hohen Blutzoll können die Gotteskrieger weltweit Erfolg erlangen.
Finanzieren konnte sich der Guerillakrieg durch verschiedene Organisationen und Staaten. Im Vordergrund stehen hier der pakistanische Geheimdienst, Saudi Arabien und die USA. Osama bin Laden war der Sohn eines saudischen Multimillionärs. Er spendete nicht einfach nur Geld, er beteiligte sich unmittelbar am Jihad. Trotz seines Vermögens teilte er sich die heruntergekommenen Unterkünfte und die kargen Mahlzeiten mit meist bettelarmen Gotteskriegern. Sein Vorbild war hierbei ein Mann namens Abdallah Azzam, ein pakistanischer Professor, der an der Universität im pakistanischen Islamabad lehrte. Azzam glaubte an die Ideologie, dass jede Idee ihre Vorkämpfer braucht, eine Avantgarde, die ohne Rücksicht auf ihr eigenes Wohlergehen diese Idee durchsetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Macht und Gewalt: Untersuchung der soziologischen Grundlagen von Macht als soziale Beziehung und die Abgrenzung von Gewalt als spezifische Verletzungsmacht.
Definition und Formen des Terrorismus: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Definition von Terrorismus und Klassifizierung in nationale, internationale und transnationale Erscheinungsformen.
Abgrenzung: Guerilla und Terrorismus: Analyse der strukturellen und strategischen Unterschiede zwischen Guerillakämpfern mit territorialen Interessen und Terroristen mit psychologischen Zielen.
Entstehung und Entwicklung von Al-Qaida: Beschreibung der Anfänge im Umfeld des Afghanistan-Krieges und der ideologischen Formung durch Osama bin Laden und Abdallah Azzam.
Globaler Strategiewechsel und Radikalisierung: Darstellung des Übergangs von regionaler Guerilla-Taktik hin zu globalen terroristischen Anschlägen gegen den Westen.
Struktur, Führung und Niedergang: Analyse der transnationalen Netzwerkstrukturen unter der Taliban-Ära sowie die Erosion der Organisation nach dem Arabischen Frühling.
Schlüsselwörter
Al-Qaida, Terrorismus, Jihad, Macht, Gewalt, Guerilla, Osama bin Laden, Transnationalismus, Ideologie, 11. September, Mujaheddin, Radikalisierung, Afghanistan, Strategiewechsel, Netzwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe von Macht und Gewalt, um die Struktur und Entstehung der Terrororganisation Al-Qaida zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Machtformen, die Definition von Terrorismus und die historische Entwicklung transnationaler terroristischer Netzwerke.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Besonderheiten und die Entstehungsgeschichte von Al-Qaida innerhalb der Strukturen des transnationalen Terrorismus aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf soziologischen Machtbegriffen und bestehender Fachliteratur zum Thema Terrorismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Abgrenzung zwischen Guerilla und Terrorismus, der Rekrutierung durch Al-Qaida sowie dem historischen Strategiewechsel hin zu globalen Anschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Al-Qaida, Jihad, Macht, Gewalt, Transnationalismus und der Strategiewechsel vom regionalen zum globalen Akteur.
Wie unterscheidet sich die Tötungsmacht von anderer Gewalt?
Die Tötungsmacht wird als extremste Form der Verletzungsmacht beschrieben, die absolute Macht symbolisieren soll, jedoch aufgrund ihrer Natur nicht dauerhaft monopolisierbar ist.
Welchen Einfluss hatte der Strategiewechsel 1996 auf Al-Qaida?
Der Strategiewechsel transformierte Al-Qaida von einer primär an Guerilla-Kriegsführung orientierten Gruppe hin zu einer global agierenden terroristischen Organisation mit operativer Strategie.
- Arbeit zitieren
- Isabella Schmid (Autor:in), 2017, Al-Qaida. Die Besonderheiten und Hintergründe der Terrororganisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414421