Das Museum als außerschulischer Lernort


Hausarbeit, 2016
22 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Definitionen
1. Einleitung
2. Definition Museum
3. Außerschulische Lernorte

II. Das Museum als außerschulischer Lernort für den Geschichtsunterricht
1. Das Museum und die Eignung als Lernort
2. Historisches Lernen im Museum
3. Geschichtsdidaktische Kompetenzen und deren Umsetzbarkeit in einem Museum

III. Fazit

Literaturverzeichnis

I. Einleitung und Definitionen

1. Einleitung

Bereits im Fachprofil Geschichte für bayerische Gymnasien lässt sich der Wunsch entnehmen, Schülerinnen und Schüler[1] nicht nur durch die Anleitung der Lehrkräfte oder anhand von Büchern an den Lehrstoff heranzuführen. Wissen soll auch durch direkte Sachbegegnungen vermittelt werden, um den Unterrichtsgegenstand anschaulich vorzulegen.

„Bei Studientagen mit historischer Thematik, beim Besuch außerschulischer Lernorte (Museen, Archive, Gedenkstätten) sowie durch die Zusammenarbeit mit historischen Vereinen leistet das Fach Geschichte mit seinen spezifischen Inhalten und Methoden einen wesentlichen Beitrag zur Öffnung der Schule nach außen.“ [2]

Nun könnte man leicht der Annahme verfallen, es handle sich dabei um eine moderne Didaktikauffassung, doch dem ist keineswegs so. Bereits 1657 erklärte COMENSIUS, ein Vertreter des pädagogischen Realismus, in seiner „Großen Didaktik“:

„Die Menschen müssen soviel wie möglich ihre Weisheit nicht aus Büchern schöpfen, sondern aus Himmel und Erde, aus Eichen und Buchen.“ [3]

Wie das Fachprofil zeigt, hat diese Aussage auch heute noch nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.[4]

Eine neue Zielsetzung der Schulen ist es, sich nach außen zu öffnen. Hier spielen auch außerschulische Lernorte eine große Rolle. Da eine Behandlung aller außerschulischer Lernorte den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beschränkt sie sich auf den außerschulischen Lernort Museum. Es soll die Frage beantwortet werden, inwieweit ein Museum ein außerschulischer Lernort sein kann und ob es sich „lohnt“ mit einer Schulklasse diesen zu besuchen.

Um zu einer Erkenntnis zu gelangen, muss in den folgenden Kapiteln zunächst der Fachterminus „außerschulischer Lernort“ genauer definiert werden. Darauf folgt eine Analyse, inwieweit ein Museum wirklich ein solcher Lernort sein kann und ob es möglich ist, diesen in den Rahmen des Geschichtsunterrichts einzubinden. Am Ende der Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung und Stellungnahme in Form eines Fazits.

2. Definition Museum

Der Begriff „Museum“ erfährt keine einheitliche Definition. So kommt es, dass verschiedene Aspekte in Definitionen unterschiedlicher Urheber, verschieden gewichtet werden. Diesen Umstand sind sich auch Klaus WESCHENFELDER und Wolfgang ZACHARIAS bewusst geworden und bildeten aus den ihnen vorliegenden Definitionen vier klassischen Aufgaben eines Museums. Diese teilen sich in Sammeln, Bewahren, Erforschen und Ausstellen auf.[5]

Die genannten Tätigkeitsfelder können jedoch noch weiter ergänzt werden. Hinzu kommt auch noch der Bildungsauftrag, den Museen haben und welcher laut Gisela STAUPE „seit langem zu ihrem Selbstverständnis gehört“.[6]

Ob der obengenannte Bildungsauftrag erfüllt wird, liegt jedoch bei jedem Besucher selbst. So geht ein Museumsbesuch häufig mit einem aktiven Reflexionsprozess über Gesellschaft und Kultur einher.[7] Nach ihrer Auffassung sei „das Museum nicht bestrebt, den Betrachter seiner Ausstellungsstücke etwas Bestimmtes beizubringen, es vermittelt vielmehr eher einen ‚Akkord von Wissen, Identität und Aufklärung‘ “[8]

Ein Museum lässt sich also prinzipiell als ein Ort beschreiben, der Exponate sammelt, um diese zum einen zu bewahren und zum anderen zu erforschen. In einem geschichtlichen Museum werden also Quellen aufbewahrt, um sie unter anderem auch fachgerecht zu lagern und instand zu halten, sie somit also für die weitere Nachwelt zu bewahren und für eine weitere Forschung zugänglich zu machen. Der Bereich der Ausstellung hängt mit dem Bildungsauftrag zusammen. Die Exponate werden, im besten Fall, didaktisch aufbereitet und den Besuchern zu Anschauungszwecken zur Verfügung gestellt.[9]

Diese können nun durch aktives betrachten, lesen, teilweise auch ausprobieren und reflektieren ihren Kenntnisstand zum jeweiligen Thema des Museums erweitern. Weiterhin werden Gelder durch Eintritt, Merchandise, Bilder, Prospekte etc. generiert, welche der Institution oder der Forschung zugutekommen.[10]

3. Außerschulische Lernorte

Um die Relevanz eines Museums als außerschulischen Lernort beurteilen zu können, muss dieser Begriff erläutert werden, um verstehen zu können, welche Kriterien ein Ort erfüllen muss, um als außerschulischer Lernort bezeichnet werden zu können.

Außerschulisch bedeutet, dass der hier beschriebene Lernort geographisch außerhalb der Schule zu verorten ist. Es geht also darum, die Schüler aus der gewohnten Lernumgebung zu Führen und somit zu Wissens und Kompetenzerwerb an anderen Orten zu gelangen.[11]

Den Ausdruck Lernort zu definieren fällt schwieriger. Ein solcher Ort ist selten ein festes Konstrukt. Prinzipiell kann jeder Ort ein Lernort sein, solange er zum Erwerb von Wissen und Kompetenzen beiträgt.[12] Diese Räume zeichnen sich jedoch durch die „Möglichkeit der unmittelbaren Begegnung mit einem Lerngegenstand und/oder Sachverhalt“ aus.[13] Dies bedeutet, dass der oder die Lernende sich hier effektiv mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen kann und dieser ihm oder ihr adäquat präsentiert wird.

Prinzipiell lassen sich diese Räume nach MÜNCH in primäre und sekundäre Lernorte aufteilen. Bei ersteren handelt es sich um Orte, deren Aufgabe es ist, Lernen überhaupt zu ermöglichen. Diese Lernorte sind also eigens für den Wissens und Kompetenzerwerb und auf pädagogischer Basis geschaffene Räume, so wie zum Beispiel die Schule als Institution. Sekundäre Lernorte unterscheiden sich von diesen, da sie nicht vorrangig zum Zweck des Lernens errichtet wurden.[14]

Erst durch die „intentionale Inanspruchnahme für Lernprozesse“ werden diese zu sekundären Lernorten.[15]

Museen gehören zu dieser zweiten Kategorie, da diese, wie aus den Bereichen des Sammelns, Bewahrens, Forschens und Ausstellens von WESCHENFELDER und ZACHARIAS ersichtlich wird, nicht in erster Linie für den Lernprozess errichtet wurden. Auch wenn nach Staupe der Bildungsauftrag mittlerweile ebenfalls im Fokus liegt.

Führen wir nun beide definierten Begriffe zusammen, wird schnell klar mit welcher Kategorie der Lernorte sich diese Arbeit beschäftigen wird. Da diese „Lernräume“ sich außerhalb der Schule befinden, handelt es sich nicht um primäre Lernorte, denn hier wird der Fokus bewusst auf das Lernen außerhalb des schulischen Kontextes gelegt. In den folgenden Kapiteln, werden die zwei definierten Begriffe zusammengeführt und sich die Frage gestellt, ob ein Museum als außerschulischer Lernort dienen kann und ob es ratsam ist, mit einer Schulklasse im Rahmen des Geschichtsunterrichts einen solchen zu besuchen.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf der Arbeit mit SuS abgekürzt.

[2] http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26390,

Stand: 16.02.2016,18:45 Uhr.

[3] Brade, J./Dühlmeier, B.: Lehren und Lernen in außerschulischen Lernorten, S.435.

[4] vgl. ebd.

[5] vgl. Weschenfelder, K./Zacharias, W.: Handbuch der Museumspädagogik, Düsseldorf, 1992, S.21.

[6] Staupe, G.: Einführung: Museen – Orte des Sehens und des Lernens, der Musse und der Bildung, In: Staupe, G. (Hrsg.): Das Museum als Lern- und Erfahrungsraum. Grundlagen und Praxisbeispiele, Schriften des deutschen Hygiene-Museums Dresden; 10, Böhlau/Wien, 2012, S. 7.

[7] vgl. ebd.

[8] ebd.

[9] vgl. Hese, T.: Außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht: Das Museum, in: Kuhn, B. (Hrsg.) : Geschichte erfahren im Museum, Historicia et didactica: Fortbildung Geschichte; 6, St. Ingbert, 2015 S. 13.

[10] vgl. Weschenfelder/Zacharias, 1992, S. 22.

[11] vgl. Messmer, K.: Definition Außerschulischer Lernorte, In: Messmer, K. (Hrsg.): Außerschulische Lernorte – Positionen aus Geographie, Geschichte und Naturwissenschaften, Beiträge zur Didaktik; Band 1, Münster, 2011 S. 7.

[12] vgl. Brade/Dühlmeier, 2015, S. 434.

[13] Messmer, 2011, S.7.

[14] vgl. Münch, J.: Lernorte und Lernortkombinationen – begriffliche und theoretische Vorklärungen, In: Lernorte und Lernortkombinationen im internationalen Vergleich. Innovationen, Modelle und Realisationen in der europäischen Gemeinschaft, Berlin, 1985, S.25 ff.

[15] Brade/Dühlmeier, 2015, S. 434.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Das Museum als außerschulischer Lernort
Hochschule
Universität Passau
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V414549
ISBN (eBook)
9783668658264
ISBN (Buch)
9783668658271
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Außerschulischer Lernort, Museum, Museum als außerschulischer Lernort, Außerschulische Lernorte
Arbeit zitieren
Maximilian Tresp (Autor), 2016, Das Museum als außerschulischer Lernort, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414549

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