Eine neue Zielsetzung der Schulen ist es, sich nach außen zu öffnen. Hier spielen auch außerschulische Lernorte eine große Rolle. Da eine Behandlung aller außerschulischer Lernorte den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beschränkt sie sich auf den außerschulischen Lernort Museum. Es soll die Frage beantwortet werden, inwieweit ein Museum ein außerschulischer Lernort sein kann und ob es sich "lohnt" mit einer Schulklasse diesen zu besuchen.
Um zu einer Erkenntnis zu gelangen, muss in den folgenden Kapiteln zunächst der Fachterminus "außerschulischer Lernort" genauer definiert werden. Darauf folgt eine Analyse, inwieweit ein Museum wirklich ein solcher Lernort sein kann und ob es möglich ist, diesen in den Rahmen des Geschichtsunterrichts einzubinden. Am Ende der Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung und Stellungnahme in Form eines Fazits.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung und Definitionen
1. Einleitung
2. Definition Museum
3. Außerschulische Lernorte
II. Das Museum als außerschulischer Lernort für den Geschichtsunterricht
1. Das Museum und die Eignung als Lernort
2. Historisches Lernen im Museum
3. Geschichtsdidaktische Kompetenzen und deren Umsetzbarkeit in einem Museum
III. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Museen als außerschulische Lernorte im Geschichtsunterricht. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit das Museum die pädagogische Zielsetzung handlungsorientierten Lernens unterstützt und welche spezifischen geschichtsdidaktischen Kompetenzen durch den Besuch gefördert werden können.
- Definition des Museums als Lern- und Bildungsort
- Kriterien für außerschulische Lernorte
- Methoden des historischen Lernens im Museumskontext
- Förderung geschichtsdidaktischer Kompetenzen (z.B. Urteils- und Fragekompetenz)
Auszug aus dem Buch
1. Das Museum und die Eignung als Lernort
Wenn ein Ausflug mit einer Schulklasse an einen außerschulischen Lernort geplant werden soll, stellt sich immer die Frage, wie berechtigt diese Exkursion ist. Es gehört mittlerweile zum Alltag der Lehrkräfte, solche Ausflüge stets gegenüber dem Kollegium, der Schulleitung, den Eltern und Behörden legitimieren zu müssen. Nach Ernst Wagner erfordern gerade die Ganztagsschulen eine neue Form der Unterrichtsdifferenzierung sind somit prädestiniert, das Angebot außerschulischer Bildungsangebote wahrzunehmen. Die Lehrkraft sollte jedoch vorher prüfen, ob sich der außerschulische Lernort, in diesem Fall das Museum, überhaupt als Lernort eignet und welche pädagogische Relevanz diesem zugesprochen werden kann. Die folgenden Ausführungen sollen anhand von ausgewählten Thesen und Beispielen diese Aspekte genauer beleuchten.
Als erstes sollte der Lehrkraft bewusst werden, dass es sich bei einem Museum aus pädagogischer Sicht um einen sozialen Ort handelt. Die Schüler befinden sich an einem öffentlichen Ort, außerhalb des schulischen Kontextes. In Museen, mit einigen Ausnahmen, sind Gespräche der Schüler untereinander und gemeinsames Entdecken und Forschen nicht nur erlaubt, sondern häufig auch erwünscht. Dies fördert die Sozialkompetenz der Beteiligten. Aus pädagogischer Sicht eine Sinnvolle Maßnahme. Auch HESE schreibt, dass ein Museum zur Kommunikation anregt und erklärt das Museum zu einem Teil des Funktionssystems Erziehung. Laut LUHMANN gehört die Kommunikation über gewisse Themenfelder zur Personenbildung.
Der Lernprozess in einem Museum ist ebenfalls natürlicher, da dieser nicht so stark von außen gesteuert wird und somit zum Gegensatz des „Lernen zur Verhaltensänderung“ steht. Der Schüler folgt seinem eigenen Wunsch zu Entdecken und eignet sich auf diese Weise für ihn relevantes Wissen an. Das Museum fördert mehrere Schlüsselqualifikationen, wie zum Beispiel die praxisorientierte Arbeit im Team.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung und Definitionen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert die zentralen Begriffe „Museum“ und „außerschulischer Lernort“ als theoretische Basis.
II. Das Museum als außerschulischer Lernort für den Geschichtsunterricht: Hier wird die Eignung des Museums für den Geschichtsunterricht analysiert, wobei der Fokus auf historischem Lernen und der Förderung spezifischer fachdidaktischer Kompetenzen liegt.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Museumsbesuch eine pädagogisch wertvolle Ergänzung zum schulischen Geschichtsunterricht darstellt.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Museum, Außerschulischer Lernort, Historisches Lernen, Sachanalyse, Sachurteil, Werturteil, Geschichtsdidaktik, Kompetenzorientierung, Sozialkompetenz, Bildkompetenz, Lernprozess, Handlungsorientierung, Museumpädagogik, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Museen als außerschulische Lernorte in den Geschichtsunterricht integriert werden können.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentral sind die theoretische Bestimmung des Lernorts Museum sowie die praktische Relevanz für den Erwerb von historischen und fachdidaktischen Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Klärung, ob ein Museumsbesuch pädagogisch sinnvoll ist und welche Mehrwerte er gegenüber dem klassischen Unterricht im Klassenzimmer bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und einer literaturgestützten Evaluation pädagogischer sowie geschichtsdidaktischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Eignung des Museums, die Anwendung des historischen Lernens sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Förderung von Kompetenzen wie Wahrnehmungs-, Frage- und Urteilskompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind Geschichtsdidaktik, Museumpädagogik, historische Kompetenzen und außerschulisches Lernen.
Inwiefern beeinflusst der Begriff der "Bildkompetenz" das Verständnis von Museumsbesuchen?
Der Autor führt den Begriff der Bildkompetenz ein, um zu verdeutlichen, dass SuS im Museum lernen, Exponate nicht nur zu betrachten, sondern in einen semantischen und historischen Gesamtkontext zu setzen.
Welche Rolle spielt die "Sozialkompetenz" bei einem Museumsbesuch im Vergleich zum Schulalltag?
Da Museen häufig zum gemeinschaftlichen Entdecken und Forschen anregen, wird die Gruppenarbeit gefördert, was laut Autor positiv auf das Klassenklima wirkt.
- Citation du texte
- Maximilian Tresp (Auteur), 2016, Das Museum als außerschulischer Lernort, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414549