Für meine Abschlussarbeit für das PS „Schule und Unterricht entwickeln“ habe ich mich für das Thema „Die Bedeutung der Schule bei der Berufswahl“ entschieden, da ich mich schon vorangegangenen Lehrveranstaltungen damit beschäftigt habe. Besonders innerhalb eines Seminars bei Prof. Klingler kam dieses Thema im Zuge einer Diskussion zur Sprache. Ich wollte mich weiter damit beschäftigen und habe mich deshalb entschlossen, dies im Zuge dieser Arbeit zu tun. Meine Hauptquelle dabei war die Diplomarbeit von Frau Brigitte Burger, die 1987 zu diesem Thema gearbeitet hatte.
Ich glaube, dass das Thema der Berufswahl im herkömmlichen Unterricht sowohl in Pflichtschulen oder Gymnasien, als auch später in Höher- bzw Berufsbildenden Schulen vernachlässigt wird. Der Unterricht zielt mehr auf die Vermittlung von umfangreichen Lehrinhalten, der praktische Bezug zu konkreten Berufen wird nicht hergestellt. Da ist es für den Schüler natürlich sehr schwer nach Beendigung seiner Schulkarriere eine Entscheidung zu treffen. Meist wird die Berufswahl vom gewählten Schultypus beeinflusst und weniger durch die Information über einzelne Berufssparten.
Mit meiner Arbeit wollte ich mich selbst auf diese Problematik aufmerksam machen, damit ich dies später in meinem eigenen Unterricht im Hinterkopf behalte.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE ROLLE DER SCHULE BEI DER BERUFSWAHL
3. WAS BEDEUTET DER BEGRIFF „BERUFSWAHL“
4. MÖGLICHE BERUFSENTSCHEIDUNGSPUNKTE IN DER BIOGRAPHIE EINES MENSCHEN
5. EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE BERUFSWAHL
5.1 Äußere Einflussfaktoren
5.1.1 Zusammenhang der Berufswahl mit der sozialen Herkunft
5.1.2 Zusammenhang der Berufswahl mit der regionalen Lage
5.1.3 Zusammenhang der Berufswahl mit der Wirtschaftslage
5.1.4 Zusammenhang der Berufswahl mit der Information
5.2 Individuelle Prägungen
5.2.1 Zusammenhang der Berufswahl mit der Neigung
5.2.2 Zusammenhang der Berufswahl mit der Eignung
5.3 Die Schule
5.3.1 Zusammenhang der Berufswahl mit der Schule und der Schulbildung
5.4 Die Umwelt des Jugendlichen
5.4.1 Die Rolle der Eltern und der Familie bei der Berufswahl
5.4.2 Die Rolle der öffentlichen Berufsberatung bei der Berufswahl
6. SCHLUSSKOMMENTAR
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die maßgebliche Rolle der Schule im Prozess der Berufsfindung von Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie schulische Bildung, institutionelle Organisation und Beratung dazu beitragen, den Jugendlichen eine fundierte und realistische Berufswahl zu ermöglichen.
- Einflussfaktoren der Berufswahl (soziale Herkunft, regionale Lage, Wirtschaftslage)
- Die Bedeutung von individueller Neigung und Eignung
- Die Schule als zentraler Akteur im Berufsentscheidungsprozess
- Die Rolle der Familie und der öffentlichen Berufsberatung
- Berufswahl als lebenslanger Prozess vs. einmaliger Entscheidungsmoment
Auszug aus dem Buch
3. WAS BEDEUTET DER BEGRIFF „BERUFSWAHL“
Die Charakterisierung der Berufswahl als Prozess war nicht immer selbstverständlich, in früheren Zeiten war man der Ansicht, die Berufswahl sei ein punktueller Entschluss, den man einmal trifft und bei dem man dann auch sein ganzes Leben lang bleibt. Eine Berufswahl ist grundsätzlich erst möglich, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist, dass bestimmte Berufe nur an gewisse Personen weitervererbt werden, sondern jeder, unabhängig von der Schicht oder den elterlichen Berufen, relativ frei seinen Beruf aussuchen kann. [relativ: es gibt auch heute noch genügend Einschränkungen]5
„Berufswahl wurde ursprünglich als einmalige Handlung gesehen, die am Ende der Schulzeit erfolgt und gewissermaßen das Scharnier zwischen Schule und Berufswelt bildet. In den letzten zwanzig Jahren [Zitat aus 1973] hat sich dagegen die Ansicht durchgesetzt, dass sie nicht ein punktuelles Geschehen ist, sondern ein Prozess über Zeit.“6
Ein Jugendlicher hat heute nur in Ausnahmefällen nach Abschluss der Schulzeit seine Berufswahl schon getroffen. Unter Zeitdruck können alle positiven und negativen Konsequenzen der Entscheidung nicht gründlich durchdacht werden, deswegen sollte der Jugendliche von seiner Umwelt mehr Zeit für seine Entscheidung erhalten. Obwohl dies auch heute noch nicht in ausreichendem Maße erfolgt, ist die Situation dennoch besser als in den vergangenen Jahrzehnten, wo die Berufswahl für den Jugendlich meist kein Prozess, sondern ein schneller, eingeschränkter Entscheidungsmoment war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung des Anlasses und des Interesses an der Thematik der Berufswahl innerhalb des Schulkontextes.
2. DIE ROLLE DER SCHULE BEI DER BERUFSWAHL: Analyse der schulischen Funktion bei der Vorbereitung auf die Berufsrolle und die Herausforderungen für Lehrkräfte.
3. WAS BEDEUTET DER BEGRIFF „BERUFSWAHL“: Betrachtung der Berufswahl als dynamischer Prozess und die Bedeutung individueller Entscheidungsspielräume.
4. MÖGLICHE BERUFSENTSCHEIDUNGSPUNKTE IN DER BIOGRAPHIE EINES MENSCHEN: Untersuchung der kritischen Wegpunkte im österreichischen Bildungssystem und deren Auswirkungen auf die Berufsbiographie.
5. EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE BERUFSWAHL: Detaillierte Betrachtung äußerer Einflüsse (Herkunft, Region, Wirtschaft) sowie individueller Prägungen (Neigung, Eignung) und der Rolle der Schule und Familie.
6. SCHLUSSKOMMENTAR: Reflexion über die eigene Schulkarriere und das Fazit zur Bedeutung der Schule bei der Berufsfindung.
Schlüsselwörter
Berufswahl, Schule, Berufsorientierung, Bildungssystem, Sozialisation, Berufsentscheidung, Schullaufbahn, Leistungsbewertung, Berufsberatung, Jugendliche, Sozialherkunft, Eignung, Neigung, Bildungswege, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Schule bei der Berufswahl von Jugendlichen und beleuchtet die vielfältigen Faktoren, die diesen Prozess beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Einfluss des Bildungssystems, die Rolle der Lehrkräfte, soziale und regionale Faktoren, sowie die Bedeutung von Neigung und Eignung bei der Berufsfindung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die Schule durch ihre Struktur und ihr Handeln den Berufswahlprozess beeinflusst und warum eine bessere Vorbereitung im schulischen Rahmen notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale soziologische und pädagogische Ansätze zur Berufswahl kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren (soziale Herkunft, Region, Wirtschaft, Neigung, Eignung) und spezifisch die Rolle der Schule sowie des familiären Umfelds.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Berufswahl, Bildungsweg, Sozialisation, Berufsberatung und Schullaufbahn.
Wie unterscheidet sich die Berufswahl heute von früher?
Früher wurde die Berufswahl als punktuelles Ereignis am Ende der Schulzeit gesehen, heute wird sie als lebenslanger, komplexer Prozess verstanden.
Warum spielt die soziale Herkunft eine Rolle?
Studien zeigen, dass Kinder aus Akademikerfamilien eher höhere Bildungsabschlüsse anstreben, während Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten oft Vorbilder und Orientierung fehlen.
Welche Rolle spielt der Schultypus?
Verschiedene Schultypen (Volksschule, Gymnasium, Polytechnischer Lehrgang) stellen bereits früh Weichen, die den Zugang zu bestimmten Berufsfeldern einschränken oder ebnen können.
- Quote paper
- Karin Wieser (Author), 2001, Die Bedeutung der Schule bei der Berufswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41458