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Ein Vergleich einer Constructive News-Website und einer klassischen News-Website

Nutzungsbereitschaft von Constructive News

Title: Ein Vergleich einer Constructive News-Website und einer klassischen News-Website

Bachelor Thesis , 2016 , 81 Pages , Grade: 88 %

Autor:in: Bianca Farchmin (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Nach unserer Interpretation von Journalismus hat dieser die Aufgabe, uns über aktuelle Vorkommnisse in der Welt und andere gegenwärtige Sachverhalte neutral und objektiv zu informieren. Die Menschen verlangen vom Journalismus wahrheitsgemäße Daten und Fakten. Wenn wir nach den heutigen Medien gehen würden, bestünde unsere Welt jedoch zu einem großen Teil aus Konflikten, Dramen, Kriminalität und Opfern. Da die Medien eine Vorliebe für negative Headlines und Geschichten haben, ganz nach dem Motto „if it bleads – it leads“, wird eine Berichterstattung aus unserer Vorstellung, die ausgewogen und damit repräsentativ ist, jedoch verhindert. Auf lange Sicht kann dies zu einem falschen, gar verzerrten und meist zu negativem Bild der Welt führen. Negative Nachrichten ziehen die Aufmerksamkeit der Leser auf sich und hinterlassen nicht selten ebenso negativ besetzte Gefühle. Kürzlich erst zeigte eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Fernsehsenders RTL, dass die Mehrheit der Deutschen den momentanen Zustand der Welt wesentlich schlechter und negativer sehen, als er in der Realität tatsächlich ist. Es scheint also, als sei der gesamte Mainstream-Journalismus überwiegend negativ geprägt, als folge dieser dem inoffiziellen Journalistengesetz: „Only Bad News are Good News“. Und auch in meinem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis machte ich in Diskussionsrunden oft die Beobachtung, dass viele sich von den Nachrichten abwendeten und das Vertrauen in die Medien verloren haben. Ich hörte oft Sätze wie „Immer nur Kriegsberichte, dass macht einen doch fertig.“, „Lügenpresse“ oder „Wenn ich Nachrichten lese, bekomme ich direkt schlechte Laune.“. Auch die Zahlen der Auflagenerscheinung bestätigen die eher zurückgehende Nutzung von Zeitungen und somit Nachrichten. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es das mit Zeitschriften jetzt gewesen sein soll und begab mich auf die Suche nach Alternativen zur klassischen Berichterstattung. Ich stieß auf eine Gegenbewegung, die sich erst seit einigen wenigen Jahren entwickelt und sich Constructive News nennt. Ein positiver, konstruktiver Journalismus, also eine Berichterstattung, die bewusst positiv über Themen berichtet - keine Schönmalerei, sondern diese Art des Journalismus bietet den Lesern gezielte Lösungsvorschläge an und bedient sich der positiven Psychologie und einer! optimistischeren Sprache.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Einleitung

Kapitel 2 – Grundlagen

2.1 Aufgabe des Journalismus und gesetzlicher Hintergrund

2.2 Constructive News

2.3 Ausgangslage – Problemstellung

2.4 Wie sieht ein konstruktiver Artikel aus?

Kapitel 3 – Methodik

3.1 Recherchearbeit

3.2 Begründung der Datenerhebungsmethode und Herangehensweise

3.3 Redaktionelles Konzept

3.4 Websites im Vergleich

Kapitel 4 – Durchführung

4.1 Beschreibung der Befragten

4.2 Aufbau der Untersuchungen

4.3 Ziele der Untersuchungen

4.4 Auswertungsgrundlagen

4.5 Fehleranalyse

Kapitel 5 – Ergebnisse

5.1 Auswertung des Fragebogens

5.2 Besonderheiten Fragebogen

5.3 Auswertung Telefoninterview

5.4 Besonderheiten Telefoninterview

Kapitel 6 – Zusammenfassung und Fazit

6.1 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit untersucht, ob eine Nachrichten-Website, die nach den Prinzipien des "Constructive News"-Journalismus gestaltet ist, eine höhere Nutzungsbereitschaft bei der Zielgruppe der 20- bis 30-Jährigen erzielt als klassische Nachrichten-Websites. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob ein positiver Einfluss auf die Stimmung der Rezipienten durch konstruktive Berichterstattung einen Anreiz für häufigere Nutzung bietet.

  • Vergleich zwischen klassischem Journalismus und konstruktiven Nachrichten
  • Analyse der Nutzungsbereitschaft bei 20- bis 30-Jährigen
  • Untersuchung der emotionalen Wirkung von Nachrichtenformaten
  • Validierung des "Constructive News"-Prinzips durch qualitative Forschung

Auszug aus dem Buch

2.2 Constructive News

Um Constructive News und ihre Ziele zu verstehen, muss zunächst definiert werden was mit dem Begriff überhaupt gemeint ist. Eine allgemeingültige Definition wurde so allerdings noch nicht formuliert. Demnach wird im Folgenden eine eigene Definition hergeleitet.

Nach dem Buch „Constructive News“ von Ulrik Haagerup sind Constructive News erst einmal nicht grundsätzlich immer einfach nur positive naive Nachrichten. Es geht viel mehr darum die Welt nicht nur mit einem Auge zu sehen. Weiterhin soll der Leser einen Mehrwert erhalten. Ulrik Haagerup arbeitet seit 2007 als Chef des dänischen Rundfunks und war davor als Chefredakteur mehrerer dänischer Tageszeitungen aktiv. Er und Cathrine Glydensted (ebenfalls eine skandinavische Autorin) formten und prägten den Begriff Constructive News.

Um Constructive News zu schreiben braucht es mehr – und vor allem ausreichend Zeit für Recherchen. Die Journalisten arbeiten mit Wissenschaftlern zusammen, dieses soll sicherstellen, dass die Beiträge präzise und best-möglichst recherchiert sind. Constructive News versuchen auf empirische Fakten zurückzugreifen, so kann der Leser jeder Zeit die Verlässlichkeit der Artikel selbst überprüfen. Die Journalisten müssen sich mit positiver Psychologie auskennen und diese bei dem Verfassen ihrer Artikel berücksichtigen und anwenden können (Haagerup, 2015, S. 94 ff.).

Probleme werden aufgezeigt und gleichzeitig wird dem Leser der Zusammenhang erklärt, ihm Verständnis für die Situation nahegelegt und ein möglichst lesernaher Lösungsansatz aufgezeigt. Constructive News lassen den Leser nicht alleine und keine Fragen offen. In einem bisher klassischen Nachrichtenbeitrag ist es normal die schrecklichen Neuigkeiten des Tages zu berichten, zum Abschluss des Beitrags die Wetterprognosen zu verkünden und dann abzuschalten, der Leser, beziehungsweise Zuschauer, und seine Gedanken und Gefühle werden hier komplett außer Acht gelassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 – Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des aktuell negativ geprägten Journalismus und führt in das Konzept der "Constructive News" als Gegenbewegung ein, um die Forschungsfrage zur Nutzungsbereitschaft zu begründen.

Kapitel 2 – Grundlagen: Hier werden die Aufgaben des Journalismus, der gesetzliche Hintergrund sowie der Begriff "Constructive News" fundiert definiert und eine Anleitung für konstruktives Schreiben gegeben.

Kapitel 3 – Methodik: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, welches auf einer qualitativen Forschung mittels Fragebögen und Telefoninterviews basiert, um die These empirisch zu untersuchen.

Kapitel 4 – Durchführung: Die Durchführung beschreibt das Studiendesign, die Auswahl der 16 Probanden, das redaktionelle Konzept zur Erstellung der zwei unterschiedlichen Nachrichten-Websites sowie die Fehleranalyse.

Kapitel 5 – Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier tabellarisch und grafisch ausgewertet, interpretiert und hinsichtlich der Stimmung und Nutzungsbereitschaft der Probanden analysiert.

Kapitel 6 – Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bestätigt die aufgestellte These zur höheren Nutzungsbereitschaft bei konstruktiven Inhalten und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Constructive News, Konstruktiver Journalismus, Nutzungsbereitschaft, Nachrichten-Websites, Qualitative Forschung, Mediennutzung, Positive Psychologie, Journalistische Standards, Rezipienten, Nachrichten-Verweigerer, Medienwirksamkeit, Online-Berichterstattung, 20-30 Jährige, Medienethik, Journalismuswandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob Nachrichtenformate, die auf "Constructive News" basieren, von Rezipienten der Altersgruppe 20 bis 30 Jahre bevorzugt werden und eine höhere Nutzungsbereitschaft auslösen als klassische Nachrichten.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Rolle des Journalismus in der Gesellschaft, die psychologische Wirkung negativer versus konstruktiver Nachrichten, Methoden der qualitativen Sozialforschung sowie die praktische Umsetzung eines redaktionellen Konzepts für Web-Nachrichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu beweisen, dass die Nutzungsbereitschaft bei "Constructive News"-Websites höher ist als bei inhaltsgleichen, aber klassisch-negativ formulierten Nachrichtenportalen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der eine Kombination aus einem strukturierten Online-Fragebogen über sechs Tage und anschließenden problemzentrierten Telefoninterviews zur Vertiefung der Ergebnisse umfasst.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Journalismus, die methodische Herleitung des Studiendesigns, die Durchführung des Experiments mit zwei Test-Websites sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Studie?

Wichtige Begriffe sind Constructive News, konstruktiver Journalismus, Nutzungsbereitschaft, Mediennutzung und die Analyse von emotionalen Auswirkungen von Nachrichten auf das tägliche Befinden der Leser.

Zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Versuchsgruppen?

Ja, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die konstruktive Website von den Probanden durchgehend positiver bewertet wurde und die Bereitschaft zur weiteren Nutzung in dieser Gruppe signifikant höher war.

Welche Rolle spielte der "vierte Tag" der Untersuchung?

Der vierte Tag, an dem ein Terroranschlag thematisiert wurde, zeigte, dass negative Ereignisse bei beiden Gruppen zu schlechten Bewertungen führten, was darauf hindeutet, dass die Art der Übermittlung bei extremen Negativnachrichten an Grenzen stößt.

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Details

Title
Ein Vergleich einer Constructive News-Website und einer klassischen News-Website
Subtitle
Nutzungsbereitschaft von Constructive News
College
SAE Berlin
Grade
88 %
Author
Bianca Farchmin (Author)
Publication Year
2016
Pages
81
Catalog Number
V414597
ISBN (eBook)
9783668656086
ISBN (Book)
9783668656093
Language
German
Tags
Bacherlorarbeit Cross-Media Constructive News Nutzungsbereitschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bianca Farchmin (Author), 2016, Ein Vergleich einer Constructive News-Website und einer klassischen News-Website, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414597
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