Der „Dritte Lebensabschnitt“, vorliegend verstanden als Zeitabschnitt, der mit dem regulären Pensionsalter beginnt, wird heute von vielen älteren Menschen in der Schweiz als ein aktiver Lebensabschnitt verstanden und gelebt. Möglich ist dies aufgrund eines mehrheitlich besseren Gesundheitszustandes sowie einer überwiegend wohlhabenden älteren Generation.
Das gesellschaftliche und individuelle Potenzial des Alters zeigt auf, dass ältere Menschen mit ihrem Wissen, ihrem Erfahrungsschatz und ihren Handlungsstrategien im Alltag die jüngeren Generationen, die Gesellschaft an sich und die Arbeitswelt positiv beeinflussen. In diesem Lebensabschnitt sind oft Ziele und Wünsche vorhanden, welche die alten Menschen verwirklichen wollen. Selbstbestimmung und Kreativität prägen das heutige Altersbild. Die neugewonnene Flexibilität der älteren Generation äussert sich auch in der aktiveren Freizeitgestaltung. Diese Freizeitgestaltung der älteren Generation wirft die Frage auf, wie nachhaltig sie ist.
Folgende Teilfragen werden in der Arbeit diskutiert: „Wie verträgt sich die Freizeit der älteren Generation und die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung? Welche Spannungsfelder werden im Gestaltungsfeld „Dienstleistungswirtschaft“ evident, unter besonderer Berücksichtigung der Freizeitgestaltung der älteren Generation? Welche wichtigen Informationen zum Ressourcenverbrauch „ältere Menschen“ sind bedeutsam?“.
Der Bezug der Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Nachhaltigkeit werden dargelegt. Die Ansprüche der älteren Generation bei der Freizeitgestaltung und das Mobilitätsverhalten werden aufgezeigt, ebenso Beispiele von Aktivitäten der älteren Generation (Freiwilligenarbeit, Reisen und Bildung, Sport und Kulturverhalten in der Freizeit und die neuen Technologien).
In der Arbeit wird die nachhaltige Entwicklung bei der Freizeit aufgezeigt wie die Umweltauswirkungen und Freizeit, Freizeitverkehr, Events und der ökologische Klima-Fussabdruck. Die Einflussfaktoren des Ressourcenverbrauchs, die Rahmenbedingungen und der Lebensstil werden dargelegt. Die Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Spanungsfelder werden geschildert, ebenso auch der soziale Anspruch der Freizeit. Die Gefährdung der Umwelt durch Lärm und Rohstoffverbrauch, und zwar bei der jungen Generation und bei der älteren Generation, werden beschrieben. Ansatzpunkte zur Milderung der Spannungsfelder werden vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffe
2.1 Nachhaltige Entwicklung
2.2 Dritter Lebensabschnitt
2.3 Generationengerechtigkeit
2.4 Freizeit
2.5 Soziale Milieus
2.6 Einkommen und Vermögen der älteren Generation
3 Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Nachhaltigkeit
3.1 Ansprüche der älteren Generation bei der Freizeitgestaltung
3.2 Mobilitätsverhalten
3.3 Bespiele von Aktivitäten der älteren Generation
3.3.1 Freiwilligenarbeit
3.3.2 Bildung
3.3.3 Reisen
3.3.4 Sport und Bewegung
3.3.5 Kulturverhalten in der Freizeit
3.3.6 Neue Technologien
3.4 Nachhaltige Entwicklung bei Freizeitgestaltung
3.4.1 Freizeit und Umweltauswirkungen
3.4.2 Freizeitverkehr
3.4.3 Erlebnisparks und Freizeitparks
3.4.4 Events und Grossveranstaltungen
3.4.5 Ökologische Fussabdruck
3.5 Einflussfaktoren des Ressourcenverbrauchs, die Rahmenbedingungen und der Lebensstil
4 Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Spannungsfelder
5 Ansatzpunkte zur Milderung der Spannungsfelder
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Nachhaltigkeit der Freizeitgestaltung der älteren Generation in der Schweiz. Das primäre Ziel besteht darin, die Auswirkungen des heutigen Freizeitverhaltens auf die Umwelt zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich dieses mit den Forderungen einer nachhaltigen Entwicklung vereinbaren lässt.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Alter, Lebensstil und Umweltbelastung.
- Untersuchung von Spannungsfeldern im Bereich der Dienstleistungswirtschaft.
- Bewertung des Ressourcenverbrauchs älterer Menschen in der Freizeit.
- Ableitung von Ansatzpunkten zur Milderung ökologischer Spannungsfelder.
Auszug aus dem Buch
3.2 Mobilitätsverhalten
Der Mobilitätsbegriff weist drei Bedeutungsdimensionen auf: Die Mobilität ist die Beweglichkeit von Personen und Dingen im physikalischen Raum. Mobilität ist zugleich auch die sozialräumliche Erreichbarkeit von Angeboten und Gegebenheiten der Bedürfniserfüllung wie Orte und Gelegenheit des Essens, des Schlafens, des Arbeitens, der Ausbildung und des Einkaufs wie auch des Vergnügens. Mobilität beinhaltet auch die soziokulturelle Positionierung der Akteure im symbolischen Raum der Lebensstile und umgekehrt.
Die Automobilität ist ein Wachstumsbereich für die Freizeitmobilität der älteren Generation. Für die Erreichung von Urlaubszielen und für die Freizeitgestaltung spielt das Auto eine grosse Rolle. Für Tagesausflüge wird von 70 % der Jungsenioren die Nutzung des Autos angegeben. Auch Pensionierte über 65 Jahre bevorzugen den Personenwagen.
Bei der jüngeren Generation lässt sich ein verändertes Mobilitätsverhalten feststellen. Jugendliche benützen das Fahrrad weniger. Mit der Kommerzialisierung des Elektrofahrrads gewinnt das Zweirad wieder an Bedeutung. Es kann nun auch auf längeren Pendlerdistanzen attraktiv sein. Auch das Auto verliert bei den jungen Erwachsenen an Anziehungskraft. Vermehrt wird der Bus oder das Tram genutzt. Der öffentliche Verkehr ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt, ist praktisch und bequem. Im Bus oder Tram kann das Mobiltelefon samt sozialen Netzwerken benützt werden. In den Städten und Agglomerationen kann die junge Generation auf das gute Angebot des öffentlichen Verkehrs zurückgreifen. Auch das Smartphone wird neu Teil der Mobilität. Es informiert den Besitzer über den Fahrplan, dient als Billettschalter und koordiniert Dienste wie beispielsweise das Carsharing.
Das Elektrofahrrad stellt für die ältere Generation die Möglichkeit dar, vom Auto auf das Zweirad umzusteigen. Die Statistik des Führerscheinbesitzes zeigt für die Schweiz, dass immer mehr ältere Leute Auto fahren. Bei den 18-24-Jährigen hat sich der Führerscheinbesitz zwischen den Jahren 1994 und 2010 von 71 auf 59 % reduziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Freizeitgestaltung älterer Menschen im Kontext der Nachhaltigkeit ein und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Begriffe: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, darunter Begriffe wie Nachhaltige Entwicklung, Dritter Lebensabschnitt und Generationengerechtigkeit.
3 Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Nachhaltigkeit: Hier wird das Freizeitverhalten der älteren Generation analysiert und in Bezug zu verschiedenen Umweltindikatoren sowie sozioökonomischen Rahmenbedingungen gesetzt.
4 Freizeitgestaltung der älteren Generation und die Spannungsfelder: Dieses Kapitel untersucht die Zielkonflikte zwischen den individuellen Ansprüchen an die Freizeit und den Erfordernissen einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung.
5 Ansatzpunkte zur Milderung der Spannungsfelder: Hier werden konkrete Strategien und Möglichkeiten diskutiert, um die negativen Umweltauswirkungen der Freizeitgestaltung zu reduzieren.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer stärkeren ökologischen Ausrichtung des Freizeitverhaltens für alle Generationen.
Schlüsselwörter
Nachhaltige Entwicklung, Freizeitgestaltung, ältere Generation, Dritter Lebensabschnitt, Mobilität, Ressourcenverbrauch, ökologischer Fussabdruck, Tourismus, Generationengerechtigkeit, Umweltbelastung, Lebensstil, Klimawandel, Dienstleistungswirtschaft, soziale Milieus, Schweiz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Nachhaltigkeit der Freizeitaktivitäten der älteren Generation in der Schweiz und reflektiert deren Auswirkungen auf die Umwelt sowie die Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der demografische Wandel, die Mobilität im Alter, soziale Milieus, der Ressourcenverbrauch durch Freizeitaktivitäten und das Konsumverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu beantworten, wie nachhaltig die Freizeitgestaltung älterer Menschen ist und welche Spannungsfelder dabei in einer dienstleistungsorientierten Gesellschaft existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und reflektierende Vorgehensweise, basierend auf einer Analyse einschlägiger Fachliteratur und Daten zur Nachhaltigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Freizeitpräferenzen, dem Mobilitätsverhalten, den Umweltwirkungen von Freizeitaktivitäten und den Zielkonflikten zwischen Konsum und Umweltschutz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltige Entwicklung, Freizeitgestaltung, Generationengerechtigkeit, ökologischer Fussabdruck und Mobilität.
Wie unterscheidet sich das Mobilitätsverhalten zwischen den Generationen laut dem Text?
Während die ältere Generation stark auf das Auto als bevorzugtes Verkehrsmittel setzt, zeigen jüngere Generationen eine höhere Affinität zum öffentlichen Verkehr und zu neuen Technologien wie Smartphones für Mobilitätslösungen.
Welche Rolle spielt das Einkommen für die Nachhaltigkeit der Freizeitgestaltung?
Ein höheres Einkommen ermöglicht mehr Konsum und intensivere Freizeitaktivitäten, was jedoch häufig mit einer höheren Umweltbelastung, beispielsweise durch Flugreisen oder den Besitz grösserer Autos, einhergeht.
Welche konkreten Massnahmen werden zur Milderung der Spannungsfelder vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden unter anderem der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Förderung von Car-Sharing-Modellen sowie die stärkere Nutzung von Elektrofahrrädern durch Vergünstigungen.
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- Franz Ludin (Author), 2017, Wie nachhaltig ist die Freizeitgestaltung der älteren Generation in der Schweiz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414749