Grundsätzlich baut die Diplomarbeit auf vier Säulen auf:
- Analyse der Ausgangssituation
In diesem Abschnitt soll zuerst die Dimension des Flüchtlingsproblems in Österreich und Europa analysiert werden. Weitere Punkte in diesem Kapitel sind die Einstellung der Aufnahmegesellschaft und die Probleme im Alltag eines Asylwerbers.
- Umfassender Überblick über die bestehenden Angebote
Ein zentraler Punkt für vernetztes Arbeiten ist es, sich einen Überblick über die bestehenden Angebote zu verschaffen. Wie ich selbst erfahren konnte, fehlt es sowohl bei staatlichen als auch privaten Einrichtungen aber oft an dieser Grundvoraussetzung.
In diesem Kapitel sollen nun einerseits alle wesentlichen Stellen aufgelistet (Adressensammlung im Anhang) und andererseits die Tätigkeiten ausgewählter Einrichtungen genauer beschrieben werden.
- Zentrale Problemfelder im Integrationsprozess
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den zentralen Problemen, welche Asylwerber während des Integrationsprozesses bewältigen müssen. Insbesondere soll hier auf die Problemfelder Arbeitsmarkt, Sprache, Wohnen, Religion, Kultur, Erziehung und Familie eingegangen werden.
- Ansatzpunkte und Möglichkeiten für Sozialarbeit
Generell geht es darum, in allen Kapiteln der Bezug zur Sozialarbeit herzustellen sowie die Aufgaben und Ziele eines Sozialarbeiters im betreffenden Bereich zu skizzieren.
Weiters umfasst die Arbeit auch zwei eigene Punkte, die sich mit der Konzeptentwicklung für zukünftige Projekte befassen.
Ziel der Diplomarbeit ist es, ein differenzierteres Bild über die Situation von Flüchtlingen in Österreich zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. EINLEITUNG
3. BEGRIFFSBESTIMMUNG
3.1 Was heißt Kultur?
3.2 Was heißt Integration?
3.3 Wer ist ein Flüchtling?
3.4 Was heißt Asyl?
3.5 Internationale Normen und neue Ansätze im Flüchtlingsrecht
4. FLÜCHTLINGSSTATISTIK
5. TRENNUNG VOM HERKUNFTSLAND
5.1 Verlauf des Trennungsprozesses
5.2 Ressourcen der Sozialarbeit
6. DER WEG ZUM ANERKANNTEN FLÜCHTLING
6.1 Notunterkünfte
6.1.1 Zentrale Probleme der Menschen in den Notunterkünften
6.1.2 Wichtige Aufgaben für professionelle Sozialarbeit
6.1.3 Die ersten Tage aus dem Blickwinkel eines Flüchtlings
6.1.4 Die Suche nach neuen Wegen
6.2 Bundesbetreuung
6.2.1 Welche Unterstützungen bietet die Bundesbetreuung an?
6.2.2 Vor- und Nachteile der Unterbringung in Gasthöfen
6.2.3 Wann endet die Bundesbetreuung?
6.2.4 Betreuungseinrichtungen des Bundes
6.2.5 Bericht eines iranischen Flüchtlings
6.2.6 Situation der Flüchtlinge die nicht vom Bund betreut werden
6.2.7 Probleme von Menschen in Bundesbetreuung
6.2.8 Ansatzpunkte für Sozialarbeit
6.3 Das Asylverfahren
6.3.1 Wie muss ein Asylantrag aussehen?
6.3.2 Der Ablauf des Asylverfahrens
6.3.3 Besondere Gruppen von Flüchtlingen
7. INTEGRATION IN DIE GESELLSCHAFT
7.1 Gefahren durch fehlende Integrationsmaßnahmen
7.2 Staatliche Integrationsmaßnahmen
7.3 Einrichtungen zur Unterstützung von Flüchtlingen
7.3.1 Das Kardinal DDr. Franz König Integrationswohnhaus
7.3.2 Das Wiener Integrationshaus
7.3.3 ZARA - Beratung für ZeugInnen und Opfer von Rassismus
7.3.4 Verein "Helping Hands"
7.3.5 Asyl in Not
7.3.6 Beratungszentrum für Migrantinnen und Migranten
7.3.7. AHDA - Association for Human Rights and Democracy in Africa
7.3.8 Caritas - AusländerInnenberatung
7.3.9 Wiener Integrationsfonds
7.3.10 Deserteurs- und Flüchtlingsberatungsstelle
7.3.11 Evangelischer Flüchtlingsdienst (efdö)
8. PROBLEME IM INTEGRATIONSPROZESS
8.1. Erlernen der Deutschen Sprache
8.1.1 Beschreibung der Ausgangssituation
8.1.2 Möglichkeiten für die Zukunft
8.1.3 Spezifische Probleme von Männern und Frauen
8.2 Probleme am Arbeitsmarkt
8.2.1 Die häufigsten Berufe von AusländerInnen
8.2.2 Die Bedeutung des Herkunftslandes
8.2.3 AsylwerberInnen und Arbeit
8.3 Wohnungsproblematik
8.3.1 Wohnungssituation in Wien
8.3.2 Die Wohnverhältnisse von AusländerInnen in Österreich
8.3.3 AusländerInnen in der Nachbarschaft
8.4 Religion und ihre Bedeutung für die Integration
8.4.1 Religion, ein fundamentaler Wert
8.4.2 Bedeutung der Religion im Integrationsprozess
8.4.3 Religion als Ansatzpunkt für Sozialarbeit
8.5 Probleme bei der Erziehung
8.5.1 Kinder im Kindergartenalter
8.5.2 Kinder im Volksschulalter
8.5.3 Kinder im Mittelschulalter
8.6 Spezifische Probleme verschiedener Gruppen
8.6.1 Probleme von Familienvätern
8.6.2 Probleme von Ehefrauen und Müttern
8.6.3 Probleme alleinerziehender Mütter und Väter
8.6.4 Probleme und Chancen von Frauen im Asylland
8.6.5 Die zweite Generation
8.7 Zerissene Familien
8.8 Kulturelle Unterschiede und ihre Auswirkung
9. EINSTELLUNG DER AUFNAHMEGESELLSCHAFT
9.1. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Österreich
9.2 Vorurteile gegenüber AusländerInnen
10. MEDIENBERICHTE ÜBER TRAISKIRCHEN
11. NEUE KONZEPTE FÜR MINDERJÄHRIGE
11.1 Schaffung von Clearingstellen
11.1.1 Zielsetzung der Clearingstellen
11.1.2 Aufgaben der Beratungsstelle im Clearingverfahren
11.1.3 Was wird ein Clearingplatz kosten?
11.2 Erstbetreuung minderjähriger AsylwerberInnen
12. ANSATZPUNKTE FÜR SOZIALARBEIT
12.1 Aufbau eines sozialen Netzwerkes
12.1.1 Rechtsberatung
12.1.2 Gemeinwesenarbeit
12.1.3 Soziale Betreuung
13. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Rolle der Sozialarbeit in der Betreuung von Flüchtlingen mit einem besonderen Fokus auf die Herausforderungen eines Lebens zwischen zwei Kulturen und den Verlauf des Integrationsprozesses in Österreich. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Situation von Flüchtlingen zu vermitteln und konkrete Ansatzpunkte für eine effektive, vernetzte Sozialarbeit aufzuzeigen.
- Analyse der Fluchtgründe und der prekären Ausgangssituation in Notunterkünften.
- Untersuchung der zentralen Hürden im Integrationsprozess (Arbeitsmarkt, Sprache, Wohnen).
- Darstellung der Rolle von Religion und kultureller Identität für Flüchtlinge.
- Überblick über bestehende staatliche und private Unterstützungseinrichtungen in Österreich.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für zukünftige Sozialarbeitsprojekte bei minderjährigen Flüchtlingen.
Auszug aus dem Buch
6.2.5 Bericht eines iranischen Flüchtlings
Vor der Lagerleitung ist immer ein Tumult. Nach einer Stunde anstrengenden Wartens versuche ich, Kopf und Gesicht schweißbedeckt, mich durch die vielen Leute, die vor der Lagerleitung versammelt sind, zu einer kleinen Öffnung in der Holztür durchzudrängen. Hinter dieser Tür kann man das Gesicht einer jungen Frau sehen. Ich gebe ihr meine Bestätigung und sage: "Pension". Sie nimmt mein Papier und sagt etwas auf Deutsch, das ich nicht verstehe. Die Leute hinter mir bedrängen mich und sprechen verschiedene Sprachen. Ich halte mich bei der Öffnung fest, um meinen Platz nicht zu verlieren. Die Anderen sind über mich verärgert, aber ich muss dort bleiben, bis ich eine Antwort bekomme.
Dann kommt wieder eine Frau und sagt etwas, was ich nicht verstehe. Inzwischen fragt mich von hinten ein türkischsprechender Mann: "Sind Sie Türke?" Ich antworte: "Nein, aber ich spreche türkisch." Dann sagt er in deutlichem Türkisch zu mir: "Die Frau sagt, Sie müssen warten." Ich sage: "Teschekkür ederim" (danke schön), verlasse meinen Platz vor dem Loch und zwänge mich mit noch mehr Mühe als zuvor durch die Menschenmenge.
Es ist ungefähr fünfzehn Uhr. Diejenigen, die sich zur Verlegung an verschiedenen Orten gemeldet haben, sind alle gegangen. Es bleiben noch ich und ein paar Afrikaner. Endlich wird mein Name gerufen. Man sagt mir auf Englisch, ich müsse mit dem Auto, das vor der Tür wartet mitfahren. Ich nehme meine Sachen, gehe aus dem Gebäude und steige ins Taxi. Alle anderen sind mit dem Bus gefahren und ich wundere mich, dass ich alleine, ohne einen anderen Flüchtling im Taxi sitze. Der Chauffeur fährt los. Ich frage ihn auf Englisch, wie weit unser Reiseziel von Wien entfernt sei. Er antwortet auf Deutsch: "150km." Aber ich verstehe trotzdem.
Zusammenfassung der Kapitel
5. TRENNUNG VOM HERKUNFTSLAND: Dieses Kapitel erläutert den vierphasigen Trennungsprozess nach Verena Kast und betont die Bedeutung, einen neuen Selbst- und Weltbezug als Basis für Identität zu etablieren.
6. DER WEG ZUM ANERKANNTEN FLÜCHTLING: Das Kapitel beschreibt die Problematik in Notunterkünften sowie die staatliche Bundesbetreuung und beleuchtet die langwierigen Asylverfahren, die bei den Betroffenen zu großer Belastung führen.
7. INTEGRATION IN DIE GESELLSCHAFT: Hier werden die Gefahren einer mangelnden Integration, wie Gettoisierung, sowie die wichtige Rolle staatlicher und privater Einrichtungen für die Unterstützung von Flüchtlingen thematisiert.
8. PROBLEME IM INTEGRATIONSPROZESS: Dieses Kapitel vertieft die Hürden beim Spracherwerb, auf dem Arbeitsmarkt, in der Wohnsituation sowie im Bereich der Erziehung und der kulturellen Anpassung von Familien.
11. NEUE KONZEPTE FÜR MINDERJÄHRIGE: Das Kapitel stellt das Projekt der Clearingstellen vor, das spezifisch auf die Bedürfnisse unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zugeschnitten ist, um diese besser im System zu begleiten.
12. ANSATZPUNKTE FÜR SOZIALARBEIT: Das Kapitel plädiert für einen stärkeren Aufbau sozialer Netzwerke, unterteilt in Rechtsberatung, Gemeinwesenarbeit und soziale Betreuung, um die Arbeit professioneller zu gestalten.
Schlüsselwörter
Flüchtlinge, Sozialarbeit, Asylverfahren, Integration, Identität, Österreich, Notunterkünfte, Bundesbetreuung, Migration, Sprachbarriere, Rassismus, Jugendwohlfahrt, soziale Netzwerke, Menschenrechte, Minderjährige.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit beleuchtet die Lebenssituation von Flüchtlingen in Österreich und untersucht dabei kritisch die Rolle, die professionelle Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei deren Betreuung und Integration spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ausgangssituation bei der Ankunft, der Unterbringung in Notunterkünften und Bundesbetreuungseinrichtungen, der Bewältigung des Integrationsprozesses sowie der Bedeutung kultureller und religiöser Identität.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, ein differenzierteres Bild der Situation von Flüchtlingen zu zeichnen, um Verständnis zu fördern und konkrete Ansatzpunkte für eine verbesserte, vernetzte Sozialarbeit in der Flüchtlingsbetreuung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes, die Auswertung von Statistiken, die Reflexion persönlicher Erfahrungen aus dem Zivildienst und Praktika sowie die Einbeziehung von Medienberichten und Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die zentralen Problemfelder wie den Spracherwerb, die Wohnungsproblematik, die Auswirkungen der Flucht auf die Familiendynamik sowie die Einstellung der Aufnahmegesellschaft gegenüber Migrantinnen und Migranten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Flüchtlingshilfe, soziale Integration, Asylrecht, interkulturelle Sozialarbeit und Identitätsfindung zusammenfassen.
Warum spielt die Religion für die Integration eine wichtige Rolle?
Religion dient vielen Flüchtlingen in der Fremde als ein Stück bewahrter Heimat und gibt innere Stärke. Der Autor betont, dass Betreuungspersonen diese Ressource als erste Anknüpfungspunkte für die Identitätsarbeit nutzen sollten.
Welche Herausforderungen bestehen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge?
Diese Gruppe ist besonders vulnerabel, da sie oft traumatisiert ist und die örtlichen Jugendämter aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen überfordert sind. Die Arbeit fordert den Aufbau spezialisierter Clearingstellen.
- Quote paper
- DSA Mag. (FH) MSc Markus Neuwirth (Author), 2001, Flüchtlinge sehen mit anderen Augen. Die Rolle von SozialarbeiterInnen bei der Betreuung von Flüchtlingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41498