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Die Begegnung mit dem Fremden in "Yngvars saga víðförla" und "Eiríks saga rauða"

Título: Die Begegnung mit dem Fremden in "Yngvars saga víðförla" und "Eiríks saga rauða"

Trabajo Escrito , 2017 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Nina Doulas (Autor)

Lenguas escandinavas
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Bis in die heutige Zeit ist der Mythos der Wikinger weltweit von Interesse. Diese saloppe Bezeichnung „Wikinger“ meint die skandinavische Gesamtbevölkerung vom Ende des 8. bis Mitte des 11. Jahrhunderts. Immer wieder sind diese „rauen Gesellen“ Stoff für erfolgreiche Filme, Serien, Buchreihen oder sogar Gemälde. Bis heute versuchen Forscher, den Textzeugen der berühmten Wikingersagas so nah wie möglich zu kommen.

Gegenstand der folgenden Arbeit sind die Wikingerfahrten von Erik dem Roten, der mit seiner Mannschaft Grönland erkundet und Yngvar dem Weitgereisten, der sich in die entgegengesetzte Richtung – nach Osten – aufmacht, um dort fremde Gebiete zu erforschen.

Es soll untersucht werden, ob die in den beiden ausgewählten Sagas sehr unterschiedliche Begegnung mit dem Fremden in der Intention zur Reise begründet liegen könnte. Während Yngvar seine Fahrt unternimmt, um neue Länder zu erkunden, ist Eirík durch seine Verbannung gezwungen, Island zu verlassen und nach einem Ort für eine neue Siedlung zu suchen. Somit stellt sich die Frage, ob diese verschiedenen Gründe für den Aufbruch die Unterschiede in der Darstellung des Fremden ausmachen könnten. Dabei sollen die Verläufe der Reisen einander komparatistisch gegenübergestellt werden. Wegen des eingeschränkten Umfangs der Arbeit werden dabei allein die Teile der Sagas, in denen die Abenteuer dem Andersartigen begegnen, betrachtet. Zuvor soll jedoch der Fremdheitsbegriff einer genaueren Untersuchung unterzogen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begegnung mit dem Fremden

2.1 Identität und Alterität

2.2 Das Fremde als Relation

2.3 Das Fremde als Bedrohung der Ordnung

3. Die Begegnung mit dem Fremden in den Sagas

3.1 Yngvars saga viðförla

3.2 Eiríks saga rauða

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht komparatistisch die Darstellung der Begegnung mit dem Fremden in der Yngvars saga viðförla sowie der Eiríks saga rauða. Dabei wird analysiert, inwiefern die unterschiedlichen Beweggründe für die Reisen – die Erkundung neuer Welten bei Yngvar versus die Suche nach einer neuen Siedlung bei Eirík – die Wahrnehmung und Darstellung des Fremden maßgeblich beeinflussen.

  • Fremdheitskonzepte und Identitätsbildung im mittelalterlichen Kontext
  • Komparatistischer Vergleich der Sagas hinsichtlich der Wahrnehmung des Andersartigen
  • Die Rolle religiöser Einflüsse bei der Bewältigung fremder Herausforderungen
  • Modellierung von Feindbildern und deren Funktion im Erzählkosmos

Auszug aus dem Buch

2.1 Identität und Alterität

„Erzeugung von Identität bedeutet notwendig zugleich Erzeugung von Alterität. Das eine ist nur die Kehrseite des anderen.“ So arbeiten Aleida und Jan Assmann in ihrem Essay Kultur und Konflikt die Bedeutung des Fremden für die Entwicklung kulturstiftender Identität heraus. Kultur und Konflikt sind durchaus nicht als zweiteiliges Kontrastpaar zu betrachten, lautet der grundlegende Gehalt ihrer Ausführungen. Konflikt entsteht nicht nur da, wo sich keine regulierenden, kulturellen Instanzen wie beispielsweise ein Staatssystem einschalten, sondern zumeist durch die zwingende Abgrenzung bei der Etablierung eines kulturellen Systems von allem, was nicht seiner Gesetzgebung folgt.

Die Modellierung solcher Feindbilder dient vor allem der Festigung und Überhöhung eigener Herrschaftsstrukturen: „Wo immer ein metaphysischer, existentieller Feind auftritt, verbinden sich ‚Herrschaft‘ und ‚Heil‘ zu einer untrennbaren Einheit.“ Folglich erzeugt das Schaffen von Kultur auch immer eine Abgrenzung nach außen, die jedoch nur allzu schnell in xenophober Form Fremdes mit Feindlichem assoziieren lässt. Eine große Rolle hierbei spielt besonders der „naive[...] Egozentrismus“, den der Ethnologe Wilhelm Mühlmann so beschreibt:

„Die limitische Struktur grenzt im idealtypischen Fall die ‚Kultur‘ nicht als eine Form der Lebenshaltung ab gegen andere Formen, die auch als ‚Kulturen‘ gelten könnten, sondern sie involviert ‚Kultur‘ schlechthin als die eigene, d. h. als gültigen Kosmos, demgegenüber alle anderen ‚Kulturen‘ als eigentlich untermenschlich gelten. […] Erst allmählich und mühsam wird erlernt, daß das ‚Andere‘ auch Menschenähnlichkeit hat.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Interesse am Wikingermythos ein und stellt die Forschungsfrage nach den unterschiedlichen Reisemotiven und deren Einfluss auf die Darstellung des Fremden in den gewählten Sagas.

2. Die Begegnung mit dem Fremden: Dieser Abschnitt erarbeitet theoretische Grundlagen zur Identität und Alterität sowie zur Funktion des Fremden als Relation und als Bedrohung der Ordnung.

2.1 Identität und Alterität: Das Kapitel beleuchtet, wie die Konstruktion des „Eigenen“ durch die Abgrenzung zum „Anderen“ erfolgt und welche Rolle Feindbilder bei der Stabilisierung kultureller Identität spielen.

2.2 Das Fremde als Relation: Hier wird diskutiert, dass Fremdheit eine Interaktion zwischen zwei Bereichen voraussetzt, wobei die Wechselwirkung zwischen dem Höfischen und der Wildnis im Mittelpunkt steht.

2.3 Das Fremde als Bedrohung der Ordnung: Der Fokus liegt auf der Systemüberschreitung durch das Andersartige und darauf, wie Literatur als Medium die Darstellung des Fremden innerhalb bestimmter Weltbilder einschränkt.

3. Die Begegnung mit dem Fremden in den Sagas: Dieses Hauptkapitel wendet die theoretischen Erkenntnisse auf die konkreten Erzählungen an.

3.1 Yngvars saga viðförla: Das Kapitel analysiert die Reise Yngvars, bei der die Konfrontation mit dem Fremden zur Bestätigung der christlich-höfischen Identität durch kriegerische Erfolge und Gottesbeistand führt.

3.2 Eiríks saga rauða: Es wird untersucht, wie Eirík und seine Gefährten in Grönland auf das Fremde treffen, wobei das Ziel der Siedlungsgründung zu einer eher integrativen statt konfrontativen Haltung gegenüber dem Fremden führt.

4. Fazit: Das Fazit stellt den Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Reiseabsicht und der jeweiligen Fremdwahrnehmung zusammenfassend dar.

Schlüsselwörter

Wikinger, Yngvars saga viðförla, Eiríks saga rauða, Identität, Alterität, Fremdheit, Kultur, Konflikt, Ritterliche Abenteurer, Wundervölker, Mittelalterliche Literatur, Christentum, Siedlungspolitik, Skrælingar, Komparatistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des „Fremden“ und des „Andersartigen“ in zwei ausgewählten altnordischen Sagas und setzt diese in den Kontext soziologischer und kulturwissenschaftlicher Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Konzepte von Identität und Alterität, die Funktion von Feindbildern zur Identitätsstiftung sowie die komparatistische Gegenüberstellung ritterlich-höfischer Welten mit der „Wildnis“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, ob die unterschiedlichen Beweggründe für die Reisen – Erkundungsdrang bei Yngvar versus Siedlungszwang bei Eirík – die Art und Weise der Begegnung mit fremden Kulturen und Wesen prägen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es wird eine komparatistische (vergleichende) Analyse der Primärtexte angewandt, die durch kulturtheoretische Ansätze, insbesondere von Aleida und Jan Assmann, Georg Simmel und Bernhard Waldenfels, untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Fremdheitsbegriffs und eine anschließende detaillierte Fallanalyse der Yngvars saga viðförla sowie der Eiríks saga rauða.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Identität, Alterität, höfische Kultur, Fremdheitsrepräsentation, christlicher Glaube und mittelalterliche Kosmographie bestimmt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Fremden in den zwei Sagas?

In Yngvars Saga ist das Fremde primär ein zu bezwingendes, feindliches Hindernis, das die eigene Überlegenheit bestätigt, während in Eiríks Saga das Fremde eher neutraler wahrgenommen wird, da das Ziel eine dauerhafte Siedlung und keine kriegerische Eroberung ist.

Warum spielt das Christentum bei der Begegnung mit dem Fremden eine so große Rolle?

In beiden Sagas fungiert das Christentum als Teil der „eigenen Kultur“, welches den Protagonisten als Schutz und Orientierung dient, um das als bedrohlich oder unheimlich wahrgenommene Fremde zu meistern.

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Detalles

Título
Die Begegnung mit dem Fremden in "Yngvars saga víðförla" und "Eiríks saga rauða"
Universidad
LMU Munich  (Nordische Philologie)
Calificación
1,7
Autor
Nina Doulas (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
14
No. de catálogo
V415225
ISBN (Ebook)
9783668653665
ISBN (Libro)
9783668653672
Idioma
Alemán
Etiqueta
Begegnung mit dem Fremden Yngvars saga víðförla Eiríks saga rauða
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Doulas (Autor), 2017, Die Begegnung mit dem Fremden in "Yngvars saga víðförla" und "Eiríks saga rauða", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415225
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