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Exklusion im Spiegel der Globalisierung. Der Einfluss der europäischen Migrationspolitik am Beispiel Nordafrika – Spanien

Title: Exklusion im Spiegel der Globalisierung. Der Einfluss der europäischen Migrationspolitik am Beispiel Nordafrika – Spanien

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium (M.A.) Katja Salomon (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Auch wenn Flucht und Migration nicht als zwangsläufige Begleiterscheinungen der Globalisierung auftreten, wurden sie durch Internationalisierungsprozesse erheblich beschleunigt und intensiviert. Migration bedeutet Mobilität von Menschen, die das Ziel verfolgen, den Lebensmittelpunkt aus verschiedenen Motiven freiwilliger oder unfreiwilliger Natur dauerhaft an einen anderen Ort zu verlagern. Mit einer entscheidenden Einschränkung jedoch: Es sind einerseits die neuen wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Eliten, die nach freiem Wunsch Grenzen überschreiten oder sogar mit der Zusage lukrativer Arbeitsplätze jenseits nationaler Grenzen angeworben wurden. Andererseits sind es auch diejenigen, die sich innerhalb der Europäischen Union (EU) durch zunehmende Freizügigkeit des Personenverkehrs bewegen. Was geschieht aber mit denjenigen, die vor den Toren der EU stehen? Die afrikanischen Flüchtlinge auf den Kanaren bilden nur ein Beispiel. Migration bedeutet nicht nur Binnenmigration, sondern auch Migration von Menschen aus außereuropäischen Regionen, seien es Flüchtlinge, Arbeitsmigranten oder Saisonarbeiter, denen für eine Einreise kaum (legale) Möglichkeiten bleiben. Migration, die sowohl Ursache als auch Folge von sozioökonomischen Ungleichheiten ist, wird damit zum „Machtfaktor“, denn es sind nationalstaatliche Regierungen, die mit restriktiven Einwanderungsregularien darüber entscheiden, wer ihre Grenzen überschreiten darf und wer nicht.
Diese Arbeit soll den engen Zusammenhang zwischen den Ursachen und den Folgen von Migration und Flucht anhand des regionalspezifischen Fallbeispiels Nordafrika/Spanien herstellen. Sowohl bei den Ursachen als auch bei den Folgen ist Ungleichheit die entscheidende Erklärungsvariable für Migration. Denn während sich die Ursachen primär aus dem Entwicklungsgefälle Nord/Süd bzw. den damit verbundenen Schub- und Sogfaktoren ableiten lassen, definieren sich die Auswirkungen von Migration prinzipiell über Exklusion, die sich bereits an den Grenzen nieder schlägt. So geht es um Dynamiken von Mobilität, in deren Rahmen institutionelle, macht- und sicherheitspolitische Instrumente für Migrationskontrolle und -restriktion aufgedeckt werden sollen. Durch die von Politikern im Jahr 2004 diskutierten Auffanglagerpläne für Flüchtlinge und Migranten in den maghrebinischen Staaten zeichnet sich eine Regionalisierung und Reduzierung des Flucht- und Migrationsproblems auf eine rein geo- und sicherheitspolitische Perspektive ab.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - inwieweit manifestiert die europäische Migrationspolitik Exklusion im Spiegel der Globalisierung?

2 Migration und Flucht im Spiegel der Globalisierung - Wirkungszusammenhänge

2.1 Begriffsbestimmung

a) Migration und Flucht

b) Globalisierung und Exklusion

2.2 Wirkungszusammenhänge (Variablen): Migration, Exklusion, Globalisierung

3 Exklusion (abhängige Variable) durch Migrationsrestriktion (unabhängige Variable)

3.1 Restriktive Migrationspolitik (I) durch politisch-administrative Maßnahmen in Spanien: Europäisch verordnete Exklusionspolitik?

3.2 Restriktive Migrationspolitik (II) durch militärisch - polizeiliche Maßnahmen in Spanien: Kontrolle durch Grenzsicherung oder Ausgrenzung durch Grenzabriegelung?

4 Schub- und Sogfaktoren (Push- und Pullfaktoren) als Erklärungsvariablen von Migration anhand des Migrationsbeispiels Nordafrika - Spanien

4.1 Schubfaktoren - Herkunftsgebiet Nordafrika (Maghreb)

4.2 Sogfaktoren- Zielgebiet Europa (Südeuropa - Spanien)

5 Regulierungsoptionen und Handlungsmöglichkeiten durch ein Migrationsregime?

6 Zusammenfassung und Ausblick: Enger werdende „gates of entry“ in die EU -

Wie europäische Immigrationspolitik die Selektion verschärft und Exklusion manifestiert

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der europäischen Migrationspolitik und der Exklusion von Migranten aus Nordafrika. Sie analysiert, inwieweit restriktive Einwanderungsregularien, die als Reaktion auf globale Migrationsbewegungen verstanden werden, soziale Ungleichheit verschärfen und Migration zu einer rein sicherheitspolitischen Herausforderung degradieren.

  • Wirkungszusammenhänge zwischen Globalisierung, Migration und Exklusion.
  • Die Rolle Spaniens als südliche Außengrenze der EU bei der Umsetzung restriktiver Migrationsmaßnahmen.
  • Analyse von Push- und Pullfaktoren für Migration am Beispiel der Maghreb-Region.
  • Kritische Reflexion über die Wirksamkeit militärischer Grenzsicherung und Internierungslager.
  • Diskussion über die Notwendigkeit und Hindernisse für ein internationales Migrationsregime.

Auszug aus dem Buch

3.2 Restriktive Migrationspolitik (II) durch militärisch - polizeiliche Maßnahmen in Spanien: Kontrolle durch Grenzsicherung oder Ausgrenzung durch Grenzabriegelung?

Schon 1997 prägten verstärkte Stacheldrahtzäune, ein Ausgrenzungsinstrument militärischer und polizeilicher Natur, das Bild bestimmter Stadtgrenzen. Malgesini und Fischer nennen die Behörden von Melilla und Ceuta, die zur Abschirmung ihre Grenzen sichtbar abriegeln. Faath und Mattes verweisen darauf, dass Spanien 1998 damit begann, „den leicht zu überwindenden Stacheldrahtzaun, der Ceuta und Melilla von marokkanischem Territorium trennt, durch eine starke Metallkonstruktion zu ersetzen“.

Auch ab dem Jahr 2000 ist die „härtere Gangart gegenüber Illegalisierten“ in Spanien deutlicher geworden, die sich vor allem in der Betriebnahme eines Grenzsicherungssystems („SIVE“) , eines integrierten elektronischen Systems zur Außenüberwachung, niederschlägt. Es handelt sich dabei um 18 autonom arbeitende Überwachungstürme, durch die eine Wasserfläche von 5000 Quadratkilometern mit Hilfe von Radargeräten und Infrarotkameras abgetastet werden kann, um Flüchtlingsboote (meist kleinere Holzboote, die sogenannten „pateras“) ausfindig zu machen. Laut Neuber können Boote auf 20 Kilometern Entfernung von Radargeräten und Wärmebildkameras geortet werden. Die spanische Polizei, die „Guardia Civil“, werde daraufhin in den zahlreichen Überwachungszentren in Cádiz, Málaga, Lanzarote und Fuerteventura für weitere Handlungen alarmiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung - inwieweit manifestiert die europäische Migrationspolitik Exklusion im Spiegel der Globalisierung?: Die Einleitung führt in die Problematik der globalen Migration ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der exklusiven Auswirkungen der europäischen Migrationspolitik.

2 Migration und Flucht im Spiegel der Globalisierung - Wirkungszusammenhänge: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und analysiert die theoretischen Wirkungszusammenhänge zwischen Globalisierung, Migration und der daraus resultierenden Exklusion.

3 Exklusion (abhängige Variable) durch Migrationsrestriktion (unabhängige Variable): Hier werden die administrativen und militärischen Maßnahmen Spaniens als Instrumente zur Grenzsicherung und zur Umsetzung einer restriktiven EU-Migrationspolitik detailliert untersucht.

4 Schub- und Sogfaktoren (Push- und Pullfaktoren) als Erklärungsvariablen von Migration anhand des Migrationsbeispiels Nordafrika - Spanien: Das Kapitel beleuchtet die sozioökonomischen Ursachen für Migration in den Herkunftsgebieten (Maghreb) sowie die Anreize in den Zielländern (Spanien).

5 Regulierungsoptionen und Handlungsmöglichkeiten durch ein Migrationsregime?: Es werden Lösungsansätze und die Notwendigkeit einer multilateralen Kooperation für ein internationales Migrationsregime diskutiert, das stärker auf Menschenrechten als auf Sicherheitsdiskursen basieren sollte.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Enger werdende „gates of entry“ in die EU - Wie europäische Immigrationspolitik die Selektion verschärft und Exklusion manifestiert: Die Schlussfolgerungen verdeutlichen, dass die aktuelle Politik Migration nicht unterbindet, sondern die Bedingungen für Migranten verschlechtert und Ungleichheit zementiert.

Schlüsselwörter

Migration, Exklusion, Globalisierung, Spanien, EU-Außengrenzen, Nordafrika, Maghreb, Migrationspolitik, Grenzsicherung, SIVE, Asylpolitik, Flucht, Menschenrechte, Immigrationskontrolle, Selektion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Wesentlichen?

Die Seminararbeit analysiert die europäischen Migrationspolitiken und deren exklusive Mechanismen gegenüber Migranten aus Nordafrika, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Spaniens.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Globalisierung auf Migrationsbewegungen, die politische und militärische Kontrolle der EU-Außengrenzen sowie die sozioökonomischen Schub- und Sogfaktoren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die europäische Einwanderungspolitik durch restriktive Maßnahmen eine selektive Exklusion manifestiert, anstatt die strukturellen Ursachen der Migration effektiv zu adressieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Begriffe und einem Fallbeispiel (Nordafrika - Spanien), gestützt durch aktuelle Literatur und politische Berichte.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Untersuchung restriktiver Maßnahmen in Spanien (SIVE, Grenzzäune) sowie eine Analyse von Push- und Pullfaktoren der Migration.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Migration, Exklusion, Globalisierung, Migrationsregime, EU-Außengrenzen und Restriktion sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielt das Grenzsicherungssystem SIVE?

Das SIVE (Sistema Integral de Vigilancia Exterior) dient als technisch hochgerüstetes Instrument zur Überwachung der spanischen Küsten, um illegale Migration frühzeitig zu unterbinden.

Warum wird Spanien als "Grenzland Westeuropas" betrachtet?

Da Spanien die unmittelbare südliche Außengrenze zur afrikanischen Küste darstellt, wird es durch den politischen Druck der EU zur verstärkten Grenzkontrolle und Umsetzung restriktiver Asylbestimmungen verpflichtet.

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Details

Title
Exklusion im Spiegel der Globalisierung. Der Einfluss der europäischen Migrationspolitik am Beispiel Nordafrika – Spanien
College
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Course
Flüchtlingslager - Humanitäre Intervention und der Zusammenbruch von Gesellschaften
Grade
1,0
Author
Magistra Artium (M.A.) Katja Salomon (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V41532
ISBN (eBook)
9783638397742
ISBN (Book)
9783638656092
Language
German
Tags
Exklusionsmechanismen Wohlstandsgefälle Nord Migrationsbeispiel Nordafrika Spanien Inwieweit Migrationspolitik Exklusion Spiegel Globalisierung Flüchtlingslager Humanitäre Intervention Zusammenbruch Gesellschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium (M.A.) Katja Salomon (Author), 2005, Exklusion im Spiegel der Globalisierung. Der Einfluss der europäischen Migrationspolitik am Beispiel Nordafrika – Spanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41532
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