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Charles de Gaulle - Boykott gegen den Europäischen Integrationsprozess

Title: Charles de Gaulle - Boykott gegen den Europäischen Integrationsprozess

Seminar Paper , 2005 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Zeihe (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

[...]

Nach der Ratifizierung der Römischen Verträge betrat ein offensichtlicher Gegenspieler der Supranationalisierung Europas wieder die weltpolitische Bühne. General Charles de Gaulle, der im Jahre 1958 zum französischen Staatspräsidenten wiedergewählt wurde. De Gaulle war ein Verfechter des europapolitischen Realismus, für den nur „ein Europa der Vaterländer“ im europäischen Einigungsprozess als einzige Zielperspektive durchführbar war.4 Der Amtsantritt Charles de Gaulles führte zu allgemeinen Befürchtungen, dass das Ziel des französischen Staatspräsidenten eine Rückführung in die Intergouvermentalität wäre. Die folgende Arbeit soll dementsprechend der Frage nachgehen, ob die Europapolitik Charles de Gaulles den Integrationsprozess hemmte.

Auf zwei elementare Fragen soll bei der Erläuterung des Themas eingegangen werden. In welchem Verhältnis standen traditionelle machtpolitische Interessen und Integrations-Aspekte innerhalb der Europapolitik de Gaulles? Instrumentalisierte de Gaulle die Europapolitik, um für Frankreich eine günstigere Position in dem globalen Machtgeflecht zu erreichen? Im ersten Teil wird in kurzer und prägnanter Form auf die Europapolitik Charles de Gaulles vor dem Jahre 1958 eingegangen, um die realpolitischen Grundlagen der Großmachtpolitik de Gaulles nachvollziehen zu können. Im zweiten Teil sollen im Speziellen die frühen Etappen der europäischen Integration beleuchtet werden. Hierzu werden die Motive und Ziele des Einigungsprozesses hinzugezogen, sowie im Besonderen die Einstellung de Gaulles zu der europäischen Entwicklung. Im dritten Abschnitt der Arbeit wird fortführend auf die europapolitischen Initiativen Charles de Gaulles eingegangen, die den europäischen Integrationsprozess vehement beeinflussten. Ein Resumee soll die Erläuterung des Themas abrunden.

4 Vgl. Loth, Wilfried/Picht, Robert (Hrsg.): De Gaulle. Deutschland und Europa. Opladen 1991. S. 45.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

1.2 Forschungsstand

2. De Gaulles Europapolitik vor 1958

3. Europa auf dem Weg in die Integration

3.1 EGKS: Erste europäische Supranationalisierung

3.2 EWG: Tendenz zur weitgehenden europäischen Integration

3.3 EURATOM: Motor der industriellen Integration?

4. Charles de Gaulle – Blockierer des europäischen Integrationsprozess?

4.1 Fouchet Plan I und II: Entwurf für ein europäisches Statut

4.2 „Politik des leeren Stuhls“: Die Europäische Gemeinschaft am Ende?

4.3 Veto gegen Groß Britannien: De Gaulles Motiv auf europäische Vormachtsstellung

5. Resumee

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

6.1 Nachschlagewerke

6.2 Monographien

6.3 Zeitschriften/Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob die Europapolitik von Charles de Gaulle den europäischen Integrationsprozess während seiner Amtszeit gehemmt hat. Dabei wird analysiert, inwieweit machtpolitische Interessen Frankreichs und die Instrumentalisierung der europäischen Institutionen gegenüber dem Ziel einer supranationalen Integration dominierten.

  • Die realpolitischen Grundlagen der Europapolitik von Charles de Gaulle.
  • Die Auswirkungen der gaullistischen Politik auf die institutionelle Entwicklung der EWG und EURATOM.
  • Die Bedeutung der „Politik des leeren Stuhls“ als Blockadewerkzeug.
  • Die Motive für das Veto gegen den Beitritt Großbritanniens.
  • Das Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und supranationaler Integration.

Auszug aus dem Buch

4.2 „Politik des leeren Stuhls“: Die Europäische Gemeinschaft am Ende?

Nach dem Scheitern der politischen Union wandte Frankreich sich einer Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen zu und verfolgte innerhalb der EWG einen Weg, der von nationalen Interessen und einem vehementen Bekämpfen der Supranationalität gekennzeichnet war. Gemäß eines Beschlusses des Ministerrates sollten bis Ende 1963 grundlegende agrarpolitische Vereinbarungen getroffen werden. Frankreich verfügte über einen großen Anteil von Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und so drohte Charles de Gaulle mit einem „Zusammenbrechen“ eines Gemeinsamen Marktes, falls es zu keiner Einigung kommen würde. Eine Krise konnte mit einer Vielzahl von Zugeständnissen vereitelt werden. Eine Einigung bezüglich der Getreidepreise konnte jedoch nicht gefunden werden, so dass im Oktober 1964 die französische Regierung eine fortlaufende Beteiligung an der EWG ausschloss, so lange es zu keinem gemeinsamem Agrarmarkt kommen würde.

Auch in diesem Fall konnte eine Krise verhindert werden, wenngleich Deutschland der französischen Regierung Zugeständnisse machen mussten. Nur die Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik blieb offen und demzufolge wurde die Kommission beauftragt, dem Ministerrat bis April 1965 Vorschläge zu unterbreiten. Der Vorschlag der EWG-Kommission, die auch als Motor des europäischen Integrationsprozess zu verstehen ist, koppelte die Finanzregelung des Agrarmarkts mit einer Verstärkung der Haushaltsbefugnisse des Europäischen Parlamentes sowie der Anregung von Mehrheitsentscheidungen im Ministerrat, um den europäischen Einigungsprozess zu mobilisieren. Fortführend schlug die Kommission vor, die Zollunion für industrielle Produkte bis zum 1. Juli 1967, also vorzeitig, zum Abschluss zubringen. Charles de Gaulle sah in dem Kommissionsvorschlag eine offensichtlich zunehmende Supranationalisierung der EWG.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen, Einführung in die Forschungslage und Formulierung der zentralen Fragestellung zur Rolle von de Gaulles Europapolitik.

2. De Gaulles Europapolitik vor 1958: Analyse der ideologischen Grundlagen und der machtpolitischen Ambitionen de Gaulles vor seinem Amtsantritt als Staatspräsident.

3. Europa auf dem Weg in die Integration: Überblick über die Etappen der europäischen Einigung (EGKS, EWG, EURATOM) und deren institutionelle Besonderheiten.

4. Charles de Gaulle – Blockierer des europäischen Integrationsprozess?: Untersuchung der konkreten Konfliktfelder wie dem Fouchet-Plan, der Krise um den leeren Stuhl und der Vetopolitik gegen Großbritannien.

5. Resumee: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen der gaullistischen Außenpolitik auf den europäischen Einigungsprozess und die Stellung Frankreichs.

6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur, Monographien und Quellendokumente.

Schlüsselwörter

Charles de Gaulle, Europäische Integration, Supranationalität, Intergouvernementalität, EWG, EGKS, EURATOM, Fouchet-Plan, Politik des leeren Stuhls, Luxemburger Kompromiss, Nationale Souveränität, Frankreich, Großbritannien, Machtpolitik, Europäische Gemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die Europapolitik von Charles de Gaulle in der Zeit von 1958 bis 1969 und deren Einfluss auf den europäischen Integrationsprozess.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die französische Außenpolitik unter de Gaulle, der Konflikt zwischen Supranationalität und nationaler Souveränität sowie die Entwicklung der europäischen Institutionen wie der EWG und EURATOM.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet, ob und inwiefern die Europapolitik de Gaulles den europäischen Integrationsprozess aktiv gehemmt oder blockiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Monographien, Fachliteratur, offiziellen Regierungsdokumenten und zeitgenössischen Presseberichten basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert spezifische Krisen und Initiativen, darunter den Fouchet-Plan für eine europäische Staatenunion, die „Politik des leeren Stuhls“ sowie die französische Ablehnung des britischen EWG-Beitritts.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „certain idee de la France“, „Europa der Staaten“, „Großmachtpolitik“ und „Supranationalisierung“ charakterisiert.

Warum lehnte de Gaulle eine supranationale Integration ab?

De Gaulle sah in der Abgabe nationaler Souveränitätsrechte eine Gefahr für den Status Frankreichs als unabhängige Weltmacht. Er bevorzugte eine lockere intergouvernementale Zusammenarbeit.

Was war das Ziel der „Politik des leeren Stuhls“?

Das Ziel war es, den Prozess der supranationalen Entscheidungsfindung innerhalb der EWG zu stoppen und die Kompetenzen der europäischen Organe zugunsten der nationalen Regierungen zu beschränken.

Welche Rolle spielte Großbritannien bei de Gaulles Europapolitik?

De Gaulle sah in Großbritannien ein „trojanisches Pferd“ der USA, das die europäische Unabhängigkeit gefährdete und die französische Führungsrolle in Europa in Frage stellte, weshalb er den Beitritt mit einem Veto verhinderte.

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Details

Title
Charles de Gaulle - Boykott gegen den Europäischen Integrationsprozess
College
University of Hannover  (Historisches Seminar Hannover)
Course
Seminar
Grade
2,0
Author
Julia Zeihe (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V41534
ISBN (eBook)
9783638397766
ISBN (Book)
9783638871617
Language
German
Tags
Charles Gaulle Boykott Europäischen Integrationsprozess Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Zeihe (Author), 2005, Charles de Gaulle - Boykott gegen den Europäischen Integrationsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41534
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