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Wertrationales Handeln in J.C. Chandor’s "A Most Violent Year" (2014)

Título: Wertrationales Handeln in J.C. Chandor’s "A Most Violent Year" (2014)

Trabajo Escrito , 2015 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: B.A. Valentin Müller (Autor)

Sociología - Otros
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Der erste Theoretiker, der den Versuch unternahm, menschliches Handeln in voneinander abgrenzbare Kategorien einzuteilen, war Max Weber. Für ihn galt es, den „subjektiv gemeinten“ Sinn einer Handlung herauszustellen, über den der Handelnde mit seiner Umwelt in Verbindung tritt. Neben dem berechnenden, stets auf das Erreichen bestimmter Ziele ausgerichteten „zweckrationalen“ Typus interessierte ihn auch, wie Wertvorstellungen handlungsleitend werden können. Aus derartigen Motiven scheint eine norme Kraft hervorzugehen, die im Extremfall dem Handeln des Idealisten oder gar des Märtyrers „Sinn“ verleiht, weitab vom egoistischen Nutzenkalkül. In seinen „Gesammelten Aufsätzen zur Wissenschaftslehre“ umschrieb Weber diese sinnstiftende Logik mit dem Begriff der „Wertrationalität“. Anders als bei der Zweckrationalität ist bis heute unklar, welchen Gesetzten diese Logik folgt. In Spielfilm „A Most Violent Year“ scheint sie zumindest in irgendeiner Form eine Rolle zu spielen. Um aus dem vielschichtigen Werk einen fruchtbaren Erklärungsansatz abzuleiten, sollen im Folgenden einzelne Szenen daraus der objektiv-hermeneutischen Analyse unterzogen werden. Diese Methode, die in den Sozialwissenschaften eigentlich zur Untersuchung von Textmaterial eingeführt worden ist, hat zum Ziel, die objektivierbare Bedeutung des Dargestellten aufzuzeigen, indem zunächst alle enthaltenen Informationen gesammelt und dann im Zusammenhang interpretiert werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wertrationales Handeln in der Theorie

2.1. Die Typen der Handlung bei Max Weber

2.2. Hartmut Esser’s “Theorie der Frame-Selektion”

3. Filmanalyse “A Most Violent Year”

3.1. Analyse des Filmtitels

3.2. Termin mit dem Ermittler (00:14:11 – 00:17:06)

3.3. Gespräch mit dem Geschäftspartner (00:40:30 – 00:42:04)

3.4. Gespräch mit dem Ermittler am Tatort (01:56:46 – 01:59:42)

3.5. Zusammenfassende Interpretation

4. Kritik und Neuformulierung

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Konflikt und das Zusammenspiel von wertrationalem und zweckrationalem Handeln anhand des Spielfilms „A Most Violent Year“ (2014) unter Anwendung der objektiven Hermeneutik und soziologischer Handlungstheorien.

  • Max Webers Typologie des sozialen Handelns
  • Hartmut Essers Theorie der Frame-Selektion
  • Analyse filmischer Schlüsselszenen unter soziologischer Perspektive
  • Untersuchung von Handlungsmaximen des Protagonisten Abel Morales
  • Rehabilitation des Konzepts der Wertrationalität

Auszug aus dem Buch

3.2. Termin mit dem Ermittler (00:14:11 – 00:17:06)

Als Überleitung in die Szene ist ein Telefonklingeln zu hören. Es ist ein einzelnes, mechanisches Schrillen eines Telefonapparates, der aber im daraufhin gezeigten Bildausschnitt nicht zu sehen ist. Solche akustischen Überlappungen sind im Film häufiger zu finden. Als cineastisches Stilmittel lassen sie die Schnitte weniger hart wirken. In diesem Fall schafft das neutrale Klingeln des Telefons in Kombination mit den nun im Bild sichtbaren Aktenschränken und Bücherregalen die Atmosphäre eines Büros in einer betriebsamen Abteilung. Größe und Einrichtung des Raumes lassen auf den hohen Posten des dort ansässigen Mitarbeiters schließen.

Das Klingeln verhallt, als ein dunkelhäutiger Mann mit Krawatte durch die offenstehende Tür hereinkommt. Niemand scheint den Anruf beantwortet zu haben, weswegen er als zentraler Inhalt der Szene nicht mehr in Frage kommt. Der Mann betritt mit selbstbewussten Schritten den Raum. Sein Blick geht in die rechte Ecke des Büros, wo er jemanden adressiert:

„Andrew! Sorry to keep you waiting.“

Die mündliche Begrüßung wird begleitet von einem angedeuteten Winken. Auch sonst wirkt der Mann sehr routiniert in seinem Auftreten. Den angesprochenen Andrew scheint er bereits gut zu kennen, denn er spricht ihn mit Vornamen an und verzichtet auf eine förmliche Begrüßung. Auffällig ist, dass der Blick des Mannes bei dem zweiten Satz nach unten in die andere Ecke des Raumes geht, und er dem Angesprochenen offensichtlich nicht in die Augen sieht. Es scheint sich um eine Floskel zu handeln, die der Mann wie beiläufig ausspricht. Die fehlenden Zeichen des Respekts relativieren die Ernsthaftigkeit seiner Entschuldigung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Film „A Most Violent Year“ und die soziologische Forschungsfrage nach der Wertrationalität menschlichen Handelns.

2. Wertrationales Handeln in der Theorie: Darstellung der Handlungstypen nach Max Weber und Erweiterung durch Hartmut Essers Theorie der Frame-Selektion.

3. Filmanalyse “A Most Violent Year”: Detaillierte objektiv-hermeneutische Analyse ausgewählter Schlüsselszenen des Films zur Identifikation von Handlungsmustern.

4. Kritik und Neuformulierung: Theoretische Auseinandersetzung mit der Abgrenzung von Wert- und Zweckrationalität im Kontext moderner Akteure.

5. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse zur Zerrissenheit der modernen Kultur und Rehabilitierung des wertrationalen Handlungsbegriffs.

6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten soziologischen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Wertrationales Handeln, Zweckrationales Handeln, Max Weber, Hartmut Esser, Theorie der Frame-Selektion, Objektive Hermeneutik, Handlungstheorie, A Most Violent Year, Soziologie, Sozialisation, Handlungsselektion, Rational Choice, Wertgeltung, Situationsdefinition, Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Handeln des Protagonisten Abel Morales in J.C. Chandors Film „A Most Violent Year“ aus soziologischer Perspektive, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Wertrationalität und Zweckrationalität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind soziologische Handlungstheorien, die Unterscheidung von Handlungsmodellen nach Max Weber sowie deren Operationalisierung durch Hartmut Essers Frame-Selektions-Modell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich wertrationales Handeln in den scheinbar rein zweckrationalen Handlungslogiken des modernen Wirtschaftslebens manifestiert und ob eine strikte Trennung dieser Konzepte sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt das Verfahren der objektiven Hermeneutik, um einzelne Filmszenen systematisch zu interpretieren und theoretisch fundierte Aussagen über die Beweggründe der Charaktere zu treffen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Nach einer theoretischen Einführung analysiert der Autor den Filmtitel und drei spezifische Szenen (Termin mit dem Ermittler, Gespräch mit dem Geschäftspartner, Gespräch am Tatort), um Abels Handlungsentscheidungen zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wertrationalität, Zweckrationalität, Frame-Selektion, Handlungstheorie, soziale Normen und der soziologische Begriff des „Sinnverstehens“.

Wie bewertet der Autor Abels Festhalten an moralischen Leitlinien?

Der Autor sieht Abel als eine Figur, deren Verhalten nicht rein egoistisch ist, sondern der das Gesetz als institutionellen Rahmen nutzt, um eine Position zu erreichen, die er als „richtig“ empfindet, womit er Wert- und Zweckrationalität integriert.

Welche Rolle spielen die anderen Charaktere bei der Analyse?

Charaktere wie der Ermittler Lawrence und der Geschäftspartner Andrew dienen als Kontrastfolien, die Abel mit den informellen, korrupten Regeln der Branche konfrontieren und so seine moralische Sonderstellung verdeutlichen.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich des Begriffs „Wertrationalität“?

Der Autor schließt, dass Wertrationalität in der Realität nicht vom Zweckhandeln isoliert betrachtet werden kann, sondern dass beide Logiken eng miteinander verschränkt sind, um gesellschaftliche Orientierung zu gewährleisten.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Wertrationales Handeln in J.C. Chandor’s "A Most Violent Year" (2014)
Universidad
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Soziologie, insbes. Soziologische Theorie)
Curso
Seminar „Filmsoziologie“
Calificación
1,3
Autor
B.A. Valentin Müller (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
25
No. de catálogo
V415401
ISBN (Ebook)
9783668652996
ISBN (Libro)
9783668653009
Idioma
Alemán
Etiqueta
Filmsoziologie Objektive Hermeneutik Max Weber Hartmut Esser Soziales Handeln J.C. Chandor Filmanalyse Oscar Isaac Rational Choice Frame Selection Sequenzanalyse Kino
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
B.A. Valentin Müller (Autor), 2015, Wertrationales Handeln in J.C. Chandor’s "A Most Violent Year" (2014), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415401
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