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Der Einsatz von Experten in der Kriegsberichterstattung am Beispiel des dritten Golfkrieges

Title: Der Einsatz von Experten in der Kriegsberichterstattung am Beispiel des dritten Golfkrieges

Term Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marko Tomasini (Author)

Communications - Movies and Television
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Der dritte Golfkrieg war für das deutsche Fernsehen ein Großereignis, wie es dies zuvor nur selten gegeben hatte. „Medienspektakel“, wie zum Beispiel die Flut an der Elbe, oder die vorangegangenen Bundestagswahlen, wurden im Ausmaß der Berichterstattung bei weitem übertroffen. Fast zwei Drittel aller Beiträge, die in der ersten Kriegswoche gesendet wurden, hatten den Irakkrieg im zum Thema, wobei die zahlreichen Sondersendungen noch nicht mitgerechnet sind.

Das Bedürfnis nach Informationen wollte befriedigt werden und die Medien, allen voran das Fernsehen, taten auch alles daran, diesem Bedürfnis nachzukommen. Krieg bringt Einschaltquoten, also musste man sowohl schnell, als auch möglichst kompetent sein, bzw. kompetent wirken und damit war man von Anfang an in einer Zwangslage.
Zum zweiten benötigt das Medium Fernsehen nicht nur sichere Informationen, sondern vor allen Dingen braucht es Bilder, wenn man die immensen Sendezeiten, die man dem Irakkrieg einräumte, füllen wollte, aber auch Bilder waren alles andere als zahlreich.
Die Kriegsberichterstattung war also in der Zwangslage, diese „Lücken“ füllen zu müssen, einerseits den Zuschauer mit zuverlässigen Informationen und Bildern zu versorgen, die eine absolute Mangelware darstellten und andererseits das Programm mit Kriegsgeschehnissen zu füllen, ohne sich ständig zu wiederholen und somit langweilig zu werden.
Um diese Zwangslage zu lösen gab es im deutschen Fernsehen eine Art „Rekrutierung“ von Experten, wie man das zuvor kaum gekannt hatte. Man könnte von einem Wettlauf um quotensichere Kriegsberichterstattung reden, bei dem manche Sender schon im Vorfeld Fachleute für die gesamte Dauer des bevorstehenden Krieges exklusiv verpflichtet haben, eine Praxis, wie sie in den USA schon lange gängig ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Experten und Informationsgehalt

3. Experten und Sachlichkeit

4. Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Einfluss und die Rolle von Experten in der deutschen Kriegsberichterstattung am Beispiel des dritten Golfkrieges, um zu analysieren, ob ihr Einsatz zur journalistischen Qualitätssicherung beiträgt oder eher zur Verbreitung von Spekulationen führt.

  • Analyse der Zwangslage deutscher Medien zwischen Informationsbedürfnis und Quellenmangel.
  • Untersuchung der Funktion von Experten bei der Kommentierung komplexer politischer und militärischer Zusammenhänge.
  • Kritische Reflexion über die Qualität und Zuverlässigkeit der prognostischen Aussagen von Experten.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen fachlicher Aufklärung und der Gefahr der Spekulation.
  • Bewertung der journalistischen Verantwortung beim Einsatz von Fachleuten zur Vermeidung von Desinformation.

Auszug aus dem Buch

3. Experten und Sachlichkeit

Gerade letzteres Beispiel war allerdings leider häufig in den Medien zu finden, dann vor allem, wenn pensionierte Militärs Stellung zum aktuellen Kriegsverlauf und zu taktischen Fragen der amerikanischen und britischen Truppen nehmen sollten. Obwohl sie weder den Irak kannten, über die aktuelle Kriegssituation keine oder nur spärliche Informationen und keinerlei Einblick in die amerikanische und britische Taktik hatten, gaben sie trotzdem Statements dazu ab. Dabei wurde nur selten deutlich, dass es sich um Vermutungen handelte, im Gegenteil, oft hatte man das Gefühl, dass diese Aussagen uneingeschränkt richtig sind.

US-Experten malten die Aussichten der Amerikaner in düsteren Farben. Es werde einen langen blutigen Krieg mit vielen Toden geben und auch eine neue Terrorwelle wurde vorhergesagt. Dass beides nicht eingetreten ist, ist kein Geheimnis mehr, galt vor dem Krieg und in den ersten Kriegstagen allerdings unter vielen Experten als sicher. Wo, zum Beispiel, die so viel befürchteten Republikanischen Garden waren, die zu Zehntausenden vorhergesagt wurden, kann heute keiner mehr beantworten.

Den Spezialeinheiten Saddam Husseins wurden wahrlich wundersame Fähigkeiten zugesprochen und einige Militärexperten gingen sogar soweit, behaupten zu können, dass die Koalitionstruppen mit Verlusten von bis zu 5000 Mann rechnen müssten, in Bagdad könnten die Koalitionstruppen auf ein „zweites Stalingrad“ stoßen und gelegentlich wurde selbst die Befürchtung geäußert, dass sich ein „zweites Vietnam“ auftun könnte. Woher diese Experten solch haarsträubende Überzeugungen gewonnen hatten ist fraglich, festzuhalten ist, dass es für derart übertriebene Prognosen keinerlei Ansatzpunkte gegeben gab und somit dem widerstrebt, wofür der Einsatz von Fachleuten eigentlich dasein sollten: Aufklärung des Publikums und Aufwertung des Informationsgehaltes. Mit wilden Spekulationen vereinfacht man komplexe Sachverhalte nicht, im Gegenteil, man sorgt für noch mehr Verwirrung, das Gefühl der Bedrohung wird nicht genommen, sondern Ängste werden geschürt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die immense Medienaufmerksamkeit während des dritten Golfkrieges und beschreibt die daraus resultierende Zwangslage der Fernsehsender, trotz spärlicher Informationen ein hohes Informationsbedürfnis zu befriedigen.

2. Experten und Informationsgehalt: Hier wird analysiert, warum Journalisten zur Bewältigung komplexer Kriegsvorgänge auf Fachleute zurückgriffen, wobei betont wird, dass Experten idealerweise der Aufklärung dienen sollten statt neuer Spekulationen.

3. Experten und Sachlichkeit: Dieses Kapitel thematisiert die mangelnde Qualität vieler Expertenprognosen während des Golfkrieges, die sich oft als falsch erwiesen und eher zur Verunsicherung des Publikums statt zur objektiven Einordnung beitrugen.

4. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung kommt zu dem Ergebnis, dass Experten den Journalismus nur dann sinnvoll ergänzen, wenn sie bei ihrem Fachbereich bleiben, Spekulationen vermeiden und eine objektive Kontextualisierung leisten.

Schlüsselwörter

Kriegsberichterstattung, dritter Golfkrieg, Experten, Fernsehen, Medien, Informationsbedürfnis, Quotensicherung, Journalismus, Sachlichkeit, Spekulation, Prognosen, Militärexperten, Qualitätssicherung, Irakkrieg, Mediennutzer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Rolle von sogenannten Experten in der Berichterstattung über den dritten Golfkrieg durch das deutsche Fernsehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die journalistische Zwangslage, den Informationsgehalt durch Expertenbeiträge sowie die fachliche Sachlichkeit und Zuverlässigkeit der getroffenen Einschätzungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob der Einsatz von Experten die Qualität der Kriegsberichterstattung tatsächlich aufwertet oder ob er durch spekulative Prognosen die Information des Zuschauers eher gefährdet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer medienwissenschaftlichen Analyse und Diskussion aktueller Berichterstattungsmuster, untermauert durch Quellen aus dem Journalismus und medienanalytischen Publikationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Notwendigkeit der Vereinfachung komplexer Kriegssituationen durch Fachleute, den Gefahren von Spekulationen und der Verantwortung der Medien gegenüber den Rezipienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kriegsberichterstattung, Experten, Journalismus, Qualitätssicherung, Informationsbedürfnis und Spekulation.

Warum wird im Dokument das Beispiel der „Republikanischen Garden“ angeführt?

Es dient als Beispiel für eine in der Berichterstattung weit verbreitete, aber faktisch falsche Expertenprognose, die den weiteren Kriegsverlauf nicht korrekt vorhersagte.

Welche Rolle spielt die „Freund-Feind-Polarisierung“ in der Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass Experten sinnvoll eingesetzt werden könnten, um solche Polarisierungen durch fundierte Hintergrundinformationen zur politischen und sozialen Situation der Region abzubauen.

Was fordert der Autor von einem kompetenten Experten in den Medien?

Der Experte soll strikt innerhalb seines Fachgebiets bleiben, dem Journalisten unterstützend zur Seite stehen und sich konsequent von unbegründeten Spekulationen fernhalten.

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Details

Title
Der Einsatz von Experten in der Kriegsberichterstattung am Beispiel des dritten Golfkrieges
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Medien in Kriegen und internationalen Konflikten
Grade
1,7
Author
Marko Tomasini (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V41554
ISBN (eBook)
9783638397957
ISBN (Book)
9783638824170
Language
German
Tags
Einsatz Experten Kriegsberichterstattung Beispiel Golfkrieges Medien Kriegen Konflikten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Tomasini (Author), 2003, Der Einsatz von Experten in der Kriegsberichterstattung am Beispiel des dritten Golfkrieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41554
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