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Elias und Inglehart - eine Gegenüberstellung zweier Theorien des Wandels

Title: Elias und Inglehart - eine Gegenüberstellung zweier Theorien des Wandels

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Marian Berginz (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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„Gesellschaftlicher Wandel“ ist einer jener Begriffe, die anfangs einen klaren Eindruck hinterlassen. Bei näherer Betrachtung wirkt dieser Begriff jedoch oberflächlich und erfordert weitere Präzisierungen.
Die Gesellschaft verändert sich! Welche genau? Wohin denn? Was ist ihr Ausgangspunkt? Wodurch werden die Änderungen bewirkt? Was ändert sich genau: die Struktur, die Affekte, die Werte oder alles zusammen?
Diese Fragen sind präzise zu beantworten, bevor man eine Theorie gesellschaftlichen Wandels beurteilt. Sinnvoll ist es, diese Fragen in vier Gruppen einzuteilen: Was treibt die Gesellschaft an, was ist also der Motor gesellschaftlichen Wandels? Durch welche Mechanismen prägt uns die Gesellschaft? Und schlussendlich, was ist der Anfangszustand der Gesellschaft und in welche Richtung entwickelt sie sich?
Dieses Schema wird an zwei Theorien gesellschaftlichen Wandels angewendet: der Zivilisationstheorie von Norbert Elias und der Postmaterialismusthese von Ronald Inglehart.
Elias´ Theorie umfasst einem Zeitraum vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert; Inglehart indes setzt seinen zeitlichen Schwerpunkt heute an. Um besser vergleichen zu können, werden die Theorien ohne historischen Bezug wiedergeben.
Im Zentrum stehen die Schlüsselbegriffe der Autoren - in der Arbeit in GROSSBUCHSTABEN gesetzt. In Summe gibt es mehr Schlüsselbegriffe in den Ansätzen, als hier vorkommen. Dies ist besonders bei Elias der Fall, da seine Theorie breiter angelegt ist, als jene von Inglehart. Daher werden hier nur die Begriffe besprochen, die sich direkt auf den Prozess der Zivilisation beziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Warum die Gesellschaft sich ändert

1.1 Elias

1.2 Inglehart

1.3 Zusammenfassung

2 Wie die Gesellschaft uns prägt

2.1 Elias

2.2 Inglehart

2.3 Zusammenfassung

3 Wo die Entwicklung anfängt

3.1 Elias

3.2 Inglehart

3.3 Zusammenfassung

4 Wo die Entwicklung hinführt

4.1 Elias

4.2 Inglehart

4.3 Zusammenfassung

5 Was die Theorien versprechen und was sie halten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die theoretischen Ansätze zum gesellschaftlichen Wandel von Norbert Elias (Zivilisationstheorie) und Ronald Inglehart (Postmaterialismusthese) gegenüberzustellen und ihre Aussagen zur Dynamik gesellschaftlicher Veränderungen zu vergleichen.

  • Vergleich der zentralen Motoren des gesellschaftlichen Wandels
  • Analyse der Internalisierung gesellschaftlicher Zwänge und Wertvorstellungen
  • Untersuchung der Entstehung von Zivilisation und postmateriellen Werten
  • Gegenüberstellung von Mikro- und Makro-Perspektiven soziologischen Wandels
  • Kritische Würdigung der Erklärungsmodelle und ihrer Anwendbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Elias

Eine der wichtigsten Motoren der Veränderung im Aufbau der menschlichen Beziehungen und der Institutionen, die ihm entsprechen, ist die Vermehrung oder die Verringerung der Bevölkerung. Auch sie ist aus dem ganzen Triebwerk der menschlichen Beziehungen nicht herauszulösen. Sie bildet nicht etwa, wie die herrschenden Denkgewohnheiten uns leicht anzunehmen geneigt machen, für sich allein die „erste Ursache“ der geschichtlich-gesellschaftlichen Bewegung. Aber sie bildet im Wechselspiel der verändernden Faktoren ein wichtiges, nie außer acht zu lassendes Element. Sie demonstriert zugleich besonders unzweideutig das zwingende dieser gesellschaftlichen Prozesse. (Elias, 1997b: 49)

BEVÖLKERUNGSWACHSTUM hat bestimmte Konsequenzen: Es erhöht sich in einer größer werdenden Bevölkerung der Anteil der in der Stadt lebenden Bevölkerung. Die höhere Bevölkerungsdichte (Elias, 1997b: 52) und die daraus resultierende Differenzierung (Elias, 1997b: 69) sind Voraussetzung für erhöhten Geldgebrauch (Elias, 1997b: 70). Wenn sich die Bevölkerung jedoch verkleinert, wird die Landwirtschaft wichtiger. Dies bedeutet, dass sich die Menschen immer ähnlicher werden, die Bevölkerungsdichte abnimmt und damit auch der Gebrauch von Geld.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Warum die Gesellschaft sich ändert: Das Kapitel untersucht die grundlegenden Auslöser des Wandels und stellt die Frage, ob Geschichte ein bestimmtes Ziel verfolgt oder notwendigen Stadien unterliegt.

2 Wie die Gesellschaft uns prägt: Hier wird analysiert, wie Individuen gesellschaftliche Strukturen internalisieren und wie sich dies in Prozessen der Selbstkontrolle bzw. Wertorientierung manifestiert.

3 Wo die Entwicklung anfängt: Dieser Abschnitt thematisiert die Ausgangspunkte des Wandels, wobei soziale Differenzierung und Bevölkerungswachstum bei Elias sowie materielle Sicherheit bei Inglehart im Fokus stehen.

4 Wo die Entwicklung hinführt: Es wird erörtert, welche neuen Gesellschaftsordnungen durch den Wandel entstehen, etwa durch Monopolbildung oder den Übergang zu einer postmateriellen Gesellschaft.

5 Was die Theorien versprechen und was sie halten: Das Fazit kritisiert die Ansätze hinsichtlich ihrer empirischen Überprüfbarkeit, der begrifflichen Schärfe und stellt die unterschiedlichen Erklärungsebenen der beiden Theoretiker gegenüber.

Schlüsselwörter

Zivilisationstheorie, Postmaterialismusthese, Gesellschaftlicher Wandel, Norbert Elias, Ronald Inglehart, Sozialisation, Interdependenz, Fremdzwang, Selbstzwang, Wertewandel, Maslowsche Bedürfnisspyramide, Monopolbildung, Rationalisierung, Soziogenese, Psychogenese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Theorien von Norbert Elias und Ronald Inglehart, um zu verstehen, wie und warum sich Gesellschaften wandeln und wie dieser Wandel das Individuum beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Zivilisationsprozesse, Wertewandel, die Rolle von ökonomischer Sicherheit, soziale Differenzierung und die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine fundierte Gegenüberstellung zweier theoretischer Ansätze, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Erklärung von gesellschaftlichem Wandel herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen Theorienvergleich, der bestehende soziologische Literatur und Primärquellen der beiden Autoren kritisch zueinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Stufen, die den Wandel von den Ursachen über die Prägung des Individuums bis hin zur Entwicklung und Zukunft der Gesellschaftsordnung analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Zivilisation, Postmaterialismus, Fremd- und Selbstzwang, soziale Interdependenz sowie die Maslowsche Bedürfnisspyramide.

Was unterscheidet die Zivilisationstheorie von der Postmaterialismusthese?

Elias betrachtet den Wandel als ungeplanten Prozess auf mikro- und makrosoziologischer Ebene, während Inglehart einen methodologischen Individualismus verfolgt und den Wandel primär durch materielle Sicherheit erklärt.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner der beiden Theorien?

Beide Theoretiker sind sich einig, dass Zivilisation und gehobene Wertorientierungen eine gewisse ökonomische Basis bzw. das „Sich-leisten-Können“ voraussetzen.

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Details

Title
Elias und Inglehart - eine Gegenüberstellung zweier Theorien des Wandels
College
University of Graz  (Institut für Soziologie)
Course
Dplomandenseminar
Grade
Gut
Author
Marian Berginz (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V41561
ISBN (eBook)
9783638398015
Language
German
Tags
Elias Inglehart Gegenüberstellung Theorien Wandels Dplomandenseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marian Berginz (Author), 2005, Elias und Inglehart - eine Gegenüberstellung zweier Theorien des Wandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41561
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