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Roy Lichtenstein. Die Transformation von Kitsch zu Kunst

Title: Roy Lichtenstein. Die Transformation von Kitsch zu Kunst

Term Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Taylan Akkas (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit wird sich mit dem amerikanischen Künstler Roy Lichtenstein beschäftigen, der mit seiner Bildsprache die Pop-Art weitestgehend prägt. Eingangs wird das Leben und die künstlerische Laufbahn Lichtensteins beleuchtet und, daran anknüpfend, auf die Aneignung des Punktrasters für die Zwecke der Transformierung seiner bildnerischen Vorlagen eingegangen.

In den weiteren Kapiteln werden essenzielle und maßgebliche Bezugsquellen, denen sich der Künstler bedient, anhand von einigen Werken erläutert, um schließlich herauszufinden, in welcher Komplexität Lichtenstein mit diesen sowohl die banale, amerikanische Alltagsmythologie, sich an der Formensprache und den Gestaltungsprinzipien des Comics bedienend, kritisch reflektiert, als auch die Techniken und Motive bedeutender Künstler der modernen Kunst um ihrer Popularisierung willen, welche unter anderem durch die massenhaften Reproduktionen hervorgerufen wird, in seinen Schaffensprozess einbezieht.

Vor Allem handelt es sich bei Lichtensteins Motiven um kitschige Illustrationen, die Klischees des Zeitgeistes der Fünfziger und Sechziger Jahre repräsentieren, oder um die Auseinandersetzung mit dem Einfluss von Reproduktionen bedeutender, moderner Künstler, die auf diese Weise so popularisiert wurden, dass sie zu Klischeefiguren geworden sind. Die Pop-Art ist bekannt dafür, dass sie sich oftmals an trivialen Bildmotiven aus dem großstädtischen Alltagsleben und der Konsumgesellschaft orientiert. Lichtenstein etabliert schon in den frühen 60er Jahren einen Malstil, der nicht nur auf banale Alltagsmotive verweist, sondern auch auf die Gestaltungsprinzipien von massenproduzierten Konsumgüterzeichnungen und Comic-Bildern eingeht. In diesem Schaffensprozess setzt er seine verwendeten Motive aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang frei und erzeugt mit dem Gebrauch dieser in seinen eigenen Werken eine neue, dem Betrachter anonyme Wirkung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung und Intention der Arbeit.

2. Biographische Eckdaten zu Roy Lichtenstein.

2.1 Benday-Dots: Ein prägendes Gestaltungsmerkmal der Pop-Art.

2.1.1 Werbung und Comic-Strips, und ihre Instrumentalisierung für die Kunst.

2.1.2 Brushstrokes: Ironisierung des Abstrakten Expressionismus.

2.2 Die Neuinterpretation moderner Meisterwerke.

2.2.1 Die Transformierung von Pablo Picassos „Portrait du femme au chapeau“.

3 Fazit: In welcher Vielschichtigkeit aus Kitsch Kunst wurde.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Transformation von trivialen, kommerziellen Vorlagen – insbesondere aus der Welt der Comics und Werbung – durch Roy Lichtenstein in den Kontext der anerkannten Kunst, wobei der Fokus auf der kritischen Reflexion von Kitsch und dessen Aufwertung zur Pop-Art liegt.

  • Die Entwicklung von Roy Lichtensteins künstlerischer Laufbahn.
  • Die Bedeutung der Benday-Dots als drucktechnisches und ästhetisches Stilmittel.
  • Die Dekonstruktion und Ironisierung von Motiven der klassischen Moderne (z.B. Picasso).
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus mittels der Brushstrokes-Serie.
  • Die Analyse der Rollenbilder und Klischees in Lichtensteins Frauen-Darstellungen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Benday-Dots: Ein prägendes Gestaltungsmerkmal der Pop-Art.

Roy Lichtenstein hat es sich mit seiner Malweise zum Ziel gesetzt, drucktechnische Verfahren zu zitieren. Somit bekennt er sich nicht nur mit der Abstraktion figurativer Motive, sondern auch mit dem Imitieren der Druckgrafik in seinen Gemälden zur kommerziellen Kunst. Seine künstlerische Haltung widerspiegelt sich auch in seinem Atelier in New York; eine Ordnung wie in einem sterilen Industrielabor, in dem jede Farbdose sauber gehalten und sogar nach ihrem jeweiligen Farbinhalt beschriftet ist.

Die sogenannten „Benday Dots“ sind die Erfindung des amerikanischen Druckers Benjamin Henry Day Jr. Dieser hat 1878 eine Methode zur Kolorierung von Zeichnungen eingeführt, die unter dem Namen „The Ben Day Rapid Shading Mediums“ bekannt geworden ist. Die Technik beruht auf einen mit Gelatine beschichteten Film, der in einen Rahmen gespannt wird. Dieser wird anschließend mit der glatten Seite auf eine eigens dafür hergestellte Polsterung gelegt und mit einer eingeschwärzten Gummiwalze auf ihrer texturierten Seite mehrmals in eine Richtung überzogen. Der eingeschwärzte Film wird mit der Farbseite zum Bildträger gelegt, wobei die Zeichnung durch den transparenten Film hindurch sichtbar bleibt. Durch den aufgebrachten Druck werden die eingeschwärzten Konturen des Films an die gewünschten Stellen des Mediums übertragen.

Lichtenstein zitiert diese Technik zunächst auf eine äußerst primitive Weise, indem er in seinen ersten, weniger bekannten Pop-Art-Gemälden eine Hundebürste für die Erzeugung der Punkte verwendet. Da ihm diese zu unregelmäßig erscheinen und nicht Ben Days mechanischen Qualitäten entsprechen, fertigt er im nächsten Schritt eine Aluminium-Schablone an, in die er kleine Löcher bohrt. Der spielerische Umgang mit seinen Techniken mündet im Experimentieren mit industriell hergestellten Drahtgeflechten, die er auf seinen Vorlagen als Schablone benutzt. Mit dieser Schablonentechnik erzielt er die mechanisch wirkende Regelmäßigkeit und somit seine Absicht, jene Spur einer handgezeichneten Qualität zu verbergen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung und Intention der Arbeit.: Das Kapitel erläutert die Absicht, Lichtensteins Transformation von trivialen Bildvorlagen in den Rang der Kunst zu untersuchen und seine Methode der kritischen Reflexion von Klischees darzulegen.

2. Biographische Eckdaten zu Roy Lichtenstein.: Hier werden die prägenden Stationen im Leben des Künstlers skizziert, von seinen Anfängen als Kunststudent bis hin zu seinen experimentellen Jahren, in denen er seinen markanten Comic-Stil entwickelte.

2.1 Benday-Dots: Ein prägendes Gestaltungsmerkmal der Pop-Art.: Dieses Kapitel analysiert die technische Herkunft und die bewusste, fast mechanische Anwendung der Rasterpunkte in Lichtensteins Werken, um Handwerklichkeit zu verbergen.

2.1.1 Werbung und Comic-Strips, und ihre Instrumentalisierung für die Kunst.: Der Fokus liegt hier auf der Übernahme von Alltagskommerz und Frauenbildern aus Comics, welche Lichtenstein in überdimensionalem Maßstab ironisch überhöht.

2.1.2 Brushstrokes: Ironisierung des Abstrakten Expressionismus.: Hier wird beleuchtet, wie der Künstler durch die nachgeahmte, maschinelle Darstellung von Pinselstrichen die emotionale Geste der Abstrakten Expressionisten in Frage stellt.

2.2 Die Neuinterpretation moderner Meisterwerke.: Dieses Kapitel behandelt die kritische Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, insbesondere am Beispiel von Picasso, und zeigt, wie Lichtenstein Kanon-Werke in seinen spezifischen Stil überführt.

2.2.1 Die Transformierung von Pablo Picassos „Portrait du femme au chapeau“.: Eine detaillierte Betrachtung des Transformationsprozesses eines kubistischen Porträts hin zu einer Comic-ästhetischen Version mit reduzierter Farbpalette.

3 Fazit: In welcher Vielschichtigkeit aus Kitsch Kunst wurde.: Das Fazit fasst zusammen, wie Lichtenstein durch das Zitieren von Kitsch nicht nur kommerziell erfolgreich wurde, sondern aktiv den Umsturz des traditionellen Kunstbegriffs seiner Zeit vollzog.

Schlüsselwörter

Roy Lichtenstein, Pop-Art, Benday-Dots, Comic-Strip, Kitsch, Transformation, Abstraktion, Pinselstriche, Brushstrokes, Kunstikone, Klischee, Konsumgesellschaft, Bildsprache, Moderne, Industriedruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit befasst sich mit der künstlerischen Arbeitsweise von Roy Lichtenstein und seiner Strategie, triviale Motive aus dem Bereich des Kitsches und der Werbegrafik in bedeutende Kunstwerke zu überführen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die Anwendung von Rasterpunkten (Benday-Dots), die Übernahme von Comic-Motiven, die ironische Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus und die Neuinterpretation moderner Meisterwerke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welcher Komplexität Lichtenstein banale Bildquellen reflektiert und durch seinen spezifischen Stil eine Transformation vom profanen Kitsch zum anerkannten Kunstwerk erreicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kunstwissenschaftliche Analyse, indem sie biografische Hintergründe mit einer werkimmanenten Interpretation ausgewählter Gemälde verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die technische Umsetzung der Benday-Dots, die Instrumentalisierung von Comic-Strips, die Ironisierung künstlerischer Pinselstriche und die kritische Bearbeitung von Picasso-Motiven.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Pop-Art, Lichtenstein, Kitsch, Transformation, Comic, Benday-Dots, Bildsprache und Kunstikone sind die zentralen Begriffe.

Wie verändert Lichtenstein die Wahrnehmung von Picassos Werken?

Indem Lichtenstein Picassos komplexe kubistische Kompositionen in den „niederen“ Comic-Stil überträgt, entzieht er ihnen ihre Aura des Einzigartigen und reduziert sie auf industrielle Gestaltungsprinzipien.

Warum verwendet Lichtenstein in seinen „Brushstrokes“ eigentlich keinen echten Pinselstrich?

Die bewusst mechanische, entpersonalisierte Darstellung soll die spontane, emotionale Geste der Künstler des Abstrakten Expressionismus als Klischee entlarven und eine industrielle Distanz wahren.

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Details

Title
Roy Lichtenstein. Die Transformation von Kitsch zu Kunst
College
Alanus University of Arts and Social Sciences in Alfter  (Studium Generale)
Course
Kitsch...oder Kunst?!
Grade
1,6
Author
Taylan Akkas (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V415668
ISBN (eBook)
9783668666139
ISBN (Book)
9783668666146
Language
German
Tags
Roy Lichtenstein Cartoon Comic Kunst Kitsch Ben Dots Ben Day Biographie Werbung Comic-Strips Drowning Girl Instrumentalisierung Amerikanische Pop Art
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Taylan Akkas (Author), 2018, Roy Lichtenstein. Die Transformation von Kitsch zu Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415668
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