In der folgenden Arbeit soll im Speziellen die Kompetenz des Zuhörens im schulischen Kontext betrachtet werden. Welchen Stellenwert hat Zuhören in Unterricht und Schule und wird der Kompetenz des Zuhörens die Beachtung geschenkt, die ihr zusteht? Wenn ja, wie sehen Aufgaben bzw. Fördermaßnahmen dieser Kompetenz im schulischen Kontext aus?
In diesem Zusammenhang wird im vierten Kapitel eine Schulbuchanalyse im Hinblick auf die Zuhöraufgaben vorgenommen, um herauszufinden welche Methoden genutzt werden, um die Zuhörkompetenz zu fördern. Um diesen Untersuchungen nachzugehen wird vorab die wissenschaftstheoretische Grundlage geschaffen und Begriffe wie Hören, Zuhören, Hörverstehen und Zuhörkompetenz theoretisch aufgearbeitet. Im Hinblick darauf wird zudem das Zuhörmodell von Margarte Imhof, welches eine essentielle Bedeutung für die Forschung der Wissenschaft des Zuhörens erlangt hat, hinzugezogen, um einen breitgefächerten Einblick in diesen Bereich zu bieten. Ferner werden die bildungswissenschaftlichen Grundlagen in den Blick genommen und im Zuge dessen die Bedeutung der Zuhörkompetenz in der Schule erörtert, sowie die KMK – Bildungsstandards zum Thema Zuhören vorgestellt.
In Kapitel vier wird eine Aufgabenanalyse eines Schulbuches vorgenommen, um herauszufinden, wie die Zuhörkompetenz in der Schule gefördert wird. Im Fazit werden die Ergebnisse aus den Kapiteln zusammengetragen und die Leitfrage, wie die Zuhörkompetenz in der Schule gefördert wird, beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenschaftstheoretische Grundlagen
2.1 Der Unterschied vom Hören und Zuhören
2.2 Das Hörverstehen
2.3 Das Zuhörmodell nach Margarete Imhof
2.4 Die Zuhörkompetenz
3. Bildungswissenschaftliche Grundlagen
3.1 Die Bedeutung der Zuhörkompetenz in der Schule
3.2 Die KMK – Bildungsstandards zum Zuhören
4. Eine Aufgabenanalyse in Bezug auf die Förderung der Zuhörkompetenz in der Schule
4.1 Vorstellung des Schulbuches
4.2 Die Aufgabenanalyse nach den Kriterien
4.3 Resümee der Analyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und Förderung der Zuhörkompetenz im schulischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, durch die theoretische Aufarbeitung von Begriffen wie Hören, Zuhören und Hörverstehen sowie die Analyse ausgewählter Schulbuchaufgaben herauszufinden, wie die Zuhörkompetenz in der Praxis gefördert wird.
- Grundlagen der Informationsverarbeitung beim Zuhören nach Margarete Imhof
- Die pädagogische Relevanz der Zuhörkompetenz für den Lernerfolg
- KMK-Bildungsstandards im Bereich Sprechen und Zuhören
- Empirische Untersuchung von Schulbuchaufgaben hinsichtlich ihrer Förderpotenziale
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Unterschied vom Hören und Zuhören
Im folgenden Kapitel soll der Unterschied vom Hören und Zuhören aus physiologischer und kognitiver Sicht näher erläutert werden, um einen ersten Überblick über diese Thematik zu bieten und den theoretischen Grundstein für die weiteren Untersuchungen im Hinblick auf die Schulbuchanalyse in Kapitel vier zu legen.
Um die Begriffe des Hörens und des Zuhörens näher zu differenzieren, ist es in diesem Zusammenhang erforderlich die Begriffe der akustischen und der auditorischen Reizverarbeitung zu erläutern. Den ersten Schritt des Hörens stellt die akustische Wahrnehmung dar. „Die akustische Wahrnehmung bezieht sich auf die Verarbeitung der Schallereignisse.“ Demnach ist Hören „die physikalische Aufnahme und Weiterleitung der Schallwellen von der Ohrmuschel bis ins Gehirn“. Es handelt sich somit zunächst „um das Aufnehmen […] von akustischen Signalen, die durch entsprechende Vorrichtungen im Ohr über Nervenimpulse zu bestimmten Arealen im Gehirn übertragen werden.“ Der Mensch ist in der Lage, Reize und Geräusche wahrzunehmen, kann den Inhalt dieser aber noch nicht identifizieren. Hören findet automatisch statt, „wenn ein akustischer Reiz auf ein Trommelfell trifft.“ „Die akustische Verarbeitung von Lautreizen beinhaltet also vornehmlich die Wahrnehmung und Verarbeitung des gehörten Signals, sei es Sprache oder ein anderer akustischer Reiz, aufgrund physikalischer Kriterien.“
Somit ist der Mensch nicht in der Lage das Hören beliebig auszuschalten, „sondern lebt viel mehr damit, dass zu jeder Zeit, auch im Schlaf, akustische Reize auf die Ohren einwirken.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Zuhörens als zentrale Basiskompetenz und definiert die Leitfrage der Arbeit hinsichtlich der schulischen Fördermaßnahmen.
2. Wissenschaftstheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel arbeitet theoretisch die Unterschiede zwischen Hören und Zuhören auf und stellt das Zuhörmodell von Margarete Imhof sowie den Begriff der Zuhörkompetenz vor.
3. Bildungswissenschaftliche Grundlagen: Der Fokus liegt hier auf der pädagogischen Bedeutsamkeit des Zuhörens im Schulalltag und der Vorstellung der KMK-Bildungsstandards.
4. Eine Aufgabenanalyse in Bezug auf die Förderung der Zuhörkompetenz in der Schule: Es erfolgt eine praktische Analyse von Schulbuchaufgaben, um zu bewerten, wie die Förderung der Zuhörkompetenz in einem Deutschbuch umgesetzt wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Zuhören als eigenständige, zu fördernde Kompetenz im Unterricht zu etablieren.
Schlüsselwörter
Zuhören, Hören, Hörverstehen, Zuhörkompetenz, Margarete Imhof, Informationsverarbeitung, Schulbuchanalyse, Pädagogik, Sprachkompetenz, Bildungsstandards, Selbstregulation, kognitive Prozesse, soziale Kompetenz, interaktives Zuhören, schulische Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Zuhörkompetenz im schulischen Kontext, untersucht deren theoretische Grundlagen und analysiert, wie diese Fähigkeit konkret in Schulbüchern gefördert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Hören und Zuhören, das Zuhörmodell von Margarete Imhof, die Bedeutung von Zuhörkompetenz für den Lernerfolg sowie die praktische Analyse von Aufgaben im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen Stellenwert die Zuhörkompetenz in der Schule hat und wie sie durch gezielte Aufgabenstellungen im Unterricht besser gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer kriteriengeleiteten Aufgabenanalyse von Schulbüchern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die kognitiven und psychologischen Grundlagen des Zuhörens erörtert, bevor eine Untersuchung von spezifischen Aufgaben in einem Schulbuch der 5. Klasse erfolgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zuhörkompetenz, Informationsverarbeitung, Hörverstehen, Selbstregulation und schulische Förderung charakterisiert.
Warum ist das "Weghör-Experiment" für die Untersuchung relevant?
Es dient als Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie durch interaktive Aufgaben Schüler für die Bedeutung von paraverbalen und nonverbalen Merkmalen in der Kommunikation sensibilisiert werden.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur aktuellen schulischen Situation?
Die Autorin stellt fest, dass Zuhören im Vergleich zu Lese- und Schreibkompetenzen im Unterricht noch zu wenig Beachtung findet und als ernstzunehmende, zu lehrende Basiskompetenz etabliert werden muss.
- Arbeit zitieren
- Hanna Wolters (Autor:in), 2016, Schulische Förderung der Zuhörkompetenz. Inklusive Schulbuchanalyse mit Zuhöraufgaben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415831