Der Autor analysiert das Markusevangelium 12,1-12 unter Berücksichtigung der intertextuellen Bezüge und mittels der klassischen historisch-kritischen Methoden. Dabei werden beispielsweise Entstehungssituation, Kontext sowie Sprache des Textes näher betrachtet. Ein besonderer Bezug zur deuteronomistischen Prophetenaussage wird erkannt und ausgewertet.
V.1a u. 12: Umrahmung des Gleichnisses, dadurch Einbettung in den markinischen Kontext.
V.1b: Einleitung. Gibt durch die Schilderung der Anlage und Verpachtung des Weinberges die Rahmenbedingungen der
Erzählung vor.
V.2-5: Erfolglose Sendung der einzelnen und die Sendung der vielen Knechte.
V.6-8: Höhepunkt in der gescheiterten Sendung und Tötung des Sohnes.
V.9: Richtendes Eingreifen des Vaters.
V.10-11: Schluss und Erweiterung des Gleichnisses anhand Ps 117,22f. LXX.
Inhaltsverzeichnis
1 Textkritik
2 Übersetzung
3 Situationsanalyse
3.1 Verfasser
3.2 Abfassungszeit
3.3 Abfassungsort
3.4 Adressaten und Anlass für die Abfassung
4 Kontextanalyse
4.1 Abgrenzung
4.2 Makro- und Mikrokontext
5 Sprachliche Analyse
5.1 Wortschatz
5.2 Analyse der Kohäsion
5.3 Stilmerkmale
5.4 Pragmatik
6 Narrative Analyse
7 Begriffs-, Motivanalyse und Intertextualität
8 Synoptischer Vergleich und Redaktionsanalyse
8.1 Veränderungen im Wortschatz
8.2 Stilistische Veränderungen
8.3 Auslassungen, Hinzufügungen und sachliche Änderungen
9 Gattungsanalyse, Sitz im Leben und Traditionsanalyse
10 Zusammenfassung
11 Gliederung Winzergleichnis
12 Bibliografie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine tiefgehende exegetische Untersuchung des Winzergleichnisses in Markus 12,1-12. Ziel ist es, die narrative Struktur, die sprachlichen Besonderheiten und die theologischen Implikationen des Gleichnisses im Kontext des Markusevangeliums zu analysieren und es kritisch mit den synoptischen Parallelen zu vergleichen.
- Textkritische Erschließung der Perikope
- Analyse des historischen und literarischen Kontextes
- Untersuchung sprachlicher Stilmittel und narrativer Ebenen
- Intertextuelle Verknüpfung mit deuteronomistischen Prophetenaussagen
- Redaktionsgeschichtliche Einordnung und christologische Deutung
Auszug aus dem Buch
1 Textkritik
Der textkritische Apparat des NA²⁸ verzeichnet für Mk 12,1-2 insgesamt 13 textkritische Vermerke (acht Variationen, zwei Einfügungen und jeweils eine Umstellung, Auslassung eines Wortes und längere Auslassung). Im folgenden Abschnitt werde ich exemplarisch zwei textkritisch markierte Stellen bearbeiten.
Die Herausgeber geben in V.4b an, dass von einem Teil der Überlieferung, λιθοβόλησαντες zwischen κἀκεινον und ἐκεφαλὶωσαν eingefügt wurde. Diese Variante (1) wird durch die Majuskeln A (Codex Alexandrinus), C (Ephraemi Rescriptus), K, N, Γ, Θ, f ¹³ (sogenannte Ferrar Gruppe), die Minuskeln und Lektionare 892, 1241, 1424, 2542 (alles ständige Zeugen), so wie den Mehrheitstext, der Peschitta und der Harklensis bezeugt. Damit enthält diese Variante mit den Majuskeln A und C Zeugen aus dem 5 Jhd. und sowohl Textzeugen des byzantinischen Texttyps als auch des Texttyps von Cäsarea. Die Variante (2), für die sich NA²⁸ entschieden hat, wird durch die Majuskeln א (Codex Sinaiticus), B (Codex Vaticanus), D, L, W, Δ, Ψ, f¹, die Minuskeln und Lektionare 28 (ständiger Zeuge), 33, 565, 579, 700 und ebenso durch latt und co bezeugt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Textkritik: Es erfolgt eine detaillierte Prüfung der textkritischen Apparate zu Mk 12,1-12, wobei der Vorrang bestimmter Textzeugen unter Berücksichtigung äußerer und innerer Kriterien begründet wird.
2 Übersetzung: Die exegetische Übersetzung des Textes bildet die Grundlage für die nachfolgenden Analysen und berücksichtigt philologische Besonderheiten.
3 Situationsanalyse: Dieser Abschnitt untersucht den historischen Rahmen, einschließlich Fragen nach Verfasser, Zeit, Ort und den ursprünglichen Adressaten des Markusevangeliums.
4 Kontextanalyse: Hier werden die Abgrenzung der Perikope sowie deren Einbettung in den Makro- und Mikrokontext des Evangeliums beleuchtet.
5 Sprachliche Analyse: Dieser Teil widmet sich dem Wortschatz, der Kohäsion, spezifischen Stilmerkmalen wie der Parataxe sowie der pragmatischen Steuerung innerhalb des Gleichnisses.
6 Narrative Analyse: Die erzählstrukturelle Untersuchung betrachtet die Akteure, Ebenen und die innere Dynamik der Erzählung.
7 Begriffs-, Motivanalyse und Intertextualität: Die Analyse deckt die Verbindung zur deuteronomistischen Prophetenaussage auf und deutet das Schicksal Jesu als Teil dieser Kontinuität.
8 Synoptischer Vergleich und Redaktionsanalyse: Ein systematischer Abgleich mit Matthäus und Lukas zeigt spezifische redaktionelle Akzentsetzungen der Evangelisten auf.
9 Gattungsanalyse, Sitz im Leben und Traditionsanalyse: Die Einordnung als erzählendes Gleichnis mit christologischem Potenzial wird hier vorgenommen.
10 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengeführt und die zentrale Bedeutung für die damalige Gemeinde betont.
11 Gliederung Winzergleichnis: Eine strukturierte Zusammenfassung der inhaltlichen Abschnitte der Perikope.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Winzergleichnis, Exegese, Textkritik, deuteronomistische Prophetenaussage, Heidenchristen, Lehrvollmacht, Synhedrium, neutestamentliche Exegese, Redaktionsanalyse, Christologie, Gleichniserzählung, intertextuelle Analyse, Jesustradition, Hermeneutik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte exegetische Analyse von Markus 12,1-12, dem Gleichnis von den bösen Weingärtnern, und untersucht dessen Bedeutung im markinischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung umfasst die historische Verortung, die literarische Analyse der Erzählstruktur, die sprachliche Untersuchung sowie die redaktionsgeschichtliche Einordnung im Vergleich mit anderen Evangelien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Rolle des Gleichnisses im Markusevangelium zu ergründen, insbesondere die christologische Deutung und die Verschiebung der Lehrvollmacht weg von den jüdischen Autoritäten hin zu den Jüngern Jesu.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden klassische historisch-kritische Methoden angewandt, darunter Textkritik, Kontextanalyse, narrative Analyse, Motiv- und Gattungsanalyse sowie der synoptische Vergleich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die textliche Überlieferung, die Abfassungsbedingungen, die sprachliche Gestaltung, die narrative Dynamik und die intertextuellen Bezüge zur deuteronomistischen Prophetentheologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Winzergleichnis, Markusevangelium, Exegese, Lehrvollmacht und die deuteronomistische Prophetenaussage.
Welche Rolle spielt das Motiv der Propheten im Gleichnis?
Das Gleichnis verknüpft das Geschick der Knechte mit der deuteronomistischen Prophetenaussage, wodurch die Ablehnung und Tötung der Propheten und schließlich des Sohnes in eine heilsgeschichtliche Kontinuität gestellt wird.
Wie bewertet der Autor die Einordnung in den Kontext?
Die Einbettung in das Streitgespräch mit dem Synhedrium über die Vollmacht Jesu ist nach Ansicht des Autors entscheidend für das Verständnis der Polemik und des christologischen Akzents der Perikope.
- Citar trabajo
- Sebastian Rogowsky (Autor), 2018, Eine historisch kritische Auslegung des Winzergleichnisses. Exegese zu Mk 12,1-12, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415833