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Organisationale Wandlungsprozesse und systemische Beratung

Was kann die "systemische Beratung" aus systemtheoretischer Perspektive leisten?

Title: Organisationale Wandlungsprozesse und systemische Beratung

Presentation (Elaboration) , 2016 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Arts Lena Eckhardt (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Es gibt zahlreiche Organisationstheorien, die den Gegenstand Organisation mit unterschiedlichen Zielsetzungen untersuchen. Ein interdisziplinär viel diskutierter Ansatz ist die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Luhmanns systemtheoretischer Ansatz findet vor allem in den Fachbereichen Soziologie und den Sozialwissenschaften viel Beachtung, wird jedoch auch in den Fächern Recht, Psychologie, Pädagogik, Philosophie und Politik behandelt (vgl. von Ameln 2004, S. 161; Kühl 2015, S. 328).
Luhmann beabsichtigt mit seiner Theorie nicht Organisationen als Gegenstand zu definieren, sondern sein Erkenntnisinteresse gebührt der organisationalen Funktionsweise. Organisationen versteht er dabei als soziale Systeme. Die Bewusstmachung dieses Interesses ist hilfreich beim Verstehen der Systemtheorie.
Was ist nun mein Erkenntnisinteresse in der Auseinandersetzung mit der Systemtheorie im Rahmen dieser Arbeit? Mich interessiert die Systemtheorie als Bezugspunkt systemischer Beratung. Die Theorie liefert eine spezielle Sicht auf die Funktionsweise von Organisationen, wodurch das Ent- und Bestehen, aber auch der Vollzug von Wandel und Veränderung nachvollzogen werden kann. Im Rahmen meiner Ausarbeitung möchte ich die Rolle der systemischen Beratung bei Veränderungsprozessen klären und analysieren, welche Möglichkeiten zur Gestaltung und Mitwirkung bei Wandlungsprozessen dieser überhaupt zukommt. Dieser Hintergrund hat mich zu folgender Fragestellung kommen lassen: Organisationale Wandlungsprozesse und systemische Beratung – Was kann die „systemische Beratung“ aus systemtheoretischer Perspektive leisten? Der soziale Konstruktivismus als zentraler Baustein der Systemtheorie sowie einige der grundlegenden Theorie- und Systemelemente, wie Autopoiesis, lose Kopplung und Evolution beeinflussen die Möglichkeiten und den Erfolg von Veränderungsprozessen. Ziel dieser Arbeit ist es herauszuarbeiten, was Beratung aus systemtheoretischer Sicht für organisationalen Wandel leisten kann. Hierbei werde ich auch auf relevante Termini, wie Autopoiesis, lose Kopplung und Evolution eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Radikaler Konstruktivismus als Grundstein der Systemtheorie

3. Systemtheorie als Interventionsbasis – Folgen für die systemische Beratungspraxis

3.1 Konstruktivismus und systemische Beratungswerkzeuge

3.2 Wandel in autopoietischen Systemen - Bedingungen und Möglichkeiten

4. Fazit und Kritische Würdigung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle systemischer Beratung bei organisationalen Wandlungsprozessen aus systemtheoretischer Perspektive, insbesondere auf Basis der Theorie von Niklas Luhmann. Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung von Veränderungsprozessen in sozialen Systemen unter Berücksichtigung von Konzepten wie Autopoiesis, Konstruktivismus und Evolution zu evaluieren.

  • Grundlagen des radikalen Konstruktivismus in der Systemtheorie
  • Anwendung systemischer Beratungswerkzeuge und ihre theoretische Fundierung
  • Bedingungen und Möglichkeiten von Wandel in autopoietischen Systemen
  • Kritische Reflexion des Theorie-Praxis-Transfers in der systemischen Beratung

Auszug aus dem Buch

Systemtheorie als Interventionsbasis – Folgen für die systemische Beratungspraxis

Systemische Beratung und die zum Einsatz kommenden Beratungswerkzeuge zeichnen sich vor allem durch den Umgang mit der einen Veränderungsprozess umgebenden Wirklichkeit aus. Die Systemtheorie liefert für die Arbeit der Berater wesentliche Bezugspunkte und wird als eine mögliche These über die organisationale Funktionsweise genutzt. Es gibt also nicht die eine Objektivität und somit auch nicht eine Sichtweise, die vollkommene Richtigkeit beanspruchen kann und deswegen im Rahmen des Beratungsprozesses in den Vordergrund gestellt wird. Vielmehr werden die verschiedenen Sichtweisen, auch widersprüchliche, als bereichernd angesehen und bewusst im Beratungsprozess verarbeitet (Mehrbrillenprinzip) (vgl. Königswieser/Hillebrand 2008, S. 37). Die Annahmen implizieren, dass unter bestimmten Bedingungen etwas passieren oder nicht passieren wird, sodass Abläufe und deren Folgen erklärt werden können. Die Wirkungszusammenhänge spielen bei der Organisationsdynamik eine wichtige Rolle, „weil jeder Eingriff in das System Auswirkungen auf das ganze System hat“ (a.a.O., S. 20f.). Das was die Theorie sieht und die Art, wie sie das Gesehene versuchen wird zu erklären, geschieht immer aus der Perspektive ihrer bestimmten Beobachter, also im reflexiven Rückbezug auf sich selbst. Auch jenes Wissen, dass die Theorie selbst aus der Beobachtung erlangt, existiert nicht unabhängig von ihr (vgl. a.a.O., S. 21).

Da keine Wirklichkeit Vollständigkeit beanspruchen kann, müssen Berater und Klient für eine Zusammenarbeit im Beratungsprozess eine gemeinsame Wirklichkeit erzeugen. Die Werkzeuge der Hypothesenbildung und der Wirklichkeitskonstruktion bieten hierfür einen Rahmen. Ziel ist dabei nicht, die richtigen Hypothesen zu finden, denn diese entziehen sich sowohl der Erkenntnis der Berater, als auch der des Klienten, sondern jene, die ein Problem am besten zu erklären vermögen (vgl. a.a.O., S. 49). Die gemeinsam erzeugte Wirklichkeit, die sowohl die Klienten- als auch die Beratersicht berücksichtigt, stellt eine wichtige Arbeitsgrundlage für das Vorgehen im Beratungsprozess dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische Perspektive auf Organisationen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Möglichkeiten systemischer Beratung bei Wandlungsprozessen.

2. Radikaler Konstruktivismus als Grundstein der Systemtheorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Konstruktivismus, insbesondere das Beobachter-Konzept und die Bedeutung von Autopoiesis für das Verständnis sozialer Systeme.

3. Systemtheorie als Interventionsbasis – Folgen für die systemische Beratungspraxis: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Annahmen mit der Beratungspraxis und diskutiert den Einsatz von Beratungswerkzeugen sowie die Dynamiken von Veränderungsprozessen.

3.1 Konstruktivismus und systemische Beratungswerkzeuge: Hier wird der Umgang mit Wirklichkeitskonstruktionen im Beratungsprozess und die Rolle der systemischen Schleife als Modell für die gemeinsame Reflexionsarbeit beleuchtet.

3.2 Wandel in autopoietischen Systemen - Bedingungen und Möglichkeiten: Dieser Abschnitt behandelt die evolutionären Mechanismen (Variation, Selektion, Stabilisierung) und deren Einfluss auf die Möglichkeiten, Wandel in Organisationen zu gestalten.

4. Fazit und Kritische Würdigung: Das Fazit fasst die begrenzten Einflussmöglichkeiten externer Beratung zusammen und reflektiert kritisch die Gefahr der Trivialisierung systemtheoretischer Konzepte in der Praxis.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, systemische Beratung, radikaler Konstruktivismus, Niklas Luhmann, Organisation, Autopoiesis, Wandel, Veränderungsprozesse, soziale Systeme, systemische Schleife, Beobachtung, Intervention, Selbststeuerung, Wirklichkeitskonstruktion, Evolution

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Systemtheorie nach Niklas Luhmann als theoretische Basis für die systemische Organisationsberatung dienen kann und welche Möglichkeiten für Berater bestehen, Veränderungsprozesse in Organisationen zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der radikale Konstruktivismus, die Autopoiesis sozialer Systeme, das Evolutionskonzept von Luhmann sowie die konkrete Anwendung und kritische Reflexion von Beratungswerkzeugen in der Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, was die „systemische Beratung“ aus systemtheoretischer Perspektive leisten kann, um bei organisationalen Wandlungsprozessen zu gestalten und mitzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Auseinandersetzung mit der systemtheoretischen Literatur (insbesondere von Niklas Luhmann) basiert und diese auf die systemische Beratungspraxis überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Konstruktivismus, Autopoiesis), diskutiert den Einsatz von Beratungswerkzeugen unter Berücksichtigung von Wirklichkeitskonstruktionen und reflektiert die Möglichkeiten des Wandels durch evolutionäre Mechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Systemtheorie, systemische Beratung, Autopoiesis, soziale Systeme, Wandel, Konstruktivismus und Beobachtung 2. Ordnung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die systemische Beratung laut der Arbeit von anderen Ansätzen?

Im Gegensatz zu Ansätzen, die Organisationen von außen steuern wollen, sieht sich die systemische Beratung eher als Impulsgeber, der das System irritiert, um Lern- und Erneuerungsprozesse von innen heraus zu ermöglichen.

Warum ist die Grenze zwischen Berater und System in der Systemtheorie so wichtig?

Aufgrund der operationalen Geschlossenheit autopoietischer Systeme können diese nicht direkt von außen gesteuert werden. Die Anerkennung dieser Grenze verhindert, dass Berater eine unzulässige Kontrolle anstreben, und fokussiert stattdessen auf das Anbieten von Irritationen.

Was bedeutet die "systemische Schleife" im Kontext dieser Arbeit?

Die "systemische Schleife" dient als Basismodell der gemeinsamen Konstruktion von Wirklichkeit und Reflexion, bei der Informationssammlung, Hypothesenbildung und Durchführung iterativ durchlaufen werden.

Wie kritisch sieht die Arbeit den Transfer von Theorie in die Praxis?

Die Arbeit warnt vor einer "Trivialisierung" der Systemtheorie durch eine inflationäre und inkompetente Nutzung von Begriffen und betont die Notwendigkeit einer reflexiven, kompetenten Anwendung des theoretischen Wissens.

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Details

Title
Organisationale Wandlungsprozesse und systemische Beratung
Subtitle
Was kann die "systemische Beratung" aus systemtheoretischer Perspektive leisten?
Grade
1,3
Author
Master of Arts Lena Eckhardt (Author)
Publication Year
2016
Pages
17
Catalog Number
V415852
ISBN (eBook)
9783668659117
ISBN (Book)
9783668659124
Language
German
Tags
Niklas Luhmann Systemische Beratung Wandlungsprozesse Systemtheorie Radikaler Konstruktivismus Systemische Beratungswerkzeuge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Lena Eckhardt (Author), 2016, Organisationale Wandlungsprozesse und systemische Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415852
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