Ziel der Studie ist es, eine belegbare Aussage zu der Attraktivität des Rhein-Neckar-Kreises für Berufseinsteiger anhand von zwei Szenarien zu ermöglichen. Die Szenarien, die die Ausgangslage darstellen, gestalten sich folgendermaßen:
Im Szenario „ohne Kind“ nimmt die Untersuchungsperson ihren ersten Job nach dem Studium / nach der Ausbildung für drei bis fünf Jahre an. Die Person kann Single sein, oder eine(n) Freundin/Freund haben. Im Szenario „mit Kind“ wird ein Job für fünf bis zehn Jahre angenommen und die Untersuchungsperson hat eine(n) feste(n) Partner/Partnerin. Eine Familienplanung ist in diesem Szenario eine Option. Je nach Szenario stellen sich dabei, bzgl. des Wohnortes, unterschiedliche Fragen. Im ersten Szenario ohne Kind spielt die Entfernung zum Arbeitsplatz eine große Rolle. Die Frage Wo ist der Arbeitgeber ansässig? ist damit eine der Kernfragen. Auch die Frage nach den Rahmenbedingungen meines Arbeitsverhältnisses? spielt eine wichtige Rolle. Homeoffice, Gleitzeit oder ein Firmenwagen haben einen großen Einfluss auf die Wohnortwahl. Die Frage Was kann ich mir leisten? entscheidet darüber welcher Mietpreis bezahlbar ist, und wie grundsätzlich die Lebens-haltungskosten bezahlt und Freizeitangebote einer Stadt genutzt werden können.
Die beschriebenen Fragestellungen haben auch unter Berücksichtigung des zweiten Szenarios mit Kindbestand. Hat die Untersuchungsperson ein Kind, muss dieses den Kindergarten besuchen. Darüber hinaus sollten Ärzte und Fachärzte gut erreichbar sein. Durch diese optionale Familienplanung stellt sich ergänzend die Frage nach der Verfügbarkeit von öffentlichen Einrichtungen und dem Versorgungsgrad einer ärztlichen Betreuung. Grundsätzlich stellt sich bei beiden Szenarien die Frage nach dem Gesamteindruck der Stadt? Dieser kann eine maßgebliche Rolle bei der end-gültigen Entscheidung spielen. Aus diesen Fragestellungen wurden Kriterien abgeleitet, die in einer Umfrage durch Studierende verifiziert wurde. Die Umfrage dient zur Festlegung und Gewichtung der Kriterien. Die Städte und Gemeinden wurden anhand dieser Kriterien vom Projektteam analysiert und absteigend sortiert. Die Ergebnisse sind dem Anhang 5 und 6 zu entnehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Herleitung
1.2 Abgrenzung / Ziel
2 Grundlagen der Studie
2.1 Gang der Untersuchung
2.2 Geographische Abgrenzung der betrachteten Region
3 Analyse der Gemeinden
3.1 Beschreibung der Szenarien
3.2 Deskriptive Fragestellungen der Wohnortwahl
3.3 Kriterien für die Auswahl eines Wohnortes
3.4 Verifizierung der Kriterien durch eine Umfrage
4 Ranking der Gemeinden
4.1 Analyse der Städte und Gemeinden
4.2 Ergebnis ohne K.O. Kriterien
4.3 Ergebnis mit K.O. Kriterien
5 Herausforderungen und mögliche Maßnahmen für die Kommunen
5.1 Zusammenfassende Ergebnisse aus der Forschungsanalyse
5.2 Herausforderungen der Kommunen
5.3 Konzeptuelle Ideen zur Steigerung der Attraktivität
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Studie analysiert die Attraktivität der 54 Städte und Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis für Berufseinsteiger, um belegbare Aussagen zur Eignung als Wohnort unter verschiedenen Lebensbedingungen zu treffen.
- Vergleich der Attraktivität anhand zweier Szenarien (ohne Kind vs. mit Kind)
- Identifikation und Gewichtung entscheidender Wohnortkriterien
- Ranking der Kommunen basierend auf einem Kriterienkatalog
- Analyse der Auswirkungen von K.O.-Kriterien auf die Wohnstandortwahl
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur Steigerung der kommunalen Attraktivität
Auszug aus dem Buch
3.2 Deskriptive Fragestellungen der Wohnortwahl
Nachfolgend sind grundsätzliche Überlegungen der Wohnortwahl unter Berücksichtigung des ersten Szenarios beschrieben.
Da der Arbeitsplatz unmittelbar mit der Wohnortwahl zusammenhängt, nimmt dieser eine zentrale Rolle in der Wohnortfindung ein. Die Distanz zwischen Arbeitsplatz und Wohnort muss gegebenenfalls zweimal täglich zurückgelegt werden, wobei hier der Zeitfaktor maßgeblich ist. Daher stellt sich die Frage: Wo ist der Arbeitgeber ansässig? Die Verkehrsanbindung an den ÖPNV und das Straßennetz, sowie dessen Zustand im Umfeld des Wohnortes sollte ausreichend sein um eine gute Mobilität zu gewährleisten. Eine weitere Frage die sich stellt ist: Wie sind die Rahmenbedingungen meines Arbeitsverhältnisses? Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit haben einen Einfluss darauf, wie häufig zur Arbeitsstelle gefahren werden muss. Bei einer Homeoffice- Regelung kann ein längerer Arbeitsweg in Kauf genommen werden, da dieser nicht an allen Tagen der Woche gefahren werden muss. Auch eine Option auf einen Dienstwagen hat erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Herleitung der Relevanz des Wohnortwechsels für Berufseinsteiger und Zielsetzung der Untersuchung im Rhein-Neckar-Kreis.
2 Grundlagen der Studie: Erläuterung des methodischen Vorgehens, der Szenarienbildung und der geographischen Abgrenzung der untersuchten Region.
3 Analyse der Gemeinden: Beschreibung der Szenarien, der relevanten Kriterien für die Wohnortwahl und deren Verifizierung durch eine Umfrage.
4 Ranking der Gemeinden: Detaillierte Auswertung der Städte und Gemeinden sowie Analyse der Rankings mit und ohne Berücksichtigung von K.O.-Kriterien.
5 Herausforderungen und mögliche Maßnahmen für die Kommunen: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ableitung von Lösungsansätzen zur Attraktivitätssteigerung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Rhein-Neckar-Kreises und Empfehlungen für eine langfristige Bindung von Einwohnern.
Schlüsselwörter
Rhein-Neckar-Kreis, Berufseinsteiger, Wohnortwahl, Attraktivität, Lebensqualität, Infrastruktur, Work-Life-Balance, K.O.-Kriterien, Szenario, Standortfaktoren, Mietpreise, Kommunalentwicklung, Wohnraum, Mobilität, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studie primär?
Die Studie untersucht die Attraktivität der 54 Städte und Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises speziell für Berufseinsteiger.
Welche zwei Szenarien werden zur Untersuchung herangezogen?
Es wird zwischen einem Szenario "ohne Kind" (Berufseinsteiger, Single oder ohne feste Familienplanung) und einem Szenario "mit Kind" (fester Partner, Familienplanung) unterschieden.
Was ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine belegbare Aussage zur Wohnattraktivität der Region zu treffen und Empfehlungen für Kommunen zu erarbeiten, um Bewohner langfristig an sich zu binden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bewertung genutzt?
Die Untersuchung basiert auf einem Kriterienkatalog, dessen Gewichtung durch eine Umfrage unter Studierenden verifiziert wurde, kombiniert mit einem Ranking-System für die Kommunen.
Welche Rolle spielen K.O.-Kriterien in der Analyse?
K.O.-Kriterien zeigen auf, welche Städte bei Unterschreitung von Mindestanforderungen (z.B. Mietpreis oder Kindergartenverfügbarkeit) für bestimmte Zielgruppen aus dem Ranking herausfallen.
Welche Themenfelder deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Herleitung der Wohnortwahl, die Definition von zehn Hauptkriterien sowie die praktische Analyse und das Ranking der Gemeinden.
Wie schneidet die Stadt Gaiberg im Vergleich zu größeren Städten ab?
Trotz ihrer geringen Größe weist Gaiberg aufgrund der Nähe zu Heidelberg und positiver Standortfaktoren eine hohe Attraktivität auf und kann teilweise mit großen Städten konkurrieren.
Welche Lösungsansätze werden für "unattraktive" Gemeinden vorgeschlagen?
Es werden Konzepte wie Kooperationen mit größeren Städten, mobile Infrastruktur (z.B. Supermarkt auf Rädern) oder spezielle Anreizsysteme für Neubürger vorgeschlagen.
- Citation du texte
- Lili Lenz (Auteur), 2017, Studie zur Attraktivität des Rhein-Neckar-Kreises (RNK) für Berufseinsteiger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415897