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Paul Rebhuhns Reformationsdrama "Ein Geistlich spil von der Gotfürchtigen vnd Keuschen Frawen Susannen Susanna". Tugendhafte Heldin und ideale Ehefrau der Reformation

Title: Paul Rebhuhns Reformationsdrama "Ein Geistlich spil von der Gotfürchtigen vnd Keuschen Frawen Susannen Susanna". Tugendhafte Heldin und ideale Ehefrau der Reformation

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nicole Schönbach (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Wissenschaftliche Untersuchungen zur Entstehung und der Rezeption der Susanna- Geschichte finden sich überwiegend im Feld der Genderforschung sowie in Forschungsarbeiten zu reformatorischen Dramen und deren Besonderheiten. Für die vorliegende Arbeit war vor allem die Monographie von Manuel Simon äußerst hilfreich, da jene die historischen Zusammenhänge und die Bedeutung der Susanna-Geschichte für die Rolle der Frau sehr umfangreich darstellt. Die Lebensstellung der Frau innerhalb der Reformation und ihre Funktion als Hausmutter werden genau herausgearbeitet. Daneben legt die Arbeit besonderen Wert auf die literarische Rezeption des religiösen Stoffes.

Die Dissertation von Nicole Lorenz bildet in dieser Arbeit die Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Reformationsdrama. Darin finden unter anderem die Biografie Rebhuhns und das von ihm geschaffene Drama über Susanna Berücksichtigung. Von besonderer Relevanz ist das Verhalten der verschiedenen Figuren. Lorenz vergleicht zudem die Bearbeitungen der unterschiedlichen Autoren. Einen wesentlichen Beitrag zum protestantischen Drama leistet auch Detlef Metz, wobei er sich in seiner Monographie besonders auf das Theater der Reformationszeit konzentriert. Für die vorliegende Arbeit waren vor allem die Abschnitte über den Aufbau der Dramen, die Bedeutung des „Wittenberger Kreises“ und der Exkurs über den Einfluss Martin Luthers auf die Literaturproduktion von Interesse.

Gerade die Apokryphen der Bibel bildeten den Vorbildstoff für zahlreiche protestantische Bibeldramen. Für die Protestanten des 16. Jahrhunderts bot aber vor allem der Susanna-Stoff etwas programmatisches, weshalb die protestantischen Autoren sich der Dramatisierung dessen besonders intensiv widmeten. Die Geschichte der Susanna lieferte einen besonderen Anreiz, der darin begründet liegt, dass Luther besonderen Wert auf die Heiligkeit der Ehe legte. Diese wird hierin zuerst angegriffen und erweist sich sodann jedoch als beständig. Die Sünder sind die unverheirateten, eigentlich in Enthaltsamkeit lebenden, Richter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Drama der Reformation

3. Die Frau und die Ehe in der Reformation

4. Paul Rebhuhns Susanna-Drama

4.1 Rebhuhns Susanna als Vorbild: perfekte Ehefrau und ideale Mutter

4.2 Hortus conclusus-Metaphorik zur Verdeutlichung der intakten Ehe

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Frau in Paul Rebhuhns Reformationsdrama „Ein Geistlich spil von der Gotfürchtigen vnd Keuschen Frawen Susannen“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Susanna-Figur das zeitgenössische protestantische Idealbild der tugendhaften Ehefrau und Mutter konstruiert und welche erzieherische Wirkung durch die dramatische Darstellung auf das Publikum der Reformationszeit ausgeübt werden sollte.

  • Die Funktion des Dramas als „Waffe der Reformation“ und pädagogisches Mittel.
  • Luthers Eheverständnis und die gesellschaftliche Rolle der Frau im 16. Jahrhundert.
  • Die literarische Rezeption des Susanna-Stoffes im Reformationsdrama.
  • Die Darstellung von Keuschheit und Tugendhaftigkeit als weibliche Ideale.
  • Die Bedeutung der Hortus conclusus-Metaphorik für die Inszenierung der intakten Ehe.

Auszug aus dem Buch

4.1 Rebhuhns Susanna als Vorbild: perfekte Ehefrau und ideale Mutter

Hauptfigur in Rebhuhns Reformationsspiel ist die biblische Susanna, die er in seinem Stück als idealtypische Ehefrau der Reformation inszeniert. Rebhuhns Susanna zeigt dem Zuschauer durch ihre vorbildhafte Ehe mit Joachim, dass die Reinerhaltung des Ehebundes vor Gott auch in den schwierigsten Situationen möglich ist. In ihrer Keuschheit schlägt sie die Verführung durch die Richter und damit den Ehebruch aus und nimmt stattdessen die Todesstrafe durch Steinigung in Kauf, weil sie befürchtet, dass man an ihre Unschuld nicht glauben wird. Die Bewährung der Titelheldin und der Bestand ihrer Ehe gegenüber den Anschuldigungen gelingen jedoch nur durch die Hilfe eines Mannes (Daniel).

Schon in seiner Widmungsrede betont Rebhuhn, dass das Stück von der keuschen frawen Susanne für das Volk gedacht ist und auf öffentlichen Plätzen gespielt werden soll (Vgl. Rebhuhn, S. 330). Im Vorwort wird dementsprechend – ganz im Sinne des klassischen protestantischen Dramas – deutlich, dass man aus der Geschichte und dem Verhalten Susannas etwas lernen und seinen Glauben stärken kann: Daraus viel guter lehr den glauben zu stercken (Rebhuhn, V. 24, S. 335). In diesem Sinne wird die Susanna im argumentum als fromme und keusche Frau beschrieben, welche durch ihre Schönheit die Gelüste der Richter „entzündet“ hat (Vgl. V. 3, S. 336). Der Begriff „keusch“ hängt im Grunde immer an dem Namen „Susanna“, worauf der Autor also sein Hauptaugenmerk legte. Sie entspricht damit der idealtypischen Frauenfigur, die mit erotischer Anziehungskraft und zeitweiliger Tugendhaftigkeit ausgestattet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Susanna-Geschichte für das protestantische Bibeldrama und führt in den Forschungsstand sowie die Relevanz des Susanna-Stoffes ein.

2. Das Drama der Reformation: Hier wird die Rolle des Theaters als pädagogisches Instrument der Reformation und die typische Struktur des damaligen Bibeldramas analysiert.

3. Die Frau und die Ehe in der Reformation: Dieses Kapitel beleuchtet Luthers Eheverständnis und die daraus resultierende gesellschaftliche Einordnung der Frau als Hausmutter und Ehefrau.

4. Paul Rebhuhns Susanna-Drama: Das Kapitel bietet eine Einführung in die verschiedenen Drucke und die inhaltliche Ausgestaltung des Dramas durch Paul Rebhuhn.

4.1 Rebhuhns Susanna als Vorbild: perfekte Ehefrau und ideale Mutter: Die Analyse konzentriert sich auf die Inszenierung Susannas als tugendhafte Idealfigur, die durch Keuschheit und absolutes Vertrauen überzeugt.

4.2 Hortus conclusus-Metaphorik zur Verdeutlichung der intakten Ehe: Hier wird untersucht, wie die Garten-Metaphorik genutzt wird, um die eheliche Treue und die Verletzbarkeit der Privatsphäre zu symbolisieren.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie das Susanna-Drama als moralisches Instrument zur Festigung des reformatorischen Eheideals und der Geschlechterrollen diente.

Schlüsselwörter

Reformation, Susanna-Drama, Paul Rebhuhn, Eheverständnis, Tugend, Keuschheit, Bibeldrama, Wittenberger Kreis, Geschlechterrollen, Protestantismus, Hausmutter, Reformationsspiel, Hortus conclusus, Luther, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Susanna-Drama von Paul Rebhuhn unter dem Aspekt der Konstruktion weiblicher Rollenbilder im Kontext der Reformation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das protestantische Eheverständnis, die Funktion des Theaters als Belehrungsinstrument und die literarische Darstellung von Tugend und Keuschheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rebhuhn durch die Figur der Susanna das zeitgenössische Ideal der standhaften Ehefrau und Mutter für das Publikum des 16. Jahrhunderts definierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung historischer Diskurse und zeitgenössischer Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theatergeschichtliche Einordnung des Reformationsdramas, eine Darstellung des historischen Frauenbildes bei Luther sowie die spezifische literarische Analyse von Rebhuhns Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Reformation, Eheideal, Susanna-Drama, Tugendhaftigkeit und Reformationsdramatik.

Welche Rolle spielt die Metaphorik in Rebhuhns Drama?

Die „Hortus conclusus“-Metaphorik (der verschlossene Garten) dient Rebhuhn als zentrales Bild, um die Integrität der Ehe sowie die gefährdete Reinheit der Frau zu illustrieren.

Warum wird die Susanna-Figur als passiv bezeichnet?

Die Susanna-Figur handelt nicht aus eigener Initiative heraus, sondern unterwirft sich dem Schicksal und den göttlichen Geboten, wobei sie für ihre Rettung zwingend auf die Hilfe eines Mannes (Daniel) angewiesen ist.

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Details

Title
Paul Rebhuhns Reformationsdrama "Ein Geistlich spil von der Gotfürchtigen vnd Keuschen Frawen Susannen Susanna". Tugendhafte Heldin und ideale Ehefrau der Reformation
College
Dresden Technical University
Grade
2,3
Author
Nicole Schönbach (Author)
Publication Year
2016
Pages
23
Catalog Number
V415911
ISBN (eBook)
9783668672154
ISBN (Book)
9783668672161
Language
German
Tags
paul rebhuhns reformationsdrama geistlich gotfürchtigen keuschen frawen susannen susanna tugendhafte heldin ehefrau reformation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Schönbach (Author), 2016, Paul Rebhuhns Reformationsdrama "Ein Geistlich spil von der Gotfürchtigen vnd Keuschen Frawen Susannen Susanna". Tugendhafte Heldin und ideale Ehefrau der Reformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415911
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