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Die Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konflikts und ihre Bedeutung nach dem 11. September

Title: Die Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konflikts und ihre Bedeutung nach dem 11. September

Term Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Meyer (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Die Überwindung des Ost-West-Konflikts sowie der Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre bedeutete eine vollkommen neue internationale Ordnung in Europa. Auch für die North Atlantic Treaty Organization brachten diese Entwicklungen gravierende Veränderungen. Ihre eigentliche Aufgabe, die Abwehr eines Angriffes des Warschauer Pakts, wurde ihr durch dessen Auflösung entzogen.
Die „europäische Revolution von 1989/90“ führte die NATO in eine Sinn- und Existenzkrise und sorgte in dieser Phase für erhebliche Legitimationsprobleme.
Es erschien fraglich, ob und warum man an einem Bündnis ohne Feindbild festhalten solle. Besonders ergab sich die Frage nach der Funktion der NATO in einem völlig veränderten internationalen System.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Existenzberechtigung der NATO und soll dabei folgende Fragen in den Vordergrund stellen:
- Hat die NATO, aus theoretischer Perspektive, nach Beendigung des Ost-West-Konflikts noch eine Existenzberechtigung?
- Welche Bedeutung hat die NATO nach dem 11. September 2001?
Die Gliederung dieser Arbeit lässt sich wie folgt erklären:
Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Geschichte der NATO bis zum Ende des Ost-West-Konflikts und verschafft so einen Überblick über das Bündnis, die Zielsetzung und die einzelnen Entwicklungsstufen. Für die Bearbeitung dieses Abschnittes waren besonders das Buch Die Zukunft der NATO. Transatlantische Sicherheit im Wandel von J. Varwick und W. Woyke sowie Harald Kujat’s Buch Europa bewahren von Bedeutung. Der dritte Abschnitt befasst sich mit der Frage nach der Existenzberechtigung der NATO nach 1990/91 unter Berücksichtigung neuer Aufgaben und Ziele des Bündnisses aber besonders in Bezug auf eine theoretische Betrachtung. Hier erschien eine Gegenüberstellung der verschiedenen Sichtweisen von Neorealismus und Institutionalismus besonders interessant, da beide zueinander in Konkurrenzbeziehung stehen und beide den Anspruch haben, „politische Interaktionen auf der Ebene des internationalen Systems erklären zu können.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der NATO bis zum Ende des Ost-West-Konflikts

2.1. Gründung der NATO

2.2. Zielsetzung der NATO

2.3. Die Entwicklung der NATO

2.3.1. Aufbau- und Ausbauphase 1949-1955

2.3.2. Konsolidierungsphase 1956-1966

2.3.3. Phase der Entspannungspolitik 1967-1973

2.3.4. Phase der intraatlantischen Konfrontation 1973-1985

2.3.5. Die Übergangsphase 1985-1991

3. Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konfliktes

3.1. Neorealistische Betrachtung

3.2. Institutionalistische Betrachtung

4. Die Bedeutung der NATO nach dem 11. September 2001

4.1. Bedeutungsverlust oder Chance?

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Existenzberechtigung der NATO nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und analysiert ihre sicherheitspolitische Rolle sowie deren Wandel infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 vor dem Hintergrund neorealistischer und institutionalistischer Theorieansätze.

  • Historische Entwicklung der NATO und ihrer Bündnisstrategien
  • Neorealistische Perspektive auf Allianzen nach Wegfall der Bedrohung
  • Institutionalistische Erklärungsmodelle für den Fortbestand von Organisationen
  • Einfluss der Terroranschläge vom 11. September auf die Relevanz der Allianz
  • Transformation und Modernisierung der NATO-Strukturen

Auszug aus dem Buch

3.1. Neorealistische Betrachtung

Der Neorealismus beschreibt das Internationale System als ein anarchisches System der Selbsthilfe. Zwischenstaatliche Beziehungen innerhalb dieser Anarchie sind aus neorealistischer Sicht häufig sehr konfliktbehaftet. So führt Waltz aus: „Among states, the state of nature is a state of war. This is meant not in the sense that war constantly occurs but in the sense that, with each state deciding for itself whether or not to use force, war may at any time break out.” Aus dieser Annahme resultiert das elementare Interesse der Staaten, ihr eigenes Machtpotential zu schützen und auszubauen, um so ihre eigene Sicherheit und ihr Überleben zu gewährleisten. Hieraus ergeben sich zwei grundlegende Interessen von Staaten: Erstens sei ein Staat immer darauf bedacht, seine Autonomie gegenüber anderen Staaten zu erhalten. „Daher versucht jeder Staat nach Möglichkeit zu verhindern, dass andere Akteure (d.h. Staaten oder internationale Organisationen) Kontrolle über seine Machtressourcen gewinnen oder dass er infolge internationaler Arbeitsteilung von anderen Staaten funktional abhängig wird.“ Zweitens ergibt sich aus der „allgemeinen Unsicherheit über das künftige Verhalten anderer Staaten […], daß Staaten in der internationalen Politik vor allem auf Sicherheit und Machterhalt abzielen.“

Die ausreichende Existenz von Macht ist also aus neorealistischer Betrachtungsweise Grundvoraussetzung, um im internationalen System bestehen zu können. So ist ein Staat gewissermaßen gezwungen, bei auftretender Bedrohung, wie etwa dem Anwachsen eines großen Machtpotentials anderer Staaten, eine Gegenmacht zu bilden, um den potentiellen Gegenspieler an der Anwendung eben dieser Machtmittel zu hindern. Das Streben nach Sicherheit und der damit verbundene Versuch, immer mehr Macht anzuhäufen, ist allerdings ein unmögliches Unterfangen, da vollkommene Sicherheit unerreichbar ist. Dieses Szenario nennt man das von John H. Herz beschriebene Sicherheitsdilemma, dessen Auswirkungen systemweite Unsicherheit, periodische Gewaltausbrüche und ein Rüstungswettlauf der Staaten sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Legitimationskrise der NATO nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und definiert die Forschungsfragen zur Existenzberechtigung sowie zur Rolle des Bündnisses nach dem 11. September.

2. Geschichte der NATO bis zum Ende des Ost-West-Konflikts: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Genese der NATO, ihre Gründungsziele und die verschiedenen Entwicklungsphasen während des Kalten Krieges bis 1991.

3. Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konfliktes: Hier erfolgt eine theoretische Gegenüberstellung von Neorealismus, der den Zerfall des Bündnisses vorhersagte, und Institutionalismus, der den Fortbestand aufgrund von Normen und Transparenzgewinnen erklärt.

4. Die Bedeutung der NATO nach dem 11. September 2001: Das Kapitel analysiert, inwiefern die Terroranschläge den Bedeutungsverlust des Bündnisses beschleunigten oder ob sie als Chance zur strategischen Neuausrichtung dienen.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass die NATO trotz Transformationsbedarf als zentrale Institution euro-atlantischer Sicherheit relevant bleibt.

Schlüsselwörter

NATO, Ost-West-Konflikt, Neorealismus, Institutionalismus, 11. September, Terrorismus, Sicherheitsdilemma, Bündnispolitik, internationale Institutionen, Transatlantische Sicherheit, Kollektive Verteidigung, Transformation, Machtpotential, Friedensordnung, Solidarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Existenzberechtigung der NATO nach dem Wegfall ihres ursprünglichen Feindbildes (Sowjetunion) und bewertet ihre aktuelle Bedeutung nach den Terroranschlägen von 2001.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Bündnisgeschichte, der theoretischen Debatte zwischen Neorealismus und Institutionalismus sowie der strategischen Transformation der NATO im 21. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die NATO aus theoretischer Perspektive nach dem Kalten Krieg noch notwendig war und wie sich ihre Rolle durch neue Sicherheitsbedrohungen wie den Terrorismus verändert hat.

Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?

Die Arbeit nutzt den Neorealismus, der Allianzen als zweckgebunden an eine Bedrohung sieht, und den Institutionalismus, der die stabilisierende Wirkung internationaler Organisationen betont.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Entwicklungsphasen der NATO nachgezeichnet, anschließend die theoretischen Ansätze kontrastiert und schließlich das Verhalten der Allianz nach dem 11. September diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kollektive Sicherheit, Sicherheitsdilemma, internationale Anarchie, strategische Neuausrichtung und transatlantische Solidarität.

Warum prophezeiten Neorealisten den Untergang der NATO nach 1991?

Nach neorealistischer Ansicht basieren Allianzen rein auf dem Eigeninteresse der Staaten zur Abwehr einer gemeinsamen Bedrohung; mit dem Ende des Warschauer Pakts entfiel demnach die Grundlage für das Bündnis.

Welches Argument führen Institutionalisten für den Erhalt der NATO an?

Institutionalisten argumentieren, dass die NATO durch ihre gefestigten bürokratischen Strukturen, gemeinsamen Normen und ihre Funktion als Forum zur Erhöhung der Transparenz das Sicherheitsdilemma mindert und eine Umstrukturierung kostengünstiger ist als eine Auflösung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der NATO nach dem 11. September?

Die Arbeit sieht einen ambivalenten Prozess: Einerseits gab es einen Bedeutungsverlust, da die USA unilateral agierten, andererseits eröffnete die Krise die Chance, durch militärische und politische Transformation wieder an Relevanz zu gewinnen.

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Details

Title
Die Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konflikts und ihre Bedeutung nach dem 11. September
College
University of Regensburg
Course
Einführung in die Internationale Politik
Grade
2,0
Author
Sebastian Meyer (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V41595
ISBN (eBook)
9783638398299
Language
German
Tags
Existenzberechtigung NATO Ende Ost-West-Konflikts Bedeutung September Einführung Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Meyer (Author), 2005, Die Existenzberechtigung der NATO nach Ende des Ost-West-Konflikts und ihre Bedeutung nach dem 11. September, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41595
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