Der Körper ist zur Visitenkarte eines jeden Individuums geworden. Er wird gepflegt, geformt und verschönert. Wie man das am besten macht, verraten die vielen Zeitschriften, in denen man über Diäten, Schönheitstipps und Modetrends lesen kann. Im Fernsehen wird man zusätzlich mit Werbungen für Fitnessprogramme, Hautcremes oder Rasierapparaten versorgt.
Jedoch ist der Körper nicht nur Thema in den Medien, sondern auch im Büro, zu Hause oder im Supermarkt, sprich im alltäglichen Leben. Besonders der weibliche Körper unterliegt dabei gesellschaftlichen Normen, die sich an Schönheitsidealen orientieren. So hat sich etwa die Beinrasur zur exklusiv weiblichen Aufgabe entwickelt. Frauen, die die Haare an den Beinen nicht entfernen, sind in der heutigen Zeit zu einer Seltenheit geworden.
Allerdings ist sich kaum eine Frau der tiefergehenden Gründe dafür bewusst. Die Enthaarung ist ein selbstverständlicher Teil des Alltagslebens der Frau geworden.
Nicole Kräuter befasst sich in dieser Publikation mit Schönheitsidealen und mit dem Begriff der Weiblichkeit am Beispiel der Beinenthaarung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen, ob es eine über den Körper hergestellte Identität gibt und welche Auswirkungen Körperbehaarung, insbesondere Beinbehaarung und deren Entfernung, auf die weibliche Identität haben kann.
Aus dem Inhalt:
- weibliche Identität;
- Enthaarung;
- weiblicher Körper;
- Rasur;
- Schönheitsideale
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Identität?
2.1 Identität nach Mead
2.2 Identität nach Plessner
3 Die Beziehung zwischen Körper und Identität
4 Was ist eigentlich „Schön“?
4.1 Schönheitshandeln und Schönheitsideale
4.2 Die Verbreitung von Schönheitsidealen
4.3 Warum Schönheit und Schönheitsideale so wichtig sind
5 Schönheit und Weiblichkeit
5.1 Was bedeutet eigentlich „Weiblichkeit“?
5.2 Die Haut
6 Die Norm der Körperenthaarung und ihre Entstehung
6.1 Gründe für die Entfernung der Körperbehaarung der Frau
6.2 Von Amerika nach Europa
7 Das Haar als Symbol
7.1 Das Haar und seine symbolische Bedeutung bei Anthony Synnott
7.2 Die Bedeutung des Haares und dessen Entfernung in der heutigen Zeit
8 Herstellen von Weiblichkeit
9 Was die Haarentfernung bewirkt
9.1 Gesellschaftlicher Status
9.2 Selbstkritik
10 Schluss
10.1 Zusammenfassung
10.2 Fazit
10.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der weiblichen Identität und der kulturellen Praxis der Beinenthaarung. Dabei wird analysiert, inwiefern die moderne Identitätsbildung über den Körper als Medium erfolgt und welche gesellschaftlichen Normen, insbesondere Schönheitsideale, diesen Prozess steuern.
- Die theoretische Verankerung von Identität bei Mead und Plessner
- Die Funktion von Schönheitshandeln als Mittel der sozialen Positionierung
- Die historische Genese und Symbolik der Körperenthaarung
- Die psychologischen und sozialen Auswirkungen der Enthaarungsnorm auf die Frau
Auszug aus dem Buch
6.1 Gründe für die Entfernung der Körperbehaarung der Frau
Ein von den Illustrierten angegebener Grund für die Entfernung der Körperbehaarung der Frau ist die Hygiene. Körperhaare werden dabei ähnlich behandelt wie Ausscheidungsprodukte des Körpers – wie z.B. Schweiß oder Blut – welche mit negativen Gefühlen, wie Ekel, behaftet sind. Des Weiteren wird ein starkes Verlangen beschrieben diese Spuren des Körpers zu beseitigen.
„Female body hair has been treated in much the same way as other body products: it is said to be „ugly“ and „disfiguring,“ and even „morbid“ ;it is to be removed in the privacy of one’s own bathroom […]“ (Hope, S.97).
Hope betont, dass während derselben Zeit, in der die Haarentfernung als hygienisch notwendig angesehen wird, auch andere Verhaltensweisen im Bezug auf die Hygiene der Frau eingeführt werden:
„ […] during the same period other cleanliness behaviors were being introduced or reinforced through advertising. Women during this period were not only being told that their body hair was unfashionable, but also that their breath was bad, that they were probably turning away suitors because of body odor, that „feminine daintiness“ demanded a certain type of sanitary napkin […]. In short, one’s goodness and value as a human being came to be identified with one’s attention to rather stringent personal hygiene routines“ (Hope, S.98).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Beinenthaarung auf die weibliche Identität.
2 Was ist Identität?: Theoretische Einführung in die Identitätsbildung anhand der Ansätze von George Herbert Mead und Helmuth Plessner.
3 Die Beziehung zwischen Körper und Identität: Untersuchung des Körpers als Medium der Identitätspräsentation und dessen soziale Bedeutung.
4 Was ist eigentlich „Schön“?: Analyse des Schönheitshandelns, der medialen Verbreitung von Idealen und deren Bedeutung für das Individuum.
5 Schönheit und Weiblichkeit: Erörterung der historischen Verknüpfung von Weiblichkeit, Schönheit und körperlichen Attributen.
6 Die Norm der Körperenthaarung und ihre Entstehung: Darstellung der historischen Entwicklung der Enthaarungspraxis, primär basierend auf Christine Hopes Forschungen.
7 Das Haar als Symbol: Analyse der symbolischen Bedeutung von Haar unter Berücksichtigung der Theorie von Anthony Synnott.
8 Herstellen von Weiblichkeit: Betrachtung der Beinenthaarung als Prozess der Disziplinierung und sozialen Anpassung.
9 Was die Haarentfernung bewirkt: Reflexion über die Auswirkungen auf den sozialen Status und die Selbstwahrnehmung der Frau.
10 Schluss: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, Fazit zur Identitätskonstruktion und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Identität, Beinenthaarung, Weiblichkeit, Körperbild, Schönheitshandeln, Schönheitsideale, soziale Normen, Symbolik, Gender, Körperlichkeit, Selbstwahrnehmung, Medien, Sozialisation, Haarentfernung, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie weibliche Identität durch den Körper konstituiert wird und welche Rolle die gesellschaftlich erwartete Beinenthaarung dabei spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Identitätstheorie, die Soziologie der Schönheit und Körperlichkeit, die Symbolik von Haar sowie die historische Entwicklung von Schönheitsnormen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Bezug zwischen der Enthaarung der Beine als kulturelle Praktik und der Ausprägung weiblicher Identität aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen und philosophischen Identitätskonzepten basiert und diese mit historischen Analysen und Medientheorien verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Schönheitsidealen, die Bedeutung des Körpers als Identitätsmedium und die spezifische Geschichte sowie Symbolik der weiblichen Körperbehaarung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identität, Beinenthaarung, Weiblichkeit, Schönheitshandeln und Körperbild sind die zentralen Begriffe, die diese Untersuchung definieren.
Warum wird die Beinenthaarung oft als Pflicht empfunden?
Die Arbeit zeigt, dass Beinenthaarung heute nicht mehr nur ein freiwilliger Trend ist, sondern eine soziale Norm, deren Nicht-Erfüllung zu negativen Zuschreibungen wie Ungepflegtheit oder Unweiblichkeit führt.
Welche Rolle spielen Werbekampagnen in diesem Prozess?
Werbung dient als zentraler Sozialisationsagent, der ein makelloses, haarfreies Frauenbild als Standard definiert und somit subtilen Druck auf Frauen ausübt, diesem Ideal zu entsprechen.
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- Nicole Kräuter (Author), 2018, Unrasiert. Die Beinenthaarung und das weibliche Selbstverständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415965