Diese Arbeit untersucht Belastung durch Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit bei vormaligen (Hochschul-) Lehrern der DDR welche im Zuge der Wiedervereinigung nicht in den Öffentlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland übernommen wurden. Beim auszuwertenden Material handelt es sich um Teile von Interviews die im Anschluss an den Systemwechsel mit betroffenen Lehrern geführt wurden. Diese liegen als Transkripte vor.
Inhaltsverzeichnis
1 Material und Forschungsthema
2 Auswahl eines passenden Textanalyseansatzes
3 Auswertung des Materials
4 Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychosozialen Belastungsfaktoren von ehemaligen Lehrkräften der DDR, die infolge der Wiedervereinigung ihren Arbeitsplatz verloren haben und nicht in den öffentlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland übernommen wurden. Das primäre Ziel ist es, mittels qualitativer Inhaltsanalyse die zentralen Belastungen zu identifizieren, die aus dem unfreiwilligen Ausscheiden aus dem Lebensberuf und der darauffolgenden Arbeitslosigkeit resultieren.
- Analyse der psychosozialen Auswirkungen von Arbeitsplatzverlust.
- Identifikation spezifischer Belastungsfaktoren bei entlassenen Lehrkräften.
- Anwendung der induktiven Kategorienbildung nach Mayring.
- Kategorisierung und Zusammenfassung der Belastungen in Hauptkategorien.
- Untersuchung der finanziellen und beruflichen Identitätsverluste.
Auszug aus dem Buch
3 Auswertung des Materials
Anhand des Materials soll der Fragestellung nachgegangen werden welche Belastungsfaktoren durch die Erfahrungen von Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit sich bei den entlassenen Lehrern feststellen lassen. Hierfür wurde die Methode der Induktive Kategorienbildung angewendet, eine ausführliche Darstellung der Methode findet sich bei Mayring(2014). Dieses Verfahren der Qualitativen Inhaltsanalyse ist eine Form der Reduzierenden Inhaltsanalyse bei der nicht der ganze Text berücksichtigt wird, stattdessen erfolgt eine fokussierte Analyse bei der nur Textstellen die für die Fragestellung relevant sind für die Kategorienbildung herangezogen werden. Die aus dem Material abzuleitenden Kategorien wurden definiert als Erfahrungen von Stress und negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Verlust der Arbeit sowie der Arbeitslosigkeit.
Das Abstraktionsniveau der Kategorien wurde mit konkret beschreibbaren negativen Veränderungen des Empfindens oder der Lebenssituation der betroffenen Person bestimmt, wobei idiosynkratische Formulierungen vermieden werden sollten. Danach wurde das Material in „QCAmap“ Zeile für Zeile durchgearbeitet und für Textstellen die der Kategoriendefinition entsprachen Kategorien gebildet oder sie wurden einer schon bestehenden Kategorie zugeordnet. Die so gefunden Kategorien wurden noch einmal überprüft um Überlappungen zu vermeiden und ein passendes Abstraktionsniveau sicherzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Material und Forschungsthema: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand, welcher sich auf Interviews mit ehemaligen DDR-Lehrkräften konzentriert, die nach der Wiedervereinigung ihren Arbeitsplatz verloren haben.
2 Auswahl eines passenden Textanalyseansatzes: Hier wird die Wahl der Qualitativen Inhaltsanalyse begründet, da diese Methode aufgrund ihres regelgeleiteten Vorgehens besonders geeignet für die Auswertung halbstandardisierter Interviews ist.
3 Auswertung des Materials: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise der induktiven Kategorienbildung und die systematische Bearbeitung der Transkripte mittels der Software QCAmap.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren 13 identifizierte Belastungskategorien, die zu den vier Hauptkategorien berufliche, finanzielle, psychische und soziale Belastung zusammengefasst wurden.
Schlüsselwörter
Psychosoziale Belastung, Arbeitsplatzverlust, DDR-Lehrkräfte, Qualitative Inhaltsanalyse, Induktive Kategorienbildung, Arbeitslosigkeit, Berufliche Identität, QCAmap, Finanzielle Unsicherheit, Soziale Isolation, Lebensberuf, Wiedervereinigung, Stressfaktoren, Beruflicher Status, Stresserleben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychischen und sozialen Belastungen von Lehrkräften aus der ehemaligen DDR, die durch die Wiedervereinigung ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit Arbeitsplatzverlust, die Suche nach beruflicher Neuorientierung sowie die damit verbundenen emotionalen und finanziellen Folgen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, mittels systematischer Textanalyse Belastungsfaktoren zu identifizieren, die bei betroffenen Lehrkräften nach dem Systemwechsel auftraten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring angewandt, speziell in der Form der induktiven Kategorienbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Auswahl des Textanalyseansatzes, der praktischen Auswertung der Interviewtranskripte und der Kategorisierung der Belastungsmomente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind psychosoziale Belastung, Arbeitsplatzverlust, DDR-Lehrkräfte, berufliche Identität und Qualitative Inhaltsanalyse.
Welche Hauptkategorien von Belastungen wurden identifiziert?
Die Arbeit gliedert die Belastungen in vier Bereiche: berufliche, finanzielle, psychische und soziale Belastung.
Welcher Stellenwert kommt der Kategorie B13 zu?
Die Kategorie B13 (Verfügbare Jobs fachlich, persönlich unattraktiv) stellt eine zentrale Belastung dar, da sie in allen drei untersuchten Fällen als Problemfaktor identifiziert wurde.
- Citar trabajo
- Maximilian Villert (Autor), 2018, Gewesene Leute. Psychosoziale Belastungen durch Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416034