Alle Staaten der westlichen Länder haben ein gemeinsames Verständnis und Wertvorstellungen des Gesundheitswesens, das sich durch ein Verhältnis zwischen sozialer Bindung und persönlicher Freiheit definiert. Die unterschiedliche Gewichtung dieser Werte hat zu unterschiedlichen Entwicklungen und Herangehensweisen im Gesundheitswesen geführt.
Unter Elemente, die für die Beschreibung und Evaluation von Gesundheitswesen von Bedeutung sind, fallen die gesundheitliche Versorgung durch Organisation und Bereitstellung von Gesundheitsdiensten, die Regulierung bzw. Reformierung des Gesundheitswesens in Form von politischen Entscheidungen und Mechanismen, sowie die Finanzierung des Gesundheitswesens. Unter diesen Gesichtspunkten können dem Gesundheitswesen und dessen Politik bestimmte Modelle zugeordnet werden, die sich durch Organisation und Finanzierung von Gesundheitsleistungen als auch durch den staatlichen Regulierungs- und Reformierungsgrad abgrenzen lassen.
Dadurch lassen sich drei idealtypische Ordnungen von Gesundheitssystemen differenzieren: Das Beveridge-Modell, ein egalitäres, steuerfinanziertes System mit überwiegend staatlicher Organisation und standardisierten Gesundheitsleistungen. Des Weiteren das Bismarck-Modell, ein bezeichnendes Sozialversicherungssystem, das sich durch staatlich vorgelegte Gesundheitsversorgung durch Pflichtbeiträge und Leistungserbringung durch Selbstverwaltungspartner mittels öffentlichem, gemeinnützigem und privatem Eigentum kennzeichnet. Und das libertäre Markt-Modell mit überwiegend privater Finanzierung und Leistungserbringung unter eng limitierter Staatsgarantie bzw. Kontrolle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sind die generellen Probleme und Herausforderungen innerhalb der europäischen Gesundheitswesen mit den Elementen des konkurrierenden Marktes zu lösen?
3 Gesundheitssysteme im Vergleich
3.1 Das Gesundheitssystem der Schweiz
3.2 Das Gesundheitssystem der USA
3.3 Diskussion
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Gesundheitssysteme in der Schweiz und den USA, um zu untersuchen, inwieweit marktwirtschaftliche Elemente zur Lösung aktueller gesundheitsökonomischer Herausforderungen beitragen können. Dabei steht die Frage im Fokus, ob ein hoher Wettbewerbsgrad zu einer effizienteren und qualitativ hochwertigeren Gesundheitsversorgung führt oder ob dabei soziale Aspekte und Versorgungsgerechtigkeit gefährdet werden.
- Grundlegende ordnungspolitische Modelle von Gesundheitssystemen
- Analyse des schweizerischen Gesundheitssystems als Mischsystem
- Untersuchung des US-amerikanischen Gesundheitssystems unter Berücksichtigung marktliberaler Strukturen
- Internationaler Vergleich anhand von Gesundheitsindikatoren (z. B. Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Kosten)
- Diskussion über Effizienz, Effektivität und den Einfluss von Wettbewerb auf die Versorgungsqualität
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Alle Staaten der westlichen Länder haben ein gemeinsames Verständnis und Wertvorstellungen des Gesundheitswesens, das sich durch ein Verhältnis zwischen sozialer Bindung und persönlicher Freiheit definiert. Die unterschiedliche Gewichtung dieser Werte hat zu unterschiedlichen Entwicklungen und Herangehensweisen im Gesundheitswesen geführt (PMU, 2017).
Unter Elemente die für die Beschreibung und Evaluation von Gesundheitswesen von Bedeutung sind, fallen die gesundheitliche Versorgung durch Organisation und Bereitstellung von Gesundheitsdiensten, die Regulierung bzw. Reformierung des Gesundheitswesens in Form von politischen Entscheidungen und Mechanismen, sowie die Finanzierung des Gesundheitswesens. Unter diesen Gesichtspunkten können Gesundheitswesen und dessen Politik bestimmte Modelle zugeordnet werden, die sich durch Organisation und Finanzierung von Gesundheitsleistungen als auch durch den staatlichen Regulierungs- und Reformierungsgrad abgrenzen lassen ( Beil-Hildebrand, 2011).
Dadurch lassen sich drei idealtypische Ordnungen von Gesundheitssystemen differenzieren: Das Beveridge-Modell, ein egalitäres, steuerfinanziertes System mit überwiegend staatlicher Organisation und standardisierten Gesundheitsleistungen. Des Weiteren das Bismarck-Modell, ein bezeichnendes Sozialversicherungssystem, das sich durch staatlich vorgelegte Gesundheitsversorgung durch Pflichtbeiträge und Leistungserbringung durch Selbstverwaltungspartner mittels öffentlichem, gemeinnützigem und privatem Eigentum kennzeichnet. Und das libertäre Markt-Modell mit überwiegend privater Finanzierung und Leistungserbringung unter eng limitierter Staatsgarantie bzw. Kontrolle (Beil-Hildebrand, 2011; Schölkopf und Pressel, 2014).
Aufgrund der Tatsache, dass sich viele Gesundheitswesen in prozessualer Veränderung und Reformierung befinden, können diese nicht mehr in differenzierter Weise zugeordnet werden und zudem ist sich die Gesundheitssystemforschung einig, dass es kein allgemeingültiges optimales Gesundheitswesen gibt (Beil-Hildebrand, 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und idealtypischen Ordnungsmodelle von Gesundheitssystemen, darunter das Beveridge-, das Bismarck- und das libertäre Markt-Modell.
2 Sind die generellen Probleme und Herausforderungen innerhalb der europäischen Gesundheitswesen mit den Elementen des konkurrierenden Marktes zu lösen?: Es wird diskutiert, inwiefern marktwirtschaftliche Prinzipien auf das Gesundheitswesen anwendbar sind und welche Rolle der Sozialstaat dabei als Korrektiv einnimmt.
3 Gesundheitssysteme im Vergleich: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte deskriptive Analyse der schweizerischen und US-amerikanischen Gesundheitssysteme sowie eine vergleichende Diskussion der Ergebnisse anhand verschiedener Leistungskennzahlen.
4 Schlussfolgerung: Das Fazit zieht eine Bilanz aus dem Vergleich und betont die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Reformen aufgrund gewachsener Strukturen und divergierender Interessen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsökonomie, Gesundheitssysteme, Schweiz, USA, Wettbewerb, Marktwirtschaft, Krankenversicherung, Versorgungsqualität, Kostenkontrolle, Gesundheitspolitik, Reformen, OECD, Effizienz, Effektivität, Sozialversicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Gesundheitssysteme der Schweiz und der USA unter gesundheitsökonomischen Aspekten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsformen, Finanzierungsmodelle, der Einfluss von Wettbewerb auf die Versorgungsqualität sowie die Reformdiskussionen in den jeweiligen Ländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Analyse der Wirksamkeit marktwirtschaftlicher Elemente zur Lösung von Effizienz- und Effektivitätsproblemen im Gesundheitswesen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem deskriptiven Vergleich ausgewählter Gesundheitssysteme anhand internationaler statistischer Kennzahlen.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Strukturen in der Schweiz (z.B. OKV) und den USA (z.B. Mischsystem, Medicare/Medicaid) und führt einen tabellarischen Vergleich durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Gesundheitsökonomie, Wettbewerb, Krankenversicherung, Effizienz und Gesundheitssystemvergleich.
Warum ist gerade ein Vergleich zwischen der Schweiz und den USA relevant?
Da beide Länder im internationalen Vergleich stark marktwirtschaftlich geprägte Systeme aufweisen, dienen sie häufig als Referenz für Reformdebatten.
Welches Fazit zieht die Autorin zu Reformen in Gesundheitssystemen?
Reformen sind aufgrund beharrlicher, historisch gewachsener Strukturen und des Widerstands verschiedener Interessengruppen schwer umzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Bianca Konrad (Autor:in), 2017, Die Gesundheitsysteme der USA und Schweiz im Vergleich. Probleme des konkurrierenden Marktes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416217