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Jugendkriminalität. Theoretische Ansätze und Faktoren zu ihrer Entstehung und deren Auswirkungen auf den Jugendstrafvollzug

Title: Jugendkriminalität. Theoretische Ansätze und Faktoren zu ihrer Entstehung und deren Auswirkungen auf den Jugendstrafvollzug

Diploma Thesis , 2005 , 83 Pages , Grade: 1

Autor:in: Svea Dahlström (Author)

Social Work
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Es gibt keinen Tag, an dem keine neuen Schreckensmeldungen über jugendliche Kriminelle, erwachsene Straftäter, Wiederholungstäter und deren „Greultaten“ in den Medien berichtet wird. Entsetzen und Fragen bei allen Betroffenen und bei allen Nicht-Betroffenen: Warum hat er/sie das getan? Hat das denn niemand ahnen können? Und vor allem die Frage: Wer ist letztendlich schuld? Wen können wir dafür verantwortlich machen? Wer hat es zu verantworten, dass solche Menschen frei herumlaufen?

Aber wie viele Menschen werden sich fragen: Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass dieser Mensch so etwas tut? War dieser Täter nicht vielleicht selbst ein Opfer?
Solche Dinge werden abends am Stammtisch wohl kaum diskutiert werden. Die lautesten Stimmen dort werden rufen: „Alle einsperren, nie wieder rauslassen, abschieben.“ Und solche Äußerungen sind entgegen der Realität noch harmlos.

Was dabei immer wieder vergessen wird, ist die Tatsache, dass all diese „Kriminellen“ unserer Gesellschaft entstammen. Es ist unter anderem unsere Sozialisation, die sie zum dem gemacht hat, was sie sind. Wie steht es um das Verantwortungsgefühl des einzelnen und aller gegenüber den Mitgliedern unserer Gesellschaft? Wie steht es um Solidarität, Akzeptanz und Respekt gegenüber anderen Menschen, Kulturen und deren Sitten? Haben wir tatsächlich alle in unsere Gemeinschaft aufgenommen? Oder ist es nicht vielleicht so, dass viele kriminelle Handlungen verübt werden, weil wir gar keine Gemeinschaft sind? Weil keiner mehr auf den anderen achtet?
Wo liegen die Gründe dafür, dass unsere Kinder kriminell werden? Sind es vielleicht die Medien, die alle schon von klein auf an Gewalt gewöhnen? Sind wir es selbst, weil wir keine Zeit mehr haben unsere Kinder zu erziehen, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken? Ist es vielleicht die Wirtschaft, die dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass die Mehrzahl so wenig verdient, so dass schon Kinder und Jugendliche zum Sozialfall werden und sie sich ihre, durch unsere Gesellschaft produzierten Konsumwünsche, mittels krimineller Handlungen befriedigen wollen? Ist es das Fehlen der immer mehr in Vergessenheit geratenden humanistischen Werte? Es könnte auch das immer wieder im Fadenkreuz stehende Bildungssystem sein. Oder der Zerfall der „klassischen“ Familienkonstellation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Phänomen Jugendkriminalität

2.1 Was ist Kriminalität?

2.2 Was ist Jugendkriminalität?

2.3 Definition des Begriffs „Jugend“

2.3.1 Welche Altersgruppe umschreibt der Begriff Jugend?

2.3.2 Adoleszenz

2.4 Deliktarten, Alter, Geschlecht und Ausländeranteil

2.4.1 Tatverdächtige der Altersgruppen bei Straftaten insgesamt:

2.4.2 Geschlecht

2.4.3 Ausländeranteil

2.5 Deliktarten

2.6 Sanktionen im Jugendstrafrecht

2.6.1 Erziehungsmaßregeln

2.6.2 Zuchtmittel

2.6.3 Jugendstrafe

2.7 Besonderheiten der Jugendkriminalität

2.8 Ursachen für die Entstehung von Jugendkriminalität

3 Kriminalitätstheorien

3.1 Einleitung

3.2 Klassifikation der theoretischen Ansätze zur Entstehung abweichenden Verhaltens

3.3 Auswahl unterschiedlicher Ansätze zur Entstehung von Kriminalität

3.3.1 Ätiologische Ansätze

3.3.2 Die klassische Schule

3.3.3 Sozialstrukturelle Ansätze

3.3.4 Interaktionistische Ansätze

3.4 Inhaltliche Darstellung ausgewählter Theorien zur Entstehung von Kriminalität

3.4.1 Psychoanalytische Kriminalitätstheorie

3.4.2 Sozialisationstheorie

3.4.3 Lerntheorie/Theorie des differentiellen Lernens

3.4.4 Anomie - Theorie

3.4.5 Labeling Approach / Etikettierungsansatz

3.4.6 Das „Teufelskreis-Modell“ von Quensel

4 Jugendstrafvollzug

4.1 Einleitung

4.2 Der Vollzug der Jugendstrafe

4.3 Allgemeines zur Jugendstrafe

4.4 Komponenten eines Jugendstrafvollzugsgesetzes

4.4.1 Gesetzesziel/Vollzugsziel

4.4.2 Inhaftierung

4.4.3 Vollzugsplan/Erziehungsplan/Förderplan

4.4.4 Zielgerichtete Betreuung

4.4.5 Dienste

4.4.6 Entlassungsvorbereitung/Wiedereingliederung

4.4.7 Personal

4.4.8 Mitarbeit des Jugendlichen

4.4.9 Freizeitangebot

4.4.10 Kleidung

4.4.11 Unterbringung

5 Strafen, Erziehen, Resozialisieren?

5.1 Was bedeutet„Erziehung“?

5.1.1 Zur Begrifflichkeit der Erziehung im Jugendstrafvollzug

5.1.2 Die Problematik der Erziehung im Jugendstrafvollzug

5.2 Resozialisierung in oder durch den Jugendstrafvollzug ?

5.2.1 Zur Begrifflichkeit

5.2.2 Berücksichtigung von Erkenntnissen aus Kriminalitätstheorien im Jugendstrafvollzug?

6 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursachen und Besonderheiten der Jugendkriminalität sowie deren Auswirkungen auf den aktuellen Jugendstrafvollzug, mit dem Ziel, pädagogisch effiziente Konzepte für ein eigenständiges Jugendstrafvollzugsgesetz abzuleiten.

  • Analyse der Entstehungsursachen von Jugendkriminalität und deviantem Verhalten.
  • Gegenüberstellung verschiedener sozialwissenschaftlicher Kriminalitätstheorien.
  • Kritische Betrachtung der gegenwärtigen Situation im Jugendstrafvollzug.
  • Erarbeitung von Anforderungen und Komponenten für einen pädagogisch ausgerichteten Vollzug.
  • Reflektion der Begriffe „Erziehen“, „Strafen“ und „Resozialisieren“ im Kontext jugendlicher Straffälligkeit.

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Psychoanalytische Kriminalitätstheorie

Um die Kriminalitätsentwicklung aus psychoanalytischer Sicht zu beschreiben, bedarf es eines Grundwissens der Psychoanalyse nach Freud und damit über die Bedeutung und die Entstehung von ES, ICH und ÜBER-ICH.

Ein wichtiger Bestandteil der psychoanalytischen Kriminalitätstheorie ist die Annahme, dass Kriminalität ein Symptom für tiefer liegende seelische und charakterliche Störungen ist, die in der frühen Kindheit durch instabile Beziehungen und emotionale Mangelzustände erworben wurden. Die Grundlegung der Charakterstruktur, die Ausbildung des Gewissens, des ÜBER-ICHs, und einer starken ICH-Instanz, die gegenüber dem ES die Triebe und Bedürfnisse realitätsangemessen kanalisiert, entwickeln sich in der Kindheit und behindern bei Vernachlässigung oder gar Ablehnung durch die Bezugsperson die Entwicklung eines Urvertrauens (SPITZ 1967) im Sinne einer angstfreien, entspannten Grundstimmung, die eine wesentliche Basis für eine spätere störungsfreie oder störungsarme Entwicklung ist. So können z.B. depressionsähnliche Erkrankungen, schon von Kleinstkindern, die Folgen solcher Störungen und instabiler Zuwendungen sein. Der emotionale Bezugsmangel und eine gestörte Mutterbeziehung in den ersten Lebensjahren können laut BOWLBY (1951) im Extremfall strukturelle Verwahrlosung und die psychopatische Entwicklung eines Menschen fördern. Die Entbehrung der ersten Bezugsperson, vorab der Mutter, in den ersten Lebensjahren kann ihm zufolge eine einzelgängerische, asoziale Entwicklung zur Folge haben, während z.B. Kontaktbrüche, also ein Wechsel der Bezugsperson, ambivalente und antisoziale Haltungen bedingen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Wahrnehmung von Jugendkriminalität und umreißt den Fokus der Arbeit auf die Ursachenforschung sowie die pädagogische Ausgestaltung des Jugendstrafvollzugs.

2 Das Phänomen Jugendkriminalität: Dieses Kapitel definiert Jugendkriminalität, beleuchtet statistische Merkmale wie Deliktarten und Geschlechterverteilung und diskutiert das Rechtsfolgensystem des JGG.

3 Kriminalitätstheorien: Hier werden diverse theoretische Ansätze zur Entstehung abweichenden Verhaltens klassifiziert und detailliert dargestellt, von ätiologischen bis hin zu interaktionistischen Modellen.

4 Jugendstrafvollzug: Das Kapitel kritisiert den aktuellen gesetzlichen Zustand des Jugendstrafvollzugs und entwickelt Anforderungen an ein modernes, pädagogisch effizientes Vollzugsgesetz.

5 Strafen, Erziehen, Resozialisieren?: Dieser Teil setzt sich kritisch mit den Grundbegriffen der erzieherischen Arbeit im Vollzug auseinander und prüft die Anwendbarkeit theoretischer Erkenntnisse auf die Praxis.

6 Resümee und Ausblick: Das Fazit fordert eine stärkere Vernetzung aller beteiligten Instanzen und unterstreicht die Notwendigkeit einer ursachenorientierten pädagogischen Arbeit statt bloßer repressiver Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Jugendkriminalität, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Sozialisation, Kriminalitätstheorien, pädagogische Ausrichtung, Etikettierungsansatz, Anomietheorie, Strafe, Erziehung, Jugendgerichtsgesetz, Prävention, Devianz, psychische Entwicklung, Inhaftierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen von Jugendkriminalität und untersucht, wie diese Erkenntnisse in einem zeitgemäßen, erzieherisch orientierten Jugendstrafvollzug umgesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen und psychologischen Kriminalitätstheorien, dem aktuellen Rechtsrahmen für jugendliche Straftäter sowie der pädagogischen Gestaltung von Vollzugskonzepten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen über Entstehungsfaktoren von Kriminalität und der tatsächlichen Vollzugspraxis aufzuzeigen und Ansätze für ein eigenständiges Jugendstrafvollzugsgesetz zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Ansätze zur Kriminalitätsentstehung gegenüberstellt und auf ihre Anwendbarkeit in der sozialen Arbeit prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Darstellung verschiedener Kriminalitätstheorien (z.B. Anomie, Labeling Approach) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Erziehungsproblematik im Jugendstrafvollzug.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Resozialisierung, Sozialisationsbedingungen, Deviantes Verhalten, Erziehungsauftrag und der interaktive Prozess der Stigmatisierung.

Warum ist laut der Autorin ein eigenständiges Jugendstrafvollzugsgesetz notwendig?

Weil der aktuelle Vollzug oft noch auf allgemeinen Strafvollzugsgesetzen für Erwachsene basiert, die dem speziellen Erziehungsauftrag gegenüber Jugendlichen nicht gerecht werden.

Was besagt das „Teufelskreis-Modell“ von Quensel?

Es beschreibt einen 8-Phasen-Verlauf, in dem sich Kriminalität durch fehlgeschlagene pädagogische Interventionen und stigmatisierende Reaktionen der Umwelt wechselseitig hochschaukelt.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Kriminalitätsentstehung?

Die Familie wird als zentraler Sozialisationsort betrachtet; Defizite in der frühkindlichen Beziehung, instabile Lebensbedingungen und mangelnde Vorbildfunktion werden als wesentliche Faktoren für abweichendes Verhalten identifiziert.

Wie bewertet die Arbeit die Wirksamkeit von Sanktionen?

Sanktionen werden kritisch hinterfragt, wobei pädagogische Maßnahmen und eine individuelle Ursachenanalyse gegenüber rein repressiven Freiheitsentzügen bevorzugt werden.

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Details

Title
Jugendkriminalität. Theoretische Ansätze und Faktoren zu ihrer Entstehung und deren Auswirkungen auf den Jugendstrafvollzug
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Grade
1
Author
Svea Dahlström (Author)
Publication Year
2005
Pages
83
Catalog Number
V41621
ISBN (eBook)
9783638398497
Language
German
Tags
Jugendkriminalität Theoretische Ansätze Faktoren Entstehung Auswirkungen Jugendstrafvollzug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svea Dahlström (Author), 2005, Jugendkriminalität. Theoretische Ansätze und Faktoren zu ihrer Entstehung und deren Auswirkungen auf den Jugendstrafvollzug, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41621
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