Performancevergleich zwischen Aktienfonds und Exchange Traded Funds


Seminararbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise

2 Grundlegende Theorie zum Fondmanagement
2.1 Portfoliotheorie und CAPM
2.2 Aktives vs. Passives Portfoliomanagement

3 Grundlagen Exchange Traded Funds und Aktienfonds
3.1 Exchange Traded Funds
3.1.1 Definition und Funktionsweise
3.1.2 Zielsetzung
3.2 Aktienfonds
3.2.1 Definition und Funktionsweise
3.2.2 Zielsetzung

4 Performancemessung bei Investmentfonds
4.1 Definition von Performance
4.2 Performancekriterien
4.2.1 Rendite
4.2.2 Benchmark
4.2.3 Kostenstruktur

5 Performancevergleich von Aktienfonds und ETFs
5.1 Performance von Aktienfonds
5.2 Renditevergleich

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung ETF Vermögen

Abbildung 2: Merkmale aktive und passive Fonds

Abbildung 3: Unterschiede von ETFs

Abbildung 4: Performance aller europäischen Aktienfonds im Vergleich zur Benchmark

Abbildung 5: Performance aller Schwellenländer Aktienfonds im Vergleich zur Benchmark

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kosten-Unterschiede ETFs und Aktienfonds

Tabelle 2: Renditevergleich ETFs und Aktienfonds nach drei und fünf Jahren

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„ If you can ’ t beat the market, join it! “ - Harry M. Markowitz - Seit einigen Jahren folgen immer mehr Investoren und Anleger diesem Zitat des US- amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Harry M. Markowitz und investieren in eine passive Investitionsform, die sogenannten Exchange Traded Funds (kurz: ETF).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung ETF Vermögen

Quelle: Statista.com, 2018

Wie in Abbildung 1 zu erkennen ist in den letzten 15 Jahren die Anzahl der in Europa verwalteten ETFs von 102 Stück im Jahr 2003 auf 1530 im Jahr 2016 angestiegen1. Zu- dem konnten in den letzten zehn Jahren 98,9 Prozent aller US-Aktienfonds nicht besser „performen“ als ihre Benchmark.2 Investoren und Anleger versprechen sich von dieser passiven Investitionsmöglichkeit eine bessere Performance bei geringeren Kosten als beim Pendant, den aktiv gemanagten Aktienfonds. In dieser Seminararbeit wird die Per- formance zwischen Aktienfonds und ETFs analysiert, um feststellen zu können ob die Erwartungen der Anleger in die ETFs gerechtfertigt sind und diese eine bessere Performance als Aktienfonds erzielen können.

1.2 Vorgehensweise

In der vorliegenden Seminararbeit werden zunächst in Kapital 2 die theoretischen Grundlagen zum Fondmanagement aufgezeigt. Das dritte Kapitel widmet sich die Definition und Funktionsweise von ETFs und Aktienfond. Zudem wird jeweiligen Zielsetzungen dieser beiden Investitionsformen erläutert. Im vierten Kapitel erfolgt ein kurzer Überblick über die maßgeblichen Indikatoren für die Performancemessung für Aktienfonds und ETF. Im anschließenden Kapitel wird die Performance von ETFs und Aktienfonds anhand von ausgewählten Märkten und Anlagekategorien analysiert bevor im abschließenden Kapitel mit dem Fazit die einleitende Fragestellung beantwortet wird und ein Ausblick auf die Investitionspräferenzen gewagt wird.

2 Grundlegende Theorie zum Fondmanagement

In diesem Kapitel werden zunächst die Grundlagen der Portfoliotheorie, des Capital Asset Pricing Modell und der Unterschied zwischen aktivem und passivem Fondmanagements erläutert.

2.1 Portfoliotheorie und CAPM

Grundlage und Ausgangspunkt der modernen Portfoliotheorie bildete in den 1950er Jahren die Arbeit zur Portfolioselektion von Harry Markowitz. Der Grundgedanke die- ser Theorie geht auf die empirische Beobachtung zurück, dass Investoren ihr Vermögen auf mehrere risikoreiche Anlagen verteilen.3 Des Weiteren zeigt Markowitz durch die Erweiterung seines Modells um die Dimension Risiko, dass sich das Risiko bei einer Rendite durch die Kombination verschiedener risikoreicher Assets minimieren lässt.4 Die Abhängigkeiten der Einzeltitel im Portfolio beschreibt Markowitz mit der Kovari- anz. Als wichtigste Annahmen für dieses Modell liegen neben Weiteren eine Normal- verteilung der Renditen, die daher mit Erwartungswert und Standardabweichung be- schrieben werden können, sowie eine Risikoaversion des Anlegers, der ein höheres Ri- siko nur bei steigenden Renditeerwartungen akzeptiert, zugrunde. Damit sind nach Markowitz ausschließlich die Portfoliokombinationen als effizient anzusehen, bei denen bei gleichem Risiko kein Einzelwert mit höherer Rendite und bei gleicher Rendite kein Einzelwert mit geringerem Risiko existiert. Des Weiteren gibt es kein Portfolio, das sowohl eine höhere Rendite als auch ein geringeres Risiko aufweist.5

Da trotz Diversifikation nicht das gesamte Risiko beseitigt werden kann bleibt immer ein Restrisiko bestehen. Das sogenannte systematische Risiko. Diese Annahme beruht auf einer Weiterentwicklung der Portfoliotheorie aus den sechziger Jahren, dem Capital Asset Pricing Model (CAPM).6

Das CAPM, welches von William Sharpe, John Lintner und Jan Mossin in den 1960er Jahren entwickelt wurde, setzt auf den Erkenntnissen der Portfoliotheorie auf. Dabei stellt sich das CAPM der Frage, welche Rendite an den Märkten erwartet werden kann, wenn neben den Anlagen mit Risikokomponenten auch Anlagen existieren, die keine Risiken tragen. Welcher Preis im Kapitalmarktgleichgewicht wird also einem Wertpa- pier im Portfolio zugemessen und welches Risiko wird diesem Wertpapier zugeschrie- ben. Das CAPM beantwortet diese Fragen über die Kapitalmarktlinie und Wertpapierli- nie.7 Die Kapitalmarktlinienlage wird von zwei Punkten bestimmt. Zum einen durch den Ordinatenabschnitt, zum anderen vom Tangentialpunkt mit der Effizienzkurve der riskanten Portfolios, welcher auch als Marktportfolio (MP) bezeichnet wird. Steigt das Risiko, steigt auch die Prämie und damit die Renditeerwartung.8 Das MP stellt im CAPM die Zusammenführung sämtlicher am Markt gehandelten Anlagen dar, welche gewichtet mit ihrem Marktwert zu einem Portfolio werden.9 Der Anleger wird somit durch die Möglichkeiten des CAPM in die Lage versetzt selbst eine entsprechende Risi- koeinstellung vornehmen.10

2.2 Aktives vs. Passives Portfoliomanagement

Das Portfoliomanagement wird in der Literatur allgemein in ein aktives sowie ein in passives Portfoliomanagement untergliedert. Der Kerngedanke des passiven Portfolio- managements beruht auf den Ergebnissen des CAPMs. Hierbei wird davon ausgegan- gen, dass sich im Kapitalmarktgleichgewicht dauerhaft keine risikoadjustierten Über- renditen erzielen lassen. Folglich würde jeder Versuch der Generierung einer Outper- formance dazu führen, dass unnötige Transaktionskosten verursacht werden. Diese be- dingen im Rahmen des Kapitalmarktgleichgewichtes des CAPMs zwangsläufig eine Underperformance. Aus diesem Grund besteht das Ziel des passiven Portfoliomanage- ments darin, alle vom nicht vergüteten unsystematischen Risiken durch Diversifikation auszuschließen. Dies gelingt aus theoretischer Sicht aber nur dann, wenn das Marktport- folio gehalten wird.11 Eine solche Strategie weist den Vorteil auf, dass durch den Kauf des MPs nur einmalige Transaktionskosten anfallen würden. Eine Anpassung der Ge- wichtung des Portfolios ist im Weiteren nicht mehr notwendig. Zur Umsetzung des pas- siven Portfoliomanagenmentansatzes greifen Anleger häufig ein buy & hold Investment in einen Indexfonds zurück. Das Ziel des Indexfondmanagers besteht darin, eine mög- lichst exakte Replikation des Index zu gewährleisten, ohne dabei zu hohe Kosten zu verursachen. Somit werden auf der Ebene des Indexfonds weder besondere Timing- bzw. Selektionsfähigkeiten seitens eines Fondsmanagers benötigt, noch verursacht ein solches Investment einen Portfolioturnover, wodurch die Kosten i.d.R. geringgehalten werden.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Merkmale aktive und passive Fonds

Quelle: In Anlehnung an Leake T., Morris D., 2006, S.23

Auf der anderen Seite befindet sich das aktive Portfoliomanagement, wie es bspw. Von aktiven Investmentfonds angeboten wird. Dieses verfolgt das Ziel, eine Rendite ober- halb einer passiven Benchmark zu erwirtschaften. Dabei kann die seitens des Portfolio- managers erzielte Outperformance in eine Timing- sowie in eine Selektionsfähigkeit zerlegt werden. Von Timing-Fähigkeiten kann dann gesprochen werden, wenn der Port- foliomanager in der Lage ist, das systematische Risiko gezielt zu variieren, so dass das Portfolio überproportional an einer Aufwärtsbewegung, jedoch nur unterproportional an einer Abwärtsbewegung partizipiert.13

3 Grundlagen Exchange Traded Funds und Aktienfonds

In diesem Kapitel sollen zunächst auf die Funktionsweise und Zielsetzungen von Akti- enfonds und ETFs eingegangen werden.

3.1 Exchange Traded Funds

3.1.1 Definition und Funktionsweise

Exchange Traded Funds sind Investmentfonds, die versuchen, einen Index möglichst exakt abzubilden. Sie können wie andere Wertpapiere täglich an der Börse gehandelt werden.

Exchange Traded Funds gelten als Weiterentwicklung der schon länger vorhandenen klassischen Indexfonds. Eine Investition in einen ETF wird i. d. R. als ein passives In- vestment angesehen also ohne Fondmanager. Im Vergleich zu herkömmlichen Aktien- fonds weisen sie durchschnittlich eine sehr geringe Kostenstruktur auf und gelten durch ihre einfache und eindeutige Anlagestrategie als sehr transparent.14 Für passive Invest- ments ist die Benchmark immer der ihnen zugrundeliegende Index. Eine Outperfor- mance, also eine Übererreichung des Index ist grundsätzlich nicht möglich, da die Benchmark lediglich repliziert wird. Der ETF entwickelt sich gleichläufig zu seiner Benchmark und aufgrund der Gebühren wird die Performance des Portfolios zwangs- läufig immer unter dem Vergleichsindex liegen.

Wie bei anderen Arten von Investmentfonds wird auch bei ETFs zwischen thesaurie- renden und ausschüttenden ETFs unterschieden. Die Art der Verwendung von Zinsen und Dividenden hängt bei den ETFs davon ab, ob es sich bei dem zugrundeliegenden Index um einen Kurs- oder Performance-Index handelt: So werden bei Fonds auf Per- formance-Indizes die Dividenden beziehungsweise Zinszahlungen reinvestiert, bei Kursindizes an die Anteilsinhaber ausgezahlt.15 Eine weitere Form der Unterscheidung von ETFs erfolgt nach physisch replizierenden sowie synthetischen ETFs. Die nachfol- gende Abbildung zeigt die wesentlichen Unterschiede zwischen physischen und synthe- tischen ETFs.

[...]


1 Vgl. www.statista.com, 2018

2 Vgl. http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/investmentfonds-manager-86-prozent-verfehlen- ihre-benchmark-a-1083401.html

3 Vgl. Markowitz, H., Portfolio Selection, 1952, S.77

4 Vgl. Vogels P., Outperformance mittels Exchange Traded Funds, 2010, S. 13

5 Vgl. Markowitz, H., Portfolio Selection, 1952, S.82

6 Vgl. Sharpe W., Capital Asset Prices, 1964, S. 429ff

7 Vgl. Steiner, M., et al., Wertpapiermanagement, 2007, S. 24

8 Vgl. Steiner, M., et al., Wertpapiermanagement, 2007, S. 22

9 Vgl, Sharpe, W.F., Capital Asset Prices, 1964, S. 427

10 Vgl. Tobin, J., Estimation of Relationships, 1958, S. 65 ff.

11 Vgl. Steiner, M., et al., Wertpapiermanagement, 2002, S.18

12 Vgl. Vogels, P., Outperformance, 2010, S.63

13 Vgl. Bessler, W. et al, Performancemessung, 2007, S.4f

14 Vgl. Etterer, M., ETF-Handbuch, 2007, S.12

15 Vgl. Klein, C, et al. Indexzertifikat oder ETFs, 2008, S.356

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Performancevergleich zwischen Aktienfonds und Exchange Traded Funds
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1.3
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V416227
ISBN (eBook)
9783668672536
ISBN (Buch)
9783668672543
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Preis 14,99€
Schlagworte
performancevergleich, aktienfonds, exchange, traded, funds, Aktiv, passiv, ETF, ETFs, Fonds, vergleich
Arbeit zitieren
Franz Bauer (Autor), 2018, Performancevergleich zwischen Aktienfonds und Exchange Traded Funds, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416227

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