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Vegetarische Ernährung im Islam

Title: Vegetarische Ernährung im Islam

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susann Prager (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Im Gang der Analyse steht zunächst die Frage, ob die vegetarische Ernährung mit der islamischen Lehre (dem Willen Gottes) vereinbar sein kann: Ist Fleischverzehr religiöse Pflicht? Ist er ein Gebot des göttlichen Gesetzes und daher eine „Notwendigkeit“ im Leben des Muslims? Anschließend werden weitere Grundsätze der Scharia, die einer vegetarischen Ernährungsweise entgegenstehen, angesprochen. Hiernach kommen Bestimmungen der islamischen Lehre in den Fokus, die für den Schutz der Tiere und eventuell auch für eine vegetarische Ernährung sprechen. Im Fazit wird angedeutet, inwiefern die Vegetarismusfrage eine „moderne Frage“ im Islam werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Relevanz der vegetarischen Ernährung unter Muslimen

2. Vereinbarkeit mit den Kategorien des Erlaubten und Verbotenen

3. Fleischverzehr als Speisegebot?

a) Über Notwendigkeit und Erlaubtheit des Fleischverzehrs

b) Fleischverzehr als Recht der Bedürfniserfüllung?

c) Fleischverzehr als Wahrung der Rechte Gottes?

d) Das Tieropfer: religiöse Pflicht?

4. Der Vegetarismusfrage entgegenstehende Gesichtspunkte im Islam

a) Tiernutzung als göttliche Bestimmung

b) Tiertötung im Namen Gottes

5. Gesichtspunkte für vegetarische Ernährung

a) Fleisch und Schlachtakt sind potentiell unrein

b) Konflikt: Nutzung der Tiere versus Recht der Tiere

c) Schutzbestimmungen über die Behandlung der Tiere

d) Schutzbestimmung: Verbot unnötiger Tötungen

e) Pflanzenkost im Islam

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit einer vegetarischen Ernährungsform mit der islamischen Lehre, um die Gründe für die marginale Rolle des Vegetarismus unter Muslimen zu ergründen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob Fleischverzehr als religiöse Pflicht innerhalb der Scharia verankert ist oder ob ein Handlungsspielraum für eine vegetarische Lebensweise existiert.

  • Religiöse Legitimation des Fleischverzehrs durch Koran und Scharia
  • Die Rolle des Tieropfers als kultisches Symbol und religiöser Brauch
  • Islamische Bestimmungen zum Schutz der Tiere und zum Verbot unnötiger Tötungen
  • Die Bedeutung von Pflanzenkost als Teil der göttlichen Versorgung
  • Möglichkeiten einer modernen Koranexegese zur Neubewertung des Vegetarismus

Auszug aus dem Buch

3. Fleischverzehr als Speisegebot?

Obwohl die vegetarische Ernährung nicht durch eine konkrete Anweisung verboten ist, darf sie als eine Handlungsweise nicht gegen Richtlinien der scharia verstoßen. Fraglich ist: sind die guten Dinge, zu denen reines Fleisch zählt, nicht nur erlaubt, sondern empfohlen oder unter folgenden Gesichtspunkten doch eine Pflicht? Ein allgemeines islamisches Speisegebot schreibt Muslimen vor, die erlaubten und guten Dinge zu essen, mit denen Allah sie versorgt hat:

„Ihr Menschen! Eßt von (alle)dem, was es (an Eßbarem) auf der Erde gibt, soweit es erlaubt und gut ist!...“ 2,168

„Eßt von dem, was Gott euch beschert hat, soweit es erlaubt und gut ist! Und fürchtet Gott, an den ihr glaubt!“ 5,88

„Eßt nun von dem, was Gott euch beschert hat, soweit es erlaubt und gut ist! Und seid dankbar für die Gnade Gottes, wenn…ihr ihm…dienet!“ 6,114

„Ihr Gläubigen! Eßt von den guten Dingen, die wir euch beschert haben! Und danket Gott, wenn.. ihr ihm ..dienet!“ 2,172

„Man fragt dich, was erlaubt (zu essen) erlaubt ist. Sag: Erlaubt sind euch die guten Dinge…“

Die guten Dinge sind nicht nur zum Essen erlaubt, sondern wie im Koran aufgezeigt geboten. Das Vieh, welches für den Menschen zur Versorgung bestimmt ist, stellt gar eines der Zeichen Allahs für den Menschen dar (23,21; 20,54; 2,164), die Gottes Allmacht und Gunst für den Menschen beweisen (51,20). Es gilt allgemein die Pflicht für den Muslim, die Zeichen nicht zu verleugnen und sie als Gnadenerweise Gottes anzunehmen (16,115; 4,155; 6,54; 3,11; 2,99; 6,4). Mit dem Vieh vollendet Allah gar seine Gunst an den Menschen (16,80) Ist es demnach ein Zeichen von Gottgefälligkeit, alle Zeichen seiner Versorgung anzunehmen und sich somit seinen Fügungen zu ergeben?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung erläutert die Motivation für die Untersuchung des Vegetarismus im Islam und definiert die religiösen Quellen wie den Koran und die Hadithliteratur als Untersuchungsgrundlage.

1. Relevanz der vegetarischen Ernährung unter Muslimen: Dieses Kapitel stellt fest, dass Vegetarismus unter Muslimen bisher eine marginale Rolle spielt und eng mit der göttlichen Ordnung der Speisegebote verknüpft ist.

2. Vereinbarkeit mit den Kategorien des Erlaubten und Verbotenen: Es wird analysiert, dass Vegetarismus im Islam grundsätzlich als erlaubt gilt, da nur explizit verbotene Dinge als haram deklariert sind.

3. Fleischverzehr als Speisegebot?: Hier wird untersucht, inwiefern der Konsum von Fleisch als religiöse Pflicht oder als notwendige Bedürfniserfüllung innerhalb der Scharia verstanden wird.

4. Der Vegetarismusfrage entgegenstehende Gesichtspunkte im Islam: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die göttliche Bestimmung der Tiernutzung und die Tötung im Namen Gottes den Raum für vegetarische Ansätze einschränken.

5. Gesichtspunkte für vegetarische Ernährung: Hier werden Argumente für den Vegetarismus diskutiert, darunter Schutzbestimmungen für Tiere, das Verbot unnötiger Tötungen und die Rolle der Pflanzenkost.

6. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Fleischverzehr legitimiert ist, moderne Interpretationen jedoch einen Raum für die Diskussion über Massentierhaltung und eine vegetarische Option eröffnen.

Schlüsselwörter

Islam, Vegetarismus, Scharia, Fleischverzehr, Koran, Tieropfer, Id al-Adha, Speisegebote, Halal, Haram, Schöpfung, Tierschutz, Pflanzenkost, Religion, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Vegetarismus innerhalb der islamischen Religion und prüft, inwieweit diese Ernährungsform mit der Scharia und den religiösen Vorgaben vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die religiöse Bewertung des Fleischkonsums, die Bedeutung von Tieropfern im Islam, die islamischen Tierschutzbestimmungen und die Frage der ethischen Handlungsfreiheit des Muslims.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Forschungsansätze zur marginalen Rolle des Vegetarismus im Islam zu finden und zu klären, ob dieser als moderne Option innerhalb der islamischen Lehre begründet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Analyse religiöser Quellen, primär des Korans, der Hadithliteratur sowie relevanter Rechtswerke (fiqh), ergänzt durch religionswissenschaftliche Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Vereinbarkeit von Vegetarismus mit dem Erlaubten (halal), die Rolle des Fleischverzehrs als potenzielles Gebot, die kritische Auseinandersetzung mit Tieropfern und die ethischen Argumente für eine vegetarische Lebensweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Islam, Vegetarismus, Scharia, Speisegebote, Tierethik und Koranexegese charakterisieren.

Ist das Tieropfer am Opferfest zwingend vorgeschrieben?

Obwohl das Opferfest ein zentraler Brauch ist, diskutieren moderne Koranexegeten, ob das Tieropfer eine absolute religiöse Pflicht darstellt oder ob die Opferbereitschaft auch auf andere Weise zum Ausdruck gebracht werden kann.

Können Muslime ohne religiöse Konflikte vegetarisch leben?

Da Vegetarismus nicht explizit verboten ist, besteht kein prinzipieller religiöser Konflikt; jedoch wird der Fleischverzehr traditionell als Teil der göttlichen Versorgung und als Handeln auf dem rechten Weg betrachtet.

Wie bewertet der Islam die industrielle Tierhaltung?

Die Arbeit deutet an, dass die heutigen Bedingungen der Intensivtierhaltung und Massenschlachtungen möglicherweise im Widerspruch zu den islamischen Prinzipien des Maßhaltens und des Tierschutzes stehen und somit Diskussionsstoff für moderne Muslime bieten.

Welche Rolle spielen die "guten Dinge" im Islam?

Die "guten Dinge", zu denen auch Fleisch zählt, werden als Gaben Allahs angesehen, deren Konsum als Ausdruck des Gehorsams und der Dankbarkeit gegenüber Gott gilt.

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Details

Title
Vegetarische Ernährung im Islam
College
University of Göttingen
Grade
1,0
Author
Susann Prager (Author)
Publication Year
2012
Pages
22
Catalog Number
V416302
ISBN (eBook)
9783668663565
ISBN (Book)
9783668663572
Language
German
Tags
vegetarische ernährung islam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susann Prager (Author), 2012, Vegetarische Ernährung im Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416302
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