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Waldmotive im Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre Funktion auf die Entwicklung des Helden

Title: Waldmotive im Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre Funktion auf die Entwicklung des Helden

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dominik Höhl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Mit den kurzen Worten in den Versen 259 - 263 stellt der Artusritter Kâlogrenant im ‚Iwein‘ den Wald selbst als Abenteuerraum vor. Und in diesen Wald, dem Wald von Breziljân, wird auch Iwein hineinreiten, um sich auf die Suche nach âventiure zu begeben. Der Wald stellt in dem Artusroman ‚Iwein‘ Hartmanns von Aue ein zentrales Motiv dar. Dabei fungiert er aber nicht nur als Abenteuerraum, sondern vereint durchaus differente Raummotive, die mit dem jeweiligen inneren Zustand des Helden korrelieren.
Demzufolge sollen im Folgenden die jeweils unterschiedlichen Waldmotive im ‚Iwein‘ und ihre Funktion auf die Entwicklung des Helden untersucht werden.

Dies geschieht zunächst auf theoretischer Basis, indem eine nähere Betrachtung auf die Arbeit von Schnyder geworfen werden soll, die sich mit der Waldmetaphorik in der höfischen Literatur des Mittelalters auseinandergesetzt hat. Anschließend soll Schnyders Theorie auf den Artusroman ‚Iwein‘ angewendet werden. Dabei fokussiert sich die Arbeit zunächst auf den ersten Handlungszyklus, allen voran der Lichtung des Waldmannes und der Brunnenszene. Anschließend wird die Episode des Wahnsinnes von Iwein und sein Aufenthalt in der Wildnis einer näheren Betrachtung unterzogen, um schließlich den Fokus auf den zweiten Handlungszyklus zu wenden, der sich als Iweins Rückweg in die höfische Gesellschaft vollziehen wird. Als hilfreich für die Auseinandersetzung mit dieser Thematik haben sich insbesondere weitere Arbeiten Schnyders sowie von Sosna und Schuler-Lang herausgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Wald als Raum in der höfischen Literatur

3. Der Wald als Raum in Hartmanns Iwein

3.1 Der erste Handlungszyklus – Die Lichtung des Waldmannes und die Brunnenszene

3.2 Wildnis und Iweins Wahnsinn

3.3 Der zweite Handlungszyklus - Iweins Weg zurück in die höfische Gesellschaft

5. Fazit

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

6.1 Primärliteratur

6.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Waldmotive im Artusroman ‚Iwein‘ von Hartmann von Aue und analysiert deren spezifische Funktionen für die Entwicklung des Helden. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie der Wald als kontingenter Raum, als Schauplatz mythischer Begegnungen und als Ort der Selbstfindung bzw. Rehabilitation fungiert und Iweins Identitätsbildung maßgeblich beeinflusst.

  • Waldmetaphorik in der höfischen Literatur des Mittelalters
  • Die Funktion des Waldes als Raum des Anderen und der Utopie
  • Der erste Handlungszyklus: Waldmann-Begegnung und Brunnenszene
  • Der Wahnsinn Iweins als existenzielle Krise in der Wildnis
  • Die Löwenepisode als Wendepunkt zur Reintegration

Auszug aus dem Buch

3.1 Der erste Handlungszyklus – Die Lichtung des Waldmannes und die Brunnenszene

Nach dem Pfingstmahl am Artushof, das den Rahmen für die erste Szene stellt, erzählt der Ritter Kâlogrenant im Kreis einiger Artusritter und Ginover von einer vergangenen âventiure, die er vor zehn Jahren erfolglos im Wald von Breziljân erlebt hat (V. 242-802). Hierdurch wird der Wald bereits zum Raum des Anderen, der sich für Kâlogrenant als ein Ort der ständigen Bedrohung darstellt, aber zugleich Raum für Bewährung und Selbstvergewisserung des Hofes ist, was sich vor allem durch Iweins Erleben im Wald deutlich widerspiegelt.

Mitten im Wald trifft Kâlogrenant auf eine Rodung, in der er auf eine Horde wilder Tiere trifft, die miteinander kämpfend optisch und akustisch ein Bild des Durcheinanders und des Chaos erzeugen, ein gänzliches Gegenbild zum paradiesischen Frieden (V. 398-411). Der Anblick der wilden Tiere schüchtert Kâlogrenant ein und verunsichert ihn (V. 412-417). Mit der Entdeckung eines Menschen, der mitten in diesem Chaos sitzt, beruhigt sich Kâlogrenant zunächst (V. 418-420). Doch beim genaueren und näheren Blick erscheint der Mensch Kâlogrenant als ungehiure (V. 526) und verängstigt ihn erneut (V. 421-424; 470). Durch den Anblick des Waldmannes lösen sich die höfischen Ordnungskategorien, die Kâlogrenant in den Wald hineingebracht hatte, auf. Ohne diese fühlt er sich vor dem ungehiure vollkommen hilflos und verloren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das zentrale Motiv des Waldes im ‚Iwein‘ ein und skizziert die methodische Vorgehensweise, die auf der Waldmetaphorik nach Schnyder basiert.

2. Der Wald als Raum in der höfischen Literatur: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt und die literarische Bedeutung des Waldes als ambivalenter Topos, der sowohl als Gefahr als auch als Raum der Utopie und des Mythischen fungiert.

3. Der Wald als Raum in Hartmanns Iwein: Der Hauptteil analysiert die konkrete Umsetzung der Waldmotive in den Handlungszyklen Iweins, von der ersten Begegnung mit dem Waldmann bis zur schicksalhaften Drachen- und Löwenepisode.

3.1 Der erste Handlungszyklus – Die Lichtung des Waldmannes und die Brunnenszene: Hier wird der Wald als Raum der Sprachlosigkeit und der existenziellen Verunsicherung dargestellt, der durch das Erzählen in die höfische Welt integriert wird.

3.2 Wildnis und Iweins Wahnsinn: Dieses Kapitel beleuchtet den psychischen Zusammenbruch Iweins und seine Flucht in die Wildnis als notwendige, kathartische Regression zur Selbstfindung.

3.3 Der zweite Handlungszyklus - Iweins Weg zurück in die höfische Gesellschaft: Der Fokus liegt auf Iweins Heilung und der Löwenepisode, die den Prozess seiner Reintegration und Identitätsfestigung im höfischen Kontext abschließt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Funktionen des Waldes als Raum der Suche, des Mythischen, der Kontingenz und der Heilung zusammen, die maßgeblich zur Entwicklung Iweins beitragen.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Artusroman, Waldmotiv, Mittelalter, âventiure, Höfische Gesellschaft, Wahnsinn, Identitätsbildung, Wildnis, Literaturwissenschaft, Raummetaphorik, Resozialisierung, Heilsraum, Kontingenzraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das Motiv des Waldes im Artusroman ‚Iwein‘ als zentrales Erzählelement eingesetzt wird und welche Bedeutung es für die persönliche Entwicklung und Identitätsbildung des Helden hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die mittelalterliche Waldmetaphorik, die Abgrenzung zwischen höfischem Raum und Wildnis, das Konzept der âventiure sowie die psychologische Entwicklung des Protagonisten durch Krisen und Heilungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu analysieren, wie die unterschiedlichen Waldmotive im ‚Iwein‘ die Entwicklung des Helden beeinflussen und wie diese Räume (z. B. der Wald als Chaosraum oder Heilsraum) funktional für seine Integration in die höfische Gesellschaft stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der theoretischen Arbeit von Mireille Schnyder zur Waldmetaphorik in der höfischen Literatur basiert und diese auf das Werk Hartmanns von Aue anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: den ersten Handlungszyklus (Waldmann und Brunnenszene), die Phase von Iweins Wahnsinn in der Wildnis sowie den zweiten Handlungszyklus, der seinen Weg zurück zur Identität und gesellschaftlichen Anerkennung beschreibt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Iwein, Waldmotiv, Mittelalter, âventiure, Identitätsbildung, Wahnsinn, Wildnis und Resozialisierung.

Wie unterscheidet sich der „Wald als Raum des Anderen“ vom höfischen Raum?

Im Wald gelten laut Arbeit nicht die höfischen Ideale von zuht (Zucht) und maze (Mäßigung). Er dient als Raum für das Fremde und Ungeordnete, in dem der Ritter sich außerhalb der gesellschaftlichen Kontrolle bewähren muss.

Warum spielt der Löwe eine so wichtige Rolle für Iweins Entwicklung?

Der Löwe fungiert als treuer Begleiter und Spiegel für Iweins neue Identität. Er symbolisiert Werte wie Treue und Beständigkeit und ist ein wesentlicher Indikator für Iweins erfolgreichen Rehabilitationsprozess im höfischen Kontext.

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Details

Title
Waldmotive im Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre Funktion auf die Entwicklung des Helden
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,7
Author
Dominik Höhl (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V416325
ISBN (eBook)
9783668663190
ISBN (Book)
9783668663206
Language
German
Tags
Iwein Natur Wald Artusroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Höhl (Author), 2017, Waldmotive im Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre Funktion auf die Entwicklung des Helden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416325
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