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Die Medienpolitik der Regierung George W. Bush nach dem 11. September 2001

Title: Die Medienpolitik der Regierung George W. Bush nach dem 11. September 2001

Thesis (M.A.) , 2004 , 118 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Andrea Ipsen (Author)

American Studies - Culture and Applied Geography
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“Fortress Bush“ ist der Titel eines im Magazin New Yorker erschienenen Artikels, der die Beziehung zwischen der Regierung George W. Bush und der Presse thematisiert. Die Überschrift spiegelt dabei das Empfinden vieler Journalisten wider, dass der Präsident und seine engsten Mitarbeiter sich stärker abschotten als jede vorangegangene Regierung. So befand zum Beispiel Elisabeth Bumiller, Korrespondentin der New York Times: “In comparison, the Reagan Administration coddled us. This crowd has a wall up.“ Bushs Stabschef Andrew Card erklärte hierzu in einem Interview: “It´s not our job to be sources. (...) The taxpayers don´t pay us to leak!“, und charakterisierte damit die Geisteshaltung der Administration in Bezug auf die Medien.
Schon in Friedenszeiten ist die Beziehung zwischen Regierung und Presse von Span¬nungen gekennzeichnet. In Kriegs- und Krisenzeiten spitzt sich der Konflikt zwischen den gegensätzlichen Interessen erfahrungsgemäß zu. Während die Journalisten im All¬gemeinen das Bedürfnis haben, Nachrichten in Erfahrung zu bringen und diese auch zu veröffentlichen, liegt der Regierung besonders in Kriegszeiten viel daran, den Informationsfluss zu kontrollieren. So ist die amerikanische Geschichte gespickt mit offiziellen und inoffiziellen Zensurversuchen und Bemühungen, die öffentliche Meinung zu steuern. Den Kommunikationswissenschaftler Jeffery A. Smith veranlasste dies zu der Einschätzung: “Truth has been said to be the first casualty in war, but perhaps it is more precise to say that the First Amendment has been the first casualty (...).“
Die Terroranschläge des 11. September 2001 hinterließen die amerikanische Nation in einem Zustand des Schocks. Auch wenn die darauf folgende Phase nicht direkt mit einer der vorangegangenen Kriege und Krisen vergleichbar ist, hat dieses Ereignis doch ganz ähnliche Reaktionen hervorgerufen. Unter Verweis auf die nationale Sicherheit ergriff die Regierung Bush eine Reihe von verschiedenen Maßnahmen, um die Berichterstattung und die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Medienpolitik der Regierung Bush

2.1 Die Politik der Geheimhaltung

2.1.1 Der schwindende Wert der Informationsfreiheit

2.1.2 Politische und strafrechtliche Verfolgung „undichter Stellen“

2.2 Ausgeweitete Überwachungsbefugnisse

3. Herausgabe und gezielte Verbreitung von Nachrichten durch die Regierung Bush

3.1 Vorgabe von Interpretationsrahmen

3.2 Die Nachricht des Tages

3.3 Image und Inszenierung

3.4 Propaganda-Maßnahmen

4. Zurückhaltung und Zensur von Nachrichten durch die Regierung Bush

4.1 Informationsverweigerung

4.2 Benachteiligung kritischer Journalisten

4.3 Zensurmaßnahmen

4.4 Informationskontrolle im Afghanistan-Krieg

4.5 Beschränkter Zugang zum Pentagon

4.6 Informationskontrolle im Irak-Krieg

5. Selbstzensur: Die Reaktion der Medien

6. Medienpolitik in Krisenzeiten

6.1 Historischer Kontext

6.2 Konklusion

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie die US-Regierung unter George W. Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die mediale Berichterstattung beeinflusste. Das zentrale Forschungsziel ist die Analyse der verschiedenen Strategien, die von staatlicher Seite ergriffen wurden, um den Informationsfluss zu kontrollieren, die öffentliche Meinung zu steuern und kritische Berichterstattung zu minimieren.

  • Methoden der Informationskontrolle und Geheimhaltungspolitik
  • Strategien der gezielten Informationsverbreitung (Framing, Message of the Day)
  • Staatliche Einflussnahme auf Journalisten und Medienhäuser
  • Auswirkungen der Regierungsmedienpolitik auf die Pressefreiheit
  • Historischer Kontext und Wandel der Medienpolitik in Krisenzeiten

Auszug aus dem Buch

3.1 VORGABE VON INTERPRETATIONSRAHMEN

Sowohl die Medien als auch die Regierung können durch die Vorgabe bestimmter Rahmen (frames) die Interpretation von Ereignissen beeinflussen. Als Framing wird dabei der zentrale Prozess bezeichnet, durch den Regierungsmitglieder und Journalisten politischen Einfluss aufeinander und auf die Öffentlichkeit ausüben. Das framing von Ereignissen, Themen und Akteuren ist somit Bestandteil erfolgreicher politischer Kommunikation: Die gegebenen Rahmen fördern eine bestimmte Wahrnehmung und Interpretation, von der die eine Seite profitiert, während die andere gehemmt wird. Nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers Robert Entman beinhaltet dieser Prozess die Auswahl und Betonung einiger Facetten von Ereignissen oder Themen sowie die Herstellung von Verbindungen zwischen ihnen, die einer bestimmten Interpretation, Bewertung und Lösung förderlich sind.

Auch im Fall der Terroranschläge des 11. September beeinflusste der von Präsident Bush gewählte Rahmen die Interpretation der Ereignisse gewaltig. Schon am Tag nach den Anschlägen definierte der Präsident diese als „acts of war“. Während der gleichen Ansprache kündigte Bush an: „This will be a monumental struggle of good versus evil (…).“ In den folgenden Wochen und Monaten wiederholten Bush selbst, aber auch Vizepräsident Cheney, Secretary of State Powell und andere Regierungsmitglieder die gleichen Begriffe. Somit wurde das Problem - die Ereignisse des 11. September - in einfachen, klaren Worten als Kriegsakt definiert und als Ursache das „Böse“ selbst (evil) identifiziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Medienpolitik der Bush-Administration nach dem 11. September 2001 sowie der methodischen Vorgehensweise.

2. Grundlagen der Medienpolitik der Regierung Bush: Analyse der Politik der Geheimhaltung und der massiven Ausweitung von Überwachungsbefugnissen.

3. Herausgabe und gezielte Verbreitung von Nachrichten durch die Regierung Bush: Untersuchung der aktiven Steuerung von Berichterstattung durch Framing, PR-Events und Propaganda-Maßnahmen.

4. Zurückhaltung und Zensur von Nachrichten durch die Regierung Bush: Darstellung der Methoden der Informationsverweigerung, Zensur und Kontrolle in den Kriegen in Afghanistan und im Irak.

5. Selbstzensur: Die Reaktion der Medien: Analyse des freiwilligen Verzichts der Medien auf regierungskritische Berichterstattung und deren Zusammenspiel mit staatlichem Druck.

6. Medienpolitik in Krisenzeiten: Historische Einordnung der Bushschen Medienpolitik im Vergleich zu früheren Krisen des 20. Jahrhunderts und Schlussbetrachtung.

Schlüsselwörter

Medienpolitik, Regierung Bush, 11. September, Informationskontrolle, Pressefreiheit, Propaganda, Geheimhaltung, Framing, USA Patriot Act, Kriegsberichterstattung, Selbstzensur, Krisenmanagement, Journalismus, Nachrichtensystem, Washington.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit analysiert, wie die US-Regierung nach den Terroranschlägen von 2001 systematisch versucht hat, die öffentliche Meinung durch die Kontrolle von Informationen und Medieninhalten zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf Geheimhaltungsstrategien, der aktiven Steuerung von Nachrichten (Framing), Methoden der Zensur und der Reaktion der Medien, insbesondere der Selbstzensur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die nach dem 11. September ergriffenen Maßnahmen der Regierung zur Steuerung der Presse kategorisiert darzustellen und in einen historischen Kontext einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse von Regierungsdokumenten, Memoranden, Pressebriefings sowie einer Auswertung von Fachzeitschriften und Berichten von Watchdog-Organisationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (Kapitel 2), die gezielte Verbreitung von Informationen durch die Regierung (Kapitel 3), die Zurückhaltung und Zensur von Informationen (Kapitel 4) und die Reaktion der Medien darauf (Kapitel 5).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Schlüsselbegriffe sind Medienpolitik, Informationskontrolle, Propaganda, Framing und Selbstzensur im Kontext der Ära George W. Bush.

Welche Bedeutung hat das "Framing" für die Strategie der Bush-Regierung?

Das Framing erlaubte es der Regierung, die Ereignisse des 11. Septembers exklusiv als "Kriegsakt" und "Kampf zwischen Gut und Böse" zu definieren, um so die Zustimmung der Öffentlichkeit und des Kongresses für ihre militärischen Interventionen zu sichern.

Wie reagierte die Bush-Regierung auf regierungskritische Journalisten?

Kritische Journalisten wurden häufig mit schlechterem Zugang zu Informationen bestraft, was als "message control" dazu führte, dass viele Medien aus Sorge vor Sanktionen oder aufgrund der Nähe zur Regierung weniger regierungskritisch berichteten.

Was war der Effekt der "embedded journalists" im Irak-Krieg?

Die Einbettung der Reporter in Militäreinheiten ermöglichte zwar Zugang zum Kriegsgeschehen, führte jedoch zu einer starken Identifizierung der Journalisten mit den Truppen, was die journalistische Unabhängigkeit und Objektivität maßgeblich einschränkte.

Excerpt out of 118 pages  - scroll top

Details

Title
Die Medienpolitik der Regierung George W. Bush nach dem 11. September 2001
College
Free University of Berlin  (John-F.-Kennedy Institut)
Grade
1,8
Author
Andrea Ipsen (Author)
Publication Year
2004
Pages
118
Catalog Number
V41654
ISBN (eBook)
9783638398749
Language
German
Tags
Medienpolitik Regierung George Bush September
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Ipsen (Author), 2004, Die Medienpolitik der Regierung George W. Bush nach dem 11. September 2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41654
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