Durch den Aufschrei und "Schock" der Bevölkerung nach der Veröffentlichung der PISA-Tests im Jahr 2001, wo ein weltweiter Vergleich von Schülern stattfindet, wurde das Interesse an den Lernleistungen der Schüler im Zusammenhang mit dem familiären und sozialen Umfeld der jungen Menschen geweckt.
Die Bildungsungleichheit begrenzt sich nicht nur auf die bestehende Bildungspolitik und den allgemeinen Bildungsweg, sondern auch auf die Bildungsmöglichkeiten aufgrund der sozialen Herkunft. In Deutschland wurde gegenüber den anderen Ländern der größte Zusammenhang zwischen den Testergebnissen und dem sozialen Kapital festgestellt. Ob die Ergebnisse vielleicht nur von der Tagesform der Kinder abhängig waren oder der Wirklichkeit entsprachen, wird durch die folgenden Ausführungen näher beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Erörterung der relevanten Begriffe
2.1 Soziale Ungleichheit
2.2 Soziale Herkunft
2.3 Bildungsungleichheit
2.4 Klassen, Schichten, Stände
2.5 Milieus und Lebensstile
3 Ursachen sozialer Ungleichheit
4 Theorien sozialer Ungleichheit
4.1 Herkömmliche Ansätze sozialer Ungleichheit
4.1.1 Marxistische Theorie
4.1.2 Theorie des Soziologen Max Weber - Klassen, Stände und Parteien
4.1.3 Funktionalistische Theorie
4.1.4 Theorie nach Theodor Geiger - Das Schichtmodell
4.2 Neuere Ansätze sozialer Ungleichheit
4.2.1 Neuere marxistische Klassentheorien
4.2.2 Klassenschema nach Erikson, Goldthorpe und Portocarero (EGP)
4.2.3 Schichtmodell nach Geißler
5 Pierre Bourdieu – Die Reproduktion ungleicher Bildungschancen
5.1 Die Kapitalarten
5.1.1 Kulturelles Kapital
5.1.2 Ökonomisches Kapital
5.1.3 Soziales Kapital
5.1.4 Symbolisches Kapital
5.2 Der Habitus und der soziale Raum
6 Raymond Boudon – primäre und sekundäre Disparitäten
6.1 Primäre Herkunftseffekte
6.2 Sekundäre Herkunftseffekte
7 Kurzanalyse der PISA-Studie 2012
8 Übergang Schule - Hochschule
9 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Bildungschancen in Deutschland, um zu klären, inwieweit das familiäre und soziale Umfeld den Bildungserfolg determiniert. Dabei steht die Analyse der Mechanismen hinter dieser Bildungsungleichheit, basierend auf soziologischen Theorien und empirischen Daten, im Mittelpunkt der Forschungsfrage.
- Theoretische Fundierung sozialer Ungleichheit
- Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu
- Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Raymond Boudon
- Analyse von PISA-Daten bezüglich Bildungschancen
- Übergangsentscheidungen von der Schule zur Hochschule
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Durch den Aufschrei und „Schock“ der Bevölkerung nach der Veröffentlichung der PISA-Tests im Jahr 2001, wo ein weltweiter Vergleich von Schülern stattfindet, wurde das Interesse an den Lernleistungen der Schüler im Zusammenhang mit dem familiären und sozialen Umfeld der jungen Menschen geweckt.
ABER: Die Bildungsungleichheit begrenzt sich nicht nur auf die bestehende Bildungspolitik und den allgemeinen Bildungsweg, sondern auch auf die Bildungsmöglichkeiten aufgrund der sozialen Herkunft. In Deutschland wurde gegenüber den anderen Ländern der größte Zusammenhang zwischen den Testergebnissen und dem sozialen Kapital festgestellt. Ob die Ergebnisse vielleicht nur von der Tagesform der Kinder abhängig waren oder der Wirklichkeit entsprachen, wird durch die folgenden Ausführungen näher beleuchtet.
Im ersten Teil (Kapitel 2) der vorliegenden Arbeit werden relevante Begriffe des Themas erläutert. Die Ursachen sozialer Ungleichheit werden danach im Kapitel 3 dargestellt und in verschiedene soziale Positionen von Individuen unterteilt. Antworten auf Fragen nach den Ursachen sozialer Ungleichheit geben die herkömmlichen und neueren Theorien. In dem Gliederungspunkt 4 habe ich mich mit der herkömmlichen marxistischen Theorie näher auseinandergesetzt und auch die Theorie des Soziologen Max Weber analysiert, welcher unter Klassen, Ständen und Parteien differenziert. Weitere Ansätze nach Geiger, Geißler, Erikson, Goldthorpe und Portocarero sind Bestandteil dieser Arbeit. Ferner werden die neuere marxistische Theorie und die herkömmliche funktionalistische Theorie näher ausgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsungleichheit ein und skizziert den Aufbau der Hausarbeit, um die Forschungsfrage nach dem Einfluss der sozialen Herkunft zu beantworten.
2 Erörterung der relevanten Begriffe: Hier werden zentrale soziologische Grundbegriffe wie soziale Ungleichheit, soziale Herkunft und Bildungsungleichheit definiert und voneinander abgegrenzt.
3 Ursachen sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel identifiziert determinierende Faktoren wie Beruf, Geschlecht, Alter und Wohnregion, die den sozialen Status eines Individuums beeinflussen.
4 Theorien sozialer Ungleichheit: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung und kritische Analyse verschiedener theoretischer Ansätze, von klassischen Theorien (Marx, Weber) bis hin zu modernen Modellen (Geißler, Erikson/Goldthorpe/Portocarero).
5 Pierre Bourdieu – Die Reproduktion ungleicher Bildungschancen: Der Fokus liegt hier auf dem Konzept des Kapitals (kulturell, ökonomisch, sozial, symbolisch) und dem Habitus als Faktoren für soziale Reproduktion.
6 Raymond Boudon – primäre und sekundäre Disparitäten: Dieses Kapitel differenziert zwischen primären Herkunftseffekten (Kompetenzerwerb) und sekundären Herkunftseffekten (Entscheidungsverhalten) zur Erklärung von Bildungsungleichheit.
7 Kurzanalyse der PISA-Studie 2012: Eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen sozioökonomischem Hintergrund und Schülerleistungen im deutschen Bildungssystem auf Basis internationaler Studiendaten.
8 Übergang Schule - Hochschule: Analysiert wird, wie soziale Herkunft und familiäre Strukturmerkmale die Entscheidung für oder gegen ein Hochschulstudium maßgeblich beeinflussen.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und diskutiert bildungspolitische Implikationen zur Förderung von Chancengerechtigkeit.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Bildungschancen, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, PISA-Studie, Pierre Bourdieu, kulturelles Kapital, Raymond Boudon, Herkunftseffekte, soziale Mobilität, Bildungssystem, Bildungsentscheidungen, Schichtmodell, Klassentheorie, Chancengerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Frage, ob und wie die soziale Herkunft eines Menschen dessen Bildungschancen innerhalb des deutschen Bildungssystems beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind soziologische Theorien zur Ungleichheit, die Rolle des kulturellen und sozialen Kapitals sowie die Mechanismen, die zu ungleichen Bildungsentscheidungen führen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu finden, warum die soziale Herkunft nach wie vor eine maßgebliche Determinante für den Bildungserfolg und den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischer Fachliteratur, ergänzt durch eine Kurzanalyse empirischer Ergebnisse der PISA-Studie 2012.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Grundbegriffen, die Vorstellung klassischer und moderner Ungleichheitstheorien, die spezifische Anwendung des Kapitalbegriffs nach Bourdieu und der Herkunftseffekte nach Boudon sowie eine PISA-Datenanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Soziale Ungleichheit, Bildungsungleichheit, Kulturelles Kapital, Herkunftseffekte und Chancengerechtigkeit.
Welche Rolle spielen die "sekundären Herkunftseffekte" bei der Hochschulwahl?
Sekundäre Effekte beschreiben das spezifische Entscheidungsverhalten von Familien, bei dem Kosten und Nutzen eines Studiums je nach sozialer Herkunft unterschiedlich bewertet werden, was oft zu einer geringeren Studienwahrscheinlichkeit in bildungsfernen Schichten führt.
Warum ist das "kulturelle Kapital" laut Bourdieu so entscheidend?
Das kulturelle Kapital fungiert als Fundament für den schulischen Erfolg; da es in der Familie vererbt wird, begünstigt es Kinder aus privilegierten Schichten bereits vor und während ihrer Schulzeit gegenüber Kindern aus bildungsferneren Familien.
- Quote paper
- Josefine Richter (Author), 2016, Bildungschancen in Deutschland. Einfluss der sozialen Herkunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416689