"Gesundes Arbeiten". Mitarbeiterbefragung zu körperlicher Anstrengung am Arbeitsplatz


Studienarbeit, 2017
32 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

3 Forschungsfragen und Hypothesen

4 Operationalisierung

5 Datenerhebung

6 Datenauswertung
6.1 Datenaufbereitung
6.2 Beschreibung der Stichprobe
6.3 Deskriptive Analyse
6.4 Inferenzstatistische Analyse
6.4.1 Hypothese 1
6.4.2 Hypothese 2
6.4.3 Hypothese 3

7 Ergebniszusammenfassung

8 Interpretation und Ausblick

9 Literaturverzeichnis

10 Tabellenverzeichnis

11 Abbildungsverzeichnis

12 Anhangsverzeichnis

13 Anhang

ABSTRACT

Diese Forschungsarbeit untersucht die Fragen, wie sich die subjektiv empfundenen körperlichen Anstrengungen hinsichtlich des Geschlechts und Alters unterscheiden und welche hauptsächlichen Arbeitsanforderungen mit welchen empfundenen Arbeitsanstrengungen zusammenhängen. Mit Hilfe eines Fragebogens, an dem 119 Teilnehmer teilgenommen haben, wurden dazu drei Hypothesen untersucht. Die Beantwortungen aller genutzten Skalen sind gleichmäßig verteilt beziehungsweise normalverteilt. Es wurden alle Skalenwerte ausgeschöpft und keine Beantwortung ausgelassen.

Hypothese 1, dass sich weibliche und männliche Mitarbeiter hinsichtlich der empfundenen körperlichen Anstrengungen unterscheiden, ist zu verwerfen, da die Testung mit dem Chi-Quadrat-Test nicht signifikant war. Es existieren also keine geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der empfundenen körperlichen Anstrengung.

Hypothese 2, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der empfundenen körperlichen Anstrengung und steigendem Alter gibt, gilt als vorläufig bewährt, da die Testung mit dem Korrelationskoeffizienten (Spearman) signifikant war. Als Ausnahme ist die Korrelation „Alter“ und „Anstrengung: Beengte Raum-/Platzverhältnisse“ nicht signifikant. Es besteht also ein positiver Zusammenhang zwischen steigendem Alter und der empfundenen körperlichen Anstrengung, außer bei beengten Raum- und Platzverhältnissen als Anstrengungsart.

Hypothese 3, dass empfundene körperliche Anstrengungen in Zusammenhang mit den hauptsächlichen Arbeitsanforderungen stehen, gilt als vorläufig bewährt, da die Testung mit dem Korrelationskoeffizienten (Spearman) signifikant war. Als Ausnahme ist die Korrelation „Körperliche Anforderung: Über Kopf“ und „Skalensumme Anstrengung“ nicht signifikant. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen empfundenen körperlichen Anstrengungen und den hauptsächlichen Arbeitsanforderungen, außer bei körperlichen Anforderungen des Arbeitens über Kopf, die in keinem Zusammenhang zu empfundenen körperlichen Anstrengungen steht.

Die Forschungsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass sich die subjektiv empfundenen körperlichen Anstrengungen hinsichtlich des Geschlechts nicht unterscheiden, aber ein positiver Zusammenhang zu steigendem Alter existiert. Weiterhin besteht ein Zusammenhang zwischen den empfundenen körperlichen Anstrengungen und den hauptsächlichen Arbeitsanforderungen.

This study reviews the questions, how subjective felt physical efforts differ regarding gender and age and which main job requirements are associated to which physical efforts. For this purpose three hypotheses were tested with the aid of a questionnaire that was answered by overall 119 probands. The responses of all analysed scales are normally distributed and no answer has been skipped.

The first Hypothesis says female and male employees differ in the way of experiencing physical efforts. This hypothesis can be rejected because results of the Chi-Square Test weren´t significant. Therefore no gender specific differences exist regarding subjective felt physical efforts.

The second hypothesis says there´s a positive relation between physical efforts and increasing age. This hypothesis can be temporarily confirmed because of the significant results due to tests with the correlation coefficient (spearman). One sole exception is the not-significant correlation between age and constricted room conditions as an effort. Thus there´s a relation between increasing age and felt physical effort, except for constricted room conditions as an effort type.

The last hypothesis indicates that subjective felt physical efforts relate positively to main job requirements. This hypothesis can be temporarily confirmed because of significant results of the correlation coefficient test (spearman). The only exception is the not-significant correlation between the job requirement working overhead and the sum of efforts. Therefore a positive correlation between felt physical efforts and main job requirements exists, except for the physical job requirement working overhead which has no correlation to physical efforts.

The study comes to the conclusion, that subjective physical efforts don´t differ regarding to gender, but have a positive relation to increasing age and to main job requirements.

1 Einleitung

„Der Mensch ist ein Arbeitstier.“ oder „Nach der Arbeit spürt man, dass man etwas gemacht hat.“ sind Aussagen, die viele Menschen der heutigen Gesellschaft vertreten und auch weitergeben. Und natürlich ist es auch für das Selbstwertgefühl notwendig, einen Beitrag zu leisten, jedoch sollte dieser Beitrag nicht zu Lasten des individuellen körperlichen Wohlbefindens gehen.

Viele Unternehmen betreiben heutzutage bereits betriebliches Gesundheitsmanagement und versuchen ihre Mitarbeiter bestmöglich zu entlasten und gesund zu halten, doch das klappt leider nicht immer. Außerdem gibt es auch viele Berufe, durch deren Tätigkeiten eine Entlastung der körperlichen Anstrengungen kaum bis gar nicht möglich ist. Doch es müssen nicht immer nur schwere körperliche Arbeiten sein, die Anstrengungserscheinungen mit sich bringen, denn selbst eine kleine Aufgabe beziehungsweise Bewegung kann bei zu häufiger Ausführung die Gesundheit eines Arbeitnehmers belasten und auch gefährden.

In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der theoretische Hintergrund behandelt, also die subjektiv empfundenen Arbeitsanforderungen in Zusammenhang mit gewissen Arbeitsanforderungen und die Unterschiede des subjektiven Anstrengungsempfindens hinsichtlich des Geschlechts und Alters (Kapitel 2). Darauf folgt die Vorstellung der Forschungsfrage und der Hypothesen (Kapitel 3). Weiterhin werden die genutzten Skalen operationalisiert (Kapitel 4) und die Art und Weise der Datenerhebung vorgestellt (Kapitel 5). Die tatsächliche Datenauswertung folgt dann in Kapitel 6 und beinhaltet die zunächst die Datenaufbereitung (Kapitel 6.1), die Beschreibung der Stichprobe (Kapitel 6.2), die deskriptive Analyse (Kapitel 6.3) und die inferenzstatistische Analyse (Kapitel 6.4) der drei gebildeten Hypothesen (Kapitel 6.4.1, 6.4.2, 6.4.3). Nach dem Auswertungsteil der Arbeit folgt in Kapitel 7 die Ergebniszusammenfassung und in Kapitel 8 die Interpretation der Ergebnisse und ein Ausblick.

2 Theoretischer Hintergrund

Die Relevanz von Arbeitsschutz-Managementsystemen (kurz: AMS) nimmt immer weiter zu. Das Ziel hierbei ist eine Unternehmensführung, die die Aspekte Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu den ertragsorientierten Zielen zuordnet. Die Aspekte werden somit gleichgesetzt mit anderen unternehmenspolitischen Zielsetzungen, wie zum Beispiel Qualität, Umsatz und Umweltschutz. Zur Einführung von AMS müssen eigene Prozesse und Strukturen für Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen geschaffen werden und die Aspekte Sicherheit und Gesundheitsschutz müssen in alle Unternehmensstrukturen und –prozesse integriert werden, damit Arbeitsschutzmaßnahmen erfolgreich in dem Unternehmen durchgeführt werden können (vgl. Zimolong 2001, S. 14).

Individuelle Arbeitsanforderungen haben zwei Seiten: Zum einen können sie Selbstbestätigung, Zufriedenheit und inneres Wachstum begünstigen, zum anderen können sie zu Belastungen werden und Stress, Unsicherheit, Gesundheitsbeschwerden und Erkrankungen auslösen. Belastungen sind ein Resultat aus Arbeitsanforderungen, die geprägt sind durch die Aspekte Arbeitsauftrag und Bedingungen, unter denen der Arbeitsauftrag erledigt werden muss. Dabei können die exakt gleichen Arbeitsanforderungen bei manchen Menschen zu Belastungen werden und bei manchen nicht, denn jeder Mensch hat unterschiedliche Ressourcen. Ressourcen sind soziale, personale und organisationale Bedingungen, die einem Menschen die Entwicklung seiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit in der Arbeit ermöglichen und die das Potenzial zu Belastungen haben. Sie werden in vier Gruppen aufgeteilt: Es gibt Anforderungen aus der Arbeitsaufgabe (z. B. Dauer), aus den physikalischen Bedingungen der Arbeitsumgebung (z. B. Licht, Lärm), aus dem sozialen Kontext und Organisationsbedingungen (z. B. Betriebsklima, Zusammenarbeit, Konfliktlösungen) und Anforderungen aus den gesellschaftlichen Bedingungen (z. B. Wirtschaftslage, Beschäftigungsquoten)(vgl. Zimolong & Stapp 2001, S. 142).

Doch nicht nur unterschiedliche Arbeitsanforderungen können zu unterschiedlich empfundenen Belastungen führen, auch das Geschlecht scheint Einfluss zu haben auf die subjektive Wahrnehmung von körperlichen Anstrengungs- und Belastungserscheinungen.

Vor allem geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich in den Arbeitsumgebungsfaktoren und den physischen Anforderungen finden. Frauen arbeiten beispielsweise überwiegend in der Dienstleistungsbranche. Einen großen Unterschied bewirkt außerdem die subjektive Wahrnehmung von Belastungen, denn nicht alle als belastend eingestufte Faktoren werden auch als Belastung wahrgenommen. Hier geht es wieder um die individuellen Ressourcen eines Menschen, die verhindern können, dass eine Belastung auch tatsächlich als belastend empfunden wird (vgl. Beermann et. al. 2005, S. 4 ff.).

Jedoch sind es nach wie vor meistens „Frauenberufe“, die durch geringe Aufstiegschancen, Monotonie und weniger gesundheitsförderliche Ressourcen gekennzeichnet sind und deren Anforderungen meist unerkannt bleiben oder unterschätzt werden. In männerdominierenden Branchen wird hingegen mehr in Gesundheitsförderung und in den Schutz von Arbeitnehmern investiert, jedoch sind diese „Männerberufe“ wiederum gekennzeichnet durch Leistungs- und Zeitdruck und durch die Arbeit an der Leistungsgrenze. In unteren Hierarchiestufen sind sowohl Männer als auch Frauen von körperlichen Arbeitsbelastungen, beispielsweise durch schweres Heben und Tragen, betroffen (vgl. Pirolt & Schauer 2005, S. 8 f.).

Vor allem im Bau-, Sicherheits- und Entsorgungsgewerbe und allgemein in Führungsebenen dominiert der Männeranteil und damit auch bestimmte Arbeitsbelastungen, wie zum Beispiel das Heben schwerer Lasten oder Konfrontation mit Lärm und Gefahrstoffen. Ein hoher Frauenanteil lässt sich in den Berufsfeldern Handel, Pflege, Industrie und Reinigung finden, was wiederum in Arbeitsbelastungen wie langes Stehen, Monotonie und emotionale Anstrengungen resultiert (vgl. Nielbock & Gümbel 2005, S. 6 f.).

Arbeitsanforderungen können auch aufgrund von Altersunterschieden als unterschiedlich belastend empfunden werden. Das kann daran liegen, dass während des Alterungsprozesses die physische Leistungsfähigkeit abnimmt, beispielsweise hinsichtlich Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer von Mitarbeitern, was jedoch wiederum abhängig ist von der ausgeübten Tätigkeit und den damit verbundenen Arbeitsanforderungen. Bezüglich der geistigen Leistungsfähigkeit ist bestätigt, dass während des Alterungsprozesses die fluide Intelligenz, verantwortlich für die schnelle, koordinierte und genaue Informationsverarbeitung, abnimmt und die kristalline Intelligenz, verantwortlich für Wissen aus Erfahrungen, zunimmt. Doch oftmals ist für eine abnehmende Leistungsfähigkeit nicht das Altern allein, sondern auch eine unzureichende Gestaltung der Arbeits- und Organisationsumgebung verantwortlich. Der sogenannte Disuse-Effekt beschreibt beispielsweise, dass die jahrelange Ausübung der gleichen Tätigkeit zu einem beschränkten Fähigkeitsprofil führt, was durch die Monotonie wiederum in körperlichen Verschleißerscheinungen und fachlicher Immobilität resultiert (vgl. Dittrich 2011, S. 25 ff.).

Trotz der genannten Abnahmen der Leistungsfähigkeit überwiegt die Zahl der älteren Arbeitnehmer, die bis zum sechzigsten Lebensjahr voll leistungsfähig sind. Mit ein Grund dafür ist der medizinische Fortschritt. Aber auch die Gene, der bisherige und aktuelle Lebensstil, die Verhaltensweisen und die Einstellungen jeder individuellen Person können positive und negative Auswirkungen und Effekte auf den individuellen Alterungsprozess und der damit verbundenen Wahrnehmung von Arbeitsanforderungen und Belastungen haben (vgl. Aspe 2015, S. 41 ff.).

3 Forschungsfragen und Hypothesen

Der im vorangegangenen Kapitel erläuterte Disuse-Effekt besagt bereits, dass die langjährige Ausübung ein und derselben Tätigkeit zu körperlichen und geistigen Belastungs- und Verschleißerscheinungen führen kann. Die Annahmen dieses Effekts sollen mithilfe von Forschungsfragen erneut überprüft werden.

In dieser Forschungsarbeit werden deshalb die Fragen untersucht, wie sich die subjektiv empfundenen körperlichen Anstrengungen hinsichtlich des Geschlechts und Alters unterscheiden und welche hauptsächlichen Arbeitsanforderungen mit welchen empfundenen Arbeitsanstrengungen zusammenhängen.

Zu diesen Forschungsfragen werden die drei folgenden Hypothesen formuliert:

Hypothese 1 hat die Beschreibung von Geschlechterunterschieden hinsichtlich der empfundenen körperlichen Anstrengungen zum Gegenstand. Die empirisch inhaltliche Hypothese lautet:

„Weibliche und männliche Mitarbeiter unterscheiden sich hinsichtlich der empfundenen körperlichen Anstrengungen.“

Hypothese 2 betrachtet den Zusammenhang von der körperlich empfundenen Anstrengung und steigendem Alter. Die empirisch inhaltliche Hypothese lautet:

„Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der empfundenen körperlichen Anstrengung und steigendem Alter.“

Hypothese 3 hat die Beschreibung eines Zusammenhangs der empfundenen körperlichen Anstrengungen mit den hauptsächlichen und schwerpunktmäßigen Arbeitsanforderungen zum Gegenstand. Die empirisch inhaltliche Hypothese lautet:

„Empfundene körperliche Anstrengungen stehen in Zusammenhang mit den hauptsächlichen Arbeitsanforderungen.“

4 Operationalisierung

Die Erhebung der Konstrukte „empfundene körperliche Anstrengungen“ und „körperliche Arbeitsanforderungen“ wurde mit Hilfe eines Fragebogens realisiert.

Die Skala „körperliche Anforderung“ geht auf fünf Items zurück, die folgende Aspekte beinhalten: Stehen, lange Laufwege, Arbeiten in gebückter Haltung, Arbeiten auf Knien oder in der Hocke und Arbeit über Kopf.

Die Items sollten mit Hilfe einer 5-stufigen Likert-Skala versehen werden, deren Endpole „nie“ und „ständig“ sind.

Die Skala „Anstrengung“ geht auf drei Items zurück und beinhaltet die folgenden Aspekte: Körperliche Anstrengungen (z. B. Tragen/Heben von schweren Gegenständen), gleichbleibende Körperhaltung/Zwangshaltungen und beengte Raum-/Platzverhältnisse am Arbeitsplatz.

Die Formulierung der gesamten Skala wurde entgegen der Skalenrichtung vorgenommen, da der Aspekt Anstrengung negativ ausgeprägt ist und die Skalenwerte bei der Kodierung sinngemäß zu den Skalenwerten der anderen Items passen sollen, also damit eine geringe Kodierungszahl auch immer eine geringe Übereinstimmung mit dem genannten Sachverhalt bedeutet.

Die Items sollten mit Hilfe einer 5-stufigen Likert-Skala versehen werden, die nach der Änderung der Skalenrichtung von „gar nicht anstrengend“ bis „sehr anstrengend“ geht.

Als personenbezogene Daten wurden Geschlecht, Alter, Zeitdauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und Abteilung im Fragebogen erhoben. Tatsächlich für die Auswertung genutzt wurden die personenbezogenen Daten Geschlecht und Alter.

In Anhang 1 (Seite 27) sind die aus dem Fragebogen genutzten Skalen und die dazugehörigen Items dokumentiert. Weiterhin dient der Kodierleitfaden (Anhang 2, S. 28) der zusätzlichen Veranschaulichung der vorgenommenen Kodierungen der genutzten Skalen.

5 Datenerhebung

Die Datenerhebung wurde im Mai 2017 in der Firma „Fantasy Company GmbH“ durchgeführt.

Von den 189 Beschäftigten konnten 120 der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Teilnahme motiviert werden.

Bereits vor der eigentlichen Durchführung der Datenerhebung wurden die Mitarbeiter der „Fantasy Company GmbH“ von der Geschäftsleitung per E-Mail über das Vorhaben der Durchführung einer Mitarbeiterbefragung zum Thema „Gesundes Arbeiten“ informiert. So war bereits im Vorfeld jedem Mitarbeiter klar, dass für den Monat Mai 2017 eine anonyme Befragung stattfindet.

Die eigentliche Durchführung der Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“ startete am Montag, den 1. Mai 2017, indem jedem Mitarbeiter eine E-Mail geschickt wurde, die im Anhang ein Exemplar des Fragebogens enthielt. Der Text der E-Mail enthielt Anweisungen zu der Teilnahme an der Befragung. Jeder Teilnehmer sollte den Fragebogen ausdrucken, ausfüllen und in ein Briefkuvert einpacken. Daraufhin sollten die Mitarbeiter das Kuvert am Gebäudeeingang beziehungsweise Empfang in eine dort zuvor platzierte Box werfen, die verplombt ist. Durch diese Vorgehensweise ist die Vorgabe der Anonymität erfüllt und für die Mitarbeiter auch glaubhaft.

Die Motivation der Mitarbeiter zur Teilnahme an der Befragung fand daraufhin für die nächsten Wochen im Mai 2017 regelmäßig statt, besser gesagt einmal wöchentlich durch eine Erinnerungs-E-Mail der Geschäftsleitung. Zusätzlich dazu wurden die einzelnen Abteilungsleiter dazu angeregt, ihre Mitarbeiter ebenfalls zur Teilnahme zu motivieren.

Die verplombte Box, die die beantworteten Mitarbeiterbefragungen enthielt, blieb bis zum Ende des einmonatigen Befragungszeitraums verschlossen, deshalb konnte während der Befragung keine Teilnahmequote berechnet werden.

Während der Durchführung gab es von den Abteilungsleitern der Abteilungen Auslieferung und Lager Rückmeldungen an die Geschäftsleitung bezüglich Beschwerden, da vor allem Mitarbeiter dieser Abteilungen nur teilweise oder gar nicht an Arbeitsplätzen mit Computer und E-Mail-Postfach arbeiteten, weshalb die Fragebogen dort wenig zur Kenntnis genommen wurden oder schlichtweg die Zeit zur Beantwortung fehlte. Diese Schwierigkeit wurde gelöst, indem in den beiden Abteilungen Auslieferung und Lager an Knotenpunkten ausgedruckte Exemplare der Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“ und Kuverts ausgestellt wurden, sodass sich die Mitarbeiter während ihres Arbeitsalltags einfach Fragebogen und Kuvert nehmen und beantworten konnten, ganz ohne den Zugang zu einem Computer und E-Mail-Postfach zu benötigen.

Die Mitarbeiterbefragung „Gesundes Arbeiten“ der „Fantasy Company GmbH“ endete am 31. Mai 2017.

6 Datenauswertung

6.1 Datenaufbereitung

Bereits die Eintragungen in den Fragebögen aller Teilnehmer wurden auf Fehler inspiziert. Nach der Eingabe der Daten in Excel ist aufgefallen, dass die laufende Nummer 45 des Fragebogens nicht existiert, deshalb wurde in die laufende Nummer 45 ebenfalls in Excel und damit auch in der SPSS-Datei ausgelassen. Daher gibt es die laufenden Fragebogennummern eins bis 120, jedoch konnten in die Auswertung nur 119 individuelle Fragebogendaten aufgenommen werden. Abgesehen von dieser Bereinigung liegen keine weiteren Eingabefehler vor.

Von allen genutzten Variablen des Fragebogens wurde die Skala 1b (siehe Anhang 2, S. 28), die die körperlichen Anstrengungen erfragt, komplett umgepolt. Zum einen, da die komplette Skala bezüglich der Anstrengungen in Richtung einer negativen Aussage gepolt ist und zum anderen, weil die 5-stufige Likert-Skala hinsichtlich der Kodierungswerte sonst nicht mit den Kodierungswerten der anderen Skalen übereingestimmt hätte.

Aus den relevanten Daten für die Auswertung ergeben sich zwei zu berechnende Skalensummen. Zunächst wird die Summe der Anforderungen berechnet, es werden also die fünf Items der Skala 1a, die zunächst einzeln in SPSS aufgenommen wurden, als Summe zusammengefasst. Durch die Zusammenfassung der Anforderungen Stehen, lange Laufwege, Arbeiten in gebückter Haltung, Arbeiten auf Knien oder in der Hocke und Arbeit über Kopf entstand eine neue Variable mit dem Namen „Anforderung_Gesamt“.

Die zweite neu berechnete Variable trägt den Namen „Anstrengung_Gesamt“ und bildet die Summe der drei Items der Skala 1b. Addiert wurden also die Anstrengungsarten körperliche Anstrengung, gleichbleibende Körperhaltung/ Zwangshaltung und beengte Raum-/ Platzverhältnisse.

Alle Berechnungen wurden unter Zuhilfenahme des Statistik-Programms „IBM® SPSS® Statistics Subscription“ in der Version 24 vorgenommen. Der, den vorgenommenen Berechnungen zu Grunde liegenden, Syntax beziehungsweise Programmcode ist dokumentiert in Anhang 3 (Seite 29).

6.2 Beschreibung der Stichprobe

Wie bereits im vorangegangen Kapitel berichtet, werden 119 Probanden und Probandinnen in die Auswertung einbezogen. Im Folgenden wird die Verteilung der Stichprobe hinsichtlich Geschlecht, Alter, Zugehörigkeit zum Unternehmen und Abteilung anhand von Tabellen und Balkendiagrammen vorgestellt.

Bezüglich der Verteilung der Geschlechter ist eine stärkere Beteiligung des männlichen Geschlechts mit 62,2% (74 Probanden) gegenüber dem weiblichen Geschlecht mit 37,8% (45 Probandinnen) festzustellen. In Tabelle 1 und Abbildung 1 sind diese Werte ebenfalls dokumentiert und visualisiert.

Tabelle 1: Stichprobenverteilung Geschlecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Stichprobenverteilung Geschlecht

Hinsichtlich des Alters erfolgte eine Einteilung der Probandinnen und Probanden in sechs Altersklassen. Die Stichprobenverteilung zeigt hier, dass viele Probanden zu der mittleren Altersklasse gehören und weniger zu den jüngeren und älteren Altersklassen. 11,8% (14 Teilnehmer) sind jünger als zwanzig Jahre, 30,3% (36 Teilnehmer) sind in der Altersklasse 20 – 29 Jahre, 34,5% (41 Teilnehmer) und somit die meisten Probanden sind zwischen 30 und 39 Jahre alt, 16,8% (20 Teilnehmer) gehören zu der Altersklasse 40 – 49 Jahre, nur 5,9% (7 Teilnehmer) sind zwischen 50 und 59 Jahre alt und gerade einmal 1 Teilnehmer (0,8%) ist über 60 Jahre alt. In Tabelle 2 und Abbildung 2 sind die genannten Werte ebenfalls ersichtlich.

Tabelle 2: Stichprobenverteilung Alter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stichprobenverteilung Alter

Die Zugehörigkeit zum Unternehmen wurde ebenfalls in Zeiträumen kategorisiert. Das Muster der Stichprobenverteilung ist hierbei jedoch nicht wie in Abbildung 2 mit hohen Mittelwerten und geringen Randwerten, sondern nur kurz ansteigend und dann abfallend. In Tabelle 3 und Abbildung 3 ist erkennbar, dass 31,9% (38 Teilnehmer) kürzer als fünf Jahre im Unternehmen beschäftigt sind, 35,3% (42 Teilnehmer) und somit die meisten Probanden zwischen fünf und neun Jahren im Unternehmen arbeiten, 21,8% (26 Teilnehmer) seit zehn bis 19 Jahren im Unternehmen beschäftigt sind und nur 13 Teilnehmer, also 10,9%, 20 Jahre und länger im Unternehmen arbeiten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
"Gesundes Arbeiten". Mitarbeiterbefragung zu körperlicher Anstrengung am Arbeitsplatz
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
32
Katalognummer
V416739
ISBN (eBook)
9783668665194
ISBN (Buch)
9783668665200
Dateigröße
1015 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundes, arbeiten, mitarbeiterbefragung, anstrengung, arbeitsplatz
Arbeit zitieren
Andrea Martini (Autor), 2017, "Gesundes Arbeiten". Mitarbeiterbefragung zu körperlicher Anstrengung am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416739

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: "Gesundes Arbeiten". Mitarbeiterbefragung zu körperlicher Anstrengung am Arbeitsplatz


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden