Die Kinderrechte in Deutschland

Eine kommentierte Literaturliste


Rezension / Literaturbericht, 2018
16 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Kinderrechte in Deutschland

1. Einführung in den Themenbereich/den Gegenstand der Arbeit

In dieser Arbeit befasse ich mich mit der aktuellen Situation der Kinderrechte in Deutschland. Dies ist ein wichtiges Thema für unser Arbeitsgebiet, da gewisse Grundkenntnisse unausweichlich sind bei Themen wie Kindeswohl und Rechtsansprüche von Minderjährigen. Kinder müssen über ihre Rechte aufgeklärt werden, genauso über ihre Möglichkeiten, wenn ihnen unrecht angetan wird. Viele wahren Stillschweigen über Misshandlungen oder ähnliches, da ihnen nie Nahegelegt wurde was Recht und Unrecht ist, wodurch sie wüssten was sie dagegen tun könnten und von wem sie Hilfe erhalten können in Notlagen. Ein weiterer Aspekt unserer Arbeit ist die mögliche Schwerpunktsetzung im Bereich der Kinderrechte z.B. als Kinderrechtsbeauftragte für Regierungen tätig zu sein. In den letzten Jahrzehnten gab es viele Veränderungen bezüglich der Kinderrechte, sowohl international als auch national. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die UN-Kinderrechtskonvention auf welche sich auch viele der vorgestellten Literaturen beziehen. Sie setzt den aktuellen Maßstab durch ihre Verbreitung und Anerkennung und es wird stetig an ihrer Umsetzung gearbeitet. Ein weiteres sehr aktuelles Thema in Deutschland ist die Frage, ob Kinderrechte zusätzlich in das Grundgesetz aufgenommen werden sollten, oder bereits zur Genüge abgedeckt sind.

2. Quellen

2.1 Braches-Chyrek, Rita (2012): Kinderrechte in Familien – Internationale Perspektiven. In: Böllert, Karin/Peter, Corinna (Hrsg.): Mutter + Vater = Eltern? Sozialer Wandel, Elternrollen und Soziale Arbeit. Wiesbaden, Springer VS, S. 81-97, online unter:
https://ebookcentral.proquest.com/lib/eh-darmstadt/reader.action?docID=970910&query=kinderrechte+in+familien# [Abruf am 03.03.2018]

2.1.1 Kurzbeschreibung des Inhalts

Braches-Chyreks Artikel beginnt mit einer kurzen geschichtlichen Einleitung, sie beginnt etwa im 18. Jahrhundert. „Konzeptuelle Grundlagen der neuen Kindheitsforschung“ nennt sich das erste Kapitel und behandelt wichtige Begriffe der Kindheitsforschung wie „ agency und voice “, sowie als wissenschaftliche Grundlage den Sozialbericht der Bundesregierung. Das zweite Kapitel „Kinder als Teil von Familie und Gesellschaft“ hat den Stellungswechsel in der Gesellschaft zu Thema, den Weg vom Objekt zum Subjekt des Kindes. Es werden drei analytische Ebenen im Bezug der Umsetzung von Kinderrechten unterschieden, 1. Kinder als Teil einer Familie, 2. Kinder als Individuen und 3. Kinder als Mitglieder einer Gesellschaft. Das folgende Kapitel „Kinderrechte in Familien“ beschäftigt sich vor allem mit den Rechtsbereichen „ protection, provision und participation “. Zum Thema „Kinderrechte in Gesellschaften“ werden hier wichtige Begriffe wie „ nurturance und self-determination “ aufgegriffen. Anschließend erfolgt eine Darstellung der Kinderrechte in Deutschland von etwa 1960 bis heute. Das letzte Kapitel stellt eine Diskussion zum Thema Kinderrechte mit verschiedenen zum Teil kritischen Ansichten dar.

2.1.2 Kommentierung

Dieses Werk ist mein erster richtiger Umgang in einer wissenschaftlichen Arbeit mit E-Books Material. Ich muss sagen, ich war skeptisch, bin nun aber positiv überrascht. Das Sammelwerk wurde durch seine online Darstellung sehr viel übersichtlicher wie gedruckte Vergleichsmaterialien. Zudem bin ich sehr von Braches-Chyreks Schreibstil überzeugt, auch wenn es viele Fußzeilen gibt empfinde ich den Text nicht als zu unübersichtlich. Die Aufteilung ist sinnvoll und leicht nachvollziehbar. Besonders ins Auge fiel mir der frühe geschichtliche Einstieg in der Einleitung, sie beginnt bereits bei einer Beschreibung der Kinderrechte im 18. Jahrhundert, alle anderen Werke in meiner Arbeit beginnen in der Regel kurz vor der Ratifizierung der UN-Kinderrechts-konvention, also ca. 1960. Im ersten Kapitel werden Grundbegriffe für die folgenden Kapitel in Bezug der neueren Kindheitsforschung dargestellt, Beispiele hierfür sind die Erklärung der Funktion eines Sozialberichtes, der Definition des Begriffs Kindheit in Form einer kulturellen und zeitlichen Eingrenzung und agency und voice. Die Bedeutung des Begriffes Kindheit und die Problematik und Widersprüchlichkeit der Kindheitspädagogik werden dargestellt. „Kinder als Teil von Familie und Gesellschaft“ als zweites Kapitel baut sich in drei Ebenen auf, jeweils besteht eine Ausarbeitung in Stichpunkten, ich bevorzuge diese Darstellungsvariante in diesem Fall, da sie den Text auflockert und so schneller gezielt Informationen gesammelt werden können.

Die der analytischen Ebenen der Kinderrechte in Familie und Gesellschaft baut sich wie folgt auf: 1. Kinder als Teil einer Familie, 2. Kinder als Individuen und 3. Kinder als Mitglieder einer Gesellschaft. Der folgende Teil über Kinderrechte in Familie befasst sich Hauptsächlich mit den Rechtsbereichen protection, provision und participation. Diese werden jeweils in eigenen Abschnitten erläutert. Eher chronologisch ist dagegen der Teil „Kinderrechte in Gesellschaften“ aufgebaut. Zu Beginn wird der Unterschied zwischen „nurturance“ und „self-determination“ erklärt und anschließend erfolgt eine Darstellung der Veränderungen der Kinderrechtssituation in Deutschland ab den 1960er Jahren. Abschließend gibt es einen Einblick in die Diskussionen über Kinderrechte, über die Beschränkungen der UN-Kinderrechtskonvention durch Klassenspaltungen und defizitorientierte Betrachtung der heutigen Jugend. Ich persönlich halte sehr viel von diesem Artikel, er ist nicht zu Einfach geschrieben, es wird gut und nachvollziehbar argumentiert und sachlich begründet. Für meine Arbeit an dem Thema „Kinderrechte in Deutschland“ ist dies einer meiner Favoriten.

2.2 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2014): Übereinkommen über die Rechte des Kindes. VN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut und Materialien. Niestetal: Silber Druck oHG (5. Auflage)

2.2.1 Kurzbeschreibung des Inhalts

Das Buch ist eingeteilt in 5 Kapitel welche sich auf 114 Seiten verteilen. Das erste Kapitel beinhaltet die amtlichen Übersetzungen der Artikel. Im zweiten Kapitel wird die Entstehungsgeschichte und einzelne Artikel erläutert. Die letzten drei Kapitel befassen sich mit Fakultativprotokollen in Themen wie Kinder in bewaffneten Konflikten, Verkauf von Kindern, Mitteilungsverfahren.

2.2.2 Kommentierung

Durch alle Nennungen der Artikel der UN-Kinderrechtskonvention, bildet dieses Buch einen optimalen Einstieg in das Thema. Ein einfaches Nachschlagen durch die gute Übersicht ermöglicht schnelle Einsicht in alle Themen der Kinderrechtskonvention. Im zweiten Teil werden dazu noch spezifischere Ausarbeitungen mit kleinen Fallbeispielen genannt. Die letzten drei Kapitel, welche Fakultativprotokollen enthalten sind fachlich gesehen besonders am Ende gut zusammengefasst und ermöglichen in jeweils deren Themengebiet einen guten Einblick über den aktuellen Stand in der Gesellschaft (international), allerdings sind diese für meine Arbeit nicht weiter von Interesse da diese besonders auf Krisengebiete abzielen. Die ersten beiden Kapitel bieten eine gute und verständliche Grundlage zur Weiterarbeit zum Thema Kinderrechte in Deutschland.

2.3 Cremer, Hendrik (2006): Der Anspruch des unbegleiteten Kindes auf Betreuung und Unterbringung nach Art. 20 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes. Seine Geltung und Anwendbarkeit in der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft

2.3.1 Kurzbeschreibung des Inhalts

Dieses Werk ist in drei Teile und dann weitere Kapitel und Unterthemen eingeteilt, insgesamt umfasst es 249 Seiten. Zuerst werden Grundlagen zum Thema unbegleitete Kinder erklärt. Der zweite Teil befasst sich mit dem „Anspruch des unbegleiteten Kindes auf Betreuung und Unterbringung nach Art. 20 KRK“ (S.82). Der dritte und letzte Teil befasst sich mit der tatsächlichen Umsetzbarkeit des Art. 20 der KRK in Deutschland.

2.3.2 Kommentierung

Das Buch ist eine Publikation im Rahmen einer Dissertation zum Thema minderjährige Flüchtlinge in Deutschland und ihr Anspruch auf Betreuung und Unterbringung aktuell in Deutschland. Fachlich gesehen finde ich es sehr gut formuliert und übersichtlich gestaltet, allerdings empfinde ich das Thema als zu spezifisch für eine recht kurze Ausarbeitung der aktuellen Situation der Kinderrechte in Deutschland. Überzeugend finde ich die guten Darstellungen der Unterscheidungen zwischen verschiedenen Fluchtgründen und deren Erläuterung sowie Konsequenzen in Bezug auf Art. 20 der KRK. Allgemein wird die Kinderrechtskonvention sehr oft benannt und ausführlich behandelt. Zudem wird es zu der Theorie wie es laut der Konvention laufen sollte, ein Vergleich zur aktuellen Situation und realen Umsetzung der eigentlichen Vorgaben gegeben. Generell beruft sich Cremer darauf, den Art. 20 der Kinderrechtskonvention immer über dem deutschen Grundgesetz zu sehen, da es sich um eine Völkerrechtliche Bestimmung handelt. Allgemein ist dieses Buch eine gute Quelle zum Thema minderjährige Flüchtlinge, allerdings für mein Thema nur in wenigen Punkten anwendbar durch die starke Spezifizierung auf ein spezielles Thema.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Kinderrechte in Deutschland
Untertitel
Eine kommentierte Literaturliste
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V416786
ISBN (eBook)
9783668742468
ISBN (Buch)
9783668742475
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderrechte, Kinderpolitik, Childhood Studies, Kindheitspädagogik, Deutschland
Arbeit zitieren
Julia Hammer (Autor), 2018, Die Kinderrechte in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416786

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