Sport ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Mit Sport werden Eigenschaften wie Stärke, Fitness, Dominanz, Wohlbefinden und Leistungsvermögen assoziiert. Zugleich geben die Medien uns immer mehr vor, wie der normale Körper auszusehen hat und welche sportlichen Fähigkeiten als angemessen gelten.
Wie verhält es sich jedoch für Menschen mit Behinderung, die einen Leistungssport ausüben? Behinderung wird mit Schwäche, Abhängigkeit, Unfähigkeit und mangelnder Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht. In seiner Publikation zeigt Felix Oldörp, dass der Sport enorm zur Inklusion von Menschen mit Behinderung beitragen kann.
Organisationen wie das Internationale Paralympische Komitee oder die Special Olympics haben sich das Ziel gesetzt, für mehr Empowerment und Inklusion von Menschen mit Behinderung im Leistungssport zu sorgen. Er zeigt auf, wie der Behindertenleistungssport die Inklusionschancen für Menschen mit Behinderung verbessert.
Aus dem Inhalt:
- Paralympics;
- Leistungssport;
- Menschen mit Behinderung;
- Inklusion;
- Empowerment;
- Integration
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Behinderung
2.2 (Behinderten-)Leistungssport
2.3 Paralympische Spiele
2.4 Special Olympics
2.5 Deaflympics
3 Theoretischer Ansatz
3.1 Inklusion
3.2 Menschenbild im Sport
3.3 Ansätze für ein ganzheitliches Menschenbild
3.4 Darstellung von Behinderung und Sport in den Medien
3.5 Zusammenfassung
4 Inklusion im und durch Leistungssport
4.1 Inklusion und Empowerment
4.2 Segregation und Disempowerment
4.3 Zusammenfassung und Kategorisierung der Variablen
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Literaturanalyse die inklusiven Potentiale im Behindertenleistungssport, wobei der Fokus darauf liegt, ob dieser zum Empowerment von Menschen mit Behinderung beitragen kann und ob dadurch die Inklusionschancen innerhalb der Gesellschaft verbessert werden.
- Systemtheoretische Betrachtung von Sport und Inklusion
- Anthropologische Grundlagen und Menschenbilder im Sport
- Analyse der Inklusionswirkung des Behindertenleistungssports
- Empowerment und Disempowerment im Sportkontext
- Bedeutung von Special Olympics, Paralympics und Deaflympics
Auszug aus dem Buch
3.2 Menschenbild im Sport
Sport ist Teil der Kultur und steht im Sinne Coubertins für Frieden und Freundschaft, Chancengleichheit und Fortschritt. Anspruch und Berechtigung bestehen der Ideale vor dem Wertesystem des 21. Jahrhunderts und den sportlichen/politischen Entwicklungen zeigen ein ambivalentes Menschenbild: Auf der einen Seite werden Werte wie Fairness und Respekt propagiert, auf der anderen Seite sind Doping, Betrug und höchstmögliche Gewinnmaximierung zu beobachten. Politische und wirtschaftliche Interessen spielen gerade bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen oder der Fußballweltmeisterschaft der Herren eine große Rolle. Sie sind abhängig vom Ausrichter und des momentanen politischen Befindens der Weltöffentlichkeit verbunden mit ethischen Debatten über Menschenrechte oder Staatsdoping. Auf diese Doppelmoral gibt die Olympische Charta des IOC keine Antwort. Die systematische und kritische Auseinandersetzung auch im Sinne pädagogischer Aufträge fehlt. Anstelle dessen findet eine Idealisierung von Coubertins Werten statt (vgl. Müller, 2013, S. 34; Hägele, 2012, S. 129). Dieses Kapitel hat nicht zum Ziel, bestehende Menschenbilder zu bewerten oder neu zu formulieren; es skizziert das im Sport vorherrschende Menschenbild.
Das Menschenbild im Sport ist die Sicht des Menschen aus dem Blickwinkel des Sports. Die Sportanthropologie „[...] erarbeitet [...] grundlegende Erkenntnisse über den ‚sporttreibenden‘, sich ‚bewegenden‘, ‚spielenden‘ oder ‚leistenden‘ Menschen [...] und trägt damit unter der Perspektive Körperlichkeit, Bewegung, Gesundheit, Spiel und Sport zu allgemeinen Aussagen über den Menschen, über sein Bild, sein (angenommenes) ‚Wesen‘ und seine (ihm zugeschriebene) ‚Natur‘ bei“ (Grupe, 2003, S. 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Forschungsinteresses und des soziologischen Ansatzes zur Untersuchung des inklusiven Potentials im Behindertenleistungssport.
2 Begriffsbestimmungen: Klärung zentraler Begrifflichkeiten wie Behinderung, Leistungssport sowie der verschiedenen Sportbewegungen (Paralympics, Special Olympics, Deaflympics).
3 Theoretischer Ansatz: Herleitung eines theoretischen Rahmens auf Basis der Systemtheorie und anthropologischer Überlegungen zu Inklusion und Menschenbildern.
4 Inklusion im und durch Leistungssport: Analyse der inklusiven Wirkung des Behindertenleistungssports sowie der Mechanismen von Empowerment und Segregation.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten für eine weiterführende empirische Analyse.
Schlüsselwörter
Behindertenleistungssport, Inklusion, Empowerment, Disempowerment, Sportsoziologie, Paralympische Spiele, Special Olympics, Deaflympics, Menschenbild, Segregation, Körperkonzept, Teilhabe, UN-Behindertenrechtskonvention, Systemtheorie, Leistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das inklusive Potential des Behindertenleistungssports unter soziologischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen Inklusion, Empowerment, die Darstellung von Behinderung in Medien, sportanthropologische Grundlagen sowie die Strukturen der Verbände.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob der Behindertenleistungssport zu Empowerment beiträgt und ob er bessere Inklusionschancen für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft schafft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer soziologischen Perspektive, insbesondere unter Einbezug der Systemtheorie nach Luhmann.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Inklusionsprozesse (durch und im Leistungssport) sowie Faktoren, die zu Segregation und Disempowerment führen, unter Verwendung der theoretischen Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Empowerment, Segregation, Inklusion, Menschenbild und Behindertenleistungssport charakterisiert.
Warum wird der Begriff "Supercrip-Image" in der Arbeit diskutiert?
Das "Supercrip-Image" beschreibt die problematische mediale Darstellung von Athleten mit Behinderung als übermenschliche Helden, was oft Stereotype verstärkt und die alltägliche Realität der Betroffenen negiert.
Welche Rolle spielen die Special Olympics im Kontext der Inklusion?
Die Arbeit kritisiert die Special Olympics teilweise als separiertes System, das zwar kurzfristige Erfolge erzielt, aber durch Strukturen wie "Huggers" oder "Infantilisierung" ein inklusives Verständnis behindern könnte.
- Quote paper
- Felix Oldörp (Author), 2018, Das inklusive Potenzial des Parasports. Empowerment von Menschen mit Behinderung im Leistungssport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416921