Einwohner der ökonomisch stark entwickelten Länder Europas haben außergewöhnlich hohe Ansprüche an ihr Gesundheitswesen. Medizinische Leistungen werden auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Fortschrittes nachgefragt und müssen zahlreichen Erwartungen gerecht werden. Hierzu zählt neben der fortwährenden Verfügbarkeit auch das Einhalten aktueller Standards der Servicequalität, aber auch die Erfüllung nicht unmittelbar medizinischer Leistungen. Berücksichtigt man vor diesen Erwartungen die aktuellen Entwicklungen des massiven demographischen Wandels und der rasch voranschreitenden technologischen Entwicklungen, welche die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten der Medizin kontinuierlich ausbauen, dann wird deutlich, dass sich hier zahlreiche immense Herausforderungen unsere Zeit wiederfinden
Doch da die Mittel immer knapper werden, reichen sie bereits heute nicht mehr aus, um jegliche Bedürfnisse aller Einwohner zu befriedigen. Daher besteht die fortwährende Notwendigkeit, ökonomische Entscheidungen darüber zu treffen, mit welchen Ressourcen wie viel und welche Leistungen produziert werden sollen und welche Bevölkerungsgruppe diese dann letztendlich erhält. Die Frage nach der Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Befriedigung der „Konsumentenwünsche“ wird mehr und mehr zu einer Positionierungsfrage. Hierbei lassen sich zwei grundsätzliche Positionen differenzieren: „Gesundheit ist das höchste Gut, und um die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen, ist nichts zu teuer!“ „Das Gesundheitswesen ist in der Krise: Wenn die Kosten weiter im bisherigen Tempo steigen, können wir uns die Gesundheit bald nicht mehr leisten!“
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Untersuchungsgegenstand der Arbeit
1.1 Einstieg: Das Deutsche Gesundheitswesen
1.2 Problemstellung und Relevanz des Themas
1.3 Zielsetzungen
1.4 Thematische und begriffliche Abgrenzung
1.5 Grundstruktur, Märkte und Wettbewerbsfelder des deutschen Gesundheitswesens
2 Theoretische Fundierung: Der aktuelle Entwicklungsstand
2.1 Das deutsche Gesundheitswesen: Entwicklung seiner Akteure
2.1.1 Die Entwicklung deutscher Krankenhäuser
2.1.2 Medizinische Versorgungszentren
2.1.3 Ambulante medizinische Versorgung
2.1.4 Stationäre medizinische Versorgung
2.1.5 Die Fachdisziplin der Radiologie
2.2 Veränderungstreiber im Gesundheitswesen
2.2.1 Der demografische Wandel
2.2.2 Der akute und strategische Fachkräftemangel
2.2.3 Die nachhaltige Finanzierung
2.2.4 Der Medizinisch-technische Fortschritt
2.3 Resümee
3 Erschliessung neuer Geschäftsfelder im Gesundheitswesen am Beispiel der Telemedizin
3.1 Grundsätzliche Überlegungen bezüglich neuer Geschäftsfelder
3.2 Potenzialanalyse zur Leistungsfähigkeit telemedizinischer Anwendungen in der Gesundheitswirtschaft
3.2.1 Einstieg zur Telemedizin
3.2.2 Potenzialanalyse der Telemedizin
3.2.3 Auswertung der Potenziale
3.2.4 Reflektion der Erkenntnisse
3.3 Teleradiologie als innovatives Geschäftsfeld der Telemedizin
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung und Reflexion der Erkenntnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation des deutschen Gesundheitswesens, identifiziert zentrale Veränderungstreiber und evaluiert die Potenziale neuer Geschäftsfelder, insbesondere unter Berücksichtigung telemedizinischer Anwendungen am Beispiel der Teleradiologie, um wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit in einem regulierten Marktumfeld zu sichern.
- Analyse der Akteursstruktur im deutschen Gesundheitswesen
- Identifikation ökonomischer Veränderungstreiber (Demografie, Fachkräftemangel)
- Bewertung von Telemedizin als Instrument zur Effizienzsteigerung
- Untersuchung der Teleradiologie als innovatives Geschäftsfeld
- SWOT-Analyse zur Erschließung neuer Geschäftsmodelle
Auszug aus dem Buch
1.1 Einstieg: Das Deutsche Gesundheitswesen
Einwohner der ökonomisch stark entwickelten Länder Europas haben außergewöhnlich hohe Ansprüche an ihr Gesundheitswesen. Medizinische Leistungen werden auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Fortschrittes nachgefragt und müssen zahlreichen Erwartungen gerecht werden. Hierzu zählen neben der fortwährenden Verfügbarkeit auch das Einhalten aktueller Standards der Servicequalität, aber auch die Erfüllung nicht unmittelbar medizinischer Leistungen. Berücksichtigt man vor diesen Erwartungen die aktuellen Entwicklungen des massiven demografischen Wandels und der rasch voranschreitenden technologischen Entwicklungen, welche die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten der Medizin kontinuierlich ausbauen, dann wird deutlich, dass sich hier zahlreiche immense Herausforderungen unserer Zeit wiederfinden.
Im internationalen Rahmen muss auch Deutschland einen Vergleich nicht scheuen. Innerhalb eines der best ausgeprägtesten Gesundheitswesen weltweit können hier Einwohner an 365 Tagen im Jahr, sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag eine flächendeckende und durchgängige medizinische Grundversorgung abfragen. Dies gibt es so in keinem anderen Land der Welt. Um dieses konstant hohe und breit gefächerte Versorgungsniveau halten zu können, müssen auch hier zahlreiche Hürden und Problemstellungen unserer Zeit bewältigt werden. Grundlegend muss dafür die Bereitschaft zur Veränderung und Adaption vorliegen, denn insbesondere der medizinische Fortschritt und die demografische Entwicklung stellen das System immer deutlicher vor immense Schwierigkeiten, was die Finanzierung, aber auch die Leistungsfähigkeit anbelangt. Innerhalb eines modernen Industriestaates kann es auch zukünftig nur ein Ziel geben, nämlich [...] die medizinische Grundversorgung für alle, unabhängig von Alter, Einkommen oder Herkunft zu sozial tragbaren Kosten sicherzustellen und gleichzeitig das Innovations- und Wachstumspotential der Gesundheitswirtschaft nicht zu hemmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Untersuchungsgegenstand der Arbeit: Einführung in das deutsche Gesundheitssystem, Definition des Themenrahmens und Formulierung der Forschungsziele.
2 Theoretische Fundierung: Der aktuelle Entwicklungsstand: Analyse der Akteure (Krankenhäuser, MVZ, Praxen) und Untersuchung von zentralen Treibern wie demografischer Wandel, Fachkräftemangel und Finanzierungsfragen.
3 Erschliessung neuer Geschäftsfelder im Gesundheitswesen am Beispiel der Telemedizin: Strategische Prüfung der Potenziale von Telemedizin und Teleradiologie mittels einer SWOT-Analyse zur Erschließung neuer Geschäftsmodelle.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung und Reflexion der Erkenntnisse: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse sowie Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Gesundheitswirtschaft.
Schlüsselwörter
Gesundheitswesen, Telemedizin, Teleradiologie, Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Gesundheitswirtschaft, Krankenhausmanagement, MVZ, medizinischer Fortschritt, Finanzierung, Leistungsfähigkeit, Geschäftsfelder, Marktstrukturen, Versorgungsmanagement, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Situation und den strukturellen Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens sowie der Identifikation neuer, zukunftsfähiger Geschäftsfelder.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Akteurslandschaft (Krankenhäuser, MVZ, Praxen), demografische und ökonomische Veränderungstreiber sowie die Rolle der Digitalisierung und Telemedizin.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse bestehender Versorgungsstrukturen, die Identifizierung wesentlicher Problemlagen und die Ausarbeitung von Potenzialen für neue Geschäftsmodelle, insbesondere für niedergelassene Radiologen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie einer systemischen Potenzialanalyse, die durch eine SWOT-Analyse zur strategischen Einordnung der Telemedizin und Teleradiologie ergänzt wird.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Bestandsaufnahme des aktuellen Gesundheitssystems und die praxisnahe Erschließung telemedizinischer Anwendungsfelder als Antwort auf den steigenden Kostendruck.
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Gesundheitswirtschaft, Telemedizin, Teleradiologie, Fachkräftemangel und ökonomischer Strukturwandel.
Warum ist die Teleradiologie ein besonderes Beispiel für die Arbeit?
Die Teleradiologie dient als Paradebeispiel für die Überwindung räumlicher Distanzen in einem Fachbereich, der von technischem Fortschritt und gleichzeitigem radiologischem Fachkräftemangel geprägt ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Finanzierung?
Der Autor betont, dass eine rein kostenfokussierte Strategie nicht ausreicht und die Erschließung neuer, effizienterer Geschäftsmodelle unter Berücksichtigung der Versorgungsqualität zwingend notwendig ist.
- Quote paper
- Felix Krellenberg (Author), 2017, Neue Geschäftsfelder im Gesundheitswesen am Beispiel niedergelassener Radiologen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416942